mini|Der Mond mit den Orten der gelungenen weichen Landungen|341x341px

Die Liste künstlicher Objekte auf dem Mond enthält die meisten der künstlichen Objekte, die auf der Mondoberfläche gelandet oder aufgeschlagen sind (in letzterem Fall sind die Objekte als solche teilweise nicht mehr vorhanden, da vollständig zerstört). Nicht aufgeführt sind kleinere Objekte wie die Retroreflektoren für die Entfernungsmessung und das Apollo Lunar Surface Experiment Package. Ebenso fehlen mehrere kleine Objekte der Apollo-Astronauten, wie die Golfbälle, die von Alan Shepard während der Apollo-14-Mission geschlagen wurden, Flaggen oder die Statuette Fallen Astronaut, die von der Besatzung von Apollo 15 auf dem Mond zurückgelassen wurde. Bis zum Jahr 2012 waren insgesamt 748 Objekte auf dem Mond verblieben.NASA: Catalogue of Manmade Material on the Moon. (PDF; 4,5 MB) 7. Mai 2012Spiegel online (boj/dpa): Unser Astro-Müll auf dem Mond. 3. Januar 2019 Fünf Raketenoberstufen des Apollo-Programms bilden die schwersten Objekte. Während über 190 Tonnen auf den Weg zum Mond gebracht wurden (das Landegewicht war wegen des aufgebrauchten Treibstoffs geringer), wurden nur 384 kg Mondgestein von den Apollo- und Luna-Missionen sowie von Chang’e 5 zur Erde zurückgebracht.

Die einzigen künstlichen Objekte auf dem Mond, die seit dem Ende der jeweiligen Mission noch genutzt werden, sind die Retroreflektoren für das Lunar Laser Ranging Experiment (LLR) aus dem Apollo-Programm sowie von Lunochod 2 und seit dem 22. April 2010 wieder von Lunochod 1.

Die Objekte mit einer Position größer als 90° Ost oder West befinden sich auf der Mondrückseite. Dies sind Ranger 4, Lunar Orbiter 1, Lunar Orbiter 2, Lunar Orbiter 3, der Relaissatellit von Kaguya, Longjiang-2 sowie als einziges bislang weich gelandetes Objekt die chinesische Raumsonde Chang’e-4.

Die Objekte sind in der Reihenfolge ihres Aufschlags beziehungsweise ihrer Landung aufgeführt.

