Friedrich Christian Schlögl (* 7. April 1917 in Erfurt; † 8. Mai 2011 in Aachen) war ein deutscher Physiker und Universitätsprofessor für Theoretische Physik an der RWTH Aachen.
Leben und Werk Friedrich Schlögl wurde als Sohn von Aenne Schlögl, geborener Treitschke, und des promovierten Oberregierungsrats Heinrich Schlögl geboren. Er besuchte ein Gymnasium und studierte Physik und Mathematik. An der Universität Göttingen wurde er 1947 zum Dr. rer. nat. promoviert (Thema der Dissertation: Berechnung einiger Wirkungsquerschnitte am Beryllium). Er habilitierte sich 1953 an der Universität Köln mit der Habilitationsschrift Die lokalen Symmetriekräfte im Kern und ihre Ableitung aus der Zwei-Nukleonenkraft. Von 1948 bis 1953 war er als Lehrbeauftragter für Theoretische Physik an der Universität Regensburg tätig, 1953 wurde er Dozent an der Universität Köln. Nach Lehrstuhlvertretungen in Gießen und Aachen und seiner Ernennung zum außerordentlichen Professor nahm er am 2. Oktober 1961 den Ruf auf die ordentliche Professur für Theoretische Physik an der RWTH Aachen an, wo er Direktor des gleichnamigen Instituts wurde. Im Jahr 1968 gehörte er zusammen mit vielen anderen Professoren der RWTH Aachen zu den Unterzeichnern des „Marburger Manifestes“,. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. Jahrgang 1968, Heft 8. das eine akademische Front gegen die aufkommende Mitbestimmung an den Hochschulen bildete.Marburger Manifest. In: Der Spiegel vom 22. Juli 1968. Von 1969 bis 1970 war Schlögl Dekant der Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät, von 1972 bis 1977 Vorsitzender des Arbeitskreises Festkörperphysik der DPG. Seit dem 1. August 1982 war der in Aachen-Brand lebende Physiker emeritiert.
Schlögl ist für seine grundlegenden Arbeiten auf dem Gebiet der Gleichgewichts- und Nichtgleichgewichtsthermodynamik bekannt. Besonderes nachhaltiges Interesse hat das von ihm entwickelte Modell zur Beschreibung bestimmter chemischer Reaktionen, das Schlögl-Modell, gefunden. Es handelt sich um ein prototypisches Modell auf dem Gebiet der Nichtlinearen Dynamik. Er verfasste unter anderem Artikel im Handbuch der Physik (Band 1), in der Zeitschrift für Naturforschung und für Physik, in Annals of Physics, Physics Letters und Physics Reports.
Seine wissenschaftliche Tätigkeit wurde mit der Ehrendoktorwürde der Universität Düsseldorf, im Jahre 1987, geehrt und führte zu einer Reihe von Gastprofessuren, u. a. in Minneapolis und in Tokio.
Friedrich Christian Schlögl war evangelisch, ab 1942 verheiratet mit Ilse Schlögl, geborener Schuler, und hatte zwei Kinder (Reinhild und Dietmar).
Publikationen (Auswahl) Chemical reaction models for nonequilibrium phase-transitions. In: Zeitschrift für Physik. 253, 147 (1972) Probability and heat: fundamentals of thermostatistics. Vieweg-Verlag, 1989.
Literatur
Schlögl, Friedrich Christian. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1082.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (RWTH Aachen) Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Ehrendoktor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Mann