Saizewo (, ) ist ein Ort im Rajon Prawdinsk in der Oblast Kaliningrad der Russischen Föderation. Er befindet sich etwa elf Kilometer westlich der Stadt Prawdinsk (deutsch: Friedland in Ostpreußen).
Geographische Lage Saizewo liegt verkehrsgünstig an der russischen Fernstraße A 196 (ehemalige deutsche Reichsstraße 131), die Kaliningrad (Königsberg) mit Krylowo (Nordenburg) verbindet. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Geschichte Das Dorf Stockheim gehörte bis 1927 zum Kreis Friedland und bis 1945 zum Landkreis Bartenstein (Ostpr.) in der Provinz Ostpreußen. Am 1. Juli 1937 wurde Stockheim Amtsdorf, als der bisherige Amtsbezirk PuschkeitenRolf Jehke, Amtsbezirk Puschkeiten/Stockheim (russisch: Sosnowka) in „Amtsbezirk Stockheim“ umbenannt wurde. Damals waren die Gemeinden Eisenbart (russisch: Konstantinowka) und Stockheim in den Amtsbezirk eingegliedert.
In Eisenbart bei Stockheim wurde Johann Gottlieb Kanitz (1815–1899) geboren, die bekannteste ostpreußische Imkerpersönlichkeit im 19. Jahrhundert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort Teil der Sowjetunion und erhielt 1950 den Namen „Saizewo“.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Bis 2009 war er in den Poretschinski sowjet (Dorfsowjet Poretschje (Allenau)) eingegliedert und ist seither – aufgrund einer Struktur- und VerwaltungsreformNach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 476 vom 21. Dezember 2004, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009 – eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb der Domnowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Domnowo (Domnau)).
Kirche Kirchengebäude Anstelle eines hölzernen Kapellenbaus wurde in Stockheim um 1400 mit dem Bau einer steinernen Kirche begonnen.Kirchspiel Stockheim Er konnte jedoch erst 1500 zu Ende gebracht werden. Im Jahre 1688 stiftete Gebhard von Müllenheim die gesamte Ausstattung, die in ihrem Grundbestand bis 1945 erhalten blieb.
Nach 1945 wurde die Kirche zweckentfremdet u. a. als Traktorengarage benutzt, bis sie später zerfiel und das Gebäude schließlich abgerissen wurde.
Kirchspiel Stockheim Stockheim war bis 1945 Hauptort des evangelischen Kirchspiels Stockheim, zu dem die Dörfer Eisenbart (russisch: Konstantinowka), Sommerfeld (Gruschewka), Dommelkeim (Filippowka) und Schwönau (Perewalowo) sowie die Güter bzw. Vorwerke Puschkeiten (Sosnowka), Meisterfelde (Saretschje), Lisettenfeld (Koschewoje), Amen, Beschluß, Domnauswalde (Galkino, bis 1927 Kirchspiel Domnau), Schleuduhnen (Marjino) und Lawo (Krupino) gehörten. Das Kirchspiel lag im Kirchenkreis Friedland (russisch: Prawdinsk), später im Kirchenkreis Bartenstein (polnisch: Bartoszyce) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.
Heute liegt Saizewo im Einzugsbereich der evangelischen Gemeinde in Domnowo (Domnau), die Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) ist und zur Propstei Kaliningrad der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) gehört.
Pfarrer (bis 1945) mini|Wilhelm Schmiedeberg: Theodor Fürchtegott Gemmel Von der Reformation bis 1945 amtierten in Stockheim 19 evangelische Geistliche:Friedwald Moeller, Altpreußisches Evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 139 Mattheus Roth, 1525–1529 Johann Hoffmann, 1561/1579 Johann Binckius, 1616 Heinrich Obergius, 1640–1657 Johann Philipp Schusterus, 1657–1691 Nicolaus Friedrich Pöpping, 1691–1710 Johann Christoph Gerich, 1710–1748 Johann Jacob Schumann, 1733–1739 Theodor Jacob Weber, 1748–1763 Christian Heinrich Störmer, 1764–1772 Friedrich Polycarp Charisius, 1771–1811 Carl Immanuel Reinhard Johann, 1811–1844 Theodor Fürchtegott Gemmel, 1844–1863Gemmel (1816–1866) war Angehöriger des Corps Masovia. Friedrich Adolf Tr. Sternkopf, 1863–1877 Hans Louis Alfred Kittel, 1877–1888 Julius Carl Kasemir, 1888–1926 Ernst Zander, 1928–1933 Ernst Salkowski, 1934 Ernst Mölleken, 1940–1945
Literatur Paul Monski: Geschichte des Kirchspiels Stockheim, Kreis Bartenstein, Ostpreußen. Heimatkreisgemeinschaft Bartenstein/Ostpr., Elmshorn 1998 Steffan Bruns: Chronik des Kirchspiels Stockheim in Ostpreußen (ehemals Kreis Friedland bzw. Bartenstein) mit Ortsfamilienbuch: vollständige Auswertung der Kirchenbücher 1772-1874. 2. Auflage. Weißenthurm: Cardamina 2018; ISBN 978-3-86424-439-1
Weblinks Das Kirchspiel Stockheim und seine Dörfer, Güter und Vorwerke, sowie das dazugehörige Ortsfamilienbuch Genealogische Informationen zu Stockheim (Kreis Friedland, Ostpreußen) im GenWiki Farb-Dia der Pfarrkirche (1943)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Prawdinsk