Eröffnung: 20. Februar 2016 Linien: Stationen: 6 Baukosten 843,6 Millionen Euro Passagiere werktags 53.100 (geschätzt)
Die Wehrhahn-Linie (offizielle Bezeichnung: Stammstrecke 3) ist eine unterirdische Stammstrecke der Düsseldorfer Stadtbahn, betrieben von der Rheinbahn als Teil der Stadtbahn Rhein-Ruhr.
Die Bauarbeiten für die 3,4 Kilometer lange U-Bahn-Strecke mit sechs neuen Bahnhöfen begannen am 28. November 2007. Am 20. Februar 2016 wurde sie eröffnet, der Regelzugbetrieb wurde am 21. Februar 2016 aufgenommen und zugleich die oberirdischen Gleise stillgelegt. Benannt ist die Strecke nach dem S-Bahnhof Wehrhahn, dem nordöstlichen Ausgangspunkt der Strecke bzw. der Straße Am Wehrhahn, unterhalb der ein Teil der unterirdischen Trasse verläuft. Sie wird vom modernen Triebwagentyp NF8U mit Niederflurtechnik befahren.
Verlauf
Die Wehrhahn-Linie beginnt an der oberirdischen Haltestelle S-Bahnhof Wehrhahn. Einhundert Meter westlich des S-Bahnsteiges, auf Höhe der Adlerstraße, beginnt der Tunnel Richtung Altstadt.
Erste unterirdische Station ist der U-Bahnhof Pempelforter Straße, der auf Höhe der Einmündung der Oststraße unter der Straße Am Wehrhahn liegt. Danach folgt der Tunnel der Schadowstraße, wo er nach wenigen hundert Metern an der Tucht-Insel vor dem ehemaligen Tausendfüßler den U-Bahnhof Schadowstraße erreicht. Im weiteren Verlauf erreicht die Strecke den U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee. Hier besteht Anschluss an die Stadtbahnlinien U70 und U75 bis U79.
Anschließend verläuft die Strecke in südliche Richtung unter der Kasernenstraße zum U-Bahnhof Benrather Straße. Es folgen der U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz und der U-Bahnhof Kirchplatz, der letzte unterirdische Bahnhof der Wehrhahn-Linie. In der Einfahrt der jetzigen Haltestelle am Bahnhof Düsseldorf-Bilk taucht die Linie wieder aus dem Untergrund auf.
Die Wehrhahn-Linie kostete insgesamt 929 Millionen Euro.rp-online.de
U-Bahnhöfe
Alle neuen U-Bahnhöfe wurden von Absolventen der Kunstakademie in Düsseldorf gestaltet. Sie sollen ein künstlerisches Kontinuum bilden.Der Himmel unter Düsseldorf in FAZ vom 25. Februar 2016, Seite R6
Nachfolgend sind die U-Bahnhöfe aufgeführt, deren künstlerische Gestalter und das jeweilige Motto:
U-Bahnhof Künstler Motto Pempelforter Straße Heike Klussmann Surround Schadowstraße Ursula Damm Turnstile Heinrich-Heine-Allee Ralf Brög Drei Modellräume Benrather Straße Thomas Stricker Himmel oben, Himmel unten Graf-Adolf-Platz Manuel Franke Achat Kirchplatz Enne Haehnle Spur X
Ab Ende November 2015 wurden die neuen U-Bahnhöfe der Öffentlichkeit vorgestellt, indem jeweils an den Adventswochenenden zwei Bahnhöfe besichtigt werden konnten.
Bereits mit Fertigstellung des U-Bahnhofs Heinrich-Heine-Allee 1988 wurde auf zwei seiner Ebenen ein Kunstprojekt im Auftrag der Stadt realisiert. Acht Künstler fertigten Gemälde an. Unter ihnen u. a. Adolphe Lechtenberg, Tina Juretzek, Holger Bunk, Herbert Bardenheuer, Bertram Jesdinsky. Der Künstler Peter Royen erhielt den Auftrag für ein Wandrelief auf der ersten Tiefebene.
Pempelforter Straße
Der U-Bahnhof „Pempelforter Straße“ befindet sich unter der Straße Am Wehrhahn zwischen Cantadorstraße und Oststraße und wurde im Februar 2016 in Betrieb genommen. Er besitzt zwei 90 Meter lange und 4,5 Meter breite Seitenbahnsteige und eine Verteilerebene.
Die Grundfarbe des Bahnhofes ist schwarz-weiß. Er verfügt über fünf Treppenzugänge sowie zwei Aufzuganlagen entlang der Straße „Am Wehrhahn“. Im westlichen Bereich führen drei Treppenzugänge, ergänzt um zwei Rolltreppen, auf der Schadow- und Oststraße in eine große Verteilerebene.
Baubeginn war der 15. März 2008. Im Zuge der Baumaßnahmen wurden die Straßenbahngleise in stadtauswärtiger Richtung Grafenberg umgesetzt, um das Baufeld auf der nördlichen Seite der Straße frei zu räumen. Nach Fertigstellung des Bahnhofes werden die Gleisanlagen auf der Straße „Am Wehrhahn“ demontiert und die freigewordene Fläche für den Straßenverkehr freigestellt.
