Zusatzdaten Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros des ZK: Xi Jinping, Li Qiang, Cai Qi, Ding Xuexiang, Wang Huning, Zhao Leji, Li Xi Vorsitzender der Militärkommission beim ZK: Xi Jinping Sekretär der Disziplinkontrollkommission beim ZK: Li Xi Parteiorgan: Renmin Ribao Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh; , kurz oft nur Zhōnggòng ) ist die allein herrschende Einheitspartei in der 1949 ausgerufenen Volksrepublik China. Der Parteivorsitzende oder Generalsekretär, der im Gegensatz zum Präsidenten und Premierminister keine direkte oder indirekte Volkswahl durchläuft, gilt als oberster Machthaber des Landes, was sich in der informellen Bezeichnung als „Überragender Führer“ widerspiegelt. Der absolute Führungsanspruch der Partei über den Staat ist in der Verfassung festgeschrieben und darf nicht angetastet werden.

Die 1921 gegründete KPCh ist trotz ihrer inzwischen nationalistischen Züge mit etwa 98 Millionen Mitgliedern (Stand 2022) die mit Abstand mitgliederstärkste kommunistische Partei und nach der indischen BJP die zweitgrößte politische Partei der Welt. Dies liegt unter anderem daran, dass im faktischen Einparteiensystem der Volksrepublik Oppositionsparteien nicht zugelassen sind. Die Arbeitsweise der KPCh gilt als totalitär und wird von Kritikern als korrupt und mafiös bezeichnet. Die KPCh bestimmt die personelle Besetzung der chinesischen Regierung und der staatlichen Organe. Der Partei untersteht zudem mit der Volksbefreiungsarmee das größte Heer der Welt.

Ausrichtung und Ziele Ausgangspunkt für die Entwicklung der KPCh waren die kommunistischen bzw. sozialistischen Positionen von Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir Iljitsch Lenin, später auch Josef Stalin. Aus diesen Ansätzen wurde von Mao Zedong eine eigenständige, an die chinesischen Verhältnisse angepasste Strategie entwickelt (vgl. Maoismus, verbreitet insbesondere durch das sogenannte kleine rote Buch).

Die Kommunistische Partei Chinas unter der Führung Maos verfolgte nach der erfolgreichen Revolution, die 1949 zur Gründung der Volksrepublik China geführt hatte, einen eigenen kommunistischen Weg – verstärkt ab 1956, als es in der UdSSR wegen Chruschtschows Politik der Entstalinisierung in einem sich zuspitzenden ideologischen Konflikt bis 1960 zum Bruch zwischen China und der Sowjetunion kam. Diese Entwicklung fand ihren Höhepunkt in der von Mao eingeleiteten chinesischen Kulturrevolution ab 1966. Ihr lag die Theorie einer permanenten revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft zugrunde; die kommunistischen Ideale sollten im gesamten chinesischen Volk verankert werden – mittels Umerziehung durch Arbeit und Ausmerzung jeglicher auch nur vermeintlich konterrevolutionärer Ansätze.

Ab 1979 kam es unter Deng Xiaoping zu einem Kurswechsel, der zur Öffnung gegenüber kapitalistischen Wirtschaftsformen führte, ohne dass auf der politischen Ebene vom Führungsanspruch der KPCh abgerückt wurde. Die Verbindung zu den ursprünglichen kommunistischen Positionen besteht heute im Wesentlichen lediglich darin, dass Teile der marxistischen Ideologie so ausgelegt werden, dass die KPCh mit ihnen ihren Führungsanspruch sichern und rechtfertigen kann. Die KPCh erstrebe wirtschaftlichen, technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt. Des Weiteren erstrebe die KPCh, dass in den nächsten Perioden die Armut der Wanderarbeiter gelindert werden soll. Sie setze sich für die Abwendung der ökologischen Katastrophe, die durch das Wirtschaftswachstum drohe, ein. Die KPCh erstrebt die Wiedervereinigung, gegebenenfalls die militärische Übernahme von Taiwan und eine stärkere Integration der westlichen Provinzen (Tibet und Xinjiang), auch durch Unterdrückung der oppositionellen Gruppen und ihrer kulturellen Unterschiede, eine Großmachtstellung Chinas und eine (militärische) Expansion in den Weltraum an.

