Die 112. Schweizer Fussballmeisterschaft der Herren fand 2008 und 2009 in der Schweiz und in Liechtenstein statt. Meister wurde der FC Zürich, welcher somit seinen 12. Meistertitel erlangte.
Die Super League 2008/09 fand vom 18. Juli 2008 bis zum 13. Juni 2009 statt. Der Liechtensteiner Verein FC Vaduz, der als erster ausländischer Verein in der Schweizer Super League, der höchsten Spielklasse, spielte, stieg nach nur einer Saison in der obersten Spielklasse wieder ab. Der FC Basel sowie der BSC Young Boys konnten sich für die Europa League qualifizieren. Der vorletzte Platz, der zur Teilnahme an den Barragespielen verpflichtet, wurde vom FC Luzern belegt. In der Challenge League 2008/09, der zweithöchsten Spielklasse, sicherte sich der FC St. Gallen den Aufstieg und der FC Lugano den Barrageplatz. Der SC Kriens und der FC Le Mont-sur-Lausanne gewannen die Play-offs der 1. Liga, der dritthöchsten Spielklasse.
Super League mini|links|Vereine der Super League, rote Punkte signalisieren die Vereine, die schon im Vorjahr in der Super League spielten, die Aufsteiger sind mit grünen Pfeilen markiert
Saisonverlauf Hinrunde
Am 18. Juli 2008 fand zwischen dem BSC Young Boys und dem Vorjahresmeister FC Basel das erste Saisonspiel statt, welches Basel mit 2:1 gewinnen konnte. Der FC Aarau hatte mit vier Siegen und einem Unentschieden den besten Saisonstart seit 1980Heitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 39. und stand für die ersten fünf Spieltage auf dem ersten Tabellenplatz. Danach übernahm Basel nach einem 4:1-Auswärtssieg beim FC Zürich die Führung, Aarau blieb aber als einzige Mannschaft bis zur siebten Runde ungeschlagen. Der BSC Young Boys holte in den ersten drei Spielen nur einen Punkt und entliess danach seinen Trainer Martin Andermatt. Am 10. August wurde Vladimir Petković als neuer Trainer der Berner vorgestellt, nachdem der Assistenztrainer Erminio Piserchia zwischenzeitlich die Mannschaft übernommen hatte. Einen Tag später entliess der FC Luzern aufgrund des misslungenen Saisonstarts seinen Trainer Ciriaco Sforza. Die Mannschaft hatte von den ersten fünf Spielen keines gewinnen können.
Neuer Trainer bei Luzern wurde Roberto Morinini. In den folgenden Runden konnte Basel die Führung für sich behaupten, ehe Zürich am 11. Spieltag dank dem besseren Torverhältnis zum ersten Mal in der Saison auf dem ersten Platz stand. Nachdem Luzern am Ende des 12. Spieltags immer noch kein Spiel gewonnen hatte, entliess der Vorstand auch den zweiten Trainer und stellte Rolf Fringer an, danach gewann Luzern sein erstes Saisonspiel mit 1:0 gegen Bellinzona. Am 15. Spieltag wurde das Spitzenspiel zwischen Basel und Zürich ausgetragen, welches mit 1:1 unentschieden endete; damit konnte Basel seine Tabellenführung behaupten. Am nächsten Spieltag verlor Basel jedoch bei Neuchâtel Xamax mit 0:2, und da Zürich gegen den FC Sion mit 1:0 gewann, kam es wieder zu einem Wechsel auf Platz eins. Im letzten Spiel des Jahres gab es ein unerwartetes Resultat, als der Tabellenletzte Luzern gegen den FC Basel mit 5:1 gewinnen konnte.Heitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 129. Dadurch wurde der FC Zürich mit vier Punkten Vorsprung vor Basel und mit zehn Punkten Vorsprung gegenüber dem drittplatzierten BSC Young Boys Wintermeister.
