Die 37. Eishockey-Weltmeisterschaften der Herren der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF waren die Eishockey-Weltmeisterschaften des Jahres 1970 und zugleich die 48. Eishockey-Europameisterschaft. Das Turnier der A-Gruppe mit sechs Nationalmannschaften fand vom 14. bis 30. März 1970 wie im Vorjahr in der schwedischen Hauptstadt Stockholm statt.

Die beiden weiteren Turniere fanden im Februar 1970 in Bukarest und Galați statt. Insgesamt nahmen 21 Nationalmannschaften an den drei Turnieren der A- bis C-Gruppe teil. Die kanadische Eishockeynationalmannschaft verzichtete aufgrund der Nichtzulassung von Profispielern auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft.

+ Übersicht Weltmeisterschaften Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø A-Weltmeisterschaft  14. März 1970 – 30. März 1970 6 154.485 30 5.150 B-Weltmeisterschaft  24. Februar 1970 – 5. März 1970 8 28 C-Weltmeisterschaft  13. Februar 1970 – 22. Februar 1970 7 21

A-Weltmeisterschaft Weltmeisterschaft 1970 Anzahl Nationen 6 Weltmeister Silber Bronze Absteiger   Austragungsort Stockholm, Schweden Eröffnung 14. März 1970 Abschluss 30. März 1970 Zuschauer 154.485 (5.150 pro Spiel) Tore 222 (7,4 pro Spiel)  Bester Torhüter Urpo Ylönen Bester Verteidiger Lennart Svedberg Bester Stürmer Alexander Malzew Topscorer Alexander Malzew (21 Punkte)

Die 37. Eishockey-Weltmeisterschaft und 48. Eishockey-Europameisterschaft der Herren fand zwischen dem 14. und 30. März 1970 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm statt. Spielort war das Johanneshovs Isstadion mit etwa 10.200 Plätzen. Insgesamt besuchten 154.485 Zuschauer die 30 Turnierspiele, was einem Schnitt von 5.150 pro Partie entspricht.

Den Titel sicherte sich zum insgesamt zehnten Mal und zum achten Mal in Folge die Sowjetunion, die das Turnier mit nur einer Niederlage beendete. Den zweiten Platz belegte die schwedische Eishockeynationalmannschaft mit sieben Siegen vor den drittplatzierten Tschechoslowaken. Da in diesem Jahr ausschließlich europäische Mannschaften am Turnier teilnahmen, entsprach die Welt- auch der Europameisterschaftstabelle. Die Sbornaja gewann damit ihren insgesamt 13. Europameistertitel. mini|hochkant|links|Sowjetische Briefmarke zum 10. TitelgewinnIn der Abstiegsfrage kristallisierten sich schon in der ersten Runde Polen und die DDR als Abstiegskandidaten heraus. Durch Siege über Finnland und Polen in der zweiten Runde sicherte sich die DDR jedoch ihren Platz in der A-Gruppe, entschied sich aber 1971 für einen freiwilligen Rückzug in die B-Gruppe.

Vorgeschichte

Die A-Gruppe der Weltmeisterschaft sollte ursprünglich in Montreal und Winnipeg (Kanada) ausgetragen werden. Damit hätte erstmals ein Weltmeisterschaftsturnier im „Mutterland des Eishockeys“ stattgefunden.