Geschichte Vorgeschichte Die Entstehung der KPCh gründet sich auf verschiedene Zusammenhänge. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich China nahezu ununterbrochen im Bürgerkriegs- bzw. Kriegszustand befunden. Formell war China seit 1912 nach der Abdankung der Mandschu-Dynastie eine Republik. Es gab jedoch weder eine einheitliche Zentralregierung noch hatte sich an den halbfeudalen sozialen Zuständen und an der halbkolonialen Abhängigkeit von Ländern wie Deutschland, Frankreich, England, den USA und insbesondere Japan etwas geändert.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Japan durch den Versailler Vertrag der deutsche Kolonialbesitz in China zugesprochen, obwohl China an der Seite der Alliierten gegen Deutschland gekämpft hatte. Das chinesische Bürgertum und insbesondere die chinesische, intellektuelle Jugend waren empört und die Empörung kam in der so genannten Bewegung des vierten Mai zum Ausdruck. In Russland war 1917 das zaristische Reich durch die Oktoberrevolution zerschlagen worden und das neu entstandene Russland erschien einigen chinesischen Intellektuellen auch als Vorbild für ein neues China. Berichte über die Russische Revolution waren in Studenten- und Professorenkreisen teils begeistert aufgenommen worden.

1919 war durch die Russische Kommunistische Partei in Moskau die Komintern gegründet worden. Zur Unterstützung der russischen Revolution sollte unter anderem Kontakt zu nationalen Unabhängigkeitsbestrebungen in Asien aufgenommen werden. Nach China entsandte die Komintern Grigori Woitinski, um nach möglichen Verbündeten zu suchen. Dieser nahm Kontakt zu Sun Yat-sen – dem Gründer und damaligen Vorsitzenden der Kuomintang (KMT) – auf, aber auch zu den Herausgebern der Zeitschrift „Neue Jugend“, den beiden Professoren Li Dazhao und Chen Duxiu, die weit radikalere Positionen in Bezug auf die nationale Befreiung Chinas und die notwendigen sozialen Umgestaltungen im Land vertraten als die KMT, und die man mit großen Einschränkungen als die ersten chinesischen Marxisten bezeichnen könnte.

Unter Beteiligung der beiden Professoren und mit Hilfe Woitinskis formierte sich eine kommunistische Parteizelle im Sommer 1920 in Shanghai, danach eine weitere im September in Peking und bis Frühjahr 1921 waren noch vier Zellen in Changsha, Guangdong, Wuhan und Jinan entstanden. Weitere chinesische, kommunistische Gruppen gab es in Paris, Berlin, Moskau und Hongkong, die jedoch zu dieser Zeit keine Verbindung untereinander oder nach China selbst hatten.

Gründung Die Gründung einer kommunistischen Partei Chinas erfolgte auf Initiative der Gruppe in Shanghai, die für diesen Zweck mit einem kleinen Geldbetrag von der Komintern unterstützt wurde. Zum Gründungskongress der Partei wurden die bestehenden Gruppen im Juli 1921 nach Shanghai eingeladen. Jede Zelle hatte zwei Delegierte, die Chinesen in Japan sollten durch einen Vertreter repräsentiert sein. Alles in allem vertraten die laut dem Sinologen Klaus Mühlhahn anwesenden zwölf Delegierten 53 Parteimitglieder.Klaus Mühlhahn: Geschichte des modernen China: Von der Qing-Dynastie bis zur Gegenwart. C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76507-0 (E-Book), Position 4787.

Da es über die Versammlung keine offiziellen Unterlagen gibt, ist das genaue Versammlungsdatum nicht feststellbar. Ebenfalls nicht gesichert ist, ob am Kongress alle 13 Delegierten teilgenommen haben und wer die Anwesenden tatsächlich waren. Die vorhandenen Quellen nennen nur sechs übereinstimmende Namen: Li Hanjun und Li Da (beide Shanghai), Zhang Guotao (Beijing), Chen Gongbo (Wuhan), Mao Zedong (Changsha) und als Vertreter der Chinesen in Japan Zhou Fohai. Weitere sechs bzw. sieben Namen sind in der Literatur unterschiedlich. Neben den chinesischen Gründern waren noch zwei Vertreter der Komintern anwesend: Henk Sneevliet (alias Maring, ) und ein gewisser Nikolski, wobei sich Malin aktiv an der Diskussion beteiligte und die im Entstehen begriffene Partei von einer Zusammenarbeit mit der Komintern überzeugen wollte, was ihm nach überwiegender Ansicht auch gelang. Die führenden Köpfe des damaligen chinesischen Marxismus, Li Dazhao und Chen Duxiu, waren aus unbekannten Gründen nicht anwesend.

