Das Family Research Council (FRC) ist eine gemeinnützige Denkfabrik der religiösen Rechten und eine Lobbyorganisation. Es wurde in den Vereinigten Staaten von James Dobson 1981 gegründet und 1983 als eigene Rechtspersönlichkeit eingetragen. Die Gruppe stellte zunächst eine Interessenvertretung für konservative Politikmaßnahmen auf dem Capitol Hill dar. In den späten 1980er Jahren wurde die Gruppe offiziell Teil von Dobsons Hauptorganisation Focus on the Family, aber 1992 führten steuerrechtliche Bedenken des IRS aufgrund der Lobbyfunktion zu einer erneuten administrativen Trennung der beiden Gruppen. Sein erklärtes Ziel ist die Förderung sogenannter Familienwerte. Der jetzige Präsident der Organisation ist Tony Perkins.
Die Organisation mit Sitz in Washington, D.C. hat sich öffentlich für die Förderung von sozialkonservativen Ansichten in vielen Themenbereichen eingesetzt, darunter zu Scheidung, Homosexualität und Abtreibung. In einer Liste von The Church Report belegt das FRC unter christlichen politischen Organisationen den ersten Platz. URL gesehen am 12. Mai 2006.
Das FRC ist eng mit James Dobsons Focus on the Family verflochten und pflegte zu William J. Bennett ein gutes Verhältnis.
Edgar Prince, der Vater des Gründers des privaten Rüstungsunternehmens Blackwater USA, Erik Prince, half Gary Bauer mit den Anfängen des Family Research Council.
Zielsetzung und Eigendarstellung Die Webseite der Organisation gibt kund: „Das Family Research Council (FRC) tritt ein für Ehe und Familie als Fundament der Zivilisation, Saatbeet der Tugend und Urquell der Gesellschaft. FRC prägt die öffentliche Debatte und gestaltet eine Politik, die menschliches Leben wertschätzt und die Institutionen der Ehe und der Familie aufrechterhält. Im Glauben daran, dass Gott der Autor von Leben, Freiheit und der Familie ist, fördert FRC das jüdisch-christliche Weltbild als Grundlage einer gerechten, freien und stabilen Gesellschaft.“ Mission Statement des FRC, aufgerufen am 20. Oktober 2010
„Die Idee des Family Research Council hatte ihren Ursprung bei der White House Conference on Families im Jahr 1980. Unter den Teilnehmern ragte James Dobson aufgrund seiner seltenen Mischung von christlichen sozialen Werten und akademischen Werdegang hervor. Als praktizierender klinischer Psychologe und angesehener Autor hatte Dobson kurz zuvor in den Hörfunk gewechselt und eine gemeinnützige Organisation zur Familienberatung gegründet. Er hatte das Gefühl, dass die Zeit reif war, eine Organisation zu gründen, die die nationale Debatte zu Familienthemen vorantreiben würde. So wurde das Family Research Council 1983 als gemeinnützige Bildungseinrichtung im District of Columbia gegründet; zum Vorstand bei der Gründung gehörten Dobson und zwei angesehene Psychiater, Armand Nicholi Jr. von der Harvard University und George Rekers von der University of South Carolina,“ gibt die Webseite kund.
„Unter der Leitung von Jerry Regier, ein ehemaliges Mitglied der Regierung Ronald Reagan beim US-Gesundheitsministerium, fing das FRC an, Politiker und Regierungsbeamten mit Forschern und Wissenschaftlern aus einer Vielzahl von Fachrichtungen miteinander zu vernetzen. Gary Bauer, ein Berater von US-Präsident Ronald Reagan für inländische Politik, folgte 1988 auf Regier, und Mitte der 1990er Jahre war die Organisation zu einem 10-Millionen-Dollar-Betrieb angewachsen, mit einem nationalen Netzwerk der Unterstützung...“, fährt die Webseite fort.
