mini|hochkant|Übergang vom Alt- zum Neubau (2016) mini|hochkant|Gebäude am Albanikirchhof (2016)

Das Max-Planck-Gymnasium ist ein Gymnasium in Göttingen. Die ca. 900 Schülerinnen und Schüler werden in zwei Gebäuden unterrichtet. Die Jahrgänge 5 bis 7 sowie der 11. Jahrgang im „MiniMax“ am Albanikirchhof und die Klassen 8, 9, 10 sowie 12 und 13 am Theaterplatz. Der Unterricht setzt an bei der Auseinandersetzung mit der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und spannt einen Bogen von modernen Fremdsprachen, Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften über gesellschaftswissenschaftliche und künstlerisch-musische Fächer bis hin zu den Alten Sprachen. Ab der 5. Klasse bestehen mehrere Wahlmöglichkeiten, beispielsweise die Entscheidung für die so genannte Hausaufgabenklasse oder von Latein als zweiter Fremdsprache.

Der Namensgeber der Schule, Max Planck (1858–1947), war ein deutscher Physiker auf dem Gebiet der theoretischen Physik und gilt als Begründer der Quantenphysik.

Pädagogische Schwerpunkte

Klassenlehrerteams Die Klassen von Jahrgang 5 bis 9 werden jeweils durch ein Team von zwei Lehrkräften – in der Regel einer Frau und einem Mann – betreut. Sie bleiben bis zum Beginn der Qualifikationsphase (Jg. 12) in ihrer Zusammensetzung unverändert.

Förderkonzept Die Schule bietet in Mathematik, Englisch und Deutsch in den Jahrgängen 5 und 6 jeweils eine Stunde Förderunterricht an. Zwei der 5. Klassen werden als „Hausaufgabenklasse“ geführt, die fünf zusätzlichen Stunden dienen dazu, Haus- und Übungsaufgaben während der Unterrichtszeit, unterstützt durch die Klassenleitung, zu erledigen.

Soziale Schulqualität Zur Begleitung des schulischen und privaten Alltags sowie zur Bewältigung von Problemen steht ein Beratungs- und Hilfsangebot („Auxilia“) bestehend aus 2 Beratungslehrerinnen und einem Sozialpädagogen zur Verfügung. Auch die Schulung von Schülermediatoren, Bus-Scouts, das diakonische Praktikum im 9. Jahrgang und das Projekt „Freiwilliges soziales Halbjahr“ im 10. Jahrgang dienen der Förderung wesentlicher sozialer Kompetenzen. In den Jahrgängen 5 bis 7 werden soziale und kommunikative Kompetenzen durch das Sozial- und Präventionsprogramm „Lions Quest“ vermittelt.

Begabungsförderung Das Max-Planck-Gymnasium bietet verschiedene Projekte und Aktivitäten im Bereich der Begabungsförderung an, beispielsweise den Unterricht für „Helle Köpfe“, das Mentorenmodell, Wettbewerbe, Drehtür-Modell, Arbeitsgemeinschaften sowie Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Es ist Teil des Kooperationsverbundes Begabungsförderung und nimmt an der bundesweiten Initiative „Leistung macht Schule“ teil.

In der Oberstufe gibt es die Möglichkeit, vormittags an Universitätsveranstaltungen teilzunehmen und auf diese Weise schon während der Schulzeit Leistungsnachweise zu erwerben.

Unterricht Neben den regulären Fächern werden verschiedene Fremdsprachen angeboten, Latein ab Klasse 5 oder 6, Französisch oder Spanisch ab Klasse 6. Darüber hinaus kann im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts als 3. Fremdsprache Französisch, Griechisch, Latein oder Spanisch gewählt werden. Ab Klasse 11 können weitere Fremdsprachen hinzugewählt werden, u. a. Russisch, Italienisch oder Chinesisch.

Der Wahlpflichtunterricht stellt vertiefte Auseinandersetzungen mit Informatik, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, den Fremdsprachen sowie Kunst und Darstellendem Spiel in den Mittelpunkt.

Im Rahmen des offenen Ganztages können unterschiedliche Arbeitsgemeinschaften und Projekte u. a. aus den Bereichen Sport, Technik, Sprachen und Kultur gewählt werden.

Des Weiteren beteiligen sich Schüler des Max-Planck-Gymnasium regelmäßig und erfolgreich an Wettbewerben, wie etwa der Mathematik-Olympiade, Jugend musiziert, dem Europäischen Wettbewerb und diversen naturwissenschaftlichen Wettbewerben.

Gebäude Die Schule umfasst das Hauptgebäude am Theaterplatz, die Turnhallen und die Außenstelle „Mini-Max“ am Albanikirchhof. Die Jahrgänge 8 bis 10 und 12 und 13 werden am Theaterplatz unterrichtet. Die Jahrgänge 5 bis 7 und 11 haben ihre Klassenzimmer im ehemaligen Gebäude der Luther-Schule. Beide Gebäude sind mit Fachräumen für die Naturwissenschaften, Musik, Kunst, Erdkunde und Informatik ausgestattet.