Liste Objekt Land/​Raumfahrtagentur Landung Start­masse (kg) Position Anmerkungen Bild Lunik 2 13. September 1959390 Palus Putredinis Erste Raumsonde, die gezielt auf dem Mond aufschlug. Dritte Raketenstufe der Wostok von Lunik 2 13. September 19599.100 Palus Putredinis Schlug 30 Minuten nach Lunik 2 ebenfalls oberhalb Palus Putredinis, zwischen den Kratern Archimedes und Autolycus, ein. x100px|center Ranger 4 (NASA)26. April 1962331 Ranger 4 war trotz des Fehlschlags das erste US-Raumfahrzeug, das die Mondoberfläche erreichte. 80px|center Ranger 6 (NASA)2. Februar 1964381 Mare Tranquillitatis Die Kameras ließen sich unmittelbar vor dem Aufschlag nicht aktivieren. 80px|center Ranger 7 (NASA)31. Juli 1964366 Mare Cognitum Die Sonde übermittelte unmittelbar vor dem Aufschlag 4.300 Bilder. 80px|center Ranger 8 (NASA)20. Februar 1965367 Mare Tranquillitatis Die Sonde übertrug vor dem Aufschlag 7.300 Bilder. 80px|center Ranger 9 (NASA)24. März 1965367 Krater Alphonsus Übermittelte vor dem Aufschlag 5.800 Bilder, die auch live im US-Fernsehen gezeigt wurden. 80px|center Luna 5 12. Mai 19651.474 Mare Nubium Abgestürzt, nachdem die Bodenstation die Kontrolle über das Haupttriebwerk verloren hatte. Luna 7 7. Oktober 19651.504 Oceanus Procellarum Absturz, nachdem das Lagekontrollsystem ausfiel, so dass die Zündung des Bremstriebwerks ausblieb. Luna 8 6. Dezember 19651.550 Oceanus Procellarum Geriet neun Sekunden nach Zünden des Bremstriebwerks in Rotation und schlug hart auf dem Mond auf. Luna 9 3. Februar 19661.580 Oceanus Procellarum Die erste weiche Landung auf dem Mond – und damit überhaupt auf einem fremden Himmelskörper – in der Geschichte der Raumfahrt.rahmenlos|137x137px Luna 10 30. Mai 19661.600 unbekannt Orbiter, spielte am 3. April 1966 die Internationale ab. Schlug auf dem Mond auf. 80px|center Surveyor 1 (NASA)2. Juni 1966270 Oceanus Procellarum Erste weiche Landung einer US-amerikanischen Sonde auf dem Mond. Die Sonde arbeitete rund sechs Wochen und übertrug 11.200 Bilder. 80px|center Surveyor 2 (NASA)22. September 1966292 Mare Insularum Wurde beim harten Aufschlag zerstört. 80px|center Lunar Orbiter 1 (NASA)29. Oktober 1966386 Ab dem 26. Mondumlauf am 18. August begann er mit den Aufnahmen und übermittelte bis zum Absturz insgesamt 229 Bilder. 80px|center Luna 11 31. Oktober 19661.640 unbekannt War ein Orbiter der verbesserten Serie E-6LF und wurde am 24. August 1966 gestartet. Luna 13 24. Dezember 19661.700 Oceanus Procellarum Eine instrumentell verbesserte Version von Luna 9. 80px|center Luna 12 19. Januar 19671.670 unbekannt Die Wiederholung der Mission mit Luna 11, gestartet am 22. Oktober 1966, verlief erfolgreich. Surveyor 3 (NASA)20. April 1967281 Oceanus Procellarum Teile der Sonde wurden von den Astronauten der Mission Apollo 12 demontiert und zurück auf die Erde gebracht. 80px|center Surveyor 4 (NASA)17. Juli 1967283 Sinus Medii Schlug drei Tage nach ihrem Start hart auf. 80px|center Surveyor 5 (NASA)11. September 1967281 Mare Tranquillitatis Übersandte bis zum 17. Dezember 1967 19.000 Bilder, Daten und analysierte eine Bodenprobe. 80px|center Lunar Orbiter 3 (NASA)10. Oktober 1967386 Gilt wegen einiger Fehlfunktionen als nicht erfolgreich. 80px|center Lunar Orbiter 2 (NASA)11. Oktober 1967385 Übertrug 817 Bilder bis zum Aufschlag am 11. Oktober 1967. 80px|center Lunar Orbiter 4 (NASA)31. Oktober 1967386 zw. 22° u. 30° W Die Sonde machte 546 Bilder. Dadurch wurde die Mondvorderseite fast vollständig und die Rückseite zu etwa 3/4 erfasst. 