Rückrunde Der seit dem 15. DezemberHeitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 136. ruhende Spielbetrieb wurde am 7. Februar 2009 wieder aufgenommen. In der ersten Runde nach der Winterpause spielte der Tabellenführer im Zürcher Stadtderby gegen den Grasshopper Club Zürich 2:2, konnte seinen Vorsprung auf Basel aber dennoch auf fünf Zähler ausbauen, da der Tabellenzweite auswärts gegen den BSC Young Boys mit 2:3 unterlag. Dieser Vorsprung wurde am 21. Spieltag allerdings auf zwei Punkte reduziert, nachdem Basel das Spitzenspiel gegen Zürich mit 2:1 hatte gewinnen können. Am 23. Spieltag lag Zürich im Spiel in Luzern lange in Rückstand, glich fünf Minuten vor Schluss aus und konnte das Spiel zu einem 3:1-Sieg drehen.Heitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 160. In der folgenden Runde wurden die Young Boys aus Bern in Vaduz mit 1:3 bezwungen und verloren dadurch den Anschluss an die Tabellenspitze. Am 25. Spieltag übernahm der FC Basel die Tabellenführung. Zürich verlor in Bern mit 2:4, während Basel zuhause Vaduz mit 5:0 besiegte. Ein Erfolg im Abstiegskampf gelang dem FC Luzern, als er die AC Bellinzona mit 4:2 bezwang.
Am nächsten Spieltag eroberte Zürich nach einem 2:1-Sieg gegen Aarau wieder die Tabellenspitze, da Basel in Bellinzona lediglich 1:1 spielte. In der nächsten Runde errang Luzern einen weiteren Sieg, der FC Vaduz wurde mit 3:1 besiegt. Die beiden Mannschaften spielten eine Woche später erneut gegeneinander, auch dieses Spiel gewann Luzern und rückte somit auf den Barrageplatz vor.Heitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 190. Der FC Basel gewann in Neuchâtel 3:2 und profitierte von Zürichs Unentschieden gegen Sion und übernahm somit die Führung. Am 29. Spieltag kam der Tabellenführer Basel gegen Bellinzona nicht über ein Unentschieden hinaus, und weil Zürich sein Spiel in Aarau mit 3:0 gewann, konnte es wieder auf den ersten Platz vorrücken. Im Abstiegskampf besiegte Luzern Sion mit 1:0, wodurch Luzern den Barrageplatz an Sion abgab.Heitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 196. Eine Runde später tauschten die beiden Mannschaften erneut die Plätze, Luzern verlor in Bellinzona, Sion gewann gegen Aarau. Am 32. Spieltag gewann keine der ersten drei Mannschaften ihr Spiel: Zürich kam gegen Luzern nicht über ein 1:1 hinaus, konnte seinen Vorsprung aber dennoch auf vier Punkte ausbauen, weil Basel in Aarau entgegen den Erwartungen mit 3:1 verlor. Für Bern gab es ebenfalls eine Niederlage, das Spiel in Bellinzona wurde mit 1:2 verloren. Somit hatte Bern theoretisch keine Chance mehr auf den Gewinn der Meisterschaft.Heitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 214. Die Führung behielt Zürich auch am nächsten Spieltag nach einem 5:3-Sieg in Vaduz.
mini|links|hochkant|Der Meistertorschütze Alexandre Alphonse hochkant|mini|Helvetiaplatz in Zürich während der Meisterfeier des FC Zürich
Einen Spieltag später kam es zum Spitzenspiel zwischen Zürich und Basel, welches Basel mit 3:1 gewann und dadurch bis auf einen Zähler auf Zürich heranrückte. Vaduz verlor in Bellinzona mit 1:3, somit war der Abstieg der Liechtensteiner besiegelt.Heitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 226. Die Entscheidungen der Saison fielen am 35. Spieltag. Basel verlor auswärts gegen den Grasshopper Club Zürich mit 1:4, Zürich gewann in Bellinzona nach einem Tor von Alexandre Alphonse in der 31. Minute mit 1:0 und gewann dadurch die Meisterschaft. Der Barrageplatz ging an Luzern, das in Bern mit 2:5 verlor, Sion hingegen gewann in Vaduz mit 5:1 und konnte sich somit den Klassenerhalt sichern.Heitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 232. Am letzten Spieltag wurde Basel von Bern im letzten Spiel von Christian Gross als Trainer der Basler nach einer 0:3-Niederlage auf den dritten Platz zurückgedrängt. Bellinzona, der zweite Aufsteiger, spielte eine starke Rückrunde und landete schliesslich auf dem sechsten Rang. Auch Aarau spielte eine gute Saison und war auf dem fünften Schlussrang platziert. Der Grasshopper Club Zürich spielte hingegen eine eher unauffällige Saison und landete auf Platz vier, allerdings mit 22 Punkten Rückstand auf den dritten Platz der Tabelle. Der siebte Platz wurde von Neuchâtel belegt.Heitz, Martin, Schaub: Das Axpo Fussballbuch. 2009, S. 238.
