Ferentino ist eine Gemeinde in der Provinz Frosinone in der italienischen Region Latium mit Einwohnern (Stand ). Sie liegt 74 km östlich von Rom und 12 km nordwestlich von der Provinzhauptstadt Frosinone.

Geographie Lage Ferentino liegt auf einem Hügel über dem Tal des Sacco, zwischen den Monti Ernici im Norden und den Monti Lepini im Süden in der traditionsreichen Landschaft der Valle Latina. Es ist Mitglied der Comunità Montana Monti Ernici.

Zu Ferentino gehören die Ortsteile Cercete, Pareti, Porciano, San Rocco, Sant'Antonio, Stazione, Terme Pompeo, Terravalle, Tofe und Torre Noverana.

Die Nachbargemeinden sind Acuto, Alatri, Anagni, Fiuggi, Frosinone, Fumone, Morolo, Sgurgola, Supino und Trivigliano.

Verkehr Mit dem Bahnhof Ferentino–Supino liegt Ferentino an der Bahnstrecke Rom–Neapel. Die nächste Autobahnauffahrt ist Frosinone an der A1 Autostrada del Sole. Beim Ortsteil Monticchio gibt es einen kleinen Flugplatz (Aviosuperficie Alicocco) für die Allgemeine Luftfahrt.

Geschichte In der Antike wurde die Stadt seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. von den Hernikern besiedelt. 413 v. Chr. gelangte sie in den römischen Machtbereich, wurde nach einem Aufstand 361 v. Chr. von den Römern belagert und erobert und kam mit dem Namen Ferentinum endgültig zum Römischen Reich. 211 v. Chr. wurde die Stadt von Hannibal zerstört. Später wurde sie Municipium; ihre Einwohner gehörten zur Tribus Publilia.

Seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. ist Ferentino Bischofssitz (heute Bistum Frosinone-Veroli-Ferentino) und war zeitweise Papstresidenz. 1223 traf Papst Honorius III. hier Kaiser Friedrich II. und rang ihm das Versprechen für einen Kreuzzug ab.

Nach einer kurzen Zeit als freie Stadt im 11. Jahrhundert gehörte Ferentino bis 1870 zum Kirchenstaat. Im Zweiten Weltkrieg war der Ort ein Zentrum der Partisanen. Nach dem Krieg setzte ein Aufschwung durch Industrialisierung ein. thumb|Akropolis

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001 Einwohner 10.006 12.279 16.321 15.516 16.328 16.021 19.149 20.103 Quelle: ISTAT

Politik Gemeinderat und Bürgermeister Piergianni Fiorletta (PD) war von Mai 2003 bis Mai 2013 Bürgermeister. Sein Mitte-links-Bündnis stellte auch mit 12 von 20 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat. Als neuer Bürgermeister wurde am 26. Mai 2013 Antonio Pompeo gewählt.

Partnerstädte San Severino Marche Jekaterinburg Rockford (Illinois) mini|hochkant|Santa Maria Maggiore

Sehenswürdigkeiten mini|Dom Aus der Zeit der Herniker sind große Teile der Stadtmauer, eine genannte Zyklopenmauer mit zwei Toren aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. und weitere Tore aus der Römerzeit erhalten. Auch der Unterbau der Akropolis stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Auf ihr steht der um 1100 erbaute Dom SS. Giovanni e Paolo. Trotz einer Barockisierung im 17. Jahrhundert sind zahlreiche Einzelkunstwerke aus dem Mittelalter erhalten. Die Kirche Santa Maria Maggiore ist der älteste Zisterzienserbau Italiens (um 1150).

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde

Guerino Dominique Picchi (1915–1997), römisch-katholischer Ordensgeistlicher, Apostolischer Vikar von Aleppo Angelo Palombo (* 1981), Fußballspieler und -trainer

Literatur

Weblinks

La Ciociaria (italienisch) Ferentino auf www.comuni-italiani.it (italienisch) Comunità Montana Monti Ernici (italienisch) Die Akropolis von Ferentinum in: Wochenblatt für Baukunde, 1885, Heft 74, S. 375ff.

Quellen

Kategorie:Ort im Latium