Als Schmalegger Tobel wird eine Tobellandschaft im oberschwäbischen Landkreis Ravensburg bezeichnet, die unmittelbar an den Ravensburger Ortsteil Schmalegg angrenzt. Die Fließgewässer des Systems münden bei Weingarten als Ettishofer Ach in den Bodenseezufluss Schussen.
Entstehung Die Tobel entstanden vor rund 12.000 Jahren nach dem Ende der Würmeiszeit. Als zentrale Gleitschiene des Rheingletschers hatte sich das Schussenbecken mit einem rund 200 m hohen Rand aus Moränenschutt herausgebildet. Die Schussenzuflüsse sägten sich in den weichen Gesteinsuntergrund ein und sorgten so für die Tobelbildung, die in Form einer rückschreitenden Erosion bis heute andauert.
Landschaft In dem durch starke Zertalung geprägten Gelände befindet sich eine zum Teil geschützte Landschaft mit Schluchtwäldern und mehreren Bächen. Sehenswürdigkeiten sind vor allem der Wasserfall des Buttenmühlebaches mit einer Höhe von rund sechs Metern, die Königstanne, sowie die Reste der Wallanlagen der ehemaligen Ringgenburg.
Im Einzelnen setzt sich die Tobellandschaft aus den folgenden Tobeln zusammen: Schmalegger Tobel Ringgenburger Tobel Glastobel Feuertobel Hirschtobel Gehrentobel Rötenbacher Tobel Steigtobel Engeletobel, auch Engeleloch genannt Sturmtobel
Schutzgebiete Es wurden folgende Schutzgebiete ausgewiesen: Bereits seit dem 21. November 1966 besteht unter dem Namen Schmalegger und Rinkenburger Tobel (Schutzgebietsnummer 4.36.009) mit einer Größe von ursprünglich 1382 ha ein Landschaftsschutzgebiet.Landratsamt Ravensburg, Verordnung des Landratsamtes Ravensburg über das Landschaftsschutzgebiet "Schmalegger und Rinkenburger Tobel" im Landkreis Ravensburg, 21. November 1966 Durch Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen vom 7. Januar 1997 wurde unter demselben Namen ein Naturschutzgebiet (Schutzgebietsnummer 4.279) mit einer Größe von 232,2 haLandesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Steckbrief 4.279 Schmalegger und Rinkenburger Tobel gebildetGesetzblatt für Baden-Württemberg, 28. Februar 1997, S. 68–71 und das LSG entsprechend verkleinert. Das jetzt noch 1152,2 haLandesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Steckbrief 4.36.009 Schmalegger und Rinkenburger Tobel große Landschaftsschutzgebiet dient dem Schutz und der Ergänzung des Naturschutzgebiets. Ein Teil des Gebiets von 123,6 haLandesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Steckbrief 100033 Schmalegger Tobel ist unter dem Namen Schmalegger Tobel (Schutzgebietsnummer 100033) als Bannwald ausgewiesen.Forstdirektion Tübingen, Verordnung der Forstdirektion Tübingen über die Bannwälder "Kohltobel" und "Schmalegger Tobel", 23. September 2004
Das Gebiet ist außerdem Teil des FFH-Gebiets Schussenbecken mit Tobelwäldern südlich Blitzenreute.
Bilder
Siehe auch Liste der Bannwälder in Baden-Württemberg Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Ravensburg Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Ravensburg
Literatur Josef Schmid: Das schöne Schmalegg. Heimatbuch. Alfons Holzschuh, Ravensburg 1963
Weblinks
Naturschutzgebiet Schmalegger und Rinkenburger Tobel
Einzelnachweise
Kategorie:Schlucht Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Ravensburg Kategorie:Tal in Europa Kategorie:Tal in Baden-Württemberg Kategorie:Oberschwaben Kategorie:Schutzgebiet in Ravensburg Kategorie:Schutzgebiet der IUCN-Kategorie Ia Kategorie:Schutzgebiet der IUCN-Kategorie IV Kategorie:Schutzgebiet der IUCN-Kategorie V Kategorie:Landschaftsschutzgebiet im Landkreis Ravensburg Kategorie:Schutzgebietsgründung 1966