mini|„Haus Buxbaum“ Richard-Wagner-Weg 40 in Darmstadt. Wohnhaus des Architekten, gebaut nach seinen Entwürfen August Buxbaum (* 14. April 1876 in Langenbrombach; † 21. Februar 1960 in Darmstadt) war ein deutscher Architekt und Baubeamter, der von 1904 bis 1930 in der kommunalen Bauverwaltung der Stadt Darmstadt tätig war und das Darmstädter Stadtbild wesentlich prägte.
Leben mini|Das schlichte Grab Buxbaums auf dem Darmstädter Waldfriedhof August Buxbaum studierte an der Technischen Hochschule Darmstadt Architektur. Nach seinem Abschluss im Jahre 1898 arbeitete er zunächst in Berlin, Nürnberg und Worms. Im Oktober 1904 kam Buxbaum nach Darmstadt zurück und arbeitete dort im Stadtbauamt. 1906 wurde er zum Stadtbauinspektor ernannt, 1909 zum Stadtbaurat. Von 1918 bis 1930 war er Bürgermeister und Baudezernent in Darmstadt.DFG-VK Darmstadt: Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt, Online: August-Buxbaum-Anlage auf der Webseite von dfg-vk-darmstadt.de; abgerufen am 4. Januar 2020
Die unter seiner Mitwirkung oder Leitung entstandene Architektur lässt sich dem Heimatstil, dem Heimatschutzstil oder dem Reformstil zuordnen. Die heute populäre Etikettierung als „Jugendstil“ entspricht nicht dem Selbstverständnis Buxbaums, der – wie zum Beispiel auch die damaligen Architektur-Professoren der Technischen Hochschule – dem Jugendstil der Darmstädter Künstlerkolonie kritisch gegenüberstand.
1930 schied er aus dem öffentlichen Dienst aus und arbeitete als selbstständiger Architekt. Buxbaum war nebenher als Heimatforscher mit dem Schwerpunkt Stadt- und Baugeschichte tätig.
Der mit Lisbet Eberhard verheiratete August Buxbaum starb 1960 im Alter von 83 Jahren. Er ist auf dem Waldfriedhof Darmstadt (Grabstelle: L 2h 1) begraben.Informationstafel am Haupteingang des Waldfriedhofs Darmstadt Sein schlichtes Grab befindet sich gleich links des Haupteinganges in der ersten Reihe.
Ein Jahr nach seinem Tod wurde ihm durch Beschluss des Magistrats die Grünanlage August-Buxbaum-Anlage ()) im Nordosten Darmstadts gewidmet.
Ehrungen 1928: Ehrensenator der Technischen Hochschule Darmstadt
Schriften Veröffentlichungen
(als Herausgeber): Darmstadt und Umgebung in zweihundert Federzeichnungen. Reichert, Darmstadt 1920. (Nachdruck 1980) (mit Adolf Müller): Das Darmstädter Rathaus. Darmstadt 1927.
Nachlass
Der Nachlass August Buxbaums befindet sich im Stadtarchiv Darmstadt.
Bauten hochkant|mini|Von Buxbaum entworfenes Gebäude der Kyritzschule mini|hochkant|Kiosk auf dem Kantplatz in Darmstadt 1907: „Kyritz-Schule“ in Darmstadt, Martinsviertel 1907–1909: Bau des Darmstädter Stadtbads nach seinen Entwürfen, Mercksplatz 1 1908–1909: Städtisches Elektrizitätswerk II in Darmstadt, Dornheimer Weg (1975 abgerissen) 1909: Gestaltung des Paulusplatzes im Darmstädter Paulusviertel 1909–1910: Buxbaums eigenes Wohnhaus in Darmstadt, Richard-Wagner-Weg 40; Denkmalschutz 1909–1911: früheres Gebäude der „Eleonorenschule“ in Darmstadt, Lagerhausstraße 1910–1911: „Pestalozzi-Schule“ in Darmstadt, Martin-Buber-Straße 1912: Justus-Liebig-Schule in Darmstadt 1913–1922: Hochbauten auf dem Waldfriedhof in Darmstadt 1921–1928: Mehrfamilienwohnhaus-Bebauung in Darmstadt, Rhönring (Nordseite) und Spessartring 2–18In den 1920er Jahren wurde die Nordseite des Straßenzugs Rhönring–Spessartring mehr als 50 Geschosswohnungsbauten in Gruppen zu zwei oder drei Hauseinheiten erstellt, 2016–2021 sollen die Gebäude unter Berücksichtigung des ursprünglichen Farbkonzepts renoviert werden.Amberger Gelb für den Rhönring. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. Oktober 2016, Seite 44.Alexandra Welsch: Mehr als ein neuer Anstrich. In: Darmstädter Echo vom 17. Januar 2017, Seite 13. 1925: Kiosk-Häuschen auf verschiedenen Plätzen in der Innenstadt von DarmstadtDie sieben baugleichen Kioske aus Betonguss mit kupfergedecktem Spitzdach an verschiedenen Plätzen der Stadt (z. B. Ernst-Ludwig-Platz, Luisenplatz, Steubenplatz, Vorplatz der Johanneskirche und Kantplatz) sollten eine touristische Belebung der Innenstadt bewirken. Nur der heute denkmalgeschützte Kiosk am Kantplatz ist erhalten. 1928–1929: Mehrfamilienwohnhaus an der Ecke Bessunger Straße 48, 54, 60 / Ludwigshöhstraße 2, 4 1929–1930: Wohnbebauung mit Innenhof am Darmstädter Ostbahnhof 1929–1930: Wohnbebauung Lichtenbergstraße 17–19 in Darmstadt
Literatur Mona Sauer: Buxbaum, August. In: Roland Dotzert et al.: Stadtlexikon Darmstadt. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8062-1930-2, S. 123 (Digitalisat). Buxbaum, August: Darmstadt und Umgebung, Darmstadt 1929. In: Darmstädter Schriften 105. Darmstädter Ehrengräber, Darmstadt 2016.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Darmstadt) Kategorie:Architekt des Jugendstils Kategorie:Ehrensenator der Technischen Universität Darmstadt Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1876 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Mann