Mohamed Bin Issa Al Jaber (, * 17. Jänner 1959 in Dschidda) ist ein saudisch-österreichischer Unternehmer, der mit seinem Konzern MBI International und dessen Investitionsvorhaben regelmäßig in der Presse ist.Schreibweise seines Namens laut: „Founder’s Profile: Mohamed Bin Issa Al Jaber“, mbiinternational.com, abgerufen am 12. August 2019.
Beteiligungen Mohamed Bin Issa Al Jaber ist Gründer, Vorsitzender und CEO der Firmenholding MBI International & PartnersMBI International & Partners mit Sitz in London. Laut Angaben auf der Website hat die Unternehmensgruppe, die in Europa, dem Nahen Osten und den Vereinigten Staaten tätig ist, einen Vermögenswert im Wert von über 9 Milliarden US-Dollar.
Folgende Unternehmen sind bzw. waren laut Website Teil der MBI International: Die JJW Hotels & Resorts verwaltet mehrere Hotels und Resorts in Europa und Ägypten. In Österreich gehörte zur JJW früher das Ringstraßen-Hotel The Ring, das 2016 verkauft wurde. Das Grand Hotel Wien gehörte bis 2025 zum Portfolio, wurde jedoch nach der Insolvenz der Eigentümergesellschaften (Erste Wiener Hotel AG und Grand Hotel Gesellschaft m.b.H.) im Jänner 2026 an die spanische Eurostars Hotel Company (Grupo Hotusa) veräußert. Die AJWA Group for Food Industries ist ein Lebensmittel-Unternehmen im Nahen Osten mit Niederlassungen in Saudi-Arabien und Nordafrika Jadawel International ist ein Immobilien-Entwicklungsunternehmen im Nahen Osten Continentoil ist ein internationales Erdöl Ressource Management-Unternehmen mit Niederlassungen in den USA und Großbritannien.Continentoil Al Jaber ist zudem Gründer der MBI Al Jaber Foundation. Diese ist eine in Großbritannien eingetragene Wohltätigkeitsorganisation (Charity Reg. Nr. 1093439) mit Sitz in London. Ihr Ziel ist es, durch Bildungs- und Kulturaktivitäten Beziehungen zwischen dem Nahen Osten und der übrigen Welt zu pflegen und zu verbessern.MBI Al Jaber Foundation
Der Substanzwert der Unternehmen seiner Firmenholding wurde 2011 mit über 6 Mrd. Euro beziffert. in Wirtschaftsblatt vom 2. Mai 2011 Im April 2011 gab Al Jaber die Eigenkapitalquote mit 80 % an und sprach von einem Gewinn von 300 Mio. Euro im Jahr 2010.„profil“: Mohamed Al Jaber dementiert finanzielle Schwierigkeiten. In: ots.at, 21. April 2011.
2013 ist Al Jaber bei Forbes mit einem Privatvermögen von 7 Mrd. Dollar auf Platz 166 gelistet.Mohamed Bin Issa Al Jaber – Profile im Forbes Magazine mit Stand März 2013 Im April 2013 rangierte er als höchstplatzierter Araber auf Platz 15 der Sunday Times Rich List. in The Sunday Times vom 7. April 2013Top 10 richest Arabs in UK share $17.5 billion fortune bei al-Arabiya vom 22. April 2013 Die Zeitschrift Arabian Business reihte ihn in ihrer Ausgabe vom Dezember 2013 auf Platz 2 der 50 reichsten Araber ein mit einem Vermögen von 12,66 Milliarden Dollar. Radio France Internationale porträtierte ihn im Januar 2010 als reichsten Österreicher.
Beteiligungen in Österreich
2002 erwarb Al Jaber von der japanischen Fluglinie All Nippon Airways die Erste Wiener Hotel AG mit deren Tochtergesellschaft Grand Hotel Wien GmbH und damit das Grand Hotel Wien am Kärntner Ring. 2025 wurden beide Gesellschaften in Konkurs geschickt und gerichtlich aufgelöst.Historischer Firmenbuchauszug der Erste Wiener Hotel – Aktiengesellschaft, FN 129141p; ehemals Handelsgericht Wien HRB 4179. Abgerufen aus dem Firmenbuch in justizonline.gv.at am 21. Jänner 2026. Historie beginnend mit Ersterfassung gem. Art. XXIII Abs. 4 Firmenbuchgesetz, abgeschlossen am 16. Dezember 1994.HG Wien (007), Aktenzeichen 2 S 83/25f – Konkursverfahren: Firmenbuchnummer: FN 129141p, Schuldner: Erste Wiener Hotel - Aktiengesellschaft. Eintrag in der Insolvenzdatei der Republik Österreich, abgerufen am 21. Jänner 2026.Historischer Firmenbuchauszug der Grand Hotel Gesellschaft m.b.H., FN 63701d; ehemals Handelsgericht Wien HRB 4179. Abgerufen aus dem Firmenbuch in justizonline.gv.at am 21. Jänner 2026. Historie beginnend mit Ersterfassung gem. Art. XXIII Abs. 4 Firmenbuchgesetz, abgeschlossen am 26. November 1993.HG Wien (007), Aktenzeichen 3 S 79/25z – Konkursverfahren: Firmenbuchnummer: FN 63701d, Schuldner: Grand Hotel Gesellschaft m.b.H. Eintrag in der Insolvenzdatei der Republik Österreich, abgerufen am 21. Jänner 2026. Die Immobilie mit dem Grand Hotel wurde nach einem Bieterverfahren durch die Insolvenzverwalterin an die spanische Hotelgruppe Hotusa zu einem kolportierten Transaktionswert knapp unter 100 Millionen Euro veräußert.Al Jaber bekämpft Grand-Hotel-Verkauf. In: wien.ORF.at, 20. Jänner 2026, abgerufen am 23. Jänner 2026
Nach dem Grand Hotel kaufte er ein ehemaliges Bankgebäude am Kärntner Ring und ließ dieses zum Hotel The Ring umbauen.