Transfers Besonders aktiv auf dem Transfermarkt waren die AC Bellinzona und Neuchâtel Xamax, die 15 bzw. 14 Neuzugänge im Sommer 2008 verzeichneten. 14 Spieler verliessen im Sommer 2008 den FC Luzern, zwölf Abgänge hatte Bellinzona zu verbuchen. Ebenfalls besonders aktiv ging der FC Vaduz im Umgang mit Neuverpflichtungen um, es wurden zwölf Spieler unter Vertrag genommen. Mit der AC Bellinzona und dem FC Sion setzten zwei der zehn Teams zu Saisonbeginn auf einen neuen Cheftrainer. Bei den Tessinern übernahm Marco Schällibaum als Nachfolger des zu den BSC Young Boys abgewanderten Vladimir Petković das Traineramt, die Walliser verpflichteten Uli Stielike als Ersatz für den entlassenen Alberto Bigon. Unter den Spielerzugängen im Sommer fanden sich unter anderem Behrang Safari, Marcos Gelabert, David Abraham, Federico Almerares (alle zum FC Basel), Seydou Doumbia (zu den BSC Young Boys), Olivier Monterrubio (zum FC Sion), Nelson Ferreira, Milan Gajić, Elsad Zverotić (alle zum FC Luzern), Davide Callà und Senad Lulić (beide zum Grasshopper Club Zürich).
Unter den Abgängen befanden sich unter anderem Hakan Yakin (zu Al-Gharafa), Kamil Zayatte (zu Hull City), Pascal Zuberbühler (zum FC Fulham), Frank Feltscher (zur US Lecce), Daniel Majstorović (zu AEK Athen) und Kōji Nakata (zu Kashima Antlers).
In der Wintertransferperiode zu Beginn des Jahres 2009 wurden deutlich weniger Transaktionen durchgeführt. Der FC Vaduz verpflichtete sieben Spieler, während der Grasshopper Club Zürich und die AC Bellinzona fünf Neuzugänge verpflichteten. Der FC Zürich, FC Vaduz und FC Luzern gaben je sechs Abgänge bekannt. Neuchâtel Xamax und der FC Sion nahmen zudem den Rest der Spielzeit mit einem neuen Cheftrainer in Angriff. Bei den Neuenburgern ersetzte Alain Geiger den Argentinier Néstor Clausen, in Sion übernahm Umberto Barberis als Nachfolger des entlassenen Uli Stielike den Trainerposten.
Zu den Spielerzugängen im Winter zählten unter anderem Emiliano Dudar (zur AC Bellinzona), Roland Linz, Alain Schultz (beide zum Grasshopper Club Zürich), Xavier Margairaz (zum FC Zürich), Mark Rudan und Thorsten Kirschbaum (beide zum FC Vaduz). Zu den Abgängen zählten Michel Morganella (zur US Palermo), Demba Touré (zu Stade Reims), Germano Vailati (zum FC Metz), Emra Tahirović (zu Örebro SK) und Beto (zu Ergotelis).
Die Meistermannschaft des FC Zürich Es werden alle Spieler, die in der Saison 2008/09 mindestens einen Einsatz für den FC Zürich bestritten, aufgeführt. In Klammern sind die Anzahl der Einsätze sowie die dabei erzielten Tore genannt.
1. FC Zürich 70px|FC ZürichTor: Johnny Leoni (34/-) Abwehr: Heinz Barmettler (27/-), Philippe Koch (11/-), Veli Lampi (28/-), Alain Rochat (29/4), Florian Stahel (27/1), Daniel Stucki (13/-), Hannu Tihinen (29/2), Mittelfeld: Almen Abdi (32/19), Silvan Aegerter (34/5), Martin Büchel (13/-), Yassine Chikhaoui (6/1), Dusan Djuric (35/9), Xavier Margairaz (13/2), Adrian Nikci (34/4), Onyekachi Okonkwo (35/1), Marco Schönbächler (13/-) Sturm: Alexandre Alphonse (30/13), Éric Hassli (27/17), Luca Ladner (5/-), Admir Mehmedi (11/2) Trainer: Bernard Challandes
Tabellen Endtabelle
(M) amtierender Schweizer Meister (N) Neuaufsteiger der letzten Saison (C) Schweizer Cupsieger der letzten Saison
Kreuztabellen