Archäologie Schweiz (AS) ist der grösste schweizweite Verein, der sich für das archäologische Kulturerbe der Schweiz engagiert. Er setzt sich für den Schutz, die Erforschung und den Erhalt archäologischer Denkmäler ein. Archäologie Schweiz vermittelt fundiertes Wissen zur Archäologie und lädt zu einer breiten kulturellen Teilhabe ein.
Mitglieder des Vereins sind sowohl Archäologieinteressierte als auch Fachpersonen sowie Institutionen. Archäologie Schweiz ist Herausgeberin wichtiger Publikationen zur Schweizer Archäologie. Verschiedene, meist öffentliche Veranstaltungsformate ermöglichen es, Archäologie hautnah zu erleben, in den direkten Austausch mit Fachpersonen zu treten und sich zu vernetzen.
Archäologie Schweiz nimmt als nationale Dachorganisation auch eine wichtige Netzwerkfunktion für die verschiedenen Akteure der Schweizer Archäologie wahr. Der Verein ist eine der Fachgesellschaften der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. AS ist Mitglied der Konferenz Schweizerischer Kantonsarchäologinnen und Kantonsarchäologen. Sie engagiert sich politisch unter anderem als Mitglied von Alliance Patrimoine. Verschiedene archäologische Fachgesellschaften sind eng mit Archäologie Schweiz verbunden. International ist AS mit weiteren Fachgesellschaften und Institutionen vernetzt.
An ihrem Sitz in der Universität Basel führt AS eine wissenschaftliche Bibliothek mit einem Themenschwerpunkt zur Schweizer Archäologie, welche in die Bibliothek des Departments Altertumswissenschaften integriert und öffentlich zugänglich ist.
Publikationen Archäologie Schweiz gibt als eigener Verlag zwei Zeitschriften, verschiedene Reihen und Einzelpublikationen heraus.
Das Jahrbuch Archäologie Schweiz ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift mit Peer review zur Archäologie der Schweiz. Das Magazin arCHaeo Suisse ist eine populärwissenschaftliche Zeitschrift, die über aktuelle Themen und Neuheiten aus der Schweizer Archäologie berichtet. Beide Zeitschriften erscheinen gedruckt und im Diamond Open Access. Sie werden auf der Plattform Zenodo publiziert und auf e-periodica archiviert.
Geschichte Die «Schweizerische Gesellschaft für Urgeschichte» wurde im Oktober 1907 in Brugg gegründet. Der Autodidakt und Lehrer Karl Keller-Tarnuzzer wurde 1928 ihr Sekretär und prägte das Bild der Gesellschaft nach aussen fast 30 Jahre lang. Mit Unterstützung des langjährigen Bundesrates Philipp Etter gelang im Jahr 1946 die Schaffung der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. Mitbegründer war Eugen Tatarinoff; er war Präsident des Vereins bis 1930. Von 1949 bis 1952 war Walter Ulrich Guyan Präsident der Gesellschaft. 1967 wurde die Gesellschaft in Schweizerische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte umbenannt.Schweizerische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte. In: Iobid. Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW.
Ab den frühen 1960er-Jahren bestimmten Akademiker den Kurs der Gesellschaft, das Sekretariat wurde nach Basel verlegt. Mitte der 1970er-Jahre durchlebte die Gesellschaft eine tiefe finanzielle und institutionelle Krise, aus der sie durch die Einbindung der in vielen Kantonen berufenen Kantonsarchäologen gestärkt hervorging. In der Folge führt Archäologie Schweiz keine eigenen Ausgrabungen mehr durch und versteht seine Hauptaufgabe in der Vermittlung und Vernetzung von Wissen.
Seit 2006 heisst der Verein Archäologie Schweiz und repräsentiert alle Fachrichtungen und Disziplinen der Schweizer Archäologie.
Weblinks Website von Archäologie Schweiz
Einzelnachweise
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