Der U-Bahnhof wurde während der Planungs- und Bauphase unter der Bezeichnung U-Bahnhof „Jacobistraße/Pempelforter Straße“ geführt. Der endgültige Name lautet jedoch U-Bahnhof „Pempelforter Straße“.
Schadowstraße mini|Der Bohrkopf nach der Untergrabung der Schadowstraße im Februar 2012
Direkt unter der Schadowstraße ist bis 2014 der U-Bahnhof „Schadowstraße“ entstanden.
Die Grundfarbe des Bahnhofes ist Blau. Es sind drei Treppenzugänge sowie eine Aufzuganlage entlang der Schadowstraße vorhanden. Im westlichen Bereich führt eine breit angelegte Treppenanlage, ergänzt um zwei Rolltreppen, in eine Verteilerebene. Dort befinden sich der weiter östlich gelegene Aufzug und weitere Treppen zu den 4,5 Meter breiten und 90 Meter langen Seitenbahnsteigen.
Im östlichen Bereich wurden, ebenfalls über eine gemeinsame Verteilerebene miteinander verbunden, zwei Zugänge errichtet. Diese stellen zum einen auf der nördlichen Seite der Schadowstraße/Ecke Bleichstraße mit Treppen und auf der südlichen Seite an der Ecke zur Wagnerstraße mit Rolltreppen die Verbindung zu den Bahnsteigen her.
Für die Gestaltung der U-Bahnhöfe der Wehrhahn-Linie wurde im Vorfeld ein Gestaltungswettbewerb durchgeführt. Der U-Bahnhof Schadowstraße ist durch die Künstlerin Ursula Damm gestaltet worden. Ein Schwerpunkt der Gestaltung ist die Verbindung der Oberfläche mit dem unterirdischen Bahnhof. Mithilfe einer Videoinstallation wird das Geschehen oben über einen Lichtschacht auf eine Glasfläche im U-Bahnhof projiziert. Vor der Projektion wird das Bild nach verschiedenen Parametern analysiert, sodass unten ein interpretiertes Bild des Platzgeschehens gezeigt wird.
Am 26. November 2010 kam es im Bereich des künftigen U-Bahnhofs zu Absackungen, weswegen die darüberliegende Hochstraße, der Tausendfüßler, zeitweise gesperrt wurde. 2013 wurde der Tausendfüßler abgerissen. Der die Hochstraße ersetzende Nord-Süd-Tunnel wurde in mehreren Abschnitten bis November 2015 in Betrieb genommen.
Heinrich-Heine-Allee
Der U-Bahnhof „Heinrich-Heine-Allee“ ist mit dem Hauptbahnhof die wichtigste Station der Düsseldorfer Stadtbahn. Er liegt im Verlauf der ersten, zweiten und dritten Stammstrecke in der Innenstadt der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.
Der unter der Heinrich-Heine-Allee errichtete U-Bahnhof wurde 1988 dem Verkehr übergeben und erschließt seitdem die Einkaufsstraßen Flinger Straße sowie Bolkerstraße. In der ersten Ebene befindet sich die Einkaufspassage Heinrich-Heine-Galerie mit mehreren kleinen Geschäften sowie Zugängen zu den Kaufhäusern Galeria Kaufhof und Carsch-Haus. Durch die Verbindung zu den gleichnamigen oberirdischen Bus-Haltestellen ist dies auch einer der wichtigsten Umsteigepunkte in Düsseldorf.
Im April 2008 begannen die Bauarbeiten für den dritten Bahnsteig des Bahnhofes. Da dieser Bahnsteig seit 1984 schon im Rohbau bestand, fiel der Aufwand geringer aus. Der Bahnsteig ist 90 Meter lang und 8,8 Meter breit. Die Grundfarben sind Violett und Grau.
Von Juli 2012 bis Mai 2013 wurde der Untergrund unter dem benachbarten Gebäude eines Kaufhauses vereist, um den letzten etwa 75 Meter langen Bauabschnitt zu vollenden. Am 6. Mai 2013 fand die offizielle Tunneltaufe statt. Tunnelpatin des letzten Abschnitts wurde die ehemalige Oberbürgermeisterin Marlies Smeets. Statt mit der Tunnelbohrmaschine, wurde dieses Teilstück ausschließlich im Tagebau ausgehoben. Allein dieser Bauabschnitt kostete die Stadt 71 Millionen Euro. Bis zur zweiten Hälfte von 2016 wurden die Arbeiten für die neuen Tunnelbereichen beendet und die Straßenbahnen fahren seitdem unterirdisch. Die vorhandenen oberirdischen Gleisanlagen werden nicht mehr benötigt; sie werden bei der nächsten Umgestaltung der Heinrich-Heine-Allee wohl entfernt.
