mini|Sudetendeutscher Tag in der Augsburger Messe 2010, Beflaggung in sudetendeutschen Farben Der Sudetendeutsche Tag ist ein seit 1950 jährlich an Pfingsten stattfindendes, von der Sudetendeutschen Landsmannschaft organisiertes Zusammentreffen von Sudetendeutschen.
Bestandteile mini|Veranstaltung 2011 Wesentliche Bestandteile des Sudetendeutschen Tages sind der Volkstumsabend und das Volkstanzfest beziehungsweise das Böhmische Dorffest am Pfingstsamstag sowie die Messe und Hauptkundgebung am Pfingstsonntag. Bei dieser Hauptkundgebung sprechen u. a. der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der bayerische Ministerpräsident als Schirmherr, der Vorsitzende der SdJ – Jugend für Mitteleuropa und seit 2016 tschechische Vertreter. Anschließend finden in den Messehallen nach Heimatlandschaften und Heimatkreisen gegliederte Treffen statt.Programm 75. Sudetendeutscher Tag Regensburg, sudeten.de, abgerufen am 6. Februar 2026
Europäischer Karls-Preis Während der Veranstaltung wird seit 1958 auch der Europäische Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft verliehen.
Zu Pfingsten 2022 wurde der Preis in Hof an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verliehen, der mit seiner Tapferkeit und seinem Augenmaß einer der bedeutendsten Europäer der Gegenwart sei, so Bernd Posselt, der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft.merkur.de
Teilnahme tschechischer Regierungsvertreter und Verwendung tschechischer Nationalsymbole Erstmals nahm zu Pfingsten 2016 ein Mitglied der Regierung Tschechiens am Sudetendeutschen Tag teil„Alles Leben ist Begegnung“: Sudetendeutscher Tag wird 2026 erstmals in Tschechien stattfinden, Radio Prag International, 28. November 2025, abgerufen am 29. November 2025: Kulturminister Daniel Herman drückte in einer auf Deutsch gehaltenen Rede sein Bedauern über die Vertreibung der Sudetendeutschen aus. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer als Schirmherr der Veranstaltung nannte den Auftritt Hermans „historisch“ und eine „Sternstunde in den bayerisch-tschechischen Beziehungen“.Tschechischer Minister besucht Sudetendeutschen Tag, faz.net, 15. Mai 2016.
Im folgenden Jahr besuchte der tschechische Vizepremier Pavel Bělobrádek den Sudetendeutschen Tag und hielt eine Rede.Bělobrádek bei Sudetendeutschem Tag, Radio Prag International, 3. Juni 2017, abgerufen am 15. Juni 2025
Seit der Veranstaltung 2022 wird auf dem Sudetendeutschen Tag die tschechische Nationalhymne gespielt.Sudetendeutsche kritisieren die Verkehrsverbindung zwischen Bayern und Tschechien Auf dieser Veranstaltung hielt Bělobrádek, als tschechischer Abgeordneter, erneut eine Rede.[Ex-Vizepremier Bělobrádek: Sudetendeutsche sind hervorragende Botschafter der Zusammenarbeit], Radio Prag International, 5. Juni 2022, abgerufen am 15. Juni 2025
Zur Veranstaltung 2023 in Regensburg entsendete die tschechische Regierung mit Bildungsminister Mikuláš Bek erstmals offiziell einen Vertreter. Dieser hielt ebenso eine Rede in Deutsch.Minister Bek besuchte den 73. Sudetendeutschen Tag in Regensburg
Auch 2024 entsendete die tschechische Regierung mit ihren Botschafter in Deutschland Tomáš Kafka einen Vertreter.Botschafter Kafka hält Rede auf dem Sudetendeutschen Tag. Dieser überbrachte die offiziellen Grußworte des tschechischen Präsidenten Pavel an die Sudetendeutschen.Der Präsident grüßt die Sudetendeutschen, sudeten.de, abgerufen am 30. November 2025
Wie bereits 2 Jahre zuvor vertrat Bildungsminister Mikuláš Bek die tschechische Regierung auf dem erneut in Regensburg stattfindenden Treffen im Jahr 2025.Bildungsminister Bek vertritt Tschechien beim Sudetendeutschen Tag in Regensburg, Radio Prag international, 4. Juni 2025, abgerufen am 7. Juni 2025
Veranstaltungsorte und Leitsätze seit 1950 Der Tag fand und findet hauptsächlich in Großstädten in Bayern statt. In Stuttgart, Frankfurt am Main, Wien und Köln gab es bis zuletzt 1989 insgesamt 18 Veranstaltungen außerhalb Bayerns.
