mini|hochkant|Karin Keller-Sutter (offizielles Porträt für das Jahr 2026) mini|Karin Keller-Sutter (dritte von rechts) auf dem offiziellen Bundesratsfoto 2026 Karin Maria Keller-SutterKarin Maria Keller-Sutter. In: Moneyhouse. Abgerufen am 13. April 2018. (* 22. Dezember 1963 in Niederuzwil, Henau; heimatberechtigt in Jonschwil und Kirchberg SG) ist eine Schweizer Politikerin (FDP.Die Liberalen). Sie wurde im Dezember 2018 als Nachfolgerin von Johann Schneider-Ammann in den Bundesrat gewählt. Sie war von Januar 2019 bis Ende Dezember 2022 Justizministerin der Schweiz. Seit Januar 2023 ist sie Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD). Im Jahr 2025 hatte sie das Amt der Bundespräsidentin inne.
Biografie Karin Keller-Sutter wuchs in Wil im Kanton St. Gallen zusammen mit drei Brüdern in einem ländlichen katholischen Umfeld auf. Sie absolvierte ihre Schuljahre in Wil (u. a. Mädchensekundarschule St. Katharina) und Neuenburg. Anschliessend liess sie sich an der Dolmetscherschule Zürich (DOZ, heutige ZHAW) zur Übersetzerin und Konferenzdolmetscherin ausbilden. Nach dem Diplom arbeitete sie als selbständige Konferenzdolmetscherin. Zudem absolvierte sie einen einjährigen Studienaufenthalt in London, studierte ein Semester Politikwissenschaft an der Universität Montreal, absolvierte ein Nachdiplomstudium Pädagogik an der Universität Freiburg und war als Berufsmittelschullehrerin tätig.
Keller-Sutter war vor ihrer Wahl in den Bundesrat unter anderem Präsidentin im Verwaltungsrat der Pensimo Fondsleitung AG, Präsidentin der Anlagestiftung Pensimo, Vizepräsidentin der St. Galler Stiftung für Internationale Studien des St. Gallen Symposium, ab Mai 2013 im Verwaltungsrat der Versicherungsgruppe Bâloise und der ASGA Pensionkasse St. Gallen sowie Präsidentin des Detailhandelsverbandes Swiss Retail Federation und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. Von 2012 bis 2016 war sie zudem Mitglied im Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe. Nach ihrer Wahl in den Bundesrat trat sie von allen anderen Ämtern zurück.
Sie ist mit dem Rechtsmediziner Morten Keller verheiratet und lebt in Wil im Kanton St. Gallen.
Politik Karin Keller-Sutter begann ihre politische Karriere von 1992 bis 2000 als Gemeinderätin von Wil; 1997 präsidierte sie den Gemeinderat. Von 1996 bis 2000 war sie Mitglied des Kantonsrats von St. Gallen und zwischen 1997 und 2000 Präsidentin der FDP des Kantons St. Gallen. Seit ihrer Wahl am 12. März 2000 bis Ende Mai 2012 war sie Regierungsrätin. Sie stand dem Sicherheits- und Justizdepartement vor und war Präsidentin der Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz (KKJPD). Im Jahr 2006/07 sowie 2011/12 präsidierte sie die Kantonsregierung. Sie engagierte sich für das neue Asyl- und Ausländergesetz und einen konsequenten Vollzug im Kanton St. Gallen und führte Integrationsvereinbarungen mit Ausländern ein. Sie führte einen besonderen Schutz für Opfer häuslicher Gewalt und einen polizeilichen Jugenddienst ein und erhöhte die Polizeipräsenz im öffentlichen Raum. Sie wurde für ihre harten Massnahmen kritisiert, tritt jedoch für ihre Anliegen dezidiert ein.Daniel Ryser, Andreas Fagetti: In: WOZ Die Wochenzeitung. 22. April 2010.
Am 19. August 2010 gab sie bekannt, für den durch den Rücktritt von Bundesrat Hans-Rudolf Merz frei werdenden Sitz zu kandidieren. Die Bundesratsersatzwahlen 2010 fanden am 22. September statt, Keller-Sutter wurde jedoch nicht gewählt. Bei den Parlamentswahlen vom 23. Oktober 2011 wurde sie im ersten Wahlgang mit 64,56 Prozent der Stimmen in den Ständerat. In: Website des Kantons St. Gallen, abgerufen am 25. Oktober 2011. und am 28. November 2017 einstimmig zu dessen Präsidentin gewählt.De Buman und Keller-Sutter an der Spitze der eidgenössischen Räte. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. November 2018. Von 2018 bis zu ihrer Wahl in den Bundesrat war sie auch Präsidentin der EU-EFTA-Delegation. In: Website der FDP.Die Liberalen, 9. Februar 2018 (Medienmitteilung).
