Rendezvous mit dem Tod: Warum John F. Kennedy sterben musste ist ein Dokumentarfilm des deutschen Filmemachers Wilfried Huismann.

Der Film macht Fidel Castro und den kubanischen Geheimdienst für Lee Harvey Oswalds Attentat auf John F. Kennedy verantwortlich.

Handlung Wilfried Huismann macht sich in seinem Dokumentarfilm auf die Suche nach Hintermännern, die Lee Harvey Oswald den Auftrag für den Kennedy-Mord am 22. November 1963 gegeben haben könnten. Er kommt zum Schluss, dass Oswald vom kubanischen Geheimdienst G-2 rekrutiert wurde und während seines Aufenthalts in Mexiko-Stadt im September 1963 den Auftrag erhielt, Kennedy zu erschießen.

In seiner Beweisführung stützt sich Huismann auf den ehemaligen FBI-Supervisor Laurence Keenan, der noch im November 1963 nach Mexiko reiste, um die Spur von Oswald zu verfolgen. Seine damaligen Recherchen musste Keenan abbrechen, da sie dem neuen Präsidenten Lyndon B. Johnson zu brisant waren. 40 Jahre später nimmt er gemeinsam mit Huismann die Spur wieder auf.

Seine These untermauert der Film mit Zeitzeugen-Interviews, darunter: Alexander Haig und Joseph A. Califano (enge Mitarbeiter Präsident Johnsons), Sam Halpern (Robert F. Kennedys Mann bei der CIA), der selbst für die Pläne zur Ermordung Castros verantwortlich war, und General Fabián Escalante (ehemaliger Chef des kubanischen Geheimdienstes G-2). Zusätzlich wird sie durch neue Aktenfunde beim KGB und beim ehemaligen mexikanischen Geheimdienst DFS und durch Abhörbänder der kubanischen Botschaft in Mexiko unterstützt.

Ausstrahlung In Deutschland lief die 850.000 Euro teure Produktion als Free-TV-Premiere am 6. Januar 2006 ab 21:45 Uhr im Ersten. Diese verfolgten insgesamt 2,10 Millionen Zuschauer bei 7,8 Prozent Marktanteil, in der werberelevanten Zielgruppe waren es 0,55 Millionen Zuschauer bei 4,6 Prozent Marktanteil.

Kritiken Die These des Films und seine Beweisführung wurde heftig diskutiert:

Die Filmemacher antworteten auf diesen Focus-Artikel in einer Stellungnahme auf der Website des WDR:

Der amerikanische Historiker David E. Kaiser wertete die abgehörten Telefonate der kubanischen Botschaft mit den Sowjets aus und fand keine Hinweise auf einen Mordauftrag. Nach den vorliegenden Transkripten ging es einzig darum, dass Oswald mit seiner Familie via Kuba in die Sowjetunion zurückkehren wollte.David Kaiser: The Road to Dallas. The Assassination of John. F. Kennedy. Harvard University Press, Cambridge, MA 2008, S. 266 (hier der Bezug auf Huismanns Film) –276.

Auszeichnungen Reinhard Gossmann wurde im Jahr 2006 für den Deutschen Kamerapreis nominiert. Zuvor hatte der Film den Bremer Dokumentarfilm Förderpreis 2003 erhalten.Filmbüro Bremen, gefunden am 20. April 2008.

Hintergrund Der Titel Rendezvous mit dem Tod geht auf Kennedys Lieblingsgedicht Rendezvous with Death von Alan Seeger zurück,jfklibrary.org welches mit den Versen endet:Hab mit dem Tod ein Rendezvous/ Bei Nacht, in einer Stadt, die brennt,/ Zieht Frühling nordwärts dieses Jahr,/ Halt ich mein Wort, tu meine Pflicht:/ Dies Rendezvous verpass ich nicht. But I've a rendezvous with Death At midnight in some flaming town, When spring trips north again this year, And I to my pledged word am true I shall not fail that rendezvous

Veröffentlichung als DVD und Buch Der Film erschien am 28. September 2006 auf DVD. Darauf sind weitere 30 min Interviewmaterial enthalten. Wilfried Huismann: Rendezvous mit dem Tod. Warum John F. Kennedy sterben musste. Pendo-Verlag, München/Zürich 2006, ISBN 3-86612-095-8.

Weblinks

„Die Hauptfrage ist jetzt beantwortet“, Interview von Bernd Pickert mit Huismann in der taz, 6. Januar 2006 Telepolis: Rendezvous mit der Quote

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2006 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (Das Erste) Kategorie:Westdeutscher Rundfunk (Fernsehen) Kategorie:Geschichte Kubas Kategorie:Attentat auf John F. Kennedy