mini|Derby-Platz in Klein Flottbek (2005) Das Deutsche Spring- und Dressurderby (Eigenschreibweise: Deutsches Spring- und Dressur-Derby) ist ein internationales Reitturnier mit Wettbewerben im Springreiten und im Dressurreiten. Das seit 1920 in Hamburg-Klein Flottbek ausgetragene Deutsche Spring-Derby zählt zu den traditionsreichsten Veranstaltungen seiner Art. Mit seinen besonderen Hindernissen wie etwa dem Großen Wall, Pulvermanns Grab oder den Holsteiner Wegesprüngen ist der seither unveränderte Parcours einer der längsten und schwierigsten im Springreiten. Auf eine lange Tradition kann auch das Deutsche Dressur-Derby verweisen, das 2016 zum 58. Mal ausgetragen wurde.
Allgemeines Laut Angaben des Veranstalters besuchten im Jahr 2016 über 90.000 Besucher das Turnier.Ire Billy Twomey gewinnt deutsches Spring-Derby, Werner Langmaack / Die Welt, 9. Mai 2016 Das Turnier wird gemeinsam vom Norddeutschen und Flottbeker Reitverein und der En Garde Marketing veranstaltet, bis einschließlich 2024 besteht ein Kooperationsvertrag.
Die internationalen Dressurprüfungen auf Grand-Prix-Niveau sind seit 2011 jeweils als CDI 4* ausgeschrieben. Daneben werden auch internationale Dressuren auf Intermediaire-Niveau (als CDI 2*) und nationale Dressurprüfungen ausgetragen.
Das Programm der Springprüfungen auf dem Derbyplatz umfasst seit 2008 zum einen die Prüfungen eines CSI 5* für die Reiter aus dem In- und Ausland. Beginnend mit der Einlaufprüfung am Mittwoch über das Championat von Hamburg am Donnerstag findet der CSI 5* seinen Abschluss beim Großen Preis am Samstag. Von 2008 bis 2022 war der Großen Preis eine Etappe der Global Champions Tour, von 2016 an machte die Global Champions League zudem Station im Derbypark in Hamburg-Klein Flottbek.
Daneben finden ebenfalls ab Mittwoch für die Derbyreiter Prüfungen statt, deren Abschluss das Deutsche Spring-Derby am Sonntag ist. Diese Prüfungen waren bis 2016 als CSI 3* ausgeschrieben. Seit 2017 sieht die Ausschreibung hier einen CSI 4* vor, der neben einer Derby-Tour mit den typischen Derbyprüfungen auch eine neue Classic Tour mit weiteren Springprüfungen umfasst. Außerdem werden als CSIYH 1* Springprüfungen für junge 7- und 8-jährige Springpferde sowie eine internationale Springreiter-Amateur-Tour (CSIAm-A/CSIAm-B) ausgerichtet.
Das Preisgeld betrug 2023 insgesamt rund 1.000.000 €. Hiervon entfielen über 500.000 € auf die CSI 5*-Tour mit dem Großen Preis mit 300.000 € Dotation als Höhepunkt. Das Deutsche Spring-Derby war mit über 150.000 € dotiert. Die Dressurprüfung, das Deutsche Dressur-Derby, war mit 30.000 € dotiert.Deutsches Spring- und Dressurderby 2023: Turnierdetails im Turnierkalender auf nennung-online.de
Neben den beiden parallel stattfindenden Derbys wurde ab 1950 für eine Reihe von Jahren auch das Deutsche Fahrderby in Klein Flottbek ausgetragen.
Das für den 20. bis 24. Mai 2020 geplante Turnier musste wegen der COVID-19-Pandemie verschoben werden. Auch im Jahr 2021 wird das Turnier aufgrund der Corona-Schutzvorschriften nicht in gewohnter Form ausgetragen. Stattdessen wird Ende August 2021 eine Etappe der Global Champions Tour 2021 mit verringerter Zuschauerzahl im Derbypark durchgeführt.
