mini|hochkant=1.6|Château-Larcher, Kirche und Wehrturm, von Westen mini|links|Dolmen d'Arlait mini|hochkant=1.6|Château-Larcher, Haupttor zum Castrum, von Westen Château-Larcher ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der Region Nouvelle-Aquitaine im Département Vienne und liegt etwa 16 Kilometer südlich von Poitiers. Der Ort wird gänzlich umflossen von den Armen der Clouère. Er ist bekannt für seine mittelalterliche Festungsruine mit ehemaliger Burg, einer romanischen Kirche und einer bedeutenden Totenlaterne auf dem Friedhof. Weniger bekannt ist seine Lage am Rande des Schlachtfeldes der Schlacht von Voulon 507.
Geschichte Weit zurückreichende Wurzeln
Die Besiedlung des Areals von Château-Larcher ist sehr alt. Auf dem Plateau von Thorus (angrenzender Ortsteil der Gemeinde) steht ein bemerkenswerter Dolmen aus der Zeit der Megalithkultur (4500 bis 2000 v. Chr.) Dieser stand inmitten einer keltischen Nekropole von mindestens tausend Gräbern.
Château-Larcher befindet sich nicht weit von der alten Römerstraße via Pictavia, die von Poitiers nach Civray führte. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man in Baptresse, einem Nachbarort der Gemeinde Château-Larcher, einen gallo-römischen Altar entdeckte, mit je einer Skulptur eines der Götter des römischen Pantheons, auf jeder seiner vier Seiten. Dieser Altar wird datiert auf das 2. Jahrhundert n. Chr. und steht heute im Museum St. Croix in Poitiers.
Château-Larcher war möglicherweise nach Voulon auch eine der Kulissen der berühmten Schlacht von 507 zwischen den Franken unter Chlodwig I. (Clovis). und den Westgoten (auch Wisigoten genannt) unter Alarich II., in der die Westgoten vernichtend geschlagen wurden.
Der Ortsname und seine Vorläufer Das Dorf wird heute Château-Larcher genannt. Lateinisch hieß es einmal Castrum Achardi, was bedeutet: „Burg des Achard“. Das war der Name desjenigen, der sie Ende des 10. Jahrhunderts wiedererbaut hat. Es wurde damals auch Châtel-Achard oder Chasteau-Achard genannt. Im 11. Jahrhundert erschienen die ersten Veränderungen seines Namens. Man begann zu formulieren: „Chastel-Acherd“, „Chastel-Acher“, „Chastellacher“, und dann „Chastellachair“ oder „Chastel-Archier“. Bis zu achtzehn Varianten sind bekannt, die durch Urkunden des Mittelalters belegt sind.
Erstmals im Jahr 1627 taucht in einem Druckwerk der heutige Name Château-Larcher auf, der aber wenig Bezug zur ursprünglichen Bedeutung aufweist.
Wie aber hieß der Ort, bevor Achard seiner Burg und dem Ort seinen Namen lieh?
Mit Hilfe zweier Urkunden, die eine vom Kapitel von Saint-Cyprien, die andere vom Kapitel der Abtei Nouaillé ließ sich feststellen, dass der ursprüngliche Name von Château-Larcher Mesgon oder Metgon war.
Emmoin, der Eigentümer der Villa Mesgon, schenkte im August 857 der Abtei Nouaillé mehrere Besitztümer aus dem Nachlass seiner Eltern. Diese bestanden aus Häusern, einer Mühle, den Fischereirechten, verschiedene Wein- und Ackerbauflächen, alles befand sich im Dorf „Mesgon“.
Einunddreißig Jahre später, im Oktober 888, und im ersten Jahr des Königs Odo Ebbon, Sohn des Emmoin und bisaïeul, erfolgt eine Transaktion zwischen dem Abt von Saint-Cyprien de Poitiers, und dem Herrn der Villa Mesgon und seiner Burg: „in villa Mesgone, una cum ipsa castra (sic)“. Doch diese „villa Mesgon“ genannte Örtlichkeit wird in dieser Urkunde bezeichnet als „gewesen in den Ländern von Poitiers, in der Vicarie von Vivône (heute Vivonne) und an den Ufern der Clouère“: lateinisch „in pago Pictavo, in vicari Vicovedonense, super fluvium Clodera“.
In einer Urkunde von 969, die vom dom Fonteneau erhalten ist, ist eine präzise wie überzeugende Passage enthalten. Diese Urkunde ist diejenige, mit der Ebbon und Oda, als Vater und Mutter von Achard, das Priorat des späteren Château-Larcher gründeten.