Politik Die Politik des FRC ist im allgemein die der religiösen Rechten: FRC betreibt eine Kampagne mit dem Ziel, bei der sexuellen Aufklärung nur über Abstinenz zu informieren. FRC unterstützt zwar den weit verbreiteten Zugang zu einem Impfstoff gegen Humane Papillomviren (HPV), eine Ursache von Gebärmutterkrebs, aber „opponiert gegen jegliche Maßnahmen, die eine Impfung gesetzlich vorschreiben würden oder die Eltern dazu nötigen, eine solche Impfung zu autorisieren.“Family Research Council Statement Regarding HPV Vaccines, 21. Februar 2006. Abgerufen am 15. Juli 2007 auf frc.org. 2005 beschrieb ein Sprecher des FRC in einem Interview mit der Zeitschrift New Scientist die Impfung als „potentiell schädlich, weil [junge Frauen] es möglicherweise als Lizenz sehen, vorehelichen Geschlechtsverkehr zu betreiben.“Will cancer vaccine get to all women? - sex - 18 April 2005 - New Scientist FRC äußerte sich später mit folgender Klarstellung: “After extensive study of the vaccine and discussion with medical experts, we concluded that the public health benefits of developing and distributing such a vaccine far outweighed any potential, hypothetical concerns about its impact on sexual behavior. Therefore, we announced in October of 2005 that we would enthusiastically support the development of the vaccine and federal approval of its use, including its addition to the list of vaccines recommended to physicians and of those made available to lower-income families through the Vaccines for Children program.”Clarification of 2005 Family Research Council Media Remarks on HPV Vaccine, Family Research Council web site (undated material). Abgerufen am 16. Juli 2007. Der FRC spricht sich zugunsten der pseudowissenschaftlichen Theorie des Intelligent Design aus und unterstützt die “Teach the Controversy” Kampagne.Will South Carolina’s Science Curriculum Evolve? Washington Watch Daily Radio commentary, June 29, 2006.Intelligent Design Deserves Intelligent Debate Tony Perkins’ Washington Update, October 18 2005.No Freedom to Choose in Education, Tony Perkins’ Washington Update, January 12 2006. Sie äußern sich öfters zugunsten einer strengeren Regulierung von Pornografie, insbesondere Internet-Pornografie und Unzüchtigkeit im Fernsehrundfunk. Sie haben sich aktiv gegen die Einführung der Top-Level-Domain .xxx eingesetzt und Lobbyarbeit gemacht, um die Geldstrafen der Federal Communications Commission für Unzüchtigkeit zu erhöhen. Sie sind entschiedene Gegner der legalen Abtreibung. Gegen Forschung, bei der menschliche Embryonen herangezogen oder zerstört werden. Gegner der staatlichen Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen oder eingetragenen Partnerschaften. Befürwortet einen Verbot aller legislative, exekutive, oder richterliche Aktion auf allen Ebenen der bundesstaatlichen bzw. kommunalen Regierung, die darauf zielt, den Status von Personen zu schützen aufgrund ihrer „homosexuellen, lesbischen oder bisexuellen Orientierung, Verhalten, Praxis oder Beziehungen.“ Gegen Maßnahmen, die einer Bevölkerungszunahme entgegenwirken Befürwortet niedrigere Steuern und Beschränkungen der staatlichen Leistungsfähigkeit Befürwortet starke Militäraktionen gegen „radikalen Islam“ Befürwortet eine Bombardierung des Iran durch Israelhttps://www.frc.org/op-eds/irans-khamenei-and-israels-casus-bellihttps://www.frc.org/op-eds/if-israel-strikes Befürwortet die Vereinfachung des Steuerrechts, die Erhöhung der Steuergutschrift pro Kind, und eine dauerhafte Eliminierung steuerlicher Nachteilen für Verheiratete sowie die Abschaffung der Erbschaftssteuer. Klimawandelleugnung. Heftiger Gegner aller Formen des Wettspiels. Diese Haltung hat zu Kontroversen innerhalb des Christentums geführt, da Wettspiel in der Bibel nicht verboten wird. Das Bestehen dieses Meinungsunterschieds wird dadurch bewiesen, dass viele Kirchen Wettspiele selbst betreiben, insbesondere Bingo, um ihre eigene Einkünfte auszubessern. Das Bestehen auf diese Position durch Focus hat dazu geführt, dass dies als „außerbiblisches Doktrin“ eingestuft wurde, die von manchen innerhalb der Christlichen Rechten erschaffen worden ist aufgrund ihrer persönlichen Haltung gegenüber Wettspiele. Bei einer Anhörung des Rechtsausschusses des US-Repräsentantenhauses am 14. November 2007, der die Titel trug “Hearing on Establishing Consistent Enforcement Policies in the Context of Online Wagers”https://www.govinfo.gov/content/pkg/CHRG-110hhrg38867/html/CHRG-110hhrg38867.htm, sagte Family Research Council Vizepräsident Tom McClusky aus, dass seine Organisation den Verbot von Onlinepoker in den Vereinigten Staaten befürworte. Als dann der Abgeordnete Steve Cohen [D-TN] ihn weiter befragte, wie viel Wettspiel nach Ansicht des FRC zu verbieten wäre, sagte McClusky aus, dass das FRC es wünschen würde, alle Formen des Wettspiels in den Vereinigten Staaten zu verbieten, inklusive des herkömmlichen Pokerspiels. Als Abg. Cohen dies hörte, fragte er ungläubig „Gibt es überhaupt irgendwelchen Spass, den Sie befürworten?“, was viele in der Blogosphäre dazu verleitet hat, der Schwesterorganisation Focus on the Family mit dem Spitznamen “Foes of Fun” (Gegner des Spaßes) zu belegen.Daily Kos, Nov. 18, 2007, FoF = Foes of Fun?
Im Bericht Funding the Culture WarsJohn Russell. , January 2005. führt der National Committee for Responsive Philanthropy das Family Research Council als eine der führenden Organisationen auf, die Aktivitäten der christlichen Rechten und der konservativen Bewegung finanziell fördert.
Das FRC veröffentlicht häufige E-Mail-Updates, gewöhnlicherweise in der Form von drei kurzen Artikeln. Diese können ebenfalls auf seiner Webseite angeschaut werden. Diese Artikel nehmen typischerweise die Form an, dass sie eine konservativ-christliche Perspektive auf tagesaktuelle politische und soziale Themen befürworten.
Kontroverse und Kritik Pädophilie und Homosexualität