Sudscha () ist eine Kleinstadt in der Oblast Kursk (Russland).
Geografie Die Stadt liegt am Südrand der Mittelrussischen Platte etwa 100 km südwestlich der Oblasthauptstadt Kursk an der gleichnamigen Sudscha, einem rechten Nebenfluss des in den Dnepr mündenden Psjol. Sudscha ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.
Geschichte 17. und 18. Jahrhundert Der Ort entstand im 17. Jahrhundert als befestigte Handelssiedlung nahe der damaligen Südgrenze des Russischen Reiches und wurde zunächst nach dem Fluss Sudschanskaja sloboda genannt. 1664 wurde das Stadtrecht verliehen. Nach 1786 entfiel die militärstrategische Bedeutung der Stadt. Sie blieb ein bedeutendes lokales Handwerks- und Handelszentrum, geriet im 20. Jahrhundert aber gegenüber anderen Städten der Region ins Hintertreffen. 20. Jahrhundert Im Zweiten Weltkrieg wurde Sudscha am 18. Oktober 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Sudscha wurde am 3. März 1943 von Truppen der Woronescher Front der Roten Armee im Rahmen der Schlacht um Charkow zurückerobert. 21. Jahrhundert Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine drangen am 8. August 2024 ukrainische Streitkräfte nach Sudscha vor (Kursk-Offensive 2024 bis 2025). Mitte August 2024 hatte die ukrainische Armee laut Wolodymyr Selenskyj die Stadt vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die ukrainischen Streitkräfte etablierten infolgedessen in Sudscha eine Militärverwaltung für die Oblast Kursk, um die öffentliche Ordnung zu sichern, die wichtigsten Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung zu befriedigenhttps://novayagazeta.eu/articles/2025/02/10/vozmem-belye-triapki-i-poidem-v-storonu-granitsy und die logistische Versorgung der Armee zu gewährleisten. Russland eröffnete Strafverfahren gegen mehr als ein Dutzend ausländischer Journalisten wegen „illegalen Grenzübertritts“.Russischer Geheimdienst eröffnet Verfahren gegen CH-Media-Journalisten. In: Aargauer Zeitung, 7. Oktober 2024. Am 12. März 2025 gaben die russischen Streitkräfte bekannt, dass Sudscha wieder unter ihrer Kontrolle sei.++ US-Sondergesandter in Moskau eingetroffen ++ www.tagesschau.de, 13. März 2025 Am 15. März bestätigte dies die ukrainische Regierung. Laut Conflict Intelligence Team hatten sich die Ukrainer systematisch zurückgezogen.https://www.msn.com/de-at/nachrichten/other/ukrainische-truppen-ziehen-sich-aus-kursk-zurück-russland-übernimmt-kontrolle/ar-AA1AL4I0https://notes.citeam.org/dispatch-march-7-10-2025 Dank des kampflosen Rückzuges blieben die meisten Gebäude unbeschädigt.https://novayagazeta.eu/articles/2025/03/13/poteriannyi-platsdarm
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 7433 1939 3674 1959 4004 1970 6197 1979 7185 1989 7487 2002 7045 2010 6036 2021 5127 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Kultur und Sehenswürdigkeiten In Sudscha sind die Dreifaltigkeitskirche (/Troizkaja zerkow), die Himmelfahrtskirche (/Wosnessenskaja zerkow, um 1811) und die Gottesmutter-Geburts-Kirche (/Roschdestwenskaja zerkow) von 1799 bis 1828 erhalten. Die Stadt besitzt ein Heimatmuseum.
In den nahen Siedlungen Samostje und Saoleschenka stehen fünfkuppelige Kirchen aus dem 19. Jahrhundert. Im 15 Kilometer südlich gelegenen Dorf Gujewo (auch Guiwa) befindet sich ein nicht fertiggestellter Palast der Fürsten Dolgoruki mit Wirtschaftsgebäuden und umliegendem Park.
Wirtschaft und Infrastruktur In Sudscha gibt es einen Zulieferbetrieb für den Traktorenbau sowie Betriebe der Lebensmittelindustrie und Baumaterialienwirtschaft.
Die Stadt liegt an der auf diesem Abschnitt 1911 eröffneten Eisenbahnstrecke Brjansk–Lgow–Charkiw. Durch Sudscha führt eine Regionalstraße von Djakonowo (bei Kursk) zur ukrainischen Grenze und weiter nach Sumy. In Sudscha ist ein Einspeisepunkt für Erdgas, das durch ukrainische Pipelines nach Westeuropa gelangt.
Weblinks
Sudscha auf mojgorod.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Kursk Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1664