Am 5. Dezember 2018 wurde Keller-Sutter im ersten Wahlgang als Nachfolgerin von Johann Schneider-Ammann in den Bundesrat gewählt. Am 11. Dezember 2019 wurde ihr Sitz bestätigt. Am 10. Dezember 2018 gab der Bundesrat bekannt, dass Keller-Sutter ab dem 1. Januar 2019 dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) vorstehen wird. Sie ist seit dem 1. Januar 2023 Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD). Am 11. Dezember 2024 wurde Keller-Sutter von der Vereinigten Bundesversammlung turnusgemäss zur Bundespräsidentin 2025 gewählt.24.211 | Bundesrat. Wahl der Bundespräsidentin und des Vizepräsidenten des Bundesrates für 2025 | Amtliches Bulletin | Das Schweizer Parlament, 11. Dezember 2024. Das letzte Mal gab es 1985 mit Kurt Furgler einen Bundespräsidenten aus dem Kanton St. Gallen.
Auslandbesuche als Bundespräsidentin 2025 Datum Ort Land Hauptgrund 17. Januar Wien Treffen mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen 27. Januar Oświęcim Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau 13. und 14. Februar München Teilnahme an der Ministerkonferenz zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung «No Money for Terror» Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz 26. und 27. Februar Kapstadt Teilnahme am Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankgouverneure Treffen mit dem südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa 11. April Warschau Teilnahme am Treffen des Rats für Wirtschaft und Finanzen (Ecofin) 23. bis 25 April Washington, D.C. Teilnahme an der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank Treffen mit dem US-amerikanischen Finanzminister Scott Bessent 26 April VatikanstadtRom Teilnahme an der Begräbnisfeier für Papst Franziskus 5. Mai Rom Treffen mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella 16. Mai Tirana Teilnahme am Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) 18. Mai VatikanstadtRom Teilnahme an der Amtseinsetzung von Papst Leo XIV. 29. Mai Dublin Treffen mit dem irischen Präsidenten Michael D. Higgins und Taoiseach Micheál Martin Teilnahme an der Eröffnung der Ausstellung «Words on the Wave: Ireland and St. Gallen in Early Medieval Europe» im Irischen Nationalmuseum 1. Juli Paris Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron 4. bis 6. August Washington, D.C. Gemeinsame Reise mit Vize-Bundespräsident Guy Parmelin in die USA für Verhandlungen im Zollstreit Treffen mit US-Aussenminister Marco Rubio 25. und 26. August ? Treffen der Finanzministerinnen und Finanzminister der deutschsprachigen Länder Treffen mit dem luxemburgischen Premierminister Luc Frieden 2. September Berlin Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Schweiz und Deutschland haben ihre gemeinsamen Interessen und Werte bekräftigt. Sie kamen überein, die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter zu stärken und die Kooperation zu vertiefen. 16. September Zagreb Treffen mit dem kroatischen Präsidenten Zoran Milanović, dem Premierminister Andrej Plenković, dem Finanzminister Marko Primorac, der Ministerin für regionale Entwicklung und EU-Fonds Nataša Mikuš Žigman und dem Parlamentspräsidenten Gordan Jandroković 24. September New York Teilnahme am Gipfel zum 80-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen (UNO), mit Eröffnung der Generaldebatte 2. Oktober Kopenhagen Teilnahme am Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) 13. November Warschau Treffen mit Präsident Karol Nawrocki und Premierminister Donald Tusk. Neben den bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Polen und dem Paket Schweiz-Europäische Union (EU) kamen insbesondere auch wirtschafts- und sicherheitspolitische Herausforderungen für ganz Europa zur Sprache.
