|} mini|Haltepunkt Costeira (km 11,6) mini|Haltepunkt Santana-Fereirra (km 15,8) mini|Der 2006 sanierte Haltepunkt Alhadas (km 8,4) mini|Güterzug auf dem Restabschnitt zum Gewerbegebiet bei Pampilhosa (2011)
Die Ramal da Figueira da Foz (zu deutsch Nebenstrecke von Figueira da Foz, selten auch Ramal de Cantanhede beziehungsweise Nebenstrecke von Cantanhede) war eine Eisenbahnstrecke in Portugal zwischen der Hafenstadt Figueira da Foz und der Stadt Pampilhosa via Cantanhede.
Die 50,4 Kilometer lange Strecke wurde 1882 als Teil der Linha da Beira Alta eröffnet. Der Verkehr wurde zu Jahresbeginn 2009 eingestellt. Ab 2013 wurden die Gleisanlagen abgebaut und 2020 die Trasse rechtlich in einen Bahntrassenradweg umgewandelt.
Geschichte Bau und Eröffnung Die Konzession für den Bau der neuen, zweiten grenzüberschreitenden Eisenbahnstrecke nach Spanien, erhielt 1878 die Sociétè Financiére de Paris, die wiederum dafür 1879 die Companhia dos Caminhos de Ferro Portugueses da Beira Alta gründete. Die Bauarbeiten begannen am 10. August 1880 und damit erheblich später als der weiter im Landesinneren gelegene Teil zwischen der Grenze und Pampilhosa; dort begannen die Bauarbeiten bereits am 3. Oktober 1878. Die Ramal da Figueira da Foz, früher noch fester Teil der Linha da Beira Alta, wurde am 3. Juli 1882 in Anwesenheit des Monarchen D. Luís und der königlichen Familie auf einer Eröffnungsfahrt zwischen Figueira da Foz und Vilar Formoso eröffnet. Die Strecke zwischen Figueira da Foz und Pampilhosa hatte maßgeblich der Ingenieur Saraiva de Carvalho entworfen.José Reibeiro da Silva und Manuel Ribeiro: Os Comboios em Portugal – Do Vapor à Electricidade. Band 1. [Die Eisenbahnen in Portugal – Von Dampf zur Elektrizität.] Terramar Verlag, Lissabon 2008, ISBN 978-972-710-410-9.
Die Eröffnung der Strecke, die nun vom Atlantik über Pampilhosa und Guarda bis zur spanischen Grenze reichte, kam dem Hafen von Figueira da Foz sehr zu Nutzen, der infolgedessen erheblich an Kunden gewannen. Gleichzeitig entwickelte sich die Stadt Figueira, deren Zentrum zuvor sich mehr an der Mündung des Mondego befand, mehr in Richtung Osten entlang des Flussufers. Die ersten Zugverbindungen führten meist entweder zur spanischen Grenze oder über eine Gleisverbindung im Bahnhof Pampilhosa in die nächstgrößere Stadt Coimbra beziehungsweise über die Ramal de Lousã bis nach Lousã.
1891, durch die Eröffnung der kürzeren und geografisch günstiger gelegenen Ramal de Alfarelos, welche die beiden Strecken Linha do Oeste (Figueira da Foz–Leiria–Lissabon) und Linha do Norte (Porto–Coimbra–Entroncamento–Lissabon) verband, erfuhr die Ramal da Figueira da Foz einen erheblichen Bedeutungsverlust. Vom Figueira da Foz war es nun wesentlich schneller mit dem Zug über Alfarelos zu fahren, statt zunächst über die Nebenstrecke via Cantanhede und Pampilhosa. 1946 ließ der portugiesische Staat die bereits bankrotte Privatgesellschaft, die immer noch den Betrieb auf der Strecke ausführte, in die neugegründete, staatliche Companhia dos Caminhos-fe-Ferro Portugueses (CP), Vorgängerin der heutigen Comboios de Portugal, integrieren.
Trennung von der Linha da Beira Alta Seit den siebziger Jahren ist die Ramal da Figueira da Foz offiziell von der Linha da Beira Alta getrennt, durchgängige Züge zwischen Spanien und Figueira da Foz gab es kaum noch. Besonders nach der Nelkenrevolution und der darauf folgenden Stilllegungswelle kleiner Nebenbahnen war auch die Nebenstrecke nach Figueira bedroht. Durch Sparmaßnahmen war die Strecke bis zuletzt komplett eingleisig. Offiziell gab es vor Betriebseinstellung nur noch die drei Bahnhöfe (estações) Figueira da Foz, Cantanhede und Pampilhosa, so dass im Verlauf der Strecke nur im Bahnhof Cantanhede Zugkreuzungen erfolgen konnten. Die restlichen waren zu Haltepunkten (apeadeiros) herabgestuft worden. Es erfolgten nach dem Jahr 2000 einzelne Renovierungsmaßnahmen, so wurden die Haltepunkte Maiorca, Alhadas, Santana-Ferreira, Bebedouro und Cordinhã saniert.
2007 kündigte der Infrastrukturgesellschaft REFER an, die Strecke zwischen 2008 und 2009 zu sanieren. Erklärte Absicht war, den einzigen Tunnel der Strecke, den 519 Meter langen, eingleisigen Túnel de Alhadas, zu sanieren. So sollte eine weitere Möglichkeit zur Stärkung des Güterverkehrs zwischen Spanien und Portugal erhalten und die ebenso teils eingleisige Ramal de Alfarelos entlastet werden. Gemäß der Ankündigung sollte unter anderem die zulässige Streckengeschwindigkeit, die auf 50km/h begrenzt war, erhöht werden.Carina Fonseca: [Nebenstrecke von Figueira wird saniert] In: Jornal de Notícias. 28. Oktober 2007 [Nebenbahn von Figueira da Foz der Strecke der Beira Alta wird 2008 saniert] In: Jornal O Figueirense. 27. Oktober 2007.
Für den Anschluss an den Güterterminal von Figueira da Foz sollte laut einer 2009 getätigten Ankündigung von REFER eine direkte Gleisverbindung zwischen der Linha do Oeste und der Ramal da Figueira da Foz entstehen, da die Fahrten nur mit Richtungswechsel im Bahnhof von Figueira möglich waren.Pressemeldung: [Ramal da Figueira da Foz – Aufklärung], REFER.pt, 14. Januar 2009. Dies wurde nicht umgesetzt.
Bis Januar 2009 gab es drei Zugpaare zwischen Figueira da Foz und dem Bahnhof Coimbra-A über Pampilhosa, die meist von Dieseltriebwagen der CP-Baureihe 0350 (Allan) gefahren wurden.
Stilllegung Seit 5. Januar 2009 ist die Strecke ohne Verkehr.Nelson Morais: Ramal sem comboios por tempo incerto. [Nebenbahn für unbestimmte Zeit ohne Züge] In: Jornal de Notícias. 3. Januar 2009. Der Infrastrukturbetreiber zahlte pro Monat 13.680 € für Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Figueira da Foz und Pampilhosa.Carlos Cipriano: , [Wegen Bauarbeiten werden 232 Kilometer Gleise gesperrt] In: Público. 19. Oktober 2009. Er beendete den Schienenersatzverkehr am Jahresbeginn 2012.
REFER begann nicht mit den angekündigten Bauarbeiten. Im März 2012 wurde die Strecke, mit Ausnahme des kurzen Abschnitts von Streckenkilometer 48,47 im Gewerbegebiet Zone Industria de Viadores bis zum Bahnhof Pampilhosa, im Streckenverzeichnis als außer Betrieb gekennzeichnet. Im 2012 von der Regierung beschlossenen Strategieplan Verkehr für den Zeitraum 2011 bis 2015 wurde die Aussetzung des Verfahrens zur Reaktivierung der Strecke festgeschrieben.
2013 ließ die REFER erste Gleise der Strecke ausheben. Als Begründung wurde der Schutz vor Metalldiebstahl genannt, nach Medienberichten waren allein die Schienen der 50 Kilometer langen Strecke gut 960.000 Euro wert. Die Anliegergemeinden protestierten gegen den Schritt.
REFER ging 2015 in der staatlichen Infrastrukturgesellschaft Infraestruturas de Portugal auf. Deren öffentlich-rechtliche Immobiliengesellschaft IP Património vereinbarte 2020 mit der Região de Coimbra sowie den Anliegergemeinden eine Unterkonzession, um die Trasse in den Ecopista do Antigo Ramal da Figueira da Foz () genannten Bahntrassenradweg umzuwandeln.
Weblinks
(PDF, 2,84 MB, portugiesisch, englisch) Ecopista do Antigo Ramal da Figueira da Foz (Bahntrassenradwegplanung Stand 2021, portugiesisch)
Einzelnachweise
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Figuera Kategorie:Verkehr (Figueira da Foz) Kategorie:Spurweite 1668 mm