Alina Maratowna Kabajewa (, tatarisch /; * 12. Mai 1983 in Taschkent, Usbekische SSR, Sowjetunion) ist eine ehemalige russische rhythmische Sportgymnastin. Sie ist mehrfache russische Meisterin, Europameisterin und Weltmeisterin. Bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney gewann sie eine Bronzemedaille in dieser Disziplin, und sie wurde Olympiasiegerin bei den Sommerspielen 2004 in Athen.
Sie war weiterhin von 2007 bis 2014 Abgeordnete der Russischen Staatsduma für die Partei Einiges Russland und ist seit September 2014 Vorsitzende des Verwaltungsrates der Nationalen Mediengruppe (NMG). Sie ist nach Medienberichten Geliebte des russischen Präsidenten Wladimir Putin und soll mit ihm zwei Kinder (Iwan *2015 und Wladimir *2019) haben. Berichtet wird, dass Kabajewa mit den beiden Söhnen in einem Anwesen bei Waldai lebe.
Herkunft Alina Kabajewa ist die Tochter von Marat Kabajew,Nähere Informationen über Marat Kabayev finden sich in der englischsprachigen Wikipedia: Marat Kabayev, Sovsport.ru, 10. Dezember 2012 (russisch) einem tatarischen Fußballspieler und -trainer, der in den 1980er Jahren in der Oberliga bei Paxtakor Taschkent spielte, und von Ljubow Michailowna Kabajewa, einer russischen Profi-Basketballspielerin. (Biografie Alina Kabajewa), bei biographer.ru Alina lebte nach der Scheidung ihrer Eltern mit ihrer Schwester Leissan bei der Mutter in Moskau.
Sportliche Laufbahn Rhythmische Sportgymnastik Mit Kabajewas Namen sind tiefgreifende Veränderungen der Rhythmischen Sportgymnastik in den 1990er Jahren verbunden. Die Auftritte der Turnerinnen wurden wesentlich dynamischer und mit schwierigen Elementen angereichert. Einen großen Einfluss auf den Turnstil Kabajewas hatte ihre Trainerin Irina Winer (russisch ), von der sie seit 1995 trainiert wurde. Biographie von Alina Kabajewa, moimirwomen.ru (russisch), kabaeva-alina.ru Winer hatte ebenfalls Irina Tschaschtschina unter ihren Fittichen. Winer war die Ehefrau des russischen Arsenal-Aktionärs Alischer Usmanow, der zugleich Präsident des internationalen Dachverbandes für den Fechtsport (FIE) ist.
mini|Alina Kabajewa (Bronze), Julija Barsukowa (Gold) und Julija Raskina (Silber) bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney Bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney errang Alina Kabajewa die Bronzemedaille im Einzelmehrkampf und bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen schließlich die Goldmedaille.
Sie ist Doppelweltmeisterin im Mehrkampf (1999 und 2003), sechsfache Weltmeisterin in Einzeldisziplinen und gewann bei der Weltmeisterschaft 2007 die Goldmedaille mit der Mannschaft. Bei Europameisterschaften gewann sie zwischen 1998 und 2006 insgesamt 16 Goldmedaillen (6 im Mehrkampf, 8 in Einzeldisziplinen, 2 mit der Mannschaft).
Alina Kabajewa beendete im Jahr 2007 ihre 1996 begonnene Karriere im russischen Nationalteam für Rhythmische Sportgymnastik. Sie steht in der Rangliste der erfolgreichsten rhythmischen Sportgymnastinnen Russlands an zweiter Stelle, gleich hinter Jewgenija Kanajewa.
Dopingvorfall 2001 Am 30. August 2001 waren Alina Kabajewa und ihre Konkurrentin Irina Tschaschtschina bei den Goodwill Games in Brisbane auf das nicht erlaubte Diuretikum Furosemid positiv getestet worden.Sports Round-up – Gymnastics, telegraph.co.uk, 4. Jan. 2002 Das Diuretikum bewirkt eine Gewichtsabnahme. Trotz des positiven Ergebnisses durften sie im Oktober an der Weltmeisterschaft in Madrid teilnehmen. Aus unbekannten Gründen wurde das Testergebnis erst zwei Monate nach dem Test veröffentlicht, nachdem die beiden Sportlerinnen bereits Gold- und Silbermedaillen bei der Weltmeisterschaft in Madrid gewonnen hatten. Am 28. Oktober 2001, eine Woche nach den Weltmeisterschaften in Madrid, wurde den beiden Athletinnen das positive Testergebnis vom Ende August in Brisbane mitgeteilt. Alina Kabajewa wurde im Februar 2002 für ein Jahr (August 2001 bis August 2002) gesperrt, ein weiteres Jahr wurde ihr auf Bewährung erlassen.Алину Кабаеву дисквалифицировали, izvestia.ru, 21. Februar 2002 (russisch) Die Medaillen, die Kabajewa und Tschaschtschina bei den Goodwill Games im August und bei der WM im Oktober 2001 in Madrid gewonnen hatten, wurden von einer FIG-Kommission einkassiert., kommersant.ru, 21. Februar 2002 Cheftrainerin Irina Winer, die zu dieser Zeit auch Vizepräsidentin eines Ausschusses der Rhythmischen Sportgymnastik bei der FIG war, akzeptierte die Strafen nicht und legte beim Sportgerichtshof in Lausanne Widerspruch ein. Ohne böse Absicht hätten ihre Mädchen im fernen Australien das Diuretikum geschluckt, erklärte Winer: Das Furosemid sei in einem Nahrungsergänzungsmittel namens „Hiper“ gewesen, das die Sportlerinnen zur Linderung des prämenstruellen Syndroms eingenommen hätten. Der Physiotherapeut des Teams hatte das Mittel in einer örtlichen Apotheke nachgekauft.Kabajewas Tanz aus dem Schatten Comeback der Gymnastin nach ihrer Dopingsperre, gymmedia.com, 5. September 2002PLUS: GYMNASTICS; Russian Federation Appeals Suspensions, nytimes.com, 22. Februar 2002Кабаева и Чащина официально попались на допинге, izvestia.ru, 20. Dezember 2001, deesiderhythmicgymnastics.co.uk Das auf Johanniskraut (Hypericum) basierende Nahrungsergänzungsmittel wird bei leichten depressiven Verstimmungen genommen und enthält neben Johanniskraut, Weißdorn und Schwarznessel verschiedene Vitamine und Magnesium. Da in der Originalzusammensetzung kein Furosemid enthalten ist, die „Hiper“-Kapseln der Sportler am 8. November 2001 jedoch positiv auf die Anwesenheit von Furosemid getestet wurden, ging die russische Seite davon aus, dass ihnen ein gefälschtes Produkt verkauft worden sei., healthcarevision.co.uk, personize.ru Das Sportgericht erkannte dies jedoch nicht an, da die Verteidigung nicht beweisen konnte, dass die am 8. November positiv getesteten Kapseln aus derselben Packung stammten wie die Kapseln, die von Kabajewa Ende August eingenommen worden waren.Тагир САМОКАЕВ: „Суд подтвердил невиновность Кабаевой и Чащиной“, sports.ru, 2. Februar 2003
Der Dopingfall war spektakulär, weil es zuvor über einen Zeitraum von zwanzig Jahren keinen einzigen positiven Befund bei russischen Teilnehmerinnen an Wettkämpfen in der Gymnastik gegeben hatte, obwohl bei Hunderten von Gymnastinnen aus der Sowjetunion und Russland Dopingkontrollen durchgeführt worden waren.
In einem Interview mit der Zeitung Bolschoi Sport im Jahr 2013 beschrieb Kabajewa ihre Empfindungen zu den Vorgängen von 2001 so, dass man ihr damals übel mitgespielt habe. Sie kritisierte das Vorgehen der Verantwortlichen für die Dopingkontrollen. Wenn die Laborergebnisse zwei Wochen nach den Goodwill Games 2001 im August doch positiv gewesen seien, warum hatte man ihnen dann erlaubt, an den Weltmeisterschaften im Oktober teilzunehmen? Eine Bekanntgabe des Ergebnisses vor der Weltmeisterschaft hätte die Teilnahme der Russinnen verhindert. Nachdem Kabajewa und Tschaschtschina dort gesiegt hatten, wurden ihnen spektakulär die Medaillen weggenommen und den Nächstplatzierten aus der Ukraine und Bulgarien übergeben.Alina Kabaeva: I don’t have any children. This is the truth., zhenyakanaevagymnasium.com, 30. Juni 2013, sovsport.ru, 27. Juni 2013
Auszeichnungen mini|Der russische Präsident Wladimir Putin mit Alina Kabajewa bei der Verleihung des Ordens für Verdienste um das Vaterland am 21. Dezember 2005 Alina Kabajewa trägt den russischen Sporttitel „Verdiente Meisterin des Sportes“. 2001 wurde sie mit dem „Orden der Freundschaft“ und im Dezember 2005 mit dem „Orden für Verdienste um das Vaterland“ 4. Stufe ausgezeichnet.
Politik und Medien Neben dem Sport ist Alina Kabajewa auch in der Politik aktiv. Von Dezember 2001 bis Oktober 2005 war sie Mitglied des Obersten Rates der Partei Einiges Russland, danach bis September 2007 von Wladimir Putin gewähltes Mitglied der Gesellschaftlichen Kammer der Russischen Föderation.
