Die Gemeinde Steinheim am Albuch liegt am nordöstlichen Ende der Schwäbischen Alb am Albuch in dem vor etwa 15 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Steinheimer Becken.J. Baier: Geologische Besonderheiten im Albuch. – Fossilien. Sonderband Geopark Schwäbische Alb, S. 47–51, 2015. Sie gehört zur Region Ostwürttemberg.

Geographie Geographische Lage hochkant=4|mini|Blick vom südlichen Kraterwall des Steinheimer Beckens auf den Ortsteil Sontheim. Dahinter ist der Klosterberg zu sehen, der Zentralberg des Kraters. Steinheim und der Teilort Sontheim liegen im Steinheimer Becken, einem Kraterkessel zwischen 503 und 718 Meter Höhe mit einem Randdurchmesser von 3,5 km, entstanden vor etwa 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten, das Ries-Ereignis.J. Baier & A. Scherzinger: Der neue Geologische Lehrpfad im Steinheimer Impakt-Krater – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver, N. F. 92, S. 9–24, 2010. Inmitten des Kraterkessels – zwischen Steinheim und Sontheim – liegt als Zentralberg der Steinhirt mit dem Kletterfelsen Wäldlesfels und einem Weiher. Am westlichen Fuße des Steinhirts befindet sich die Sandgrube, Fundstätte zahlreicher Fossilien.

mini|Ehemaliger Steinbruch Burgstall im Ortsteil Sontheim Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche ist von Wald bedeckt. Dazu kommen 400 ha beweidetes Heideland auf dem Kraterrücken, z. B. im Westen die Neuselhalder Heide, im Osten die Steinheimer Heide und im Süden die Heidelandschaften auf dem Burgstall und dem Knillberg. Der Kratergrund ist frei von Wald. Er eignet sich gut zum Anbau von Kartoffeln und Getreide. Obst gedeiht hier andererseits kaum.

Gemeindegliederung mini|Söhnstetten Zur Gemeinde Steinheim am Albuch mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Söhnstetten gehören 14 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.

Zur ehemaligen Gemeinde Söhnstetten gehören das Dorf Söhnstetten und der Weiler Dudelhof sowie die abgegangenen Ortschaften Binau, Einsiedel, Herspach, Nordheim, Zinaw und Gräfingrund.

Zur Gemeinde Steinheim am Albuch im Gebietsstand vom 31. Dezember 1970 gehören das Dorf Steinheim am Albuch, die Weiler Gnannenweiler, Irmannsweiler, Klosterhof, Küpfendorf, Neuselhalden, Sontheim im Stubental und Untere Ziegelhütte, die Höfe Bibersohl, Mittlere Ziegelhütte und Sontheimer Wirtshäusle und das Haus Obere Ziegelhütte sowie die abgegangenen Ortschaften Adelgotzweiler (Argotzweiler), Babenwang, Erchenbrehtesberc, Felgenhof, Gaisbühl, Geroldsweiler, Haslach, Hitzingsweiler, Hohenberg, Hohensol, Machalmeswilare, Ostheim, Rechenzell, Sachsenhart, Scheffheim und Stockheim und Wenelenwilare und der in Steinheim am Albuch aufgegangene Ort Westheim.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 629–632.

Die Hauptsatzung der Gemeinde nennt die folgenden zehn Ortsteile: Steinheim, Söhnstetten, Sontheim im Stubental, Küpfendorf, Ziegelhütten, Gnannenweiler, Irmannsweiler, Neuselhalden, Dudelhof und Bibersohl, die drei Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung bilden.

Zum Wohnbezirk I gehören Steinheim und Ziegelhütten, zum Wohnbezirk II Söhnstetten und Dudelhof und zum Wohnbezirk III Sontheim im Stubental, Küpfendorf, Neuselhalden, Gnannenweiler, Bibersol und Irmannsweiler..

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Steinheim am Albuch.

Geschichte Frühe Geschichte Das Steinheimer Becken wurde bereits im Mittelpaläolithikum vor rund 70.000 bis 50.000 Jahren von Menschen begangen. Artefakte aus der Heidenschmiede in Heidenheim an der Brenz belegen, dass Neandertaler hier das Rohmaterial für die Herstellung ihrer Steinwerkzeuge sammelten.Berrin Cep, Susanne C. Münzel: Heidenschmiede, a Middle Palaeolithic Rock Shelter in Heidenheim. Fauna and Lithics revisited. Postersession, Hugo-Obermaier-Tagung 2015. Der bislang älteste Nachweis für die Anwesenheit des modernen Menschen in der Gegend des heutigen Steinheim fand sich in einem rund 300 km entfernten Jagdlager am Neuenburgersee. Dorthin verbrachten jungpaläolithische Jäger und Sammler vor rund 15.000 Jahren zahlreiche Schneckengehäuse, die sie in den Steinheimer Schneckensanden aufgelesen hatten. mini|links|Gürtel aus einem hallstattzeitlichen Frauengrab Eine erste Besiedlung von Steinheim am Albuch fand vermutlich in der Hallstattzeit 800–480 v. Chr. statt. Davon zeugen einzelne Grabhügel. Anfang des 5. Jahrhunderts siedelten sich die Alemannen an. Die ehemals vorhandenen Orte Westheim im Westen und Ostheim im Osten verschmolzen zu Steinheim, während das in südlicher Richtung befindliche Südheim seinen Namen in Suntheim und später in Sontheim wandelte.

Mittelalter Urkundlich wurde Steinheim erstmals 839 in einem Grundverzeichnis des Klosters Fulda erwähnt. An dieses ging es vermutlich durch eine Schenkung des fränkischen Königs Pippin oder Karls des Großen. 1190 wurde durch die Brüder Wittegow und Berengar von Albeck ein Augustiner-Chorherrenstift auf dem Klosterberg gegründet, das später an die Grafen von Helfenstein fiel. Der römisch-deutsche König Albrecht I. erwarb es 1302 und übergab es mit allen Rechten und Besitz an das neu gegründete Zisterzienserkloster Königsbronn. Im 15. Jahrhundert wurde der Klosterhof aufgegeben und Bauern übernahmen die Bewirtschaftung.

Neuzeit Durch die Reformation wurde das heutige Gemeindegebiet im 16. Jahrhundert Bestandteil des Herzogtums Württemberg und zum größten Teil dem nun evangelischen Klosteramt Königsbronn unterstellt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zu zwei Dritteln zerstört. Mit der Gründung des Königreichs Württemberg wurde das evangelische Klosteramt aufgelöst und Steinheim sowie Söhnstetten dem Oberamt Heidenheim zugeordnet. Die Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg führte 1938 zur Zugehörigkeit zum erweiterten Landkreis Heidenheim. 1945 wurden die Orte Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörten somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Am 29. Mai 2016 kam es durch das Tiefdruckgebiet „Elvira“ zu Überschwemmungen. Es entstanden enorme Schäden. Das Wasser stand bis zu zwei Meter hoch. Im Norden von Steinheim kam es zu Stromausfällen.

Religionen mini|Die 1854 neu gebaute evangelische Martinskirche in Söhnstetten Durch die Reformation war der Ort bis 1945 überwiegend evangelisch. Die heutige evangelische Peterskirche wurde 1780 anstelle einer gleichnamigen Vorgängerkirche erbaut und dient der Kirchengemeinde Steinheim am Albuch als Gotteshaus. Im Ortsteil Söhnstetten gibt es eine eigenständige evangelische Kirchengemeinde mit der Martinskirche. Beide Gemeinden gehören zum Kirchenbezirk Heidenheim der Landeskirche in Württemberg. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurden „Ungarndeutsche“ – noch unter Bürgermeister Hahn – angesiedelt. Da diese meist zur römisch-katholischen Konfession gehörten, entstand auch eine römisch-katholische Gemeinde. 1959 wurde die katholische Heiliggeistkirche errichtet und 1961 eine eigene katholische Pfarrei gegründet. Diese gehört heute zum Katholischen Dekanat Heidenheim der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Ende Dezember 2018 lag die Anzahl Katholiken bei 2.509 (29,6 %) von insgesamt 8.463 Einwohnern.Steinheim Zahlen und Fakten, abgerufen am 10. September 2019