Deutsches Spring-Derby mini|Andre Thieme mit Nacorde am Wall Das Deutsche Spring-Derby, teilweise auch Hamburger Derby genannt, wird seit 1920 in Hamburg-Klein Flottbek ausgetragen. Es gilt als eines der bedeutendsten Derbys im Springreiten und wird in Fachkreisen auch als das schwierigste Derby weltweit bezeichnet. Traditionell ist das Deutsche Spring-Derby der Publikums-Höhepunkt des Turniers.
Das besondere an diesem Derby ist der 1230 m lange Parcours, der vom passionierten Jagdreiter Eduard Pulvermann gestaltet und seit 1920 weder in seiner Linienführung noch in seinen Hindernissen verändert wurde. Lediglich die Höhe der Sprünge und vor allem die Tiefe der Stangenauflagen wurden über die Jahrzehnte nach und nach dem Leistungsniveau angepasst, um den Schwierigkeitsgrad trotz des verbesserten Bodens zu erhalten.
Unter den Naturhindernissen, die der holsteinischen Landschaft entnommen sind, ist wohl das bedeutendste bzw. das attraktionsreichste Hindernis der Große Wall. Nur einen Galoppsprung hinter dem Wallabstieg steht die weiße Planke, an der in der Geschichte des Derbys die meisten Springfehler zustande kamen.Deutsches Spring & Dressurderby auf der Internetseite des Norddeutschen und Flottbeker Reitervereins Ein weiteres bekanntes Hindernis ist Pulvermanns Grab. Der Parcours weist eine für heutige Verhältnisse ungewöhnliche Länge auf. Er fordert also neben einem gewissen Springvermögen in besonderem Maße Mut, Vertrauen und Kondition von Pferd und Reiter.
Seit in internationalen Prüfungen schon der zweite Ungehorsam des Pferdes zum Ausschluss führt, hat die Zahl der Ausschlüsse trotz hochkarätiger Starterfelder im Spring-Derby deutlich zugenommen.
Ab 2001 war das Deutsche Spring-Derby Teil der Riders Tour (PDF), von 2002 bis 2010 als erste Wertungsprüfung der Riders Tour. Von 2011 bis 2019 bildet es die zweite Station der Turnierserie.Riders Tour: RückblickHagen zusätzliche Station der Riders Tour: Beginn der Serie bei "Horses and Dreams" vom 6. bis 8. Mai. In: St. Georg, 15. Februar 2011 Das Spring-Derby fand im Jahr 2019 zum neunzigsten Mal statt. Nach zwei Jahren Derbypause wurde das Spring-Derby 2022 wieder ausgetragen. Es ist jedoch nicht mehr Teil der Riders Tour, nach Angaben der Turnierorganisatoren passe das veränderte Niveau der Riders Tour nicht mehr mit dem Spring-Derby zusammen.Riders Tour: „Formel 1 des Reitsports“ ist längst abgehängt, Michael Rossmann / dpa, 25. April 2022
Sieger des Deutschen Spring-Derbys Jahr Pferd Reiter Bemerkung2026 Comanche Frederic Tillmann 2025Paule SAndré Thieme 2024 Balou's Erbin Marvin Jüngel 2. Sieg in Folge auf demselben Pferd 2023 Balou's Erbin Marvin Jüngel 2022 Dacara E Cassandra Orschel 2019 Cordillo Nisse Lüneburg 2018 Gloria van Zuuthoeve Matthew Sampson 2017 Zera Pato Muente 2016 Diaghilev Billy Twomey Erster Sieg eines ausländischen Reiters seit 1997 2015 Professional Aircare Christian Glienewinkel 2014 Calle Cool Nisse Lüneburg 2. Sieg mit Calle Cool 2013 Hello Max