Am 2. Dezember 2007 wurde sie Abgeordnete der russischen Staatsduma für Einiges Russland und war dort als Stellvertretende Vorsitzende des Komitees der Staatsduma für Jugendfragen tätig.Alina Kabajewa auf der Website der Staatsduma (russisch) In dieser Funktion stimmte sie im Dezember 2012 auch für das umstrittene Dima-Jakowlew-Gesetz, welches US-amerikanischen Staatsbürgern unter anderem die Adoption russischer Kinder untersagt., znak.com, 21. Dezember 2012 (russisch)Кабаева ушла к Ковальчукам. Алина Кабаева станет председателем совета директоров «Национальной Медиа Группы», gazeta.ru, 15. September 2014 (russisch)
Von Februar 2008 bis September 2014 war sie außerdem noch Vorsitzende des Öffentlichen Rates der Nationalen Mediengruppe (NMG) (russisch: Национальная Медиа Группа)., nm-g.ru Mitte September 2014 kündigte sie die Niederlegung ihres Mandats in der Staatsduma an, um den ihr angebotenen Verwaltungsratsvorsitz in der NMG zu übernehmen.Алина Кабаева станет председателем совета директоров „Национальной Медиа Группы“ (Alina Kabajewa wird Verwaltungsratsvorsitzende der NMG), ITAR-TASS 15. September 2014 (russisch) Sie trat die Nachfolge von Kirill Kowaltschuk an, einem Neffen von Juri Kowaltschuk.Кабаева ушла к Ковальчукам, gazeta.ru, 15. September 2014 Kirill wechselte in die Geschäftsleitung, wo er den Vorsitz übernahm. Zur NMG gehören unter anderem die Zeitung Iswestija und die Petersburger TV-Station Petersburg–Fünfter Kanal, der Erste Kanal sowie REN-TV., nm-g.ru
Presse-Skandal 2008 Die russische Zeitung Moskowskij Korrespondent geriet 2008 in einen Skandal. Am 12. April berichtete die Zeitung, dass Wladimir Putin sich von seiner Frau habe scheiden lassen und Alina Kabajewa heiraten werde.На WikiLeaks опубликован материал о Путине и Кабаевой, yuga.ru , 9. Februar 2011 Der Oligarch Alexander Lebedew, Eigentümer des Blattes, erklärte am 16. April in einem Interview gegenüber Radio Echo Moskwy, dass er vor der Veröffentlichung nichts von der Geschichte erfahren habe, weil er telefonisch nicht erreichbar gewesen sei., sta-sta.ru, 7. März 2012
Zwei Tage später entließ Lebedew die Mitarbeiter und stellte das Blatt mit der Begründung der Unrentabilität vorübergehend ein: Die Auflage von 30.000 Exemplaren bei fünfmaligem Erscheinen pro Woche konnte nur zu 45 Prozent abgesetzt werden, sagte Artjom Artjomow, der Geschäftsleiter von Lebedews Medienholding. Auf den Konten der Zeitung seien noch 4 Mio. Rubel (umgerechnet ca. 108 Tsd. Euro), was ausreiche, um mit den Mitarbeitern abzurechnen.Scheidungs-Gerücht um Putin: Zeitung geschlossen, aktuell.ru, 21. April 2008 orf.at
Im Juni 2008 kündigte Lebedew den Neustart der Zeitung mit Investitionen in Höhe von 3 Mio. Dollar jährlich an.„Московский корреспондент“ отложил второе пришествие, kommersant.ru, 31. Oktober 2008 (russisch) Anfang Oktober 2008 erschien das Blatt wieder, mit Akram Murtasajew als Chefredakteur, gipp.ru, 2. Oktober 2008 und mit einer wöchentlichen Auflage von nur noch 20.000 Exemplaren. Es wurde bereits Ende des Monats wieder eingestellt, diesmal endgültig.
Alexander Lebedew beschuldigte die Moskauer Stadtverwaltung, das Gedeihen seiner Zeitung verhindert zu haben: Mit Aufkäufen der Auflage, Verkaufsverboten und Anzeigenboykotts habe die Hauptstadtverwaltung den Korrespondenten behindert, was Grund für dessen Unrentabilität gewesen sei.«„Московский корреспондент“ отложил второе пришествие», kommersant.ru, 31. Oktober 2008 (russisch) Lebedew behauptete darüber hinaus in einem Interview mit dem Magazin GQ, dass der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow die Hochzeitsstory von Putin und Kabajewa extra in sein Blatt hineinbugsiert habe, um ihn, Lebedew, zu beschädigen.In shadow of Kremlin, an oligarch speaks out, nytimes.com, 28. September 2008
Privatleben mini|Wladimir Putin im Gespräch mit Alina Kabajewa. Die Aufnahme entstand während der russischen Meisterschaften in Rhythmischer Sportgymnastik im Jahre 2001.