Gebhard Jürgen Titge, auch Gebhard Georg T. (* um 1590, vermutlich in Rotenburg (Wümme); † wohl 1663 in Ratzeburg) war ein deutscher Bildhauer des Barock.

Titges Leben ist nur sehr lückenhaft überliefert. Man hat vermutet, dass er in Bremen bei Ludwig Münstermann gelernt hat, was aber neuerdings bezweifelt wird.

Vermutlich aus Boizenburg kommend, ist er seit Mitte der 1620er Jahre in Ratzeburg nachweisbar, wo er eine Reihe von Werken schuf.

In seinem Werk verarbeitet er Anregungen aus Dresden (vor allem Giovanni Maria Nosseni) und verbindet sie mit einem freieren Ornament- und Figurenstil, den er wahrscheinlich durch Vorlagenbücher kennenlernte, in einer charakteristischen Weise, die den Knorpelstil ahnen lässt, ohne dem Ornament zu viel Raum zu geben.

Werke mini|Altar in Otterndorf Ratzeburger Dom: Hochaltar von 1629 (heute im südlichen Querschiff) Schaufront des Lauenburger Chores, 1637 Apostelschrankenumrahmung, 1634 Kapitelstühle, 1648 (nicht erhalten) Epitaph für Elisabet v. Parkentin († 1624) Epitaph für Domdechant Hartwich von Bülow, 1641 Epitaph für Nicolaus Peträus, 1644 Epitaph für Herzog August von Sachsen-Lauenburg, 1649

Dorfkirche Carlow: Votivtafeln des Hartwich v. Bülow, 1637 Dorfkirche Schlagsdorf: Altar, 1641 St. Laurentius in Ziethen: Altar, 1655 (Zuschreibung unsicher) Otterndorf: Altar, 1664 (Zuschreibung unsicher)

Literatur Anne-Dore Ketelsen-Volkhardt: Schleswig-Holsteinische Epitaphien des 16. und 17. Jahrhunderts. Neumünster: Karl Wachholtz, 1989 (Studien zur Schleswig-holsteinischen Kunstgeschichte, Bd. 15), S. 148–169 (m.w.N.)

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