Gilbert Tillmann 2012 Calle Cool Nisse Lüneburg 2011 Nacorde André Thieme 3. Sieg mit Nacorde 2010 Lex Lugar Carsten-Otto Nagel 2009 Carassina Thomas Kleis 2008 Nacorde André Thieme 2. Sieg in Folge auf demselben Pferd 2007 Nacorde André Thieme 2006 Collin Toni Haßmann 3. Sieg in Folge auf demselben Pferd 2005 Collin Toni Haßmann 2004 Collin Toni Haßmann 2003 Champion du Lys Ludger Beerbaum 2002 Charlottenhofs Iberio Sören von Rönne 2001 Landdame Franke Sloothaak 2000 Capriol Holger Wulschner 1999 Wienerwirbel Carsten-Otto Nagel 1998 Champion du Lys Ludger Beerbaum 1997 Gondoso Hugo Simon 1996 Lausbub Achaz von Buchwaldt 1995 E.T. Hugo Simon 1994 Vivaldi Nelson Pessoa 3. Sieg in Folge auf demselben Pferd, 7. Sieg insgesamt 1993 Vivaldi Nelson Pessoa 1992 Vivaldi Nelson Pessoa Comeback nach 24 Jahren 1991 Grandeur Thomas Frühmann 2. Sieg in Folge auf demselben Pferd 1990 Grandeur Thomas Frühmann 1989 Gammon John Whitaker 1988 Grandeur Thomas Frühmann 1987 Silbersee Michael Rüping 1986 Royals David Broome 1985 Janus de Ver Louis Jacobs 1984 Gladstone Hugo Simon 1983 Gladstone Hugo Simon 1982 Wendy Achaz von Buchwaldt 1981 Carroll'S Spotlight Eddie Macken 1980 Livius Peter Luther 1979 Roman Gerd Wiltfang 1978 Boy Eddie Macken 1977 Little One Hugo Simon 1976 Boomerang Eddie Macken 1975 New Yorker Caroline Bradley 1974 Kosmos Hartwig Steenken 1973 Simona Hartwig Steenken 1972 nicht ausgetragen 1971 Wimpel III Alwin Schockemöhle 1970 Stroller Marion Mould Pferd von nur 145 cm Stockmaß 1969 Wimpel III Alwin Schockemöhle 1968 Gran Geste Nelson Pessoa 1967 Vibart Andrew Fielder 1966 Torro Kurt Jarasinski 1965 Gran Geste Nelson Pessoa 1964 Dozent II Hermann Schridde 1963 Gran Geste Nelson Pessoa 1962 Esparatco Nelson Pessoa 1961 Posillipo Raimondo D’Inzeo 1960 Raffaela Kurt Jarasinski 1959 Retina Fritz Thiedemann 5. Sieg Thiedemanns 1958 Finale Fritz Thiedemann 1957 Bachus Alwin Schockemöhle 1956 Discutido Carlos Delía 1955 Halla Hans Günter Winkler 1954 Diamant Fritz Thiedemann 1953 Cäsar Walter Schmidt 1952 Rattler John Russel 1951 Meteor Fritz Thiedemann 1950 Loretto Fritz Thiedemann 1949 Fenek Käthe Schmidt-Metzger 1939 Nordrud Waldemar Fegelein 1938 Nordland Günter Temme 1937 Schorsch Hermann Fegelein 1936 Landrat Wilhelm Nippe 1935 Egly Günter Temme 1934 Nanuk Irmgard von Opel 1. weibliche Siegerin 1933 Baccarat Harald Momm 1. fehlerfreier Ritt in der Derbygeschichte 1932 General Marten von Barnekow 1931 Derby Ernst Hasse 1930 Morgenglanz Herbert Frick 1929 Derby Marten von Barnekow 1928 Falkner Carl-Friedrich von Langen 1927 Falkner Carl-Friedrich von Langen 1926 Apoll Wilhelm Graf von Hohenau 1925 Kreon Hans Christoph von Wietersheim-Kramsta 1924 Hanko Carl-Friedrich von Langen 1923 Döllnitz Hermann Martins 1922 Döllnitz Hermann Martins 1921 Teufel Hans-Joachim Andreae 1920 Cyrano Paul Heil Heil auf zwei anderen Pferden zweit- und drittplatziert
Fritz Thiedemann steht mit fünf Siegen und 19 Platzierungen auf Rang 8 und aufwärts.
