Das Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg (MGG; im Jahr 1965 benannt nach dem in Würzburg geborenen Maler Matthias Grünewald) ist ein Gymnasium im Würzburger Stadtteil Frauenland, das einen musischen und einen sprachlichen Zweig anbietet. Angegliedert ist ein Internat. Zudem bildet die Schule als Seminarschule Lehrkräfte in den Fächern Deutsch, Englisch, Geschichte, Geographie, Katholische Religionslehre und Sport weiblich aus.
Lage Das Würzburger Matthias-Grünewald-Gymnasium befindet sich in unmittelbarer Nähe der Universität am Wittelsbacherplatz, des Berufsbildungszentrums Franz-Oberthür-Schulehttp://www.wuerzburgwiki.de/wiki/Franz-Oberth%C3%BCr-Schule und der Goethe-Kepler-Grundschule.http://wuerzburgwiki.de/wiki/Goethe-Kepler-Grundschule Das MGG ist über die öffentlichen Verkehrsmittel mit den Buslinien 6, 10 und 114 erreichbar. Außerdem bestehen Verbindungen zur Zellerau sowie nach Heidingsfeld, Margetshöchheim und Gerbrunn.
Zweige Musischer Zweig Der musische Zweig setzt Schwerpunkte in der Profilbildung in den Fächern Kunst und Musik. Das Erlernen eines Instrumentes ist Pflicht und wird auch kostenlos an der Schule angeboten. Die Fremdsprachen sind Englisch (als 1. Fremdsprache) und ab der 6. Klasse Latein. Außerdem ist das Erlernen einer spät beginnenden Fremdsprache (Spanisch) möglich. Voraussetzung für den Übertritt ist mindestens die Note 2 im Fach Musik, nicht aber das Spielen eines Instrumentes.
ExzellenzZweig Musik Der am 5. Februar 2009 durch den damaligen Kultusminister Ludwig SpaenleU. Stinzendörfer: Ministerbesuch am 5. Februar 2009. In: Jahresbericht des MGG. 2008/09. S. 85.https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/vorzeige-gymnasium-gruenewald-art-4965772 eingerichtete „Studienzweig Musik“ ist ein singuläres Projekt des Bayerischen Kultusministeriums ausschließlich an dieser Schule. Im Schuljahr 2018/19 gründete das MGG zusammen mit dem PreCollege der Hochschule für Musik Würzburg das „Zentrum für musikalische Exzellenzförderung Würzburg“.https://www.stmwk.bayern.de/kunst-und-kultur/meldung/6212/zentrum-fuer-musikalische-exzellenzfoerderung-in-wuerzburg-gegruendet.html Einhergehend mit dieser Kooperation erfolgte die Umbenennung in „ExzellenzZweig Musik“.
Ziel ist die optimale Förderung musikalisch herausragend begabter Kinder und Jugendlicher. Die Kombination eines musikalischen Fächerangebots auf höchstem Niveau mit einem auf die Bedürfnisse junger Musizierender ausgerichteten Schulumfeld soll dem musikalischen Nachwuchs beste Chancen für eine Karriere im musikalischen Bereich und gleichzeitig den Abschluss einer allgemeinbildenden Schule ermöglichen.
Diesem Würzburger Modell liegt ein dreistufiges Konzept zugrunde:
das PreCollege der HfM Würzburg für die Spitzentalente; der ExzellenzZweig des Gymnasiums, in dem besondere musikalische Talente gefördert werden mit der Option, bei entsprechenden Fortschritten in das PreCollege oder das Vollstudium Musik zu wechseln; der musische Zweig des MGG.
Neben intensivem Instrumentalunterricht werden gezielt theoretische Grundlagen (Gehörbildung, Tonsatz) vermittelt. Als weitere Angebote wurden vom Kultusministerium Stunden bereitgestellt für Korrepetition, Nebenfach Klavier und Kammermusik.
Das angegliederte staatliche Internat bietet auswärtigen Schülern Wohn- und Übemöglichkeiten für die Teilnahme am ExzellenzZweig sowie räumliche Nähe zur Musikhochschule Würzburg.
Sprachlicher Zweig Die Besonderheit am sprachlichen Zweig ist das Erlernen einer dritten Fremdsprache in der 8. Klasse. Englisch ist wie im musischen Zweig auch die erste Fremdsprache. Als 2. Fremdsprache kann zwischen Latein und Französisch gewählt werden. Die dritte Fremdsprache in der achten Klasse ist verpflichtend Spanisch. Somit wird neben E - L - Sp auch die moderne Sprachenfolge mit Englisch, Französisch und Spanisch angeboten. Auch im sprachlichen Zweig ist das Erlernen einer spät beginnenden Fremdsprache (Italienisch) als Ersatz der ersten oder zweiten Fremdsprache möglich.
Stipendien der Roland Berger Stiftung Für Stipendiaten der Roland Berger Stiftung war von 2013 bis 2016 eigens ein naturwissenschaftlich technologischer Zweig mit jeweils einer eigenen Klasse eingerichtet, die mit Erreichen der Oberstufe ausliefen. Seit 2017 werden nur noch Einzelstipendien vergeben.
Geschichte Gebäude mini|Lehrerbildungsanstalt am Wittelsbacherplatz 1880 Bis 1970 befanden sich Schule und Internat in den Gebäuden der ehemaligen, 1880 erbauten,Foto aus: Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg. Festschrift 1970; S. 6; Hrsg. Direktorat des Matthias-Grünewald-Gymnasiums Würzburg Lehrerbildungsanstalthttp://wuerzburgwiki.de/wiki/Schullehrerseminar am Wittelsbacher Platz, die dort 1955 auszog. Das ab 1953 „Deutsches Gymnasium“ genannte Institut beinhaltete statt einer dritten Fremdsprache eine verstärkte Ausbildung in den Fächern Musik, Kunst und Deutsch und unterschied sich auch darin, dass es erst mit der siebten Klasse begann.Die sog. „Langform“ des musischen Gymnasiums (ab Jahrgangsstufe 5) wurde zum Schuljahr 1965/66 eingeführt. Nach einem Umbau nutzte das Stadttheater, heute Mainfranken Theater Würzburg von 1948 bis zum 3. Dezember 1966 die Turnhalle. Mit Beginn des Schuljahres 1970/71 begann der Unterricht am 7. Juli 1970 mit neuer Namensgebung in den neu errichteten Gebäuden am heutigen Standort.https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/gruenewald-gymnasium-feiert-40-jaehriges-bestehen-des-neubaus-art-5630615
Sonderlehrgang Sonderlehrgänge für Spätaussiedler und russische Immigrantinnen und Immigranten waren von 1990 bis 2012 eingerichtet.https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/22-jahre-lang-konnten-spaetaussiedler-in-wuerzburg-ihr-abitur-nachholen-art-6635139 Diese boten die Möglichkeit, in einem zweijährigen Kurs die allgemeine Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife zu erwerben und so ein Studium zu ermöglichen. Ein Stipendium zum Besuch des Kurses wurde im Regelfall von der Otto Benecke Stiftung teilübernommen.
Architektur und Einrichtung Musik Der Fachschaft Musik steht das gesamte 4. Stockwerk zur Verfügung. Dort befinden sich ein großer und ein kleiner Musiksaal sowie ein Kammermusikraum, die einzeln oder gemeinsam auch als Aufnahmeräume für ein in der gleichen Etage befindliches semiprofessionelles Tonstudio dienen können. Die restlichen Räume sind mit Klavieren bestückt, sodass diese sowohl für Instrumentalunterricht als auch für Schülerinnen und Schüler zum Üben zur Verfügung stehen. Die Schule verfügt über drei Orgeln, die für Konzerte, aber auch zum Üben genutzt werden können.
Internat und Tagesheim mini|MGG-Internat: Blick auf das Wohngebäude, rechts das Wirtschaftsgebäude Das MGG führt sowohl ein Internat als auch ein Tagesinternat.Öffentliche Internatsschulen Bayern Verpflegung wird in der schuleigenen Mensa für alle Schüler angeboten.
Neubau und Sanierung Im Rahmen der IZBB-FörderungDas Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) erhielt die Schule neue Gebäude: einen dreigeschossigen Anbau mit neuen Klassenzimmern, Arbeits-, Förder- und Computerräumen, eine Bücherei sowie zusätzlich einen Aufenthaltsraum. Diese wurden Ende Oktober 2008 vom Sachaufwandsträger, dem Freistaat Bayern, der Schulfamilie offiziell übergeben. Alle übrigen Gebäude der Schule wurden saniert und modernisiert. Dazu gehören auch die Ausstattung mit Internet und Beamern in allen Klassenzimmern sowie die Neugestaltung der Fachräume.
Barrierefreiheit Die gesamte Schule ist barrierefrei erschlossen. Dazu gehören in Schulhaus und Internat insgesamt drei Aufzüge. Auch alle Zugänge sind ohne Hindernisse passierbar. Neben entsprechenden sanitären Einrichtungen in allen Gebäudeteilen gibt es im Internat auch einen barrierefreien Wohnraum im Erdgeschoss.
Sicherheit In jedem Raum von Schule und Internat gibt es ein Telefon, in mehreren öffentlich zugänglichen Bereichen (Eingänge, Treppenhäuser) zusätzliche Notruftelefone mit direkter Wahlverbindung zur „112“. Alle Klassenzimmer sind mit Türspion (innen) und Türknauf (außen) ausgestattet. Ein Wegweiser- und Farbsystem gewährleistet die Orientierung im Haus.
Umweltschutz Wärmedämmung Dachbegrünung auf „Flügelsaal“ und „GT-8-Anbau“ Photovoltaik auf „Klassentrakt“ und „Wirtschaftsgebäude“ Blockheizkraftwerk (BHKW) Heizung mit Pellets Wärmerückgewinnung
Besonderheiten Partnerschaften St. Kilian’s Community School, Ballywaltrim, Bray (Irland), seit 1982 Lycée Sainte-Marie, Caen (Frankreich), seit 1983 Liceo Scientifico Statale, Catania (Italien), seit 2008
Alumni Grünewald Die Alumni Grünewald e. V.https://www.mgg-wuerzburg.de/alumni/ sind eine Vereinigung ehemaliger Schülerinnen und Schüler des MGG. Die Vereinsgründung erfolgte am 26. Mai 2009. Hier wurde auch der frühere Schulleiter Heinrich Pleticha zum ersten Ehrenmitglied ernannt.Heiner Ratsch: „Ehemalige gründen ‚Alumni Grünewald‘“ in MGG-Jahresbericht 2008/09 S. 229 Der Verein unterstützt die Schule durch eigene Projekte und honoriert Schülerleistungen mit Ehrenpreisen. Zudem informiert er regelmäßig per Mail über Veranstaltungen der Schule.
Hauszeitung Seit dem Schuljahr 2001/2002 erscheint mit jährlich fünf Ausgaben die Hauszeitung MGGaktuell, mit der die Schulgemeinschaft alle wichtigen Termine und Informationen über den Schulalltag erhält. Ursprünglich auf doppelseitigem, gefaltetem DIN-A3-Format streng dreispaltig konzipiert, entwickelte sich das anfangs nüchterne Format im Lauf der Jahre über eine gemischte Zweispaltigkeit hin zum Layout eines Magazins. Neben der Zunahme des Umfangs (bis zu 32 Seiten) bestechen zuletzt vor allem der durchgehende Farbdruck und die optisch wie inhaltlich umfassende und ansprechende Gestaltung.
Flügelsaal Unmittelbar gegenüber dem Haupteingang befindet sich der sogenannte „Flügelsaal“. Dieser Raum wurde im Rahmen der IZBB-Gesamtsanierung der Schule 2008 als Aufenthalts- und Veranstaltungsraum neu erbaut. Seinen Namen verdankt der Raum seiner Form, die der des namensgleichen Musikinstrumentes nachempfunden wurde. Ausgestattet ist er mit komplexer Vortrags-, Licht- und Verdunklungstechnik, bietet aber auch für Kammerkonzerte oder kleine Theateraufführungen eine hervorragende Akustik. Technische Besonderheiten sind eine induktive Höranlage für Hörgerätetragende sowie Audio-Übertragungsmöglichkeit in die ELA-Anlage der Schule.
Tonstudio mini|150px|Tonstudio: Regieraum Seit 2010 verfügt die Schule über eine eigene Tonstudio-Einrichtung. Einer der Klavier-Überäume wurde zum akustikgedämmten Regieraum umgebaut und ein schalldichtes Sichtfenster zum benachbarten Kammermusikraum eingesetzt. Dieser sowie die weiter entfernt liegenden beiden Musiksäle sind durch Multicores und entsprechende XLR-Steckfelder angebunden. Zur technischen Ausstattung gehören neben einem Computer und professioneller Aufnahmesoftware mehrere analoge und digitale Mischpulte sowie eine umfangreiche Sammlung von Mikrofonen, Kabeln und Adaptern. Unter anderem entstanden dort die CDs „Sechs Jahreszeiten“http://www.vondergoltz.net/music.php Bernhard von der Goltz, Komposition; Gerda Traub, Klavier; Aufnahme am 24. Juli 2010 Walter A. Neubeck und „KILIAN – Messe zu Ehren des Frankenapostels“. Messe für gemischten Chor, Trompete, Klarinette, Klavier, Kontrabaß und Schlagzeug. Musik: Matthias K. Ernst; Texte: Franz Josef Stettler; Kammerchor Würzburg. Aufgenommen am 10. Juli 2010 im Tonstudio des Matthias-Grünewald-Gymnasiums, Würzburg
Bühneneinrichtung