Geschichte

Das Pädagogium im Paulinerkloster wurde im Jahre 1586 gegründet.

Später hieß die Schule „Königliches Gymnasium“ und „Staatliches Gymnasium“.

Das heutige Hauptgebäude am Theaterplatz wurde ab 1881 von den Berliner Architekten Paul Emanuel Spieker und Max Spitta errichtet und am 1. Februar 1884 von der Schule bezogen.

Den Namen Max Plancks trägt sie seit dem Todestag des Wissenschaftlers am 4. Oktober 1947.

Diese schulgebäudliche Entwicklung mit dem Ensemble aus Hauptgebäude und Außenstelle ergab sich im Zuge der Integration der Orientierungsstufen in die weiterführenden Schulen. Zwischenzeitlich besaß das Max-Planck-Gymnasium eine Oberstufenvilla, in der letztmals im Schuljahr 2005/06 die Jahrgänge 11 bis 13 untergebracht wurden.

Bekannte Personen Liste der Pädagogiarchen und Direktoren 1586–1591Henricus Petreus1591–1599Christopherus Seliger1599–1603Georg Buscher1603–1605Alexander Lycaula1605–1611Hippolytus Hubmeier1612–1626Georg Andreas Fabricius1626–1633Fridericus Wacker (Vizerektor)1633–1645Georg Andreas Fabricius1645–1650Julius Hartwig Reich1650–1652Hermann Gokenhold1654–1676Heinrich Tollen1676–1714Justus von Dransfeld1717–1734Christoph August Heumann1754–1773Rudolf Wedekind1773–1803Jeremias Nicolaus Eyring1803–1830Johann Friedrich Adolph Kirsten1831–1836August Grotefend1837–1842Karl Ferdinand Ranke1842–1863August Geffers1863–1880Julius Schöning1880–1889Hermann Hampke1889–1912Anton Viertel1912Heinrich Bünsow (komm.)1913–1916Otto Miller1916–1924Felix Schreiber1924–1934Eduard Lisco7. April bis 5. Juni 1934Otto Wecker6. Juni bis 31. Dezember 1934Heinze1. Januar bis 1. März 1935Otto Wecker1935–1945Walther John1945–1947Kurt Hubert1947–1954Ernst Lamla1954–1969Hermann Körner1970–1977Achim Block1977–1978Lothar Scheithauer (interim)1978–1983Bodo Schumann1983–1985Lothar Scheithauer (interim)1985–2005Rainer Nickel2005–2021Wolfgang Schimpf2021–2025Wolfram Schrimpfseit 2025Rainer Merkel

Lehrer Theodosius Fabricius (1560–1597), Gymnasialprofessor der Theologie 1589–1597, lutherischer Theologe Johann Christoph Kohlhans (1604–1677), Griechisch-Lehrer 1642–1653, Mathematiker und evangelischer Kirchenlieddichter Andreas Gottfried Ammon (1635–1686), Konrektor 1658–1663, evangelischer Theologe und Pädagoge Joachim Meier (1661–1732), Schriftsteller Jakob Wilhelm Feuerlein (1689–1766), Scholarch ab 1760, lutherischer Theologe Georg Friedrich Grotefend (1775–1853), Sprachwissenschaftler und Altertumsforscher Georg Heinrich Lünemann (1780–1830), Altphilologe und Lexikograph Ernst Karl Friedrich Wunderlich (1783–1816), Klassischer Philologe Franz Dorotheus Gerlach (1793–1876), Collaborator 1816/17, klassischer Philologe und Althistoriker Heinrich Albert Lion (1796–1867), Konrektor, Klassischer Philologe Friedrich Lachmann (1800–1828), Latein und Griechisch-Lehrer ab 1822, Klassischer Philologe Adalbert Herrmann (1802–1889), Konrektor 1832–1833, Pädagoge und Dichter Heinrich Ludolf Ahrens (1809–1881), Klassischer Philologe August Pabst (1823–1907), Oberschulinspektor und Collaborator vor 1852, Geheimer Oberregierungsrat und Schulrat Carl Stüve (1826–1911), Lehrer, Numismatiker und Herausgeber historischer Werke August Fick (1833–1916), Lehrer seit 1858, Germanist und Sprachforscher Adolf Köcher (1848–1917), Lehrer für Geschichte und Geographie 1872–1875, Historiker Karl Dissel (1857–1923), Lehrer 1878–1879, Philologe Hugo Willrich (1867–1950), Althistoriker Hans Walther (1884–1971), Lehrer 1927–1934, Mittellateinischer Philologe Emil Große-Brauckmann (1887–1961), Latein, Griechisch, Hebräisch und Religions-Lehrer, Klassischer Philologe Max Carstenn (1888–1970), Griechisch und Deutsch-Lehrer nach 1918, Altphilologe Wolfgang Natonek (1919–1994), Studentenpolitiker und DDR-Oppositioneller, 1963–1984 Lehrer für Geschichte und Gemeinschaftskunde Wolfgang Fauth (1924–2020), Klassischer Philologe und Religionswissenschaftler Gerhard Priesemann (1925–2011), Pädagoge und Dichter Friedrich Rehkopf (1927–2008), Griechisch und Latein-Lehrer, evangelischer Theologe und klassischer Philologe Achim Block (1932–2019), deutscher Politiker und klassischer Philologe Werner Thies (1933–2008), Biochemiker Hartmut Dieter Breitkreuz (1937–2020), Sprach- und Literaturwissenschaftler (Anglistik und Amerikanistik) Dieter Motzkus (1937–2016), Altphilologe und Übersetzer aus dem Neugriechischen Rainer Nickel (* 1940), Altphilologe und Didaktiker Eckart Modrow (* 1948), Pädagoge und Autor Jürgen Stenzel (* 1962), Deutsch und Philosophie Martin Biastoch (* 1965), Lehrer ab 2001, Altphilologe und Historiker Stefan Schmatz, (* 1968), Physiker

