mini|Burgkirche von der Französischen Straße Die Burgkirche war die Kirche der reformierten Gemeinde in Königsberg (Preußen).

Kirchbau und Einweihung Auf Anordnung von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg wurde sie 1690 bis 1696 von Johann Arnold Nering erbaut.Kay Usenbinz: Das neue Berlin des Hofarchitekten Johann Arnold Nering (1659–1695). Tectum Verlag, Baden-Baden 2024, ISBN 978-3-8288-4951-8, S. 200–215: Burgkirche in Königsberg i. Pr. Sie stand auf dem Geköchsgarten des Oberburggrafen Ahasverus von Lehndorff, unweit des Königsberger Schlossteichs. Vorbild war die Nieuwe Kerk (Den Haag). Friedrich I. weihte die Kirche kurz nach seiner Selbstkrönung zum König am 23. Januar 1701 ein.

Ausstattung Dem Pietismus gemäß war die Kirche schlicht gehalten. Das Holzgewölbe des Kirchenschiffes war nur mit Stuck überdeckt, lediglich die Apsiden hatten ein Sterngewölbe. Die Kanzel befand sich an der Längsseite des Langhauses kronenartig überdeckt mit einem reich geschnitzten Schalldeckel von Caspar Schreiber.

Das Kirchenportal mit den allegorischen Figuren der Gerechtigkeit, der Liebe und der Barmherzigkeit wurde von Charles Cabrit gestiftet und 1727 errichtet.

Die Orgeln Inneres der Burgkirche mit Caspari-Orgel|mini Die Orgel war ein Werk von Johann Josua Mosengels Gesellen Georg Sigismund Caspari (1693–1741), das dieser im Jahr 1726 unter Mosengels Aufsicht als sein „Probstück“ (= Meisterstück) errichtete und das ihm als Nachweis seines Könnens für die von Mosengel betriebene Bewerbung um den Titel als „Königlich Preußischer Hoforgelbauer“ diente.Werner Renkewitz, Jan Janca, Hermann Fischer: Geschichte der Orgelbaukunst in Ost- und Westpreußen. Band II, 1: Mosengel, Caspari, Casparini. Siebenquart, Köln 2008, ISBN 978-3-921140-80-2, S. 244 und 254–256. Die Orgel war, wie viele Königsberger Orgeln, mit dem preußischen Adler geschmückt, sie gilt als letzte Orgel im Gebiet Ostpreußens, die anlässlich des Neubaus mit einem Rückpositiv ausgestattet wurde.

Carl Novak stellte vermutlich zwischen 1904 und 1910 ein neues, dreimanualiges Orgelwerk in das alte Gehäuse. Nowak – so erlebte es sein Schüler Werner Renkewitz – nahm bei Umbauten von Barockorgeln wenig Rücksicht auf den ursprünglichen Klang und verwendete üblicherweise einen sehr hohen Winddruck, sodass seine Orgeln sehr laut tönten. So verwundert es nicht, dass die Nowak-Orgel schon 1936 durch einen Neubau von E. Kemper & Sohn im alten Gehäuse ersetzt wurde.Hermann Mund: Sammlung Orgeldispositionen, Heft C. Herausgegeben von Roland Eberlein. Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung, Köln 2024 (online, abgerufen am 9. September 2025).

Kriegsbeschädigung und Abriss Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche 1944 beim zweiten der Luftangriffe auf Königsberg schwer beschädigt; der Innenraum brannte vollständig aus. (mit Fotos vor und nach der Kriegszerstörung) Die massiven Wände und der Turm wurden bis 1969 abgerissen. Heute befindet sich an der Stelle der Burgkirche ein Park.

Pfarrer der Burgkirche 1904–1929: Paul Thomaschki

Siehe auch Liste der Sakralbauten in Kaliningrad

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Burgkirche (Konigsberg) Burgkirche (Konigsberg) Konigsberg Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Kaliningrad Kategorie:Christentum in Königsberg (Preußen) Kategorie:Kirchengebäude (reformiert) Konigsberg