mini|Spanische Fans feiern in Barcelona den Europameistertitel 2008 Fußball (spanisch: Fútbol oder Balompié) ist in Spanien der beliebteste Breiten- und Publikumssport. 869.320 Spieler aus 21.027 Vereinen (Stand 2012) sind bei der Real Federación Española de Fútbol registriert, dem nationalen Verband, der sowohl den Vereinsfußball als auch die Nationalmannschaft Spaniens steuert.
Am 21. Mai 1904 war Spanien eines der Gründungsmitglieder der FIFA. Vertreten wurde das Land jedoch nicht vom Nationalen Verband, der erst 1913 ins Leben gerufen wurde, sondern vom Fußballklub Madrid FC, dem heutigen Real Madrid. Am 15. Juni 1954 trat Spanien, ebenfalls als Gründungsmitglied, der UEFA bei.
Das spanische Ligasystem unterteilt sich in die Primera División, der höchsten Spielklasse, die Segunda División (auch Segunda División A), Segunda División B (4 Gruppen) und Tercera División (18 Gruppen eingeteilt nach Regionen). Die Primera División gilt als eine der stärksten Ligen des Kontinents. In der Champions League und in der Europa League spielen vor allem die großen Vereine des Landes, wie Real Madrid, FC Barcelona und Atlético Madrid, regelmäßig um die Titel mit.
Auf Nationalmannschaftsebene blieb der Gewinn der Europameisterschaft 1964 jahrzehntelang der einzige Titel. Erst im neuen Jahrtausend gehörte die Mannschaft mit dem Gewinn der Weltmeisterschaften 2010 und 2026 sowie der drei Europameisterschaften 2008, 2012 und 2024 dauerhaft zur internationalen Spitze.
Geschichte mini|Bericht über die erste Vereinssitzung von Recreativo Huelva in der Zeitung La Provincia vom 20. Dezember 1889. Der moderne Fußball wurde im 19. Jahrhundert von britischen Immigranten, Seefahrern und spanischen Studenten, die aus Großbritannien zurückgekehrt waren, nach Spanien gebracht.
Der erste Verein Recreativo de Huelva wurde am 23. Dezember 1889 von Alexander McKay und britischen Arbeitern der Rio Tinto Group gegründet. Der heutige Fußballklub Gimnàstic de Tarragona wurde zwar schon 1886 als Sportverein gegründet, konnte aber erst 1914 eine Fußballsektion vorweisen. Am 8. März 1890 fand das erste offizielle Fußballmatch in der Pferderennbahn Hipódromo de Tablada in Sevilla statt. Die Mannschaft von Recreativo de Huelva trat gegen Colonia Inglesa Sevillana an, eine Mannschaft aus britischen Arbeitern. Bis auf zwei spanische Spieler auf Seiten von Huelva waren alle Spieler britischer Herkunft. Die Auswahl aus Sevilla entschied dieses Spiel mit 2:0 für sich.
Der erste gesamtspanische Wettbewerb war die Copa de la Coronación, ein Vorgängerwettbewerb der aktuellen Copa del Rey, der anlässlich der Übernahme der Amtsgeschäfte durch König Alfons XIII. im Jahr 1902 ausgetragen wurde. Bis zum Start der ersten spanischen Meisterschaft im Ligamodus im Februar 1929 war der Pokal der höchste nationale Bewerb; als Qualifikationsturniere dienten zumeist die regionalen Meisterschaften, wie beispielsweise der Campeonato Centro oder der Campionat de Catalunya.
Mit dem Start der Liga verloren die regionalen Meisterschaften zusehends an Bedeutung und wurden nach dem spanischen Bürgerkrieg großteils eingestellt. Die Primera División stieg mit der Gründung des ersten großen europäischen Wettbewerbs für Vereinsmannschaften, dem Europapokal der Landesmeister, in den 1950er Jahren zu einer der bedeutendsten nationalen Ligen des europäischen Kontinentes auf. Spanische Vereinsmannschaften haben seither zahlreiche Titel auf internationaler Ebene gewinnen können.
