Der Kreis Dieburg, mit der gleichnamigen Kreisstadt Dieburg, war ein seit 1832 bestehender Kreis des Großherzogtums Hessen und nach dem Ersten Weltkrieg des Volksstaates Hessen. Er wurde zum 1. Januar 1939 in Landkreis Dieburg umbenannt.Dritte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. November 1938 (RGBl. I, Nr. 201, S. 1675) Geschichte Territoriale Entwicklung mini|Die Provinzen des Volksstaat Hessen im Jahr 1930 Nach der Verkündigung der Verfassung des Großherzogtums Hessen am 17. Dezember 1820 folgte am 14. Juli 1821 eine umfassende Verwaltungsreform. Statt der Ämter wurden nun Landratsbezirke (und Landgerichte) eingerichtet.

So wurde 1821 der Landratsbezirk Dieburg geschaffen, der nach einer weiteren Verwaltungsreform 1832 gemeinsam mit dem Landratsbezirk Reinheim im neuen Kreis Dieburg aufging.

Die nächste Veränderung erfuhr der Kreis Dieburg durch die Deutsche Revolution von 1848. Während der Revolution wurde der Kreis aufgelöst und dem Regierungsbezirk Dieburg zugeschlagen. Nach der Restitution 1852 wurden die Regierungsbezirke wieder aufgehoben. Dabei entstand ein neu abgegrenzter Kreis Dieburg aus dem Landgerichtsbezirk Umstadt sowie aus Teilen der Landgerichtsbezirke Höchst, Langen, Offenbach, Reinheim und Seligenstadt.

Zusammen mit den Kreisen Bensheim, Darmstadt, Erbach, Groß-Gerau, Heppenheim und Offenbach, sowie bis 1874 mit den Kreisen Lindenfels, Neustadt und Wimpfen bildete seitdem der Kreis Dieburg die Provinz Starkenburg im Großherzogtum Hessen und in der Folge im Volksstaat Hessen.

Am 1. Juli 1874 wurde dem Kreis Dieburg im Rahmen einer hessischen Kreisreform die Gemeinden Frau-Nauses, Ober-Nauses, Schloß-Nauses und Wiebelsbach aus dem aufgelösten Kreis Neustadt zugeschlagen.

Bei der hessischen Verwaltungsreform vom 1. November 1938 wechselten die Gemeinden Allertshofen, Brandau, Ernsthofen, Frankenhausen, Herchenrode, Hoxhohl, Lützelbach, Neunkirchen, Neutsch, Nieder-Modau, Ober-Modau, Rohrbach und Wembach vom Kreis Dieburg in den Landkreis Darmstadt.Gesetz über die Auflösung der Kreise Bensheim, Schotten und Oppenheim vom April 1938 (Hess. Regierungsbl. Nr. 7, S. 37); Bekanntmachung zum Gesetz über die Auflösung der Kreise Bensheim, Schotten und Oppenheim vom 8. Oktober 1938 (Hess. Regierungsbl. Nr. 15, S. 91) Digitalisat Die verbliebenen Gemeinden bildeten ab 1. Januar 1939 den Landkreis Dieburg.

Leitende Beamte Kreisräte 1832–1848 Friedrich Kritzler Von 1848 bis 1852 bestanden im Großherzogtum Hessen keine Kreise. Die Aufgaben wurden von Regierungsbezirken wahrgenommen. 1852–1854 vakant, faktisch vertreten durch Kreisassessor Ludwig StreckerHof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Hessen 1854. Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1854, S. 134. 1854–1858 Egid Joseph Carl von Rüding 1858–1866 Theodor Goldmann 1867–1874 Friedrich Küchler 1874–1884 Friedrich Hallwachs 1884–1900 Friedrich Heß 1900–1900 Friedrich Lochmann 1908–1911 Hermann Kratz 1911–1916 Eugen Wagner

Kreisdirektoren 1917–1921 Heinrich Graef 1921–1924 Heinrich Gebhardt 1924–1933 August Hemmerde 1934–1938 Dieter StammlerJehnke. 1938 Karl Meisel, ab 1939: Landrat des Landkreises Dieburg.

Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Kreis Dieburg: Datum Einwohnerzahl 1852 51.635 1900 55.378 1910 62.023 1925 65.405 1933 68.102

Gliederung Dem Kreis Dieburg gehörten 70 Gemeinden an, darunter die fünf Städte Babenhausen, Dieburg, Groß-Bieberau, Groß-Umstadt und Reinheim:Jehnke. Allertshofen Altheim Asbach Babenhausen, Stadt Billings Brandau Brensbach Dieburg, Kreisstadt Dorndiel Eppertshausen Ernsthofen Frankenhausen Fränkisch-Crumbach Frau-Nauses Georgenhausen Groß-Bieberau, Stadt Groß-Umstadt, Stadt Groß-Zimmern Gundernhausen Habitzheim Harpertshausen Harreshausen Herchenrode Hergershausen Hering Heubach Hoxhohl Kleestadt Klein-Bieberau Klein-Umstadt Klein-Zimmern Langstadt Lengfeld Lichtenberg Lützelbach Meßbach Messenhausen Mosbach Münster Neunkirchen Neutsch Nieder-Klingen Nieder-Modau Nieder-Roden Niedernhausen Nonrod Ober-Klingen Ober-Modau Ober-Nauses Ober-Roden Radheim Raibach Reinheim, Stadt Richen Rodau Rohrbach Schaafheim Schlierbach Schloß-Nauses Semd Sickenhofen Spachbrücken Steinau Ueberau Urberach Webern Wembach Wersau Wiebelsbach Zeilhard Zum Kreis gehörten außerdem das gemarkungsselbständige Grundstück Hottenbacher Hof sowie die selbständigen Gemarkungen Koloniewald und Forst Eichen.

Literatur

Einzelnachweise

Dieburg Kategorie:Ehemaliger Landkreis im Volksstaat Hessen Dieburg Kategorie:Geschichte (Landkreis Darmstadt-Dieburg) Dieburg Kreis Dieburg