Nach den schlechten Ergebnissen der kanadischen und US-amerikanischen Nationalmannschaften bei der Weltmeisterschaft 1969 versuchte der damalige kanadische Eishockeyverband (Canadian Hockey Association), die Teilnahme von Profispielern bei IIHF-Turnieren zu ermöglichen. Beim IIHF-Kongress in Stockholm 1969 einigten sich die Delegierten schließlich auf eine Teilnahme von bis zu neun Profispielern, die jedoch nicht aus der National Hockey League stammen durften. Aufgrund von Äußerungen des IOC-Präsidenten Avery Brundage, Eishockey nicht mehr als olympische Sportart anzuerkennen, sollten Profispieler erlaubt werden, zog der IIHF-Kongress im Januar 1970 die vorherige Einigung zurück und kehrte zu den reinen Amateurbestimmungen zurück. Daraufhin verkündete der kanadische Minister für Gesundheit und Amateursport, John Munro, am 4. Januar 1970 aus Protest den Rückzug des kanadischen Eishockeyverbandes von allen IIHF-Turnieren und die Nichtaustragung der Weltmeisterschaft. Die schwedische Hauptstadt Stockholm, schon Ausrichterin des Vorjahresturniers, sprang für die ursprünglich vorgesehenen Austragungsorte ein.

Spiele 1. Runde

2. Runde

Beste Scorer Quelle: eliteprospects.comeliteprospects.com, WC 1970 Player Stats ; Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, SM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Mannschaft Sp T V Pkt SM Alexander Malzew 10 15 6 21 8 Václav Nedomanský 10 10 7 17 11 Anatoli Firsow 8 6 10 16 2 Jan Suchý 10 8 7 15 13 Wladimir Wikulow 10 9 5 14 0 Stefan Karlsson 10 6 5 11 0 Lars-Göran Nilsson 10 5 6 11 27 Waleri Charlamow 9 7 3 10 4 Boris Michailow 10 7 3 10 2 Tord Lundström 10 5 5 10 0

Beste Torhüter Abkürzungen: Sp = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), GT = Gegentore, Sat = Schüsse aufs Tor, SVS = gehaltene Schüsse, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GTS = Gegentorschnitt; Fett: Turnierbestwert

Spieler Mannschaft Sp Min SaT SVS Sv% GT GTS Wiktor Konowalenko 8 385:30 128 121 94,53 7 1,09 Wladislaw Tretjak 6 214:30 74 70 94,59 4 1,12 Leif Holmqvist 8 460:00 170 156 91,76 14 1,83 Vladimír Dzurilla 10 560:00 228 200 87,72 28 3,00 Urpo Ylönen 6 360:00 206 188 91,26 18 3,00 Dieter Pürschel 6 289:28 170 146 85,88 24 4,97 Klaus Hirche 7 310:32 204 178 87,25 26 5,02 Jorma Valtonen 4 240:00 163 141 86,50 22 5,50 Walery Kosyl 7 381:20 269 231 85,87 38 5,98

Abschlusstabelle der A-WM mini|Die finnischen Nationalspieler Matti Keinonen (li.) und Matti Murto bei der Weltmeisterschaft Pl Mannschaft Sp S U N Tore Diff Pkt.1. 1090168:11+5718:22. 1071245:21+2415:53. 1051447:30+1711:94. 1050531:40−910:105. 1021720:50−305:156. 1001911:70−591:19

Auf- und Absteiger Absteiger: Polen (nach Qualifikation), DDR (freiwillig)Aufsteiger: USA, BR Deutschland (nach Qualifikation)

Meistermannschaften WeltmeisterUdSSR Wiktor Konowalenko, Wladislaw Tretjak – Alexander Ragulin, Witali Dawydow, Igor Romischewski, Wladimir Luttschenko, Jewgeni Paladjew, Waleri Wassiljew, Waleri Nikitin – Boris Michailow, Wladimir Petrow, Waleri Charlamow, Alexander Malzew, Anatoli Firsow, Wladimir Wikulow, Wjatscheslaw Starschinow, Alexander Jakuschew, Jewgeni Mischakow, Wiktor Polupanow, Wladimir Schadrin Trainerstab: Anatoli Tarassow und Arkadi Tschernyschow SilberSchwedenLeif Holmqvist, Gunnar Bäckman – Thommy Abrahamsson, Arne Carlsson, Anders Hagström, Nils Johansson, Kjell-Rune Milton, Lars-Erik Sjöberg, Lennart Svedberg – Anders Hedberg, Stig-Göran Johansson, Stefan Karlsson, Hans Lindberg, Tord Lundström, Lars-Göran Nilsson, Anders Nordin, Roger Olsson, Björn Palmqvist, Ulf Sterner, Håkan Wickberg Trainer: Arne Strömberg BronzeTschechoslowakeiVladimír Dzurilla, Miroslav Lacký – Jan Suchý, Josef Horešovský, Oldřich Machač, František Pospíšil, Vladimír Bednář, Ľubomír Ujváry – Vladimír Martinec, Richard Farda, Josef Černý, Jan Hrbatý, Jaroslav Holík, Jiří Holík, Július Haas, Václav Nedomanský, Jiří Kochta, František Ševčík, Ivan Hlinka, Stanislav Prýl Trainerstab: Vladimír Kostka, Jaroslav Pitner