Benrather Straße
Unter der Kasernenstraße entstand der neue U-Bahnhof „Benrather Straße“. Es wurden zwei Treppenzugänge sowie zwei Aufzuganlagen entlang der Kasernenstraße gebaut. Im westlichen Bereich führt eine auf- und eine abwärtsführende Rolltreppe in eine Verteilerebene. Im Osten gibt es eine aufführende Rolltreppe und eine Festtreppe. Im südlichen Teil liegen die zwei Aufzüge, jeweils einer pro Straßenseite, die direkt zu den Gleisen führen. In der Verteilerebene kann man durch weitere Fahr- sowie Festtreppen zu den 4,5 Meter breiten und 90 Meter langen Seitenbahnsteigen gelangen.
Für die Gestaltung der U-Bahnhöfe der Wehrhahn-Linie wurde im Vorfeld ein Gestaltungswettbewerb durchgeführt. Der U-Bahnhof Benrather Straße wurde durch den Künstler Thomas Stricker gestaltet. Der Name des Projekts ist „Himmel oben – Himmel unten“ und verwandelt den U-Bahnhof in eine Art optisches Universum.
Graf-Adolf-Platz mini|Rohbau des U-Bahnhofs Graf-Adolf-Platz im Dezember 2012
Der U-Bahnhof „Graf-Adolf-Platz“ befindet sich unmittelbar unter der Elisabethstraße direkt am Graf-Adolf-Platz. Sollte die Stammstrecke 6 in Richtung Hafen tatsächlich gebaut werden, würde der Bahnhof zum Turmbahnhof umgebaut werden. Es ist nicht bekannt, ob hierfür bereits Bauvorleistungen durchgeführt wurden.
Die Grundfarbe des Bahnhofs ist Grün. Der Bahnhof besteht aus einer Verteilerebene sowie zwei Seitenbahnsteigen mit 90 Meter Länge sowie 4,5 Meter Breite. Es gibt drei Treppenzugänge sowie zwei Aufzüge, die die beiden Bahnsteige direkt mit der Straßenoberfläche verbinden.
Der Rohbau wurde bereits im Jahr 2012 fertiggestellt. Damals war er der am weitesten fortgeschrittene Bahnhof der Neubaustrecke. Im Februar/März 2013 wurden die Schienen verlegt.
Kirchplatz
Unter der Elisabethstraße (Ecke Fürstenwall) entstand der neue U-Bahnhof „Kirchplatz“.
Dies ist der letzte in südliche Richtung unterirdisch verlaufende U-Bahnhof der Wehrhahn-Linie. Er besitzt zwei Seitenbahnsteige mit jeweils 90 Meter Länge und 4,5 Meter Breite. Des Weiteren hat er eine großzügige Verteilerebene mit drei Ausgängen und zwei Aufzügen: zwei davon am Fürstenwall und einer direkt am Kirchplatz. Baubeginn des Bahnhofes war im März 2008.
Zulaufstrecken
Die Wehrhahn-Linie hat sechs Zulaufstrecken. Diese haben größtenteils einen eigenen Bahnkörper.
U71 Nord
mini|links|Bislang besteht auf der Grafenberger Allee noch kein eigener Bahnkörper für die Strecke der zukünftigen Linien U72 und U73
Die nördliche Außenstrecke beginnt am Bahnhof Düsseldorf Wehrhahn. Dort besteht Anschluss an verschiedene S-Bahn-Linien in Richtung Essen, Dortmund, Duisburg, Köln und Solingen. Ursprünglich sollte die U71 über die Grafenberger Allee und die Ludenberger Straße zum Gerresheimer Krankenhaus geführt werden.
Am 16. November 2011 stellte die Stadt Düsseldorf in einer Pressemitteilung eine Linienführung der U71 ab der Uhlandstraße über den Linienweg der Straßenbahnlinie 708 bis zur Heinrichstraße, weiter über die Strecke der Linie 701 bis Rath S-Bahnhof und zukünftig bis zum ISS-Dome vor. Die Verwaltung brachte am 23. November 2011 ihren Konzeptvorschlag zum „ÖPNV-Straßenbahn- und Stadtbahnnetz nach der Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie“ in den Ordnungs- und Verkehrsausschuss ein.
Jedoch wurde der Vorschlag zur Verlängerung der Linie U71 zum ISS Dome zurückgewiesen. Stattdessen wird ab 7. Januar 2018 der Abschnitt Rath 13px|S-bahn – DOME/Am Hülserhof von der Linie 701 übernommen. Dies gilt zunächst auch für die Verstärkungsfahrten bei Veranstaltungen im ISS Dome, die ab bzw. zur Haltestelle „Sternstraße“ verkehren. Einige Züge der Linie U71 verkehren ab 7. Januar 2018 bis Rath 13px|S-Bahn.
U72 Nord
Im Zuge der Umbauarbeiten der Zulaufstrecke auf der Grafenberger Allee wurden die Abzweigungen zu anderen Straßenbahnstrecken stillgelegt und abgebaut. An der Haltestelle Schlüterstraße/Arbeitsagentur biegt die Linie U72 in Richtung Ratingen ab. An dieser Stelle besteht Anschluss an die Linien U73 in Richtung Gerresheim und die U83 und 709 in Richtung Gerresheim / Krankenhaus.VRR: Stadtbahnlinie U72: