Kriegenbrunn (fränkisch: GrehbrunnD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 184. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „grē(i)brųn“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern). Der Statistische Bezirk 62 wird ebenfalls Kriegenbrunn genannt, ebenso gibt es eine Gemarkung Kriegenbrunn, die in der Fläche deckungsgleich ist mit der ehemaligen Gemeinde Kriegenbrunn.

Geographie Gemarkung Die Gemarkung Kriegenbrunn hat eine Fläche von 4,483 km². Sie ist in 930 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4820,85 m² haben.

Statistischer Bezirk Der Statistischen Bezirk 62 (Kriegenbrunn) hat eine Fläche von 4,889 km² und umfasst die Gemarkung Kriegenbrunn, den nördlichen, unbewohnten Teil der Gemarkung Hüttendorf und den südlichen Teil der Gemarkung Frauenaurach mit dem Gewerbegebiet Frauenaurach.

Lage Das Kirchdorf liegt auf einer Hochebene zwischen Regnitz und Mittlerer Aurach. Diese Ebene wird auch Römerreuth genannt. Der Sage nach sollen hier die Römer eine Niederlage erlitten haben. Im Norden führt die Bundesautobahn 3 am Ort vorbei, im Osten liegt die Schleuse Kriegenbrunn des Main-Donau-Kanals. Die Kreisstraße ER 2 führt die A 3 unterquerend nach Frauenaurach (1 km nördlich) bzw. nach Hüttendorf (1,7 km südlich). Die Kreisstraße ER 6 führt zur Staatsstraße 2244 (1,7 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Niederndorf (2,5 km westlich).

Geschichte mini|hochkant=0.7|Gedenkstein am vorgeschichtlichen Sippengrab mini|Ansichtskarte von Kriegenbrunn, um 1903 mini|Ev. Dorfkirche St. Johannis Frühgeschichte Spuren erster Besiedlung, sind Klingen, Schaber und Pfeilspitzen aus der Jungsteinzeit. Diese wurden aus Feuersteinknollen gefertigt. Knollen dieser Art findet man in Kriegenbrunn an drei verschiedenen Plätzen. Diese Knollen entstanden vor ca. 80 Millionen Jahren.

Der nächste Nachweis einer Besiedelung ist ein Sippengrab aus der Hallstattzeit im Regnitzgrund (Krähenholz). In diesem Grab wurden damals sieben Personen bestattet. Dies war um ca. 600 v. Chr. Weitere Funde aus dieser Zeit sind Keramikscherben sowie Glasperlen und ein eventuell weiteres Grab. Dies muss aber noch erforscht werden. Weitere Scherbenfunde aus dem 8. Jahrhundert belegen die Anwesenheit von Menschen, dies dürfte auch die Zeit der Entstehung von Kriegenbrunn sein.

Ortsname Der Ortsname hat sich mehrfach gewandelt. Zuerst wurde das Dorf „Chriec gen Bronnen“ genannt, später „Krieg am Bronnen“, dann „Kriegenbronn“ und schließlich seit Mitte des 17. Jahrhunderts „Kriegenbrunn“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Kriego.D. Fastnacht: Erlangen, S. 182ff.

Ortsgeschichte Die erste Nennung erfolgte im Jahre 1132 im Zusammenhang mit der Klostergründung von Heilsbronn. Damals wurde ein „Egino von Chriegenbronnen“ als Zeuge in der Stiftungsurkunde des Klosters genannt. Die Herren von Kriegenbrunn waren damals als Ministeriale zur Verwaltung des Lehens eingesetzt. Zu diesem gehörten damals auch Frauenaurach und Hüttendorf.

Im 15. Jahrhundert bestand Kriegenbrunn aus etwa 20 Anwesen. Eines gehörte dem Egidienkloster Nürnberg, der Rest unterstand dem Kloster Frauenaurach, das ab 1549 in das brandenburg-kulmbachischen Klosteramt Frauenaurach umgewandelt wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kriegenbrunn verwüstet. Es wurde in der Folgezeit von österreichischen Exulanten wieder aufgebaut, seit 1671 gab es wieder eine Dorfordnung.B. v. Haller: Kriegenbrunn, im: Erlanger Stadtlexikon, S. 439f.

Von 1797 bis 1810 unterstand Kriegenbrunn dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kriegenbrunn dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Frauenaurach zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt entstand die Ruralgemeinde Kriegenbrunn. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (seit 1919 Finanzamt Erlangen).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 149. Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde an das Kreis- und Stadtgericht Erlangen abgetreten.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 140. Ab 1862 gehörte Kriegenbrunn zum Bezirksamt Erlangen (1938 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 4,827 km². Am 1. Juli 1972 wurde Kriegenbrunn im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach Erlangen eingemeindet.

Baudenkmäler In Kriegenbrunn gibt es 13 Baudenkmäler: Bruckweiherstraße 2: Ehemaliges Pfarrhaus Bruckweiherstraße 4: Filialkirche St. Johannes der Täufer Bruckweiherstraße 8: Bauernhaus Eginoplatz 3: Bauernhaus Kriegenbrunner Straße 1: Gasthaus Zur Linde Kriegenbrunner Straße 15: Ziegelsteineinbau Mansfeldstraße 1: Ehemaliges Gemeindehaus Römerreuthstraße 4, 12: Bauernhäuser Wallensteinstraße 4: Fachwerkstadel Wallensteinstraße 5: Ehemaliges Gasthaus Goldener Fuchs Wallensteinstraße 14: Bauernhaus Steinkreuz bei Kriegenbrunn

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 Einwohner 282 303 308 299 275 287 277 287 287 274 250 260 257 258 276 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 57 50 52 49 48 46 Quelle Jahr 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2007 2021 Einwohner 263 271 283 279 411 425 423 385 566 889 1321 1155 Häuser 53 57 68 197 Quelle

Religion Kriegenbrunn ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Matthäus (Frauenaurach) gepfarrt. St. Johannes der Täufer ist eine Filiale von Frauenaurach. Die Katholiken sind nach St. Xystus (Büchenbach) gepfarrt.D. Fastnacht: Erlangen, S. 181.

Infrastruktur Kriegenbrunn liegt an der mittlerweile eingestellten Bahnstrecke Erlangen-Bruck-Herzogenaurach. Es hatte einen eigenen Bahnhof und Güterbahnhof. Nach aktueller Planung (2017) soll auf selber Strecke die Stadt-Umland-Bahn Erlangen verlaufen.

Das Kraftwerk Franken II, welches von 1967 bis 2001 in Betrieb war, brachte der bis 1972 selbstständigen Gemeinde erhebliche Steuereinnahmen.

Bildergalerie

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Erlangen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erlangen) Kategorie:Ersterwähnung 1132 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Erlangen