mini|James McNeill Whistler: Lady Meux, Öl auf Leinwand, 1881

Valerie Susan, Lady Meux (* 1852 in London als Valerie Susan Langdon; † 1910 in Cheshunt, Hertfordshire) war eine britische Schauspielerin und Sammlerin.

Leben mini|links|James McNeill Whistler: Lady Meux, Öl auf Leinwand, 1881 Valerie Susan Langdon war die Tochter eines Metzgers aus Devonshire. Nach einer kurzen Ehe mit einem Varieté-Künstler hatte sie zahlreiche Liebschaften, darunter eine kurze Affäre mit dem Prince of Wales und späteren König Eduard VII. und eine Liaison mit dem russischen Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch Romanow, der ihr ein Hutatelier am Hanover Square in der Londoner Innenstadt finanzierte.

Im Jahr 1878 gab es einen Skandal, als Valerie Langdon und der wohlhabende Unternehmer Sir Henry Bruce Meux, 3. Baronet (1820–1900), Erbe eines Londoner Brauereiimperiums, heimlich heirateten. Die Flitterwochen, die nicht allein des heimischen Klatsches und Tratsches wegen sehr ausgedehnt ausfielen, führte die beiden nach Frankreich, Italien, Indien und nach Ägypten. Aus der Ehe, die allen Berichten zufolge glücklich verlief, gingen zwei Söhne hervor, die aber kurz nach der Geburt starben.

Sammlungen Lady Meux war eine renommierte Sammlerin von ägyptischen Altertümern und äthiopischen Handschriften. Sie hatte über 800 Skarabäen und Amulette – aus Abydos und Luxor in ihrem Besitz und mehrere Handschriften. Nach ihrem Tod gelangte die Sammlung trotz ihres Testaments in den Besitz des Britischen Museums.

Äthiopische Sammlung Lady Meux besaß die zweitgrößte private Sammlung von im Rahmen der Britischen Äthiopienexpedition von 1868 aus der äthiopischen Gegend Magdala geraubten Handschriften. Die Handschriften waren zunächst von einem britischen Offizier auf der Magdala-Auktion erworben und an den Londoner Antiquar Bernard Quaritch weiterverkauft worden. Als Lady Meux auf die Handschriften aufmerksam gemacht wurde, nahm sie sofort den Kontakt mit dem Orientalisten E. A. Wallis Budge auf. Budge war damals bei dem Britischen Museum tätig und wollte die fein illuminierten Manuskripten für die Museumssammlung erstehen, allerdings konnte er die von Quaritch geforderte Geldsumme nicht aufbringen. Deswegen wurden die Handschriften mit Meux’ Geld erworben.

Valerie Meux finanzierte zudem 1898 und 1900 die Veröffentlichung von Faksimile-Ausgaben von vier Handschriften mit zahlreichen farbigen Reproduktionen. Sie sandte Exemplare dieser Nachdrucke an Kaiser Menelik. Als Ras Makonnen, Gouverneur von Harar, 1902 anlässlich der Krönung von König Eduard VII. nach London reiste, besuchte er Lady Meux, um die Werke persönlich in Augenschein zu nehmen. Laut einem Bericht der Times kniete er beim Anblick des Nachdrucks der Marienwunder nieder und begann zu beten.

Literatur

Weblinks

Valerie Susan Meux, 1847–1910. Whistlers Etchings (englisch) Beta Masaheft Project: Lady Valerie Susan Meux (englisch) Die Faksimile-Ausgabe der "Wunder der seligen Jungfrau Maria" (englisch)

Einzelnachweise

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