Leninorden 180px|alt=Abbildung des OrdensOrden 72px|alt=Abbildung der OrdensschnalleBandschnalle
Der Leninorden () war die nach Wladimir Iljitsch Lenin benannte höchste Auszeichnung der Sowjetunion.
Geschichte Der Orden wurde am 6. April 1930 durch das Allrussische Zentrale Exekutivkomitee eingeführtLeninorden: Geschichte und Wert und am 5. Mai per Dekret bestätigt. Erstmals vergeben wurde er am 23. Mai an die Redaktion der Komsomolskaja Prawda.Waldemar Trojca: Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges. Sowjetische Fliegerasse 1941–1945. VDM, Zweibrücken 2019, ISBN 978-3-86619-152-5, S. 98 Der Leninorden wurde verliehen an:
Funktionäre für herausragende Leistungen für den Staat, Arbeiter für herausragende Arbeitsleistungen, Militärs für beispielhaften Einsatz im Dienst und an Empfänger der Auszeichnungen Held der Sowjetunion und Held der sozialistischen Arbeit.
Mit ihm wurden Menschen ausgezeichnet, die die Völkerfreundschaft und den Frieden förderten oder der sowjetischen Gesellschaft oder dem Staat herausragende Dienste leisteten. Der Orden wurde auch an Fabriken, Städte, Regionen oder Republiken verliehen. Der Orden konnte an dieselbe Person mehrfach verliehen werden, acht Fälle von elffachen Trägern sind dokumentiert.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden etwa 36.000 Orden an Soldaten der Roten Armee sowie alliierter Streitkräfte verliehen, mit weiteren 5.000 wurden Zivilpersonen ausgezeichnet. 500 mal erhielten ihn Institutionen und Einrichtungen.
Der Orden wurde bis zur Auflösung der Sowjetunion (1991) verliehen.
Zumindest 2024 oder 2025 wurde der Orden erneut verliehen, und zwar postum an einen 2024 im Ukrainekrieg gefallenen US-amerikanischen Staatsbürger, der auf Seiten der Russen gekämpft hatte. Während der Verhandlungen mit dem Sondergesandten des amerikanischen Präsidenten Trump, Steve Witkoff, übergab der russische Präsident Wladimir Putin den Orden an Witkoff, damit dieser ihn der Mutter des Gefallenen, der stellvertretenden CIA-Direktorin für Digitale Innovation, Juliane Gallina, aushändigen sollte.Jennifer Jacobs, Margaret Brennan, Olivia Gazis: Putin needles U.S. by giving Trump envoy an award meant for CIA official whose son died fighting for Russia, CBS News, 8. August 2025, abgerufen am 10. August 2025 (englisch)Leninorden für CIA-Agentin – Putin-Geste an Trump lässt tief blicken, t-online.de 9. August 2025, abgerufen am 10. August 2025
Beschreibung Das Ordenszeichen des einklassigen Ordens war ein rundes Medaillon mit einem Porträt des nach links schauenden Lenin, über dem eine rot emaillierte Fahne mit der kyrillischen Inschrift „ЛЕНИН“ (LENIN) schwebte. Das Medaillon war von einem goldenen Ährenkranz umgeben, der links einen kleinen roten Stern und unten das Hammer-und-Sichel-Symbol trug. Der Orden wurde an einer fünfeckigen Spange getragen. Das Band war rot mit beidseitig doppelten goldenen Randstreifen. Das Medaillon war in reinem Gold und das Leninporträt in Platin ausgeführt.
Der Orden beruhte auf einem Modell der Bildhauer Iwan Schadr und Pjotr Tajoschny entsprechend dem Entwurf des Künstlers Iwan Dubassow nach dem Foto Wiktor Bullas, nach dem von Alexei Pugatschow der Prägestempel hergestellt worden war.