Schüler

Johann Rudolph Ahle (1625–1673), Komponist, Organist, Dichter und evangelischer Kirchenmusiker Johann Heinrich Stuß (1686–1775), Pädagoge Johann Friedrich Christoph Gräffe (1754–1816), evangelischer Theologe und Geistlicher Johann Friedrich Reitemeier (1755–1839), Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer Georg von Wedekind (1761–1831), Arzt und Revolutionär Friedrich Christian Matthiä (1763–1822), Pädagoge und Altphilologe Johann Friedrich Hennicke (1764–1848), Redakteur und Gymnasiallehrer Emil Ludwig Philipp Schröder (1764–1835), evangelischer Geistlicher und Jugendschriftsteller Georg Heinrich Nöhden (1770–1826), Erzieher, Philologe und Bibliothekar sowie Kurator im Britischen Museum in London Karl Christian Matthaei (1770–1847), Arzt Ernst Ferdinand Ayrer (1774–1832), Reitlehrer Georg Heinrich Lünemann (1780–1830), Altphilologe Ernst Peter Johann Spangenberg (1784–1833), Jurist Johann Wilhelm Brüggemann (1786–1866), Landschaftsmaler und Zeichenlehrer Otto Wigand (1795–1870), Verleger Ferdinand Oesterley (1802–1858), Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Politiker Heinrich Ewald (1803–1875), Theologe und Orientalist, Mitglied der Göttinger Sieben Agathon Benary (1807–1860), Klassischer Philologe August Bernhard Krische (1809–1848), klassischer Philologe und Hochschullehrer Adolph Wilhelm Hermann Kolbe (1818–1884), Chemiker Gottlieb Planck (1824–1910), Jurist Otto Eberlein (1827–1896), Maler, Illustrator und Zeichenlehrer Eduard von Krause (1827–1886), preußischer Generalleutnant und Kommandant der Festung Spandau Justus Lion (1829–1901), Pädagoge und Sportpionier Arthur Auwers (1838–1915), Astronom Hermann Wagner (1840–1929), Geograph und Kartograph Max Schneidewin (1843–1931), Theologe und Klassischer Philologe Ludwig Wiesinger (1859–1942), Kaufmann und Hamburger Senator Ernst Riess (1865–1947), Klassischer Philologe Fritz König (1866–1952), Chirurg und Hochschullehrer Otto Meyer (1867–1951), Richter Otfrid von Hanstein (1869–1959), Schriftsteller Hermann Duncker (1874–1960), Politiker (KPD/SED) und Gewerkschaftsfunktionär Isaak Heilbronn (1880–1943), Rabbiner, Emigrant Ernst Gräfenberg (1881–1957), Gynäkologe Hermann Schultz (1881–1915), klassischer Philologe Adolf Bacmeister (1882–1945), Mediziner und Hochschullehrer Wilhelm Keitel (1882–1946), Generalfeldmarschall, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Erich Pommer (1889–1966), Filmproduzent (Metropolis; Der blaue Engel), Entdecker von Marlene Dietrich. Paul Leo (1893–1958), evangelischer Theologe und Geistlicher Erich Reitzenstein (1897–1976), klassischer Philologe Manfred Hausmann (1898–1986), Schriftsteller und Journalist Christhard Mahrenholz (1900–1980), Musikwissenschaftler Albrecht Wilhelm Tronnier (1902–1982), Optik-Konstrukteur Adolf Georg Bartels (1904–1978), Lyriker Gerda Bruns (1905–1970), Archäologin Adalbert von Unruh (1906–1943), Jurist und Experte für das Luftrecht Joachim Scharf (1913–1965), Byzantinist Albrecht Dihle (1923–2020), Klassischer Philologe