EuropameisterUdSSR

Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Bester Torhüter Urpo Ylönen Finnland Bester Verteidiger Lennart Svedberg Schweden Bester Stürmer Alexander Malzew Sowjetunion

1st All-Star-Team Angriff: Anatoli Firsow – Alexander Malzew – Václav Nedomanský Verteidigung: Jan Suchý – Lennart Svedberg Tor: Wiktor Konowalenko

2nd All-Star-Team Angriff: Waleri Charlamow – Wjatscheslaw Starschinow – Lars-Göran Nilsson Verteidigung: Thommy Abrahamsson – Lars-Erik Sjöberg Tor: Leif Holmqvist

B-Weltmeisterschaft in Bukarest, Rumänien Spiele

Abschlusstabelle der B-WM Pl Mannschaft Sp S U N Tore Diff Pkt.1 770070:11+5914:02 760134:13+2112:23 732226:28−28:64 +731330:23+77:75 +731331:34−37:76 +720522:31−94:107 +720521:38−174:108 700711:67−560:14 + der direkte Vergleich entscheidet für Jugoslawien bzw. die Schweiz

Auf- und Absteiger B-Weltmeister 1970: USAAufsteiger in die A-Gruppe: USA, BR Deutschland (nach Qualifikation)Absteiger aus der A-Gruppe: DDR (freiwillig), Polen (nach Qualifikation)Absteiger in die C-Gruppe: Bulgarien RumänienAufsteiger aus der C-Gruppe: Österreich, Italien

Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Bester Torhüter Anton Kehle BR Deutschland Bester Verteidiger George Konik USA Bester Stürmer Takao Hikigi Japan

All-Star-Team Angriff: Hideaki Kurokawa – Ernst Köpf – Gary Gambucci Verteidigung: Don Ross – George Konik Tor: Anton Kehle

C-Weltmeisterschaft in Galați, Rumänien Spiele

Abschlusstabelle der C-WM Pl Mannschaft Sp S U N Tore Diff Pkt.1 651037:12+2511:12 641127:14+139:33 +640229:15+148:44 +640238:15+238:45 ++611420:22−23:96 ++611416:35−193:97 6006 9:63−540:12 + der direkte Vergleich entscheidet für Frankreich ++ die Tordifferenz entscheidet für Dänemark (direkter Vergleich Unentschieden)

Auf- und Absteiger C-Weltmeister 1970: ÖsterreichAufsteiger in die B-Gruppe: Italien, ÖsterreichAbsteiger aus der B-Gruppe: Rumänien, Bulgarien

Weblinks

37th World and 48th European Championship, 14.-30. 3. 1970, Stockholm, Sweden bei hokej.sfrp.cz

Einzelnachweise

#1970 Weltmeisterschaft, Herren Kategorie:Eishockeyturnier in Schweden Kategorie:Eishockeyturnier in Rumänien Kategorie:Eishockeywettbewerb in der Gemeinde Stockholm Kategorie:Eishockeywettbewerb in Bukarest Kategorie:Eishockeywettbewerb in Galați