Im Oktober 2006 kaufte Al Jaber das ebenfalls am Ring gelegene Palais Corso von der Generali Gruppe Österreich für rund 70 Millionen Euro.Irina Frühmann: Wirtschaftsblatt, 5. Oktober 2006
2007 übernahm Al Jaber 10 % der Errichtungskosten der Wiener Tourismus-Universität Modul University Vienna, ein Projekt der Wirtschaftskammer Österreich.Magdalena Klemun: Die Presse, 11. Juli 2007 Weiters vergibt er für die Studierenden Stipendien, sowohl persönlich als auch durch seine Stiftung.Sheikh Mohamed Bin Issa Al Jaber awarded as Honorary Senator of MODUL University Vienna auf modul.ac.at vom 25. Oktober 2013
Ebenfalls 2007 unterzeichnete JJW den Vertrag für den Kauf und die Expansion des Hotel Palais Schwarzenberg mit Magnat Real Estate. Da sich das Projekt verzögerte, legte Magnat im Dezember 2011 Klage ein. Eine Vergleichszahlung durch Al Jaber in Höhe von 2,65 Millionen Euro beendete den Rechtsstreit., Wirtschaftsblatt, 14. Dezember 2011Hotel Schwarzenberg: Doch kein Geld von Al Jaber?, Die Presse, 24. April 2011
2008 bot Al Jaber der finanziell gebeutelten Austrian Airlines ein Investment durch den Kauf von 20 % der Anteile an. Im Mai 2008 zog er sein Angebot nach der Veröffentlichung negativer Quartalszahlung zurück und bezichtigte den Geschäftsführer Alfred Ötsch ihm das Ausmaß der finanziellen Schwierigkeiten der Austria Airlines zu verschweigen., Austrian aviation.net, 3. Mai 2008 Der Wirtschaftsprüfer Herbert Heiser, der von Gericht als Sachverständiger zum Rechtsstreit zwischen Austrian und Al Jaber berufen wurde, stimmte Al Jabers Vermutung zu. In seinem Prüfungsbericht bestätigte er, dass Austrian anstatt des offiziell angegebenen Gewinns von 3,3 Millionen Euro einen Verlust von 235 Millionen Euro hätte ausweisen müssen.AUA-Bilanz: Prüfer entdeckt Ungereimtheiten bei Die Presse vom 31. Juli 2012
Ab Juli 2008 war Al Jaber Mehrheitseigentümer am österreichischen Skiunternehmen Kneissl und hielt 60 % der Unternehmensanteile. Nachdem Kneissl im Februar 2011 Insolvenz anmelden musste, stellte Jaber im Dezember 2012 1,98 Millionen Euro für die Sanierung bereit und bot den Gläubigern eine 20-%-Rate an.Geld an Kneissl: Scheich Al Jaber räumt auf, Die Presse, 9 February 2012Beate Troger: , Tiroler Tageszeitung, 26. Januar 2012 Im Dezember 2013 erwarb Al Jaber auch die restlichen 40 % an Kneissl vom bisherigen Gesellschafter Simon Herrmann Huber.Skifirma Kneissl gehört zu 100 Prozent Al Jaber, Die Presse, 5. Dezember 2013 Kneissl ist somit zu 100 % im Besitz von Al Jaber.
Unternehmensgeschichte 1982 gründete Al Jaber die Jadawel International Construction & Development. 1989 wurde die JJW Hotels & Resorts in Portugal gegründet. Nach dem Bau des größten Reislager- und Verarbeitungsbetriebes im Jeddah Islamic Port in Saudi-Arabien erfolgte 1992 die Gründung der AJWA Group for Agro and Food Industries.
Flugzeuge Die Boeing 727-22 mit dem Kennzeichen N400RGAircraft Registration (N400RG) auf flightaware.com und die Bombardier BD-700-1A11 Global 5000 mit dem Kennzeichen N171JJAircraft Registration (N171J) auf flightaware.com tragen das Logo von MBI International & Partners und sind auf US-amerikanische Treuhandfirmen registriert.
Chronik Österreich Im Jahr 2002 trat er in Österreich zum ersten Mal durch den Kauf des bekannten Grand Hotels in Wien von der japanischen Fluglinie All Nippon Airways in Erscheinung. Später erwarb er die Liegenschaft für das ebenfalls am Kärntner Ring eingerichtete Hotel The Ring.
Im Oktober 2006 wurde bekannt, dass Al Jaber um knapp 70 Millionen Euro das Palais Corso, ein Teil der Ringstraßen-Galerien, von der Generali Versicherung erwarb. in Wirtschaftsblatt vom 5. Oktober 2010
Im Frühjahr 2008 wollte Al Jaber in die finanziell angeschlagene österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines investieren. Geplant war eine Beteiligung zu rund 20 Prozent. Im Mai 2008, kurz nach Bekanntwerden schlechter Quartalszahlen der Austrian, zog er sein Angebot wieder zurück, da er, wie mehrfach berichtet, sich vom Vorstand der AUA „arglistig getäuscht“ fühlte und nicht über die wahre wirtschaftliche Situation der AUA aufgeklärt wurde.Luftfahrt: Al-Jaber klagt AUA auf 30 Mio. Euro bei Die Presse vom 19. Mai 2010 Es folgte ein Rechtsstreit, in dem Al Jaber im Sommer 2012 durch ein richterliches Gutachten gestärkt wurde. Wie die österreichische Tageszeitung Die Presse am 31. Juli 2012 berichtete, kam der Wirtschaftsprüfer Herbert Heiser zum Schluss, dass die Austrian Airlines bei den Verkaufsgeprächen 2007 einen Verlust von 205,5 Millionen Euro statt eines Gewinns von 3,3 Millionen Euro hätten ausweisen müssen.AUA-Bilanz: Prüfer entdeckt Ungereimtheiten bei Die Presse vom 31. Juli 2012 Ende 2008 kaufte dann die Lufthansa die österreichische AUA, der österreichische Staat stand für die Schulden ein.Lufthansa kauft Austrian Airlines in Die Welt vom 13. November 2008 Zuvor soll Al Jaber neuerlich mitgeboten haben.Kolportiert: Al Jaber bietet wieder mit in Der Standard vom 27. August 2008
Im Juli 2008 übernahm Al Jaber 60 Prozent des traditionellen österreichischen Sportartikelherstellers Kneissl Holding GmbH.
Im Februar 2009 kündigte Al Jaber an, die Mehrheit an den Gastronomiebetrieben von Toni Mörwald zu übernehmen und diesen als Küchenchef im geplanten Luxushotel Palais Schwarzenberg zu engagieren.Ein Scheich für Mörwald: Großinvestor Al Jaber steigt in die Nobelgastronomie e. In: Format.at, abgerufen am 10. Januar 2011. Über eine tatsächlich erfolgte Mörwaldinvestition ist nichts bekannt und auch ein Jahr nach behördlicher Bewilligung wurde mit dem Umbau des Palais Schwarzenberg noch nicht begonnen.Hotel Schwarzenberg wartet auf Scheich
Im Juni 2009 bekundete Al Jaber Interesse an den „Magic Life“ Club-Hotels von TUI.Scheich im Shoppingfieber: Al Jaber an TUI-Tochter Magic Life Clubs interessiert. In: Format.at, abgerufen am 10. Januar 2011. Im Oktober 2010 gab sich Mohamed Bin Issa Al Jaber an der Imperial Hotel AG interessiert.Scheich Al Jaber an Imperial Hotel AG interessiert
Anfang 2011 wurde nach neuerlichem Zahlungsverzug Konkurs gegen Kneissl beantragt. Kurz vor Ablauf der Frist reichte Al Jaber beim Landesgericht Innsbruck Sanierungspläne für die Skifirma ein, ließ seine Zahlungsversprechungen zur Sanierung in Folge aber wieder platzen.
Im Mai 2011 berichtete das WirtschaftsBlatt exklusiv, Petrus Advisers wolle Al Jabers Hotels in Österreich durch Umschuldung übernehmen. Al Jaber ließ derartige Gerüchte dementieren, die Erste Wiener Hotel AG stehe nicht zu Verkauf. in Wirtschaftsblatt vom 15. Mai 2011
Am 4. Oktober 2011 legte Al Jaber überraschend ein Angebot zum Rückkauf der Firma Kneissl. Am Tag zuvor hatten die Gläubiger des insolventen Skiherstellers den Verkauf an die Firma Kramer Elastics beschlossen.Scheich Al Jaber will Kneissl zurückkaufen in Die Presse vom 6. Oktober 2011 Im Jänner 2012 gelang es Al Jaber, das insolvente Unternehmen durch Zahlung einer 20-Prozent-Quote neuerdings und nun schuldenfrei zu übernehmen.Kneissl gehört wieder Al Jaber bei ORF vom 25. Januar 2011