Der Wollige Hahnenfuß (Ranunculus lanuginosus , inkl. Ranunculus umbrosus ) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) innerhalb Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Beschreibung mini|links|Illustration aus Jacob Sturm: Deutschlands Flora, Band 5, Tafel 48 mini|Habitus, Laubblätter und Blüten
Vegetative Merkmale Der Wollige Hahnenfuß ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die in der Regel Wuchshöhen von 30 bis 70 Zentimetern erreicht. Die aufrecht wachsenden, unten stielrunden, hohlen, stark verzweigten Stängel sind nebst den Laubblattstielen abstehend rauhaarig.
Die unteren Laubblätter sind handförmig drei- bis fünfspaltig (selten siebenspaltig) geteilt und enden in breit-eiförmigen Zipfeln; die oberen sind dreiteilig. Nebenblätter fehlen.
Generative Merkmale Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von meist 20 bis 30 Millimeter (15 bis 40 Millimeter) radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf abstehenden Kelchblätter sind grün. Die fünf glänzenden Kronblätter sind von tief goldgelber Farbe. Es sind viele Staubblätter vorhanden.
Die eiförmigen und seitlich stark abgeflachten Nüsschen sind 4 bis 6 Millimeter lang. Der hakig gekrümmte Schnabel ist 1 bis 1,5 Millimeter lang.
Ranunculus lanuginosus kommt sowohl diploid als auch tetraploid vor und die Chromosomenzahlen betragen 2n = 16, 28 oder 32.
Ökologie Beim Wolligen Hahnenfuß handelt es sich um einen Hemikryptophyten.
Es kommen sowohl Insektenbestäubung (Entomophilie) als auch Selbstbestäubung vor.
Die Nüsschen unterliegen vor allem der Ameisenausbreitung; obwohl die flügelrandigen, geschnäbelten Nüsschen auch für Segelflug-, Klett- und Wasserhaftausbreitung geeignet erscheinen.
Vorkommen Seinen Verbreitungsschwerpunkt hat der Wollige Hahnenfuß in Europa und kommt von Dänemark bis Sizilien und Albanien vor. Östlich dringt er bis Russland und in den Kaukasusraum vor. Es gibt Fundortangaben für Deutschland, die Schweiz, Dänemark, Norwegen, Österreich, Frankreich, Korsika, Italien, Sardinien, Sizilien, Slowenien, Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Bulgarien, Nordmazedonien, Griechenland, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Russland und die Ukraine. In Belarus, in Russland und im europäischen Teil der Türkei ist die Ursprünglichkeit zweifelhaft. In Schweden ist der Wollige Hahnenfuß eingebürgert, in Norwegen und Finnland kommt der Wollige Hahnenfuß nur eingeschleppt vor.
In Deutschland ist der Wollige Hahnenfuß insgesamt zerstreut, streckenweise aber recht verbreitet. Er fehlt jedoch in Nordwest-Deutschland über größere Strecken. In Österreich und der Schweiz ist der Wollige Hahnenfuß häufig zu finden. In den Allgäuer Alpen steigt er im Tiroler Teil am Fuß der Jöchelspitze bis zu einer Höhenlage von 2050 Metern auf.
Der Wollige Hahnenfuß wächst in Laubwäldern, besonders in Buchenwäldern. Er gedeiht auf frischen bis feuchten, nährstoffreichen und meist kalkhaltigen Böden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Fagetalia und hat seinen Schwerpunkt in Pflanzengesellschaften der Verbände Fagion und Tilio-Acerion.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Ranunculus lanuginosus 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, TomusI, Seite 554–555. Das Artepitheton lanuginosus in der Bedeutung von „wollig behaart“ hatte Linné von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen. Ein Synonym für Ranunculus lanuginosus ist Ranunculus umbrosus
Bilder Wolliger Hahnenfuß:
Literatur
Einzelnachweise Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8: Nymphaeaceae to Ranunculaceae, Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6, S. 124. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage, Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 411. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 540. E. Hörandl, E. von Raab-Straube (2015): Ranunculeae. Datenblatt Ranunculus lanuginosus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
Weblinks
Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Ranunculus lanuginosus als Giftpflanze.
Kategorie:Hahnenfuß