Odersbach ist ein Stadtteil von Weilburg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geographie Odersbach liegt auf einer Höhe von nahe der Kernstadt auf der Westerwaldseite der Lahn. Die Gemarkung der ehemaligen Gemeinde Odersbach grenzt im Norden an Waldhausen, im Osten an Weilburg, im Süden durch eine Fußgängerbrücke über die Lahn an Kirschhofen, im Südwesten an Wirbelau sowie im Westen an Gaudernbach und Hasselbach.

Geschichte Ortsgeschichte Erwähnt wird im Jahr 881 Odinesbach als Bachname in einer Urkunde des Klosters Prüm. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung der Siedlung Odersbach erfolgte unter dem Namen Odenspach im Jahr 1324. Im Jahr 1355 wird von Weinbergen bei Odersbach berichtet.

Frühere Erwerbsquellen waren neben der Landwirtschaft die Arbeit im nahen Basalt-Steinbruch Steinbühl und ab dem Jahr 1843 in der Roteisenstein-Grube Erhaltung. In Odersbach befindet sich ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1586.

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 31. Dezember 1970 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ahausen, Bermbach, Drommershausen, Gaudernbach, Hasselbach, Hirschhausen, Kirschhofen, Odersbach und Waldhausen und die Stadt Weilburg auf freiwilliger Basis zur erweiterten Stadt Weilburg. Dadurch wurde Odersbach ein Stadtteil von Weilburg.

Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Odersbach angehört(e): bis 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Weilburg, Amt Löhnberg ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1815: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1849: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz (Justizamt Weilburg) bis 1854. ab 1854: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Weilburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Oberlahnkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1946:Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis, Stadt WeilburgAm 31. Dezember 1970 wurde Odersbachals Ortsbezirk in die Stadt Weilburg eingegliedert. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg, Stadt Weilburg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg, Stadt Weilburg

Bevölkerung Einwohnerentwicklung

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Odersbach 1029 Einwohner. Darunter waren 21 (2,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 147 Einwohner unter 18 Jahren, 387 zwischen 18 und 49, 225 zwischen 50 und 64 und 273 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 159 Haushalten. Davon waren 138 Singlehaushalte, 147 Paare ohne Kinder und 129 Paare mit Kindern, sowie 39 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 135 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 267 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Religionszugehörigkeit • 1885: 592 evangelische (= 99,33 %), 4 katholische (= 0,67 %) Einwohner • 1961: 859 evangelische (= 82,76 %), 165 katholische (= 15,90 %) Einwohner

Politik Die Kommunalwahlen in Hessen lieferten folgendes Ergebnis bei der Zusammensetzung des Ortsbeirats von Odersbach:

Parteien und Wählergemeinschaften% 2021Sitze 2021% 2016Sitze 2016 %2011 Sitze2011 %2006 Sitze2006CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands24,6113,0113,611SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands43,8244,3247,823 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen31,6215,0112,510FWGFreie Wählergemeinschaft - -27,7126,011Gesamt10051005100,05100,05Wahlbeteiligung in %52,155,655,9

Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2021 wurde Heinz-Jürgen Deuster (Grüne) zum Ortsvorsteher von Odersbach gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Odersbach.

Vereine Auf Ortsebene bestehen die Vereine BvD-Ortsgruppe Odersbach, SPD-Ortsbezirk Odersbach, die Evangelische Frauenhilfe Odersbach, die Freiwillige Feuerwehr Odersbach e. V., seit 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr, seit 17. Dezember 1984), Judo-Club Odersbach, Männergesangverein „Frohsinn“ Odersbach, Sportverein SV 1960 Odersbach e. V, VdK-Ortsgruppe Odersbach sowie der Kur- und Verkehrsverein Odersbach e. V. Im August 2011 gründete sich der Förderverein Freibad Odersbach e. V. mit dem Ziel den Fortbestand des städtischen Freibades in Odersbach zu sichern.

Infrastruktur Die Jugendherberge Weilburg und ein Jugendwaldheim der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald liegen oberhalb des Ortes. Direkt an der Lahn ist der vom Odersbacher Kur- und Verkehrsverein betriebene Campingplatz. Durch eine Brücke für Fußgänger über die Lahn ist Odersbach mit dem Stadtteil Kirschhofen verbunden.

In Odersbach sorgt die Freiwillige Feuerwehr Odersbach, gegr. 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 17. Dezember 1984), für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Seit einigen Jahren wird der Brandschutz allerdings durch die Freiwillige Feuerwehr Waldhausen aufrechterhalten, da es in Odersbach keine eigene Einsatzabteilung mehr gibt. Es besteht eine Städtische Kindertagesstätte „Fizzli Puzzlis“ in Odersbach.

Es bestehen das Bürgerhaus in der Albert-Schweitzer-Straße, ein Sportplatz, Grillhütte, Kinderspielplätze, ein kleines Freibad sowie Wanderwege und ein Jugendraum.

Persönlichkeiten Richard Hoin (1879–1944), Politiker (SPD) und Opfer des Nationalsozialismus Benno von Heynitz (1924–2010), Gegner der SED-Diktatur und Gründungsvorsitzender des Bautzen-Komitees Karlheinz Weimar (* 1950), Politiker (CDU), Rechtsanwalt und Notar, Mitglied des Hessischen Landtags und der Hessischen Landesregierung, wohnte in Odersbach

Weblinks

Stadtteil Odersbach. In: Webauftritt der Stadt Weilburg.

Fußnoten Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Limburg-Weilburg Kategorie:Geographie (Weilburg) Kategorie:Ort an der Lahn Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Limburg-Weilburg) Kategorie:Ersterwähnung 1324 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970