Bekannte Träger
Träger des Leninordens waren unter anderem:
Bersarin, Nikolai (1904–1945), Stadtkommandant von Berlin Bersin, Jan (1889–1938), Chef des sowjetischen Militärgeheimdienstes Blücher, Wassili (1889–1938), Marschall der Sowjetunion Botwinnik, Michail (1911–1995), Schachweltmeister Bykowski, Waleri (1934–2019), Kosmonaut Castro, Fidel (1926 oder 1927–2016), kubanischer Staatschef Chruschtschow, Nikita (1894–1971), Politiker Dickel, Friedrich (1913–1993), Minister des Innern der DDR, Politiker der SED Dolina, Marija (1922–2010), Pilotin Dowschenko, Oleksandr (1894–1956), ukrainischer Regisseur und Schriftsteller Dschanaschia, Simon (1900–1947), georgischer Historiker Emanuel, Nikolai (1915–1984), Chemiker Feuerstein, Dieter W. (* 1955), Mitarbeiter der DDR-Auslandsspionage Hauptverwaltung A Florakis, Charilaos (1914–2005), Generalsekretär der Kommunistischen Partei Griechenlands Gagarin, Juri (1934–1968), erster Mensch im Weltraum Gapurow, Muhammetnazar (1922–1999), Generalsekretär der Turkmenischen SSR Gilels, Emil (1916–1985), Pianist (dreifach) Golowko, Arseni (1906–1962), Admiral der Nordflotte im Zweiten Weltkrieg Gorbatschow, Michail (1931–2022), Politiker (dreifach) Gorki, Maxim (1868–1936), Schriftsteller Gorkowski Awtomobilny Sawod (GAZ), sowjetischer Automobilkonzern Grisodubowa, Walentina (1909–1993), Fliegerin Grotewohl, Otto (1894–1964), ehemaliger Politiker der SPD, später Ministerpräsident der DDR als SED-Mitglied Gurewitsch, Michail (1893–1976), Flugzeugbauer Hall, Gus (1910–2000), US-amerikanischer Politiker der Kommunistischen Partei der USA Hammer, Armand (1898–1990), US-amerikanischer Industrieller und Kunstsammler Hikmet, Nazim (1902–1963), türkischer Dichter Honecker, Erich (1912–1994), Vorsitzender des Staatsrats der DDR Jähn, Sigmund (1937–2019), erster Deutscher im All Jaschin, Lew (1929–1990), Fußballtorwart Lominadse, Bessarion (1897–1935), Vorsitzender der transkaukasischen KP Kalaschnikow, Michail (1919–2013), Entwickler des Sturmgewehrs AK-47 Kantaria, Meliton (1920–1993), Feldwebel, der angeblich die Siegesfahne auf dem Berliner Reichstagsgebäude hisste Kapiza, Pjotr (1894–1984), Physiker Kim, Il Sung (1912–1994), Präsident Nordkoreas (dreifach: 1972, 1978 und 1987) Lyssenko, Trofim (1898–1976), Wissenschaftler Maksutow, Dmitri (1896–1964), Optiker Mala, Ljubow (1919–2003), Medizinerin Mercader, Ramón (1913–1978), Mörder Leo Trotzkis Michalkow, Sergei (1913–2009), Autor des Textes der sowjetischen und russischen Hymne Mikojan, Artjom (1905–1970), Flugzeugbauer Papanin, Iwan (1894–1986), Leiter der ersten sowjetischen Nordpolexpedition Philby, Kim (1912–1988), britischer Geheimagent Popow, Oleg (1930–2016), Clown und Pantomime Prawda, sowjetische Zeitung Raschidow, Scharaf (1917–1983), usbekischer Politiker und Schriftsteller (zehnfach) Riehl, Nikolaus (1901–1990), russisch-deutscher Atomphysiker Rodnina, Irina (* 1949), Eiskunstläuferin Rokossowski, Konstantin (1896–1968), Marschall im Zweiten Weltkrieg Saizew, Wassili (1915–1991), Scharfschütze während des Zweiten Weltkrieges Salkind, Rosalija (1876–1947), Politikerin (zweifach) Sarubin, Wassilij (1894–1972), Geheimdienstoffizier Scholochow, Michail (1905–1984), Schriftsteller und Nobelpreisträger Schukow, Georgi (1896–1974), Marschall im Zweiten Weltkrieg (sechsfach) Stalin, Josef (1878–1953), Politiker (dreifach) Tereschkowa, Walentina (* 1937), erste Frau im Weltraum Thiessen, Peter Adolf (1899–1990), deutscher Chemiker Timaschuk, Lidija (1898–1983), Ärztin, für das Aufdecken der angeblichen Ärzteverschwörung Tito, Josip Broz (1892–1980), Staatspräsident und Marschall Jugoslawiens Ulbricht, Walter (1893–1973), Vorsitzender des Staatsrats der DDR Ustinow, Dmitri (1908–1984), Marschall der Sowjetunion (elffach)
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Orden und Ehrenzeichen (Sowjetunion) Kategorie:Wladimir Iljitsch Lenin als Namensgeber