Eingemeindungen Am 1. Januar 1971 wurde Söhnstetten eingemeindet. Die Gemeinde Söhnstetten hatte ca. 1800 Einwohner. In Söhnstetten gibt es einen Sport-, Musik- und Obst- und Gartenbauverein sowie die Freiwillige Feuerwehr. Söhnstetten verfügt über eine eigene Grundschule von der 1. bis zur 4. Klasse, die Seebergschule. Söhnstetten ist von einer Wacholderheide umgeben, hat einen eigenen Ski-Lift und einen Discgolf-Parcours. 2008 war Söhnstetten der Austragungsort der Discgolf-Europameisterschaft. Um Söhnstetten gibt es viele Rad- und Wanderwege.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner 1. Dezember 1871 3484 1. Dezember 1880 3498 1. Dezember 1890 3366 1. Dezember 1900 3112 1. Dezember 1910 3087 16. Juni 1925 3159 16. Juni 1933 3181 17. Mai 1939 3263 13. September 1950 4390 6. Juni 1961 5727 Jahr Einwohner 27. Mai 1970 6834 31. Dezember 1980 7763 25. Mai 1987 8069 31. Dezember 1990 8386 31. Dezember 1995 8876 31. Dezember 2000 8924 31. Dezember 2005 8930 31. Dezember 2010 8566 31. Dezember 2015 8638 31. Dezember 2020 8725

Politik Gemeinderat In Steinheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Steinheim besteht nach der letzten Wahl aus den 23 (vorher 22) gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019FWVFreie Wählervereinigung47,901148,911CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands29,35725,56SPD/ANBSPD/Arbeitnehmerblock13,48315,33GRÜNEBündnis 90/Die Grünen / und Unabhängige7,64210,62AfDAlternative für Deutschland1,630––gesamt100,023100,022Wahlbeteiligung62,96 %61,9 %

Bürgermeister

1919–1952: Konrad Hahn (1887–1957) 1952–1972: Manfred Bezler (1924–1972) 1972–2002: Dieter Eisele 2003–2010: Rainer Schaller 2011–2018: Olaf Bernauer 2019–: Holger Weise

Holger Weise wurde am 7. Oktober 2018 mit 61,2 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.

Wappen

Gemeindepartnerschaften Colombelles (Frankreich, seit 1986) 1980 hat die Gemeinde Steinheim die Patenschaft für die heute in aller Welt lebenden Nachkommen der Vertriebenen aus Weindorf (Ungarn) übernommen. Am 7. Mai 2016 wird die Partnerschaftsurkunde mit Fertörkos (Kroisbach) von den Bürgermeistern Bernauer und Palkovits unterzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft Bis zum 19. Jahrhundert herrschten Weberei und Landwirtschaft vor; heutzutage Handwerk, mittelständische Industrie und Landwirtschaft. Der Automobilzulieferer FYSAM Auto Decorative hat seinen Sitz in Steinheim.

Verkehr Der Schwäbische-Alb-Radweg führt als Landes-Radfernweg vom Bodensee über Böhmenkirch, Steinheim am Albuch und durch den Norden Heidenheims nach Donauwörth.

Das Segelfluggelände Schäfhalde liegt etwa 2,5 km östlich des Zentrums.

Bildungseinrichtungen Mit der nach Philipp Friedrich Hiller benannten Hillerschule gibt es im Hauptort eine Grund-, Haupt- und Realschule.

Der Neubau des Steinheimer Schulzentrums beherbergt zudem eine kommunale Musikschule.

Im Ortsteil Söhnstetten besteht eine weitere Grundschule.

Die Grundschule in Sontheim bestand bis 1973, damals mit allen vier Grundschulklassen in einem Schulraum.

Im ehemaligen Schulgebäude befindet sich heute das Meteorkratermuseum.mini|291x291px|Evangelische Peterskirche in Steinheim am Albuch Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Steinheim am Albuch, Blick vom Steinhirt

Museen Heimatstube auf dem Klosterberg Zentstadel (Kutschen und Landwirtschaftsmuseum) in der Ostheimerstraße. Geöffnet nach Anfrage. Meteorkratermuseum im Ortsteil Sontheim.

Bauwerke Weithin sichtbar ist der Turm der Evangelischen Peterskirche. Sie wurde 1780 von Kirchenrats-Baumeister Wilhelm Friedrich Goez aus Ludwigsburg erbaut und enthält das Grab des Steinheimer Pfarrers und Kirchenlieddichters Philipp Friedrich Hiller (1699–1769).

Albschäferweg Der Albschäferweg berührt die Steinheimer Gemarkung.

Naturdenkmäler Das Steinheimer Becken ist ein Meteorkrater und liegt nahezu vollständig in Schutzgebieten.