Die Kretische Rutenglockenblume (Petromarula pinnata , Syn.: Phyteuma pinnatum ), „Fels-Salat“, ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Petromarula innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).

Beschreibung mini|links|Blattrosette mini|links|Nahaufnahme eines Ausschnittes des Blütenstandes mini|links|Blüte Diese ausdauernde krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 1 Meter. Sie besitzt lange Pfahlwurzeln. Die grundständigen Laubblätter sind groß, oval und gefiedert.

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die fünf hellblauen bis blauvioletten Blütenkronblätter sind schmal urnenförmig verwachsen. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die deutlich vorstehenden Stempel besitzen ziegelrote Narben. Die Blütezeit reicht von April bis Juni.

Vorkommen Die Kretische Rutenglockenblume ist nur auf Kreta heimisch. Sie wächst an Schluchtwänden und kalkigen Hängen aber auch an Hausmauern.

Endemismus Als Angehörige der Ägäischen Reliktflora in der pflanzengeographischen Region der Kardägäis wird die Petromarula als Relikt-Endemit angesehen. Zusammen mit 140 anderen Pflanzenarten auf Kreta konnte sie die Klimaveränderungen in und seit den Kaltzeiten des Pleistozän in der isolierten Insellage und im ausgeglichenen Meeresklima überdauern, während die ehemalige ägäische Flora auf dem Festland und in festlandsnahen Bereichen von anderen Pflanzenarten verdrängt wurde. Auch auf Kreta wächst keine weitere der Petromarula näher verwandte Pflanzenart.

Taxonomie Die Kretische Rutenglockenblume wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 171 als Phyteuma pinnatum erstbeschrieben. Die Art wurde 1830 von Alphonse de Candolle in Monographie des Campanulées Seite 4 und 209–211 als Petromarula pinnata in die Gattung Petromarula gestellt. Johann Bauhin (1650–1651) gibt an, dass man die Art in Kreta „Pietra Marola“ heiße.

Quellen Beschreibung und Illustration. (engl.) Johann Bauhin et al.: Historia plantarum universalis. Band 2, Seite 811–812, 1650–1651

Literatur Yanoukos Iatridis: Blumen von Kreta, ISBN 960-7001-00-1 Die Flora Kretas, Casa Editrice Bonechi, Florenz 1999, ISBN 88-8029-972-7 Dagmar Lange, Monika Wächter: Reiseführer Natur Kreta. BLV, München 1999, ISBN 3-405-15524-X

Weblinks

Kategorie:Glockenblumengewächse Kategorie:Endemische Pflanze Kretas