Steinigtwolmsdorf (, oberlausitzisch-umgangssprachlich Wunsdurf) ist eine Gemeinde im Landkreis Bautzen im Südosten des Freistaates Sachsen, direkt an der Grenze zu Tschechien.

Geographie und Verkehr Steinigtwolmsdorf liegt im Süden des Landkreises Bautzen mitten im Oberlausitzer Bergland. Es befindet sich etwa 13 km südöstlich von Bischofswerda und ca. 14 km südwestlich der Kreisstadt Bautzen. Steinigtwolmsdorf liegt an der Bundesstraße 98 (Bischofswerda – Oppach – Zittau). Der nächste Haltepunkt ist der Haltepunkt Neukirch (Lausitz) Ost an der Bahnstrecke Bautzen–Bad Schandau.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|Karte von Oberreit mit Steinigtwolmsdorf von 1821/22 mini|Steinigtwolmsdorf um 1840https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/17525/395, abgerufen am 10. September 2021 Der Hauptort Steinigtwolmsdorf wurde um das Jahr 1250 gegründet. 1442 erfolgte in schriftlichen Quellen die erste Erwähnung von „Stenychtem Wolffersdorfe“. Nach einer kleinen Holzkapelle im Jahre 1262 wurde im Jahre 1363 die erste Kirche am heutigen Standort errichtet.

Die ersten nachweisbaren Lehensbesitzer des Ortes, die Herren von Hermsdorf, besaßen Steinigtwolmsdorf von 1340 bis 1399.

Um 1459 ließen die Grundherren von Haugwitz auf dem Birkgut eine Schäferei erbauen. Zur Einweihung pflanzte man im Hofe der Schäferei Linden. Eine davon steht noch heute und ist eine der ältesten Linden in der Lausitz. Der Stammumfang beträgt über 8 m und der Stammdurchmesser 2,55 m.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1586/87 46 besessene Mann,10 Hufen 1764 29 besessene Mann,28 Gärtner 1834 1.454 1871 2.124 1890 2.418 1910 2.453 1925 2.369 1939 2.365 1946 2.603 1950 2.720 1964 2.629 1990 2.101 2000 3.571 Quelle: Das Historische Ortsverzeichnis von Sachsen

Politik

Gemeinderat

Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die Sitze im Gemeinderat wie folgt: Bürgerbewegung: 8 Sitze Dorfkultur e. V. Steinigtwolmsdorf: 3 Sitze CDU: 3 Sitze +letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Bürgerbewegung850,6855,8325,8Dorfkultur e. V. Steinigtwolmsdorf327,2112,6––CDU322,1426,6851,4Linke–––5,017,6Bürgerbewegung Ringenhain––––215,2Wahlbeteiligung73,9 %71,4 %58,1 %

Bürgermeister Das Amt des Bürgermeisters begleitet seit 2020 Kathrin Gessel (CDU, BüBew). +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2020Kathrin GesselCDU, BüBew50,52019Lutz FörsterBüBew77,12012Guntram SteglichSteglich56,52005BWSt43,92001Peter KynastF.D.P.72,5 Ortsname 1442 erfolgte in schriftlichen Quellen die erste Erwähnung von „Stenychtem Wolffersdorfe“. Der ursprüngliche Ortsname war im 16. Jahrhundert bereits abhandengekommen. 1512 nannte es der Bischof Johann IV. „Wuhnsdorf“, 1551 wird es als „Wolmannsdorf“ erwähnt. Im Jahre 1559 werden in einer Lehensurkunde „Steinigt Wolframsdorf“ und „Steinigtwolfersdorf“ erwähnt. 1594 findet sich die Schreibweise „Steinigt Wuhnsdorf“. 1700 wurde der Ortsname Steinichtwolmsdorf und ab 1900 „Steinigtwolmsdorf“ geschrieben.

Ortsgliederung Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Ringenhain, Steinigtwolmsdorf und Weifa.

Bürgermeisterin ist seit 2020 Kathrin Gessel (CDU).Knut-Michael Kunoth: „Knappe Entscheidung bei Bürgermeisterwahl in Steinigtwolmsdorf“ auf www.radiolausitz.de, 11. Oktober 2020

Bildung Die Gemeinde Steinigtwolmsdorf verfügt über eine Grundschule. Die Mittelschule des Ortes wurde 2001 geschlossen.

Sprache Entsprechend der Klassifizierung von Hans Klecker wird in den Dörfern der Gemeinde die westliche Variante der Oberlausitzer Mundart gesprochen. Hauptsächlich im Ortsteil Weifa ist die Besonderheit der sogenannten Kürzungsmundart zu beobachten. Anders als in anderen Gebieten der Oberlausitzer Mundart werden insbesondere, ähnlich wie im Bairischen, Vor- und Endsilben verkürzt, z. B. gwaast statt gewaasen für gewesen.

Sehenswürdigkeiten mini|Kirche Steinigtwolmsdorf mini|Kirche Steinigtwolmsdorf Siehe auch: Liste von Kulturdenkmalen in Steinigtwolmsdorf Kirche Steinigtwolmsdorf von 1861https://www.kirche-neukirch.de/kirchgemeinde-steinigtwolmsdorf/kirchengeschichte/index.html, abgerufen am 4. März 2020Liste der Pfarrer zu Schönigtwolmsdorf seit 1550, abgerufen am 4. März 2020 Schulmuseum kleinstes Umgebindehaus der Oberlausitz in Ringenhain Birkgutlinde, ca. 550 Jahre alt, Stammumfang 8,15 m Dorfensemble Weifa, höchster Ort der Oberlausitz mit vielen Umgebindehäusern Erlebnisbad Wasserwelt Steinigtwolmsdorfhttps://www.steinigtwolmsdorf.de/freibad-wasserwelt.html, abgerufen am 4. März 2020 Heimatmuseum in Weifa, Kammweg 21

Naturschutz

Persönlichkeiten Johann Michael Weiß (1648–1726), Theologe, wirkte einige Zeit als Pfarrer in Steinigtwolmsdorf Christoph Beyer (1653–1741), Architekt, kursächsischer Oberlandbaumeister Johann George Matthaei (1680–1759), lutherischer Geistlicher und Kirchenlieddichter Elias Augst (1775–1849), Maler, Erfinder mechanischer Figurentheater Gustav Hermann Schulze (1833–1901), Jurist, Justizrat am Amtsgericht Neusalza, Historiker und Heimatforscher der Oberlausitz Friedrich Wilhelm Thomas (1864–1929), Oberpfarrer in Gerahttps://d-nb.info/gnd/1270440098 Personendatensatz bei der Deutschen Nationalbibliothek, abgerufen am 21. Mai 2024 Alexander Pache (1878–1943), Lehrer und Autor Helmut Sieber (1908–1977), Jurist und Sachbuchautor Siegfried Hedusch (1925–2003), Kunstpädagoge und volkskünstlerischer Maler Friedrich Wolfgang Porsche (1928–2019), Agrarwissenschaftler Karlheinz Möbus (1938–2014), DDR-Diplomat

Literatur

Gustav Hermann Schulze: Steinigtwolmsdorf (1875)

Einzelnachweise

Weblinks

Ausführliche Informationen zur Geschichte der Kirche Steinigtwolmsdorf, zur Schuster-Orgel und zum Kirchenmuseum, abgerufen am 4. März 2020

Kategorie:Ort im Landkreis Bautzen Kategorie:Ort in der Oberlausitz