Man spricht darin von einer Mühle an der Clouère, „zu den Geistlichen gegeben“, die Urkunde gibt zum Ausdruck: „Unterhalb unserer Burg gibt es eine Mühle, an der Clouère, nahe dem Turm, seit der Antike, die den Namen Metgon trägt: prope turrem quoe antiquitus Metgon vocatur.“ Dieser alte Turm steht noch im Zentrum des Dorfes, jedoch ohne seine ehemalige Bekrönung; Für ihn hat sich im Volksmund der Name Tour von Mesgnen erhalten, andere sagen, Maguin (beides sicher auf Mesgon oder Metgon zurückgehend).
Das ist offensichtlich das antike Metgon und die ursprüngliche Benennung dieses Orts.
Die Schlacht von Voulon
Im Jahr 507 fand Die Schlacht von Voulon zwischen den Franken unter Chlodwig I. und den Westgoten unter Alarich II. statt. Am Rande des vermuteten Schlachtfeldes liegt Château-Larcher.
Voulon und nicht Vouillé In einer wissenschaftlichen Studie, veröffentlicht im Jahr 1838, von der „Gesellschaft der Antiquitätenhändler im Westen“ äußerte sich M. de Fontenelle Vaudord so:
„Es gab noch in dieser Vikarie von Vivône einen Ort, der nicht der Hauptort der aktuellen Gemeinde ist, von dem es gut ist, ein wenig zu verweilen: Ich möchte ihn Mougon nennen oder Meugon (Villa Mesgone cum ipsa castra), und man liest übrigens "castrum in villa Metgon". Dieser Ort war in der Nähe des Flusses Clouère, den man nannte "fluvium Clodera".“
Fontenenelle fragte sich, „ob es nicht das Lager von Chlodwig und Alarich war“, und er ist sicher, „dass dieser Punkt von großer Bedeutung ist für die Festsetzung der denkwürdigen Schlacht von Vauclade, nach der die Monarchie der Franken in Gallien endgültig festgelegt wurde“.
Er sagt weiter: „eine Schlacht die das erste Reich der Westgoten in Gallien zerstörte, musste sich über eine große Fläche erstreckt haben, und zwar über die ganze Ebene zwischen der Clouère und Clain, anders gesagt über die Felder von Metgon, in campo Mogothense“
Gregor von Tours und andere Historiker geben an: „den Campus Vaucladeus, mit dem Voulon gemeint ist“.
Dazu kann man noch den Bericht lesen, von der öffentlichen Sitzung der Gesellschaft der Antiquitätenhändler, von Herrn Ménard, Doktor, Professor für Geschichte:
„Herr von Beauregard hat gezeigt, dass diese berühmte Schlacht nicht am Ort namens Vouillé geliefert wurde, dessen Name sich bis jetzt schlecht übertragen hat. Er hat sichtbar gemacht, dass die Aktion sich südlich von Poitiers ereignet hatte, an den alten Furten des Clain, in Mougon, und vor allem Voulon, und sie endete in den Ebenen vor Champagné-Saint – Hilaire. Von nun an begann man, wenn man so will, mit einem modernen Namen dieser berühmten Schlacht, die in unseren Annalen, nicht die von Vouillé, sondern die von Voulon ist, den man ihr geben muss.“
„Voulon und nicht Vouillé, wie es viele moderne Historiker nennen, ohne jegliche Grundlage und gegen das Zeugnis der Alten“, schreibt wiederum der Wissenschaftler Bischof Cousseau und bedauert es.
Das Schlachtfeld mini|hochkant|Schlacht von Voulon, Lageplan Man weist heute als Kulisse der großen Schlacht von 507 ein gleichseitiges dreieckiges Grundstück aus, mit einem Umfang von 3 × 18 km = 54 km und einer Fläche von circa 140 km². Eine Spitze des Dreiecks liegt im Nordosten von Vivône (heute Vivonne), im Dorf Danlot, an einer Stelle, wo sich die Flüsse Clouère und Clain vereinen. Dieser Ort befindet sich geschützt auf der einen Seite durch die agger von Baptresse, und auf der anderen, vom Oppidum genannt Roquillon über dem Schilf. Dort beginnen zwei Seiten des Dreiecks, die aus den beiden Flüssen gebildet werden, und enden, die eine in Gencay, die andere in Voulon. Jenseits der dritten Dreieckseite, zwischen Voulon und Gencay, befand sich in den großen Ebenen von Champagné-Saint – Hilaire das Lager Sycharet.