Spanisches Ligasystem mini|hochkant|Logo des Ligaverbandes Die höchste Kategorie des spanischen Vereinsfußballes ist die Primera División, die aus 20 Mannschaften besteht. Die drei Letztplatzierten jeder Saison steigen in die Segunda División (auch Segunda División A) ab. Diese besteht aus 22 Klubs. Die zwei Besten steigen am Ende der Meisterschaft in die erste Liga auf. Eine weitere Mannschaft (3. bis 6.) spielen in Playoffs (Halbfinale und Finale mit Hin- und Rückspiele) den dritten Aufsteiger aus und steigt am Ende ebenfalls in die erste Liga auf. Die letzten Vier in die zweigliedrige Primera División RFEF ab. Für die Organisation, Veranstaltung, Lizenzierung und Vermarktung der beiden höchsten Spielklassen ist der Ligaverband Liga Nacional de Fútbol Profesional zuständig, der weitestgehend autonom vom spanischen Verband (RFEF) agiert. Die nächstfolgende Kategorie ist die Primera División RFEF, die aus zwei Gruppen zu je 20 Mannschaften besteht. Nach einem Grunddurchgang im Ligamodus steigen die Meister jeder Gruppe in die Segunda División auf. Darüber hinaus qualifizieren sich die zweit- bis fünftplatzierten Teams jeder Gruppe für ein Play-off in dem zwei weitere Aufstiegsplätze vergeben werden. Die fünf Letzten jeder Gruppe steigen in die Segunda División RFEF ab. Diese Liga wiederum besteht aus 5, nach regionaler Nähe unterteilten Gruppen mit jeweils 18 Mannschaften. Mit demselben System wie in der Primera División RFEF werden zehn Aufsteiger ermittelt. Die fünf letztplatzierten Teams jeder Gruppe steigen in die Tercera División RFEF ab. Die Primera División RFEF, die Segunda División RFEF und die Tercera División RFEF unterstehen direkt dem spanischen Fußballverband (RFEF). Unterhalb der genannten Spielklassen folgen die sogenannten Divisiones Regionales, die den Regionalverbänden der Autonomen Gemeinschaften unterstehen. Diese werden wiederum, je nach Region, aus ein bis fünf unterschiedlichen Spielklassen gebildet.
Ligen (Männer) Division Nationale Kategorien Kategorie 1 Primera División Nacional 20 TeamsProfessionell 2 Segunda División Nacional 22 TeamsProfessionell 3 Primera División RFEF 40 Teams in 2 GruppenSemiprofessionell 4 Segunda División RFEF 90 Teams in 5 GruppenSemiprofessionell 5 Tercera División RFEF 324 Teams in 18 GruppenAmateur Regionale Divisionen 6 Primera Categoría Regional PreferenteAmateur 7 Primera Categoría RegionalAmateur 8 Segunda Categoría RegionalAmateur 9 Tercera Categoría RegionalAmateur 10 Cuarta Categoría RegionalAmateur
Die spanische Meisterschaft Herren
In der Primera División, der höchsten spanischen Spielklasse, wird der spanische Meister ermittelt. Die erste Saison fand 1929 statt, den Titel gewann der FC Barcelona. Seitdem wurde die Meisterschaft – abgesehen von einer Unterbrechung in den Jahren 1936 bis 1939 aufgrund des spanischen Bürgerkriegs – ununterbrochen ausgetragen. Nach bislang 88 ausgespielten Saisons ist Real Madrid mit 33 Titeln Rekordmeister.
Derzeit besteht die Liga aus 20 Mannschaften, die in einer Hin- und Rückrunde den Meister ausspielen. Daraus ergeben sich aktuell also 38 Spieltage. Die Platzierungen in der Tabelle ergeben sich aus den in den Partien erzielten Punkten: drei Punkte für einen Sieg, einen Punkt bei Unentschieden und null Punkte im Falle einer Niederlage. Anders als in der Fußball-Bundesliga entscheidet bei Punktegleichstand nicht sofort die Tordifferenz über die Platzierung, sondern der Ausgang der direkten Aufeinandertreffen der punktgleichen Teams. Die Meisterschaft beginnt aufgrund der heißen Sommer zumeist erst Ende August oder Anfang September und endet im Juni. Wenn eine Welt- oder Europameisterschaftsendrunde auf die Saison folgt, endet sie zumeist schon Mitte Mai. Eine Winterpause gibt es nicht, lediglich über Weihnachten und Silvester gibt es stets eine kurze Pause. In der Regel finden die Spiele am Samstag und Sonntag statt, nur selten unter der Woche.
Nach dem derzeitigen Stand in der UEFA-Fünfjahreswertung spielen der Meister, der Zweit-, der Dritt- und der Viertplatzierte in der Champions League. Die Vereine auf Platz fünf und sechs qualifizieren sich für die Europa League. Die drei Letztplatzierten steigen in die zweite Liga (Segunda División) ab.