Öffentliche Wahrnehmung Gemäss einer Umfrage der Sotomo aus dem Jahre 2019, welche im Auftrag der SRG durchgeführt wurde, wird Karin Keller-Sutter unter den Stimmberechtigten als einflussreichste Bundesrätin wahrgenommen. 50 Prozent der Befragten zählten sie – mit Alain Berset an zweiter Stelle – zu den zwei mächtigsten Mitgliedern, 7 Prozent hingegen zu jenen zwei mit dem geringsten Einfluss. Ausserdem wurde sie in derselben Umfrage von gut 59 Prozent der Befragten – nach Alain Berset und Viola Amherd – als sympathisch wahrgenommen, von denen 25 Prozent sie als «sehr» und 34 Prozent als «eher sympathisch» empfanden.SRG SSR Wahlbarometer 2019. Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo – Hauptbericht Oktober 2019. Aufgerufen am 7. Mai 2021 Gemäss einer Umfrage der Tamedia-Zeitungen aus dem Jahre 2019, an der 19'000 Personen teilnahmen, ist Keller-Sutter (von einer Skala von 1 bis 6) mit 4.56 Punkten die beliebteste Bundesrätin.Umfrage: Wer im Bundesrat am beliebtesten ist. In: Tages-Anzeiger vom 31. Mai 2019. Abgerufen am 7. Mai 2021.
Seit ihrem offiziellen Amtsantritt fällt Keller-Sutter aufgrund ihres, im Vergleich zu anderen Bundesratsmitgliedern, verhältnismässig starken Engagements in Abstimmungskampagnen auf, bei denen sie jeweils die offizielle Haltung des Gesamtbundesrates vertritt – allerdings nur bei Vorlagen, die ihr eigenes Departement betreffen. Dieses Engagement zeigt sich beispielsweise durch vergleichsweise häufig abgehaltene Interviews und verhältnismässig viele Auftritte an Abstimmungspodien. So setzte sie sich beispielsweise leidenschaftlich für die Ablehnung der Begrenzungsinitiative und der Konzernverantwortungsinitiative und für die Annahme des E-ID-Gesetzes ein. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass sie bei der Meinungsbildung einen relativ grossen Einfluss hat, was sich schlussendlich auf den Ausgang der Abstimmungen auswirkt.Keller-Sutter: «Wir alle kennen Fälle, wo beispielsweise ein 55-jähriger Informatiker durch einen jungen Deutschen ersetzt wurde. Aber alle Untersuchungen zeigen, dass keine systematische Verdrängung stattfindet» Interview der NZZ vom 22. August 2020. Abgerufen am 7. Mai 2021.Konzerninitiative scheitert kurz vor dem Ziel: Die Wirtschaft kann sich bei Karin Keller-Sutter bedanken. Kommentar in der Aargauer Zeitung vom 29. November 2020. Abgerufen am 7. Mai 2021.Die doppelte Klatsche beschädigt Keller-Sutters Winner-Image. In: watson.ch vom 8. März 2021. Abgerufen am 7. Mai 2021.Eine Gefährderin namens Schweiz. In: WOZ Die Wochenzeitung vom 6. Mai 2021. Abgerufen am 7. Mai 2021
Im Jahr 2023 übte auch die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats Kritik an Keller-Sutters Kampagne gegen die Konzernverantwortungsinitiative.
Kontroversen Im Abstimmungskampf um die E-ID reichte das Referendumskomitee eine Beschwerde ein.Abstimmungsbeschwerde des Referendumskomitees gegen die E-ID 22. Februar 2021. Abgerufen am 7. Mai 2021 Hintergrund waren eine Medienkonferenz und zwei Interviews von Karin Keller-Sutter, in denen sie sagte, dass der Kanton Schaffhausen eine staatliche E-ID im ordentlichen Verfahren anerkennen lassen möchte, was «allgemein bekannt» sei. Sie stützte sich dabei auf eine Aussage des Ständerates Hannes Germann, um so zu belegen, dass nicht nur private Unternehmen eine elektronische ID ausstellen könnten. Regierungsrat Walter Vogelsanger ruderte aber zurück und erklärte, dass die Regierung von Schaffhausen noch keinen Beschluss gefasst habe, sondern dass dies lediglich eine «Option» sei. Das Referendumskomitee warf daraufhin der Bundesrätin und ihrem Team die gezielte Verbreitung von Fake News vor und reichte eine Abstimmungsbeschwerde ein. Später sagte Vogelsanger jedoch, dass der Kanton weiterhin beabsichtige, sich als E-ID-Anbieter anerkennen zu lassen, und der Beschluss deshalb fehle, weil das Gesetz noch gar nicht in Kraft sei. Das EJPD verwies auf ein Schreiben des Kantons vom 6. Januar.«Verbreitung von falschen Tatsachen»: E-ID-Gegner kündigen Beschwerde an In: Aargauer Zeitung vom 19. Februar 2021. Abgerufen am 7. Mai 2021. Das E-ID-Gesetz wurde abgelehnt.Volksabstimmung vom 07.03.2021 Website der Bundeskanzlei. Abgerufen am 7. Mai 2021