Erste Veranstaltung in Tschechien in Brünn 2026 Bereits kurz nach der Wende bzw. Samtenen Revolution zu Beginn der 1990er Jahre schlug der spätere tschechische Botschafter in Deutschland František Černý einen Sudetendeutschen Tag in Tschechien vor. Dies stieß damals auf heftigen Widerstand in Tschechien. Auch Jahrzehnte später lehnte der damalige Ministerpräsident Babiš diese unter anderen von Horst Seehofer vorgebrachtePrag: Kein Sudetentag in Tschechien, sueddeutsche.de, 10. Juni 2019, abgerufen am 7. Juni 2025 Idee unter anderem in den Jahren 2018 und 2019 ab.Premier Babiš: Beneš-Dekrete abgeschlossene Sache, kein Sudetendeutscher Tag in Tschechien, Radio Prag international, 24. Mai 2018, abgerufen am 7. Juni 2025 Bei der verzögerten Ernennung von Jan Lipavský zum Außenminister 2021 machte Staatspräsident Miloš Zeman dessen Zustimmung für einen Sudetendeutschen Tag in Tschechien zum Thema.Streit um tschechischen Außenminister laut Premier Fiala beigelegt, derstandard.de, 13. Dezember 2021, abgerufen am 15. Juni 2025.
Von Seiten der Sudetendeutschen Landsmannschaft begannen um 2023 herum die ersten konkreten Überlegungen für eine Durchführung in Tschechien, insbesondere in Hinblick auf den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa im Jahr 2025. Um eine Thematisierung im Wahlkampf der Abgeordnetenhauswahl in Tschechien im Oktober 2025 zu vermeiden, wurde dieser Termin jedoch ausgeschlossen. Auf dem in Regensburg stattfindenden Sudetendeutschen Tag im Juni 2025 lud dann das Festival Meeting Brno die Sudetendeutsche Landsmannschaft ein, im folgenden Jahr ihr Treffen in Brünn im Rahmen ihrer Veranstaltung stattfinden zu lassen.Sudetendeutscher Tag könnte kommendes Jahr in Brünn stattfinden, Radio Prag international, 6. Juni 2025, abgerufen am 7. Juni 2025 Die Organisatoren setzen sich seit Jahren für eine Versöhnung ein und wurden auf diesem Sudetendeutschen Tag mit dem Menschenrechtspreis geehrt. Diese Einladung wurde nach den Parlamentswahlen im November des gleichen Jahres von der Sudetendeutschen Landsmannschaft offiziell angenommen. Als, erstmals deutsch/tschechisches, Motto der Veranstaltung wurde „Alles Leben ist Begegnung – Život je setkávání“ ausgewählt.Sudetendeutscher Tag findet 2026 erstmals in Tschechien statt, landesecho.cz, 20. November 2025 Die Veranstaltung wird dabei bewusst zivilgesellschaftlich organisiert. Eine offizielle Einladung durch die Stadt selbst erfolgte daher nicht. Jedoch wurde die Veranstaltung von Seiten der Stadtführung, bestehend aus den konservativ-bürgerlichen Parteien ODS und KDU-ČSL begrüßt. Ablehnende Haltung kam von Seiten der rechtsextremen Partei SPD, der kommunistischen KSČM und des ihr nahestehenden Vereins ehemaliger Grenzschutzangehöriger Klub českého pohraničí. Letzterer veranstaltete im Oktober 2025 zwei Demonstrationen in Prag und Brünn mit etwa 100 Teilnehmern in Prag und 50 Teilnehmern in Brünn.SPD will Sudetendeutschen Tag in Tschechien verhindern, landesecho.cz, 26. November 2025, abgerufen am 26. November 2025.Sjezd sudetských Němců v Brně budí emoce, novinky.cz, 20. November 2025.