Nach viertägiger Beratung musste der Kongress aus Furcht vor Polizeispitzeln unterbrochen werden, um dann einige Tage später auf einem Ausflugsboot auf den Nanhu-See im 100 km entfernten Jiaxing in Abwesenheit der Kominternvertreter die Gründung der KPCh zu Ende zu bringen. Zum Sekretär der Partei wurde in Abwesenheit Chen Duxiu gewählt, Zhang Gutao wurde Leiter des Organisationsbüros und Li Da Leiter des Agitationsbüros. Sitz der Parteizentrale war Shanghai. Die Partei wurde als konspirative, zentralistische Organisation gegründet. Als politisches Fernziel wurde die kommunistische, klassenlose Gesellschaft gefordert. Um diese zu erreichen, müssten zuvor Kapitalisten enteignet, das Land in gesellschaftlichen Besitz überführt und die Diktatur des Proletariats errichtet werden. Erste Schritte auf dem Weg dorthin sollten in der Einrichtung von Bildungs- und Studienzirkeln für Arbeiter und der Organisation von Gewerkschaften bestehen. Vereinbart wurde eine Zusammenarbeit mit der Komintern, für China selbst jedoch die Zusammenarbeit mit irgendeiner anderen Partei kategorisch ausgeschlossen. Letztgenannter Beschluss wurde aber bereits 1922 auf dem 2. Parteitag der KPCh entsprechend den Vorschlägen der Komintern wieder aufgehoben. Nationale Einheit und Unabhängigkeit und soziale Reformen sollten in enger Kooperation mit der KMT erreicht werden.

Kommunistische Funktionäre waren von 1923 bis 1927 in der ebenfalls unter Kominterneinfluss reorganisierten und von der Komintern mit großen Geldmitteln ausgestatteten KMT gleichzeitig in führenden Positionen in deren Einrichtungen und Leitungsorganen tätig.

Bürgerkrieg ab 1927 Die Zusammenarbeit endete, als Chiang Kai-shek als Vertreter des rechten Flügels der KMT in dieser die Macht übernahm und im Mai 1927 mit einem Massaker unter demonstrierenden Arbeitern in Shanghai und aufständischen Bauern in den Provinzen die Hoffnung auf jegliche soziale Reformen zunichtemachte. Die KPCh wurde verboten, ihre Mitglieder und Anhänger, deren man habhaft werden konnte, gefangen genommen und zum größten Teil hingerichtet.Snow (S. 14: „Die Mitgliedschaft [in der KPCh] schmilzt um vier Fünftel auf ca. 10.000“) und Schram (S. 130) erwähnt innerparteiliche, zeitgenössische Statistiken, die 130.000 Tote, Verwundete und Vermisste (ohne die Ereignisse in Schanghai) im ganzen Land auflisten. Auch wenn diese Zahlen möglicherweise übertrieben sind, werfen sie doch ein treffendes Licht auf die Grausamkeiten, die sich während des gesamten Bürgerkrieges fortsetzten.

Von Sommer 1927 an organisierte die KPCh den Aufbau eigener bewaffneter Einheiten. Verbunden war das mit der Hoffnung, einzelne gelungene Revolten würden im ganzen Land zur Erhebung gegen Großgrundbesitzer, Warlords sowie in- und ausländische Kapitalisten führen und so zu einer landesweiten Revolution führen.

Auf Anweisung des Zentralkomitees (ZK) der KPCh organisierte Mao Zedong den Herbsternte-Aufstand, und Zhou Enlai wurde für den 1. August 1927 ein Angriff auf Nanchang befohlen. Die Eroberung der Stadt sollte mit Hilfe militärischer KMT-Einheiten erfolgen, deren Kommandanten Mitglied bzw. Sympathisanten der KPCh waren. Beide Aktionen scheiterten kläglich. Der Angriff auf Nanchang stellte aber zugleich die Geburtsstunde der ersten roten Armee (紅軍) dar, die unter dem Kommando der KPCh stand.

Diese putschistische Politik konnte keinen Erfolg haben, und die Idee entstand, auf dem Land mit Hilfe der unterdrückten und ausgebeuteten Bauern eigenständige Stützpunktgebiete, sozusagen als „Staat im Staat“, aufzubauen. Das erste dieser Gebiete wurde von Peng Pai im November 1927 in einem Teil der Provinz Guangdong errichtet. Mao Zedong und Zhu De installierten im abgelegenen und unzugänglichen Jinggang-Gebirge etwa zur gleichen Zeit einen Stützpunkt, der sich selbständig versorgen konnte.