mini|Grandhotel Pragser Wildsee (1899) mini|Grand Hotel Kitzbühel (1903) mini|Evangelische Kapelle in Sulden (1904) mini|Marienkapelle am Pragser Wildsee (1904) Otto Schmid (* 27. Juli 1857 in Maria-Lanzendorf; † 18. April 1921 in Sulden) war ein österreichischer Baumeister und Architekt. Er entwarf mehrere bedeutende Großhotels in Tirol.
Leben und Wirken Otto Schmid kam in Maria-Lanzendorf im Haus Nr. 38 auf die Welt und wurde am 3. August 1857 auf die Namen Otto Mauritz Raimund getauft;Im Taufregister erscheint über Otto der kleine Zusatz Episc., der darauf hindeutet, dass Otto Episcopus als sein Namenspatron gewählt wurde. sein Vater Josef Schmid war Inhaber der Kanzelmühle in Maria-Lanzendorf, seine Mutter die Hütteldorfer Müllerstochter Magdalena Kronfuß, verehelichte Schmid. Nach dem Studium der Architektur in Wien sandte ihn sein Lehrer Friedrich Schmidt nach Bozen, wo er an der nach Plänen Schmidts durchgeführten Wiederherstellung von Schloss Runkelstein mitwirkte.Carl Höffinger: Gries-Bozen in Deutsch-Südtirol. Bozen 1887, S. 308 In den 1880ern besorgte er eine neugotische Restaurierung von Schloss Enn bei Montan.Giovanni Rubin: Otto Schmid e il restauro del Castello di Enn a Montagna. In: turrisbabel, Nr. 62, Mai 2004, S. 28–31.
Durch die Bekanntschaft mit dem Pionier des Tiroler Fremdenverkehrs, Theodor Christomannos, ergab sich ein neues Betätigungsfeld. Auf eigene Kosten und nach Plänen Schmids erbauten sie als Kompagnons 1891–92 in Sulden auf über Höhe das Sulden-Hotel, das 1893 eröffnete. Nachdem Christomannos 1896 seinen halben Anteil an Schmid verkauft hatte,Suldenhotel. In: Bozner Nachrichten, Nr. 286, 13. Dezember 1896. blieb das Hotel bis 1973 in Familienbesitz. 1896 wurde im benachbarten Trafoi das nach Schmids Plänen gebaute Hotel Trafoi eröffnet, finanziert von dem Mitte 1895 in Meran gegründeten Verein für Alpenhotels I. Ranges in Tirol. Am 8. Juni 1897 ehelichte er in Schluderns Rosa Marti,Hochzeitsfeier. In: Meraner Zeitung, Nr. 71, 13. Juni 1897. mit der er mehrere Kinder hatte. Die von Schmid im Auftrag der Sektion Hamburg des DÖAV erbaute neue Berglhütte wurde im August 1897 feierlich eröffnet.Schutzhütte-Eröffnung in der Ortler-Gruppe. In: Bozner Zeitung, Nr. 182, 12. August 1897. 1899 folgte die Eröffnung des direkt am Ufer des Pragser Wildsees stehenden Grandhotel Pragser Wildsee, das von Schmid für den aus Niederdorf stammenden Eduard Hellenstainer und dessen Mutter Emma Hellenstainer geplant worden war. des Hotels Pragser Wildsee. 1902 wurde das von Schmid für Amalie Wenter aus Meran entworfene Hotel Pension Wenter in Graun eingeweiht. 1903 öffnete das nach Plänen von Otto Schmid in Kitzbühel gebaute Grand Hotel Kitzbühel. 1904 entstand in Sulden die evangelische Kapelle, im gleichen Jahr folgte die Kapelle am Pragser Wildsee.
Die Zeit des Ersten Weltkriegs war für Schmid mit persönlichen Schicksalsschlägen verbunden: Sein Sohn Gustav starb 1914 bei einem Jagdunfall, sein Sohn Fritz im Gebirgskrieg 1915 durch einen Lawinenabgang unter der Vertainspitze,Eine schwer geprüfte Familie. In: Brixener Chronik, 30. Dezember 1915. seine Frau Rosa am 4. Juni 1916 im Alter von nur 44 Jahren.Todesfälle. In: Innsbrucker Nachrichten, Nr. 268, 8. Juni 1916. Am 18. April 1921 verstarb Schmid in Sulden, betrauert von seiner zweiten Frau, geb. Schintlholzer, und fünf Kindern.Baumeister Otto Schmid gestorben. In: Südtiroler Landeszeitung, 20. April 1921.
Einen Eindruck seiner Architektur geben heute noch das Grandhotel Pragser Wildsee (mit immer noch bestehendem Hotelbetrieb) und das Grand Hotel Kitzbühel (heute McKinsey Alpine University), ebenso wie die beiden Kapellen. Das Hotel Trafoi brannte im Jahr 1917 bis auf die Grundmauern ab, das Hotel Pension Wenter versank 1950 im aufgestauten Reschensee,Dolomiten, 24. April 1963, S. 12 das Sulden-Hotel wurde 1975 vollständig umgebaut. Einige Werke Schmids hielt Tony Grubhofer zeichnerisch fest.
Werke So weit bekannt, führte Otto Schmid folgende Bau- und Umbauvorhaben aus (Stand: 2018):Bettina Schlorhaufer: Berghotels 1890–1930. Südtirol, Nordtirol und Trentino: Bauten und Projekte von Musch & Lun und Otto Schmid. Birkhäuser, Basel 2021. Band 1. S. 111–124, Werkverzeichnis, S. 124. Um 1884/85 Bauleitung der Restaurierungen von Schloss Runkelstein 1884/85–1890 Restaurierungen, An- und Umbauten an Schloss Enn in Montan 1892/93 Hotel Sulden samt Möblierung (später: Grandhotel Sulden bzw. Grandhotel Solda, nach 1973 vollständig überbaut) und Elektrizitätswerk des Hotels Suldenvgl. Schlorhaufer 2021, Band 2. S. 10–23. 1894–1896 Hotel Trafoi (1917 abgebrannt)vgl. Schlorhaufer 2021, S. 48–59. Im Lauf der Umsetzung dieses Projekts verlieren sich die Spuren der Zusammenarbeit zwischen Otto Schmid und dem „Verein für Alpenhotels in Tirol“, vgl. Schlorhaufer 2021, Band 1. S. 124. 1894–1896 Hotel Karerseevgl. Schlorhaufer 2021, Band 2. S. 60–125 1897 Berglhütte der Sektion Hamburg des Deutschen AlpenvereinsBozner Zeitung, 12. August 1897, S. 1. 1896–1899; 1902/03 Hotel Pragser Wildseevgl. Schlorhaufer 2021, Band 2. S. 132–153. 1901 Hotel Pension Wenter, 1902 eröffnet,vgl. Schlorhaufer 2021, Band 2. S. 198–203. 1950 wegen der Flutung des Reschensees abgetragen 1903–1906 Hotel Kitzbühel (später: Parkhotel Kitzbühel)vgl. Schlorhaufer 2021, Band 2. S. 204–221. 1904 Kapelle „Zur schmerzhaften Muttergottes“ beim Hotel Pragser Wildseevgl. Schlorhaufer 2021, Band 2. S. 152f. 1904 Evangelisch-protestantische Kapelle in Suldenvgl. Schlorhaufer 2021, Band 2. S. 21–23 um 1911 Bauleitung bei einem Umbau des Hotels Post in TrafoiMeraner Zeitung, 21. April 1911, S. 3. Hier berichtet Otto Schmid (hier: Schmidt) von diesem Umbauvorhaben als Zeuge im Prozess auf Schadenersatz im Nachgang des Brandes im Hotel Karersee.
Literatur Giovanni Rubin: Otto Schmid e il restauro del Castello di Enn a Montagna. In: turrisbabel, Nr. 62, Mai 2004, S. 28–31. Bettina Schlorhaufer: Berghotels 1890–1930. Südtirol, Nordtirol und Trentino: Bauten und Projekte von Musch & Lun und Otto Schmid. Birkhäuser, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2269-0.
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