Großer Preis mini|Kenneth Cheng mit Can Do, Großer Preis von Hamburg 2010 Während das Deutsche Spring-Derby für die Zuschauer der Turnierhöhepunkt ist, hat diese Stellung bei den internationalen Springreitern zunehmend der am Samstag ausgetragene Große Preis eingenommen. Im Jahr 2008 schloss der Veranstalter Volker Wulff einen Kooperationsvertrag mit dem Initiator der Global Champions Tour, Jan Tops, ab. Damit wurde der Große Preis Etappe der Global Champions Tour und blieb es bis zum Jahr 2022. Er ist allein mit 300.000 € ausgeschrieben und ist damit die zweithöchstdotierte Springprüfung in Deutschland.
Beim Großen Preis handelte es sich bis 2007 und wieder seit 2017 um eine internationale Springprüfung mit Stechen. In den Jahren dazwischen war die Prüfung als internationale Springprüfung mit zwei Umläufen und Stechen ausgeschrieben. Von 2008 bis 2011 trug der Große Preis die Zusatzbezeichnung Global Champions Tour von Deutschland.
Sieger im Großen Preis von Hamburg (seit 2002) Jahr Reiter / Pferd 2026 mit DSP Chakaria 2025 mit Dourkhan Hero Z 2024 mit Miss Blue 2023 mit Ben 2022 mit Dominator Z 2021 mit Une de l'OthainGroßer Preis des Turniers „Longines Global Champions Tour of Hamburg“, welches im August 2021 ausgetragen wurde. 2019 mit Jasmien v. Bisschop 2018 mit Don Z 2017 mit Casall 2016 mit Casello 2015 mit Voyeur 2014 mit Firth of Lorne 2013 mit Codex One 2012 mit Big Star 2011 mit Casall 2010 mit Quick Study 2009 mit Chupa Chup 2008 mit Leonardo B 2007 mit Nirmette Jahr Reiter / Pferd SiegerteamDer Große Preis war bis zur letztmaligen Austragung der Mannschaftswertung der Riders Tour im Jahr 2006 eine Wertungsprüfung dieser. 2006 mit Countdown J & S Team (Thomas Mühlbauer, Grégory Wathelet, Björn Nagel) 2005 mit Lord’s Classics AEGON Equestrian Team (Thomas Voß, Beat Mändli, Peter Wylde) 2004 mit Lolita HErgebnis der „Trophy von Hamburg“, im Jahr 2004 war das am Donnerstag stattfindende Championat mit der Zusatzbezeichnung „Großer Preis von Hamburg“ ausgeschrieben, hier gewann der Niederländer Gerco Schröder mit Lanapoule. Audi quattro Team (Ludger Beerbaum, Mylène Diederichsmeier, Christian Ahlmann) °° 2003 mit Cöster Audi quattro Team (Ludger Beerbaum, Marco Kutscher, Christian Ahlmann) 2002 mit Anka Audi quattro Team (Mylène Diederichsmeier, Christian Ahlmann, Marco Kutscher)
Anmerkungen:
Deutsches Dressur-Derby mini|Hubertus Schmidt, Träger des Blauen Bandes für den Sieg im 54. Deutschen Dressur-Derby (Mai 2012) mini|Erfolgreichster Reiter und bestes Pferd des 54. Deutschen Dressur-Derbys: Hubertus Schmidt reitet Premier, das Pferd von Aat van Essen