Im Laufe des Frühjahrs 2026 steigerte sich die politische Diskussion in Tschechien entlang dieser Positionen. Im Laufe dieser Diskussion stimmte der Stadtrat unter Protesten der Veranstaltung zu. Bei seinem Antrittsbesuch in Deutschland am 8. Mai 2026 drückte der tschechische Außenminister Petr Macinka seine Ablehnung der Veranstaltung und der Besuche des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt und des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder dorthin aus. Die beiden angesprochenen Politiker betonten daraufhin, an ihren Besuchen festzuhalten. Ebenso lud der tschechische Präsident Petr Pavel den bayerischen Ministerpräsidenten zu einem an den Kongress anschließenden Treffen auf der Prager Burg ein. Dieser übernahm, wie auch schon in vorherigen Jahren, die Schirmherrschaft über das Festival Meeting Brno, dies auch ausdrücklich mit Verweis auf den Beitrag zur deutsch-tschechischen Versöhnung.Pavel udělil záštitu festivalu Meeting Brno, který hostí sjezd sudetských Němců cnn.iproma.cz, 18. Mai 2026 Eine Woche vor dem Sudetendeutschen Tag stimmten 73 von 77 anwesenden Parlamentariern des tschechischen Abgeordnetenhauses einer Resolution gegen den Sudetendeutschen Tag zu. Dieser Antrag war von Seiten des Parlamentspräsidenten und Vorsitzenden der rechtsextremen SPD Tomio Okamura eingebracht worden. Die Opposition boykottierte geschlossen die Sitzung. Darüber hinaus entschuldigten sich weitere der insgesamt 200 Abgeordneten. Ebenso waren lediglich zwei Minister anwesend.Stenographisches Protokoll der 18. Sitzung vom 14. Mai 2026, Abgeordnetenhaus des Parlaments der Tschechischen Republik
Meeting Brno, die Sudetendeutsche Landsmannschaft sowie die Regierung des Freistaats Bayerns als Schirmherr der Sudetendeutschen betonten, die Kritik als Meinungsäußerung zu respektieren, die Veranstaltung jedoch unverändert durchzuführen. Von Seiten der deutschen Bundesregierung wurde eine offizielle Stellungnahme vermieden. Die katholische Kirche Tschechiens, repräsentiert unter anderem durch die Prager und Brünner Bischöfe Stanislav Přibyl und Pavel Konzbul, unterstützt die Ausrichtung und weist eine nationalistische Instrumentalisierung der Veranstaltung zurück.Kirche unterstützt Abhaltung von "Sudetendeutschem Tag" in Brünn, kathpress.at, 15. Mai 2026. Auch mehrere Mitglieder des Menschenrechtsausschusses des tschechischen Senats sprachen sich in einer Stellungnahme für das Treffen und gegen den Beschluss des Abgeordnetenhauses aus.Senatsausschuss für Menschenrechte verurteilt Abgeordnetenbeschluss zum Sudentendeutschen Tag, Radio Prag International, 16. Mai 2026. Am 18. Mai teilte die Kanzlei des tschechischen Präsidenten Petr Pavel mit, dass dieser die Schirmherrschaft über das Festival Meeting Brno übernommen habe.
Statistik der Veranstaltungsorte Einschließlich 2026 waren folgende Städte Gastgeber: Nürnberg (24 Mal, zuletzt 2016) München (14 Mal, zuletzt 2021) Augsburg (14 Mal, zuletzt 2024) Stuttgart (11 Mal, zuletzt 1989) Frankfurt am Main (3 Mal, zuletzt 1981) Wien (3 Mal, zuletzt 1983) Regensburg (3 Mal, zuletzt 2025), Kempten (1 Mal, 1950) Ansbach (1 Mal, 1951), Köln (1 Mal, 1961). Hof (1 Mal, 2022). Brünn (1 Mal, 2026)
Nach deutschen Bundesländern bzw. nach Land: Bayern (58 Mal, zuletzt 2025) Baden-Württemberg (11 Mal, zuletzt 1989) Hessen (3 Mal, zuletzt 1981) Österreich (3 Mal, zuletzt 1983) Nordrhein-Westfalen (1 Mal, 1961) Tschechien (1 Mal, 2026)