Ehrungen Siehe: Pichichi-Trophäe (Trophäe für den besten Torschützen der Saison, verliehen von der Sportzeitung Marca) Zamora-Trophäe (Trophäe für den Torhüter mit den wenigsten Gegentreffern der Saison, verliehen von der Sportzeitung Marca) Alfredo-Di-Stéfano-Trophäe (Trophäe für den besten Spieler der Saison, verliehen von der Sportzeitung Marca) Fußballer des Jahres in Spanien (Liste der besten Spieler der Saison aus El País und dem Sportmagazin Don Balón)
Frauen
mini|Athletic Bilbao feiert den Gewinn der Meisterschaft 2006/07
Frauenfußball spielte in Spanien, im Vergleich zu Mittel- und Nordeuropa sowie den Vereinigten Staaten, lange eine untergeordnete Rolle, entwickelte sich aber auf professioneller Ebene insbesondere ab der 2010er Jahre mit der Gründung von immer mehr Frauensektionen bei den beliebten Herrenvereinen schnell weiter. Eine Meisterschaft wird seit der Saison 1982/83 ausgespielt, jedoch erst ab 1988/89 im Ligamodus. Rekordmeister ist der FC Barcelona mit sechs Siegen (Stand: Saisonende 2020/21).
Die Meisterschaft wird in der Saison 2022/23 als Rundenturnier mit 16 Teilnehmern ausgetragen, die in einer Hin- und Rückrunde den Meister ausspielen. Daraus ergeben sich aktuell also 30 Spieltage. Die Platzierungen in der Tabelle ergeben sich aus den in den Partien erzielten Punkten: drei Punkte für einen Sieg, einen Punkt bei Unentschieden und null Punkte im Falle einer Niederlage. Bei Punktegleichstand entscheidet nicht sofort die Tordifferenz über die Platzierung, sondern der Ausgang der direkten Aufeinandertreffen der punktgleichen Teams.
In der UEFA Women’s Champions League erreichte der FC Barcelona als erste spanische Mannschaft 2018/19 das Endspiel und gewann 2020/21 den Titel. Nach der derzeitigen UEFA-Fünfjahreswertung haben Vereine aus der spanischen Liga in den letzten fünf Jahren die drittbesten Ergebnisse im europäischen Wettbewerb erzielt.
Ligen (Frauen) Division Nationale Kategorien Kategorie 1Liga F 16 TeamsProfessionell 2 Primera Federación 14 TeamsSemiprofessionell 3 Segunda Federación 42 Teams in 3 GruppenAmateur 4 Tercera Federación 216 Teams in 18 GruppenAmateur 5–7 RegionalligenAmateur
Jugend In Spanien werden diverse in regionale Gruppen und Altersklassen eingeteilte Nachwuchsmeisterschaften ausgespielt. Die höchste Jugendaltersklasse nennt sich Juvenil A (U-19), die niedrigste Pre-benjamín (U-8). Ein vom spanischen Verband organisierter gesamtspanischer Bewerb wird lediglich in der A-Jugend ausgespielt. In der Copa de Campeones de Liga Juvenil treffen die Meister der sieben Regionalgruppen der höchsten Spielklasse, der sogenannten División de Honor Juvenil, aufeinander und ermitteln im Turniermodus den Meister der Saison. Zudem nehmen die besten Zwei jeder Regionalgruppe sowie die zwei besten Gruppendritten an der im Pokalmodus ausgetragenen Copa del Rey de Juveniles teil.
Pokalwettbewerbe
Männer
Spanischer Pokal
mini|Athletic Bilbao mit dem gewonnenen Pokal 1903
Die Copa del Rey (deutsch: Königspokal) ist der älteste gesamtspanische Bewerb für Vereinsmannschaften. Er wurde 1902 als Copa de la Coronación (deutsch: Krönungspokal), zur Feier der Übernahme der Amtsgeschäfte durch König Alfons XIII., erstmals ausgetragen. Sieger war Bizcaya, eine Mannschaft bestehend aus Spielern von Athletic Bilbao und dem FC Bilbao, zwei Klubs die wenig später fusionierten. In der Folge trug der Pokalbewerb, aufgrund der wechselnden politischen Situation, unterschiedliche Namen. Zwischen 1903 und 1932 Copa de Su Majestad el Rey, von 1932 bis 1936 Copa del Presidente de la II República. Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs im Jahre 1939 und der Machtübernahme Francos trug der Pokal den Namen Trofeo de Su Excelencia El Generalísimo bzw. später Copa de S.E. El Generalísimo und seit 1976, kurz nach der Thronübernahme von Juan Carlos I., wieder Copa de S.M. el Rey oder kurz Copa del Rey. Rekordsieger ist derzeit der FC Barcelona mit 28 Titelgewinnen.