Der Mittelpunkt des ehemaligen Schlachtfeldes ist das Dorf La Mothe (heute La Motte)-de-Ganne, etwa eine Meile (2,45 km) von den Flüssen Clouère und Clain entfernt, etwa 4 km von Château-Larcher und Vivône (heute Vivonne) und 8 km von Champagné.
Wenn Château-Larcher wirklich das frühere Metgon ist, was sehr wahrscheinlich ist, so bezeichnet von Hincmar, in seiner Schrift „das Leben von Saint Remy“, so trifft folgende lateinische Formulierung zu: "In campo Mogothense, super fluvium Clinno, milliario-cimo ab urbe Pictavis, bellum conserunt!"
Die Orte Mesgon (heute Château-Larcher), Vivone (heute Vivonne), Gencay, Anché und La Mothe (heute La Motte)-de-Ganne waren damals ebenso die Kulisse der großen Schlacht von 507, wie das Dorf Voulon.
Die Schlacht Die Schlacht im Frühjahr von 507, zwischen den Franken unter Chlodwig I. und den Westgoten unter Alarich II. ereignete sich demnach in den Ebenen von Metgon (In campo Mogothense) am Fluss Clain (super fluvium Clinno), und zehn Meilen (24,5 km) von Poitiers, was genau den römischen Maßen von Château-Larcher bis zur Hauptstadt des Poitou entsprach.
Die Westgoten wurden vernichtend geschlagen. Alarich II. fiel durch die Hand Chlodwigs, und der Rest seiner Armee zog sich nach Spanien zurück. Mit dem Sieg über die Wisigoten leitete Chlodwig die große Herrschaft des Frankenreichs ein, die bis in das 9. Jahrhundert andauerte.
In einer speziellen Karte von M. Saint-Hippolyte, sind die wichtigsten Linien des Kampfes eingetragen.
Die Ausgrabungen der Sehenswürdigkeit des mutmaßlichen „Alarich Camp“ wurden im Jahr 2000 durchgeführt.
Sehenswürdigkeiten Das Dorf Château-Larcher mini|links|Château-Larcher, Dorfstraße, Wehrturm u. Kirche von Süden mini|Château-Larcher, Kirche von N, vorne Gelände der ehem. Vorburg
Das heutige Dorf gruppiert sich um ihr ursprünglich befestigtes Zentrum, einem Castrum, aus den kümmerlichen Ruinen der einst stolzen Burg, den Überresten seiner Befestigungen, Wohn- und Nutzbauten, aus dem „Stadttor“, einigen Rundtürmen und Wehrmauern, und aus der stark beschädigten Kirche, deren Mauern in die Befestigungsanlagen integriert waren. Auch heute noch überragt das „castrum“ auf dem langgestreckten Felsrücken die kleine Siedlung, zuoberst die Kirche. Dieser Felsrücken und das ganze Dorf stehen auf einer „Insel“ der Clouère, die sich oberhalb der Siedlung teilt, deren Arme die Insel umschließen, und kurz dahinter sich wieder vereinen. Die Häuser von Château-Larcher reihen sich überwiegend beidseitig seiner Hauptstraße auf, und einige an Nebenstraßen.
Mitten im Dorf, etwa gegenüber der ehemaligen Burg, steht unmittelbar an der Hauptstraße ein runder Turm, der die anschließende zweigeschossige Bebauung weit überragt. Er besitzt mit der etwas zurückliegenden Befestigung des ehemaligen „Castrums“ keinen unmittelbaren Kontakt. Es handelt sich um den alten Mühlenturm, der im Volksmund den Namen Tour de Mesgnen (Turm von Mesgnen) trägt, oder auch Tour de Maguin. Beides geht sicher zurück auf Mesgon oder Metgon.
Die im Folgenden beschriebenen Bauwerke Burg, Kirche Notre-Dame und Saint-Cyprien und Totenlaterne sind ebenso wie der zuvor erwähnte Dolmen Monuments historiques.Ministère de la Culture – Mérimée
Das Castrum und die Burg von Château-Larcher mini|hochkant|Château-Larcher, Hauptportal von innen Das castrum, oder die Ende des 10. Jahrhunderts wieder errichtete Festung des Archard erstreckte sich von Norden nach Süden über die ganze Länge eines schlanken Felsrückens, nach den Quellen etwa 200 pas (Schritt) und nicht breiter als 50 pas (je 70 – 90 cm). Dieser fällt auf der langen Westseite sanft ab, was dort aufwändige Wehranlagen erforderte. Die ebenso lange Ostseite ragte als senkrechte Felswand aus der Ebene der Flussaue heraus, was dort niedrigere und weniger aufwändige Festungsbauwerke erlaubte.