Der Blaubauchkolibri (Chrysuronia lilliae, Syn.: Lepidopyga lilliae), gelegentlich auch Lillikolibri genannt, ist eine seltene Kolibriart, die in Kolumbien endemisch ist.
Beschreibung Das Männchen des Blaubauchkolibris erreicht eine Größe von 8,9 bis 9,4 cm und ein Gewicht von 4,3 Gramm. Es hat einen kurzen geraden Schnabel. Der Oberschnabel ist schwarz, der Unterschnabel ist rosa mit einer schwarzen Spitze. Die Oberseite ist blaugrün, die Unterseite sattblau. Die Kehle ist schillernd violett. Der blauschwarze Schwanz ist tief gegabelt.
Die Weibchen sind erst in den letzten Jahren beobachtet worden. Größe und Gewicht sowie die Färbung des Schnabels sind beim Weibchen unbeschrieben. Die Oberseite ist glänzend grün. Die Färbung des Schwanzes ist grünschwarz. Die Unterseite ist gräulich und stark gefleckt. Brust und Flanken sind glitzernd blau. Zum Bauch hin verblasst die Farbe und geht zum Unterbauch und den Unterschwanzdecken in ein schlichtes Grau über.
Lebensraum und Lebensweise mini|Verbreitungsgebiet des Blaubauchkolibris Der Blaubauchkolibri ist in den Mangrovenwäldern und in der xeromorphen Buschvegetation an der kolumbianischen Karibik-Küste endemisch. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Provinzen Atlántico, Magdalena und La Guajira. Die meisten Beobachtungen stammen aus dem Nationalpark Isla de Salamanca und von Ciénaga Grande de Santa Marta. Seine Lebensweise ist noch nicht hinreichend erforscht. Wie andere Kolibriarten ernährt er sich offenbar von Insekten und Blütennektar.
Status Mitte der 1970er-Jahre wurde eine Öl-Pipeline und eine Straße durch die Feuchtgebiete von Ciénaga Grande de Santa Marta und der Isla de Salamanca gebaut. Dies führte zur Unterbrechung des natürlichen Gezeitenstroms und zu einem massiven Absterben der Mangrovenwälder, das bis 1992 anhielt. BirdLife International schätzt die Population des Blaubauchkolibris auf zwischen 50 und 250 Exemplare. 2007 wurde die Art zum ersten Mal fotografiert. Laut IUCN wird die Art als endangered (vom Aussterben bedroht) eingestuft.
Unterarten Im Moment sind keine Unterarten des Blaubauchkolibri bekannt. Er gilt als monotypisch.IOC World Bird List Hummingbirds
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Blaubauchkolibris erfolgte 1917 durch Witmer Stone unter dem Namen Lepidopyga lilliae. Als Fundort nannte er den Punto Caimán in der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien. Das Typusexemplar wurde von Melbourne Armstrong Carriker, Jr. gesammelt.Witmer Stone, S. 204 1850 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte die neue Gattung Chrysuronia ein.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, S. 75 Dieser Name ist ein altgriechisches Wortgebilde aus und .The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Das Artepitheton lilliae widmete Stone seiner Frau Lillie May Stone geb. Laffert (1872–1940). Stone ehelichte sie am 1. August 1904.James Abram Garfield Rehn, S. 313
Literatur
Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World. Volume 5: Barn-Owls to Hummingbirds. Lynx Edicions, Barcelona 1999, ISBN 84-87334-25-3
Weblinks
Conservación de Colibríes Amenazados de Colombia. El Colibrí Manglero Lepidopyga lilliae, un taxón incierto (Spanisch, mit dem ersten Foto der Art)
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Kategorie:Kolibris Kategorie:Endemisches Tier Kolumbiens