80px|center Surveyor 6 (NASA)10. November 1967282 Sinus Medii Die Sonde übermittelte 15.000 Bilder und zahlreiche Daten. Am 17. November 1967 wurde ihr Triebwerk erneut gestartet und die Sonde setzte dann 2,5 m entfernt wieder auf. 80px|center Surveyor 7 (NASA)10. Januar 1968290 Krater Tycho Die Sonde übersandte bis zum 21. Februar 1968 21.000 Bilder. 80px|center Lunar Orbiter 5 (NASA)31. Januar 1968386 Ab dem 6. August 1967 wurden 844 Bilder übertragen, u. a. von der noch nicht ganz erfassten Mondrückseite. 80px|center Luna 14 19681.670 unbekannt Mit der Sonde wurde unter anderem das Kommunikationssystem für das bemannte sowjetische Mondprogramm getestet sowie weitere wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Apollo 10 LEM Abstiegsstufe (Snoopy) (NASA) unbekannt2.211 unbekannt Simulation der für Apollo 11 geplanten Mondlandung bis 14 km Höhe über der Mondoberfläche. Die Abstiegsstufe verblieb am 22. Mai 1969 in einer Mondumlaufbahn und stürzte zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Missionsende ab. 80px|center Apollo 11 LEM Abstiegsstufe (Eagle) (NASA)20. Juli 19692.034 http://www.google.com/moon/#lat=0.655754&lon=23.471664&zoom=18&apollo=a11 Mare Tranquillitatis Die erste bemannte Landung auf dem Mond. Erster Transport von Mondgestein zur Erde. 80px|center Luna 15 21. Juli 19692.718 Mare Crisium Die ersten Rückführungssonden der Serie E-8-5 sollten vor den Amerikanern Mondgestein zurückbringen, allerdings schlug die Sonde hart auf dem Mond auf. Apollo 11 LEM Aufstiegsstufe (Eagle) (NASA) 19692.184 unbekannt Schwenkte in eine Mondumlaufbahn ein und koppelte wieder an der Kommandokapsel an. Die Stufe verblieb am 21. Juli 1969 in einer Mondumlaufbahn und stürzte später ab. 80px|center Apollo 12 LEM Abstiegsstufe (Intrepid) (NASA)19. November 19692.211 http://www.google.com/moon/#lat=-3.009785&lon=-23.424206&zoom=15&apollo=a12 Oceanus Procellarum Zweite bemannte Mondlandung. Der Landeplatz war so gewählt, dass Experimentergebnisse von Surveyor 3 abgeholt werden konnten. 80px|center Apollo 12 LEM Aufstiegsstufe (Intrepid) (NASA)20. November 19692.164 Mare Insularum Intrepid schlug mit etwa 1,5 km/s Geschwindigkeit etwa 72 km entfernt vom Seismometer auf. Die Daten des folgenden Mondbebens wurden vom ALSEP direkt an die Erde gefunkt. 80px|center Apollo 13 S-IVB (S-IVB-508) (NASA)14. April 197013.454 Oceanus Procellarum Der Einschlag entsprach der Sprengwirkung von gut 10 t TNT. Nach ungefähr 30 Sekunden registrierte das von Apollo 12 aufgestellte Seismometer den Einschlag. Bild der Einschlagstelle des LRO: 80px|center Luna 16 20. September 1970< 5.727 Mare Fecunditatis Brachte als erste sowjetische Mission Mondgestein zur Erde. 80px|center Luna 17 17. November 19704.844 Mare Imbrium Setzte Lunochod 1 ab, den ersten ferngesteuerten Rover auf einem anderen Himmelskörper. Lunochod 1 17. November 1970757 Der Rover legte 10.540 m zurück, übertrug mehr als 20.000 Bilder, über 200 Panoramen und untersuchte über 500 Bodenproben. Lunochod 1 wurde im März 2010 von LRO wiederentdeckt. 80px|center Apollo 14 S-IVB (S-IVB-509) (NASA)4. Februar 197114.016 Mare Cognitum Aufschlag auf der Mondoberfläche für seismische Experimente. 80px|center Apollo 14 LEM Abstiegsstufe (Antares) (NASA)5. Februar 19712.144 http://www.google.com/moon/#lat=-3.594285&lon=-17.486782&zoom=14&apollo=a14 Fra Mauro-Krater Dritte bemannte Mondlandung, als Ziel war das Fra Mauro-Hochland anvisiert, das eigentlich von Apollo 13 besucht werden sollte. 80px|center Apollo 14 LEM Aufstiegsstufe (Antares) (NASA)7. Februar 19712.132 Oceanus Procellarum Am Ende des letzten Außenbordeinsatzes wurde Alan Shepard zum ersten Golfspieler auf dem Mond. 80px|center Apollo 15 S-IVB (S-IVB-510) (NASA)29. Juli 197114.036 Fra Mauro-Krater Aufschlag auf der Mondoberfläche für seismische Experimente. 80px|center Apollