Anschero-Sudschensk () ist eine Stadt in der Oblast Kemerowo in Sibirien (Russland) mit Einwohnern (Stand ). Sie liegt an der Transsibirischen Eisenbahn (ungefähr bei Streckenkilometer 3600), knapp 3000 km Luftlinie östlich von Moskau.
Geschichte Der Ort entstand 1928 durch die Zusammenlegung der beiden Gemeinden Anscherka (Анжерка) und Sudschenka (Судженка). Anschero-Sudschensk erhielt 1931 die Stadtrechte und besitzt ein Heimatmuseum.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1939 69.008 1959 115.628 1970 106.165 1979 105.114 1989 107.951 2002 86.480 2010 76.646 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Wirtschaft Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind der Bergbau (Steinkohle), der Maschinenbau sowie die chemische und pharmazeutische Industrie.
Im Bergbau von Anschero-Sudschensk arbeiteten in den frühen 1930er Jahren zahlreiche ausländische Bergleute, die als Wirtschaftsemigranten in die Sowjetunion gekommen waren, darunter einige vor allem aus dem Ruhrgebiet stammende Deutsche. Für diese „Gastarbeiter“ wurde in der Stadt eine eigene „Kolonie“ errichtet. Fast alle von jenen, die nicht bis 1935/36 in die Heimat zurückgekehrt waren, wurden Opfer der Stalinschen Säuberungen.
Söhne und Töchter der Stadt Anatolij Babko (1905–1968), ukrainisch-sowjetischer Chemiker Gerhard Benkowitz (1923–1955), Widerstandskämpfer Wiktor Sidjak (* 1943), vierfacher Olympiasieger im Säbelfechten
Siehe auch Lager 7503/11 Anschero-Sudschensk
Literatur Wilhelm Mensing: Von der Ruhr in den GULag. Opfer des Stalinschen Massenterrors aus dem Ruhrgebiet. Essen 2001
Einzelnachweise
Weblinks
Eintrag bei mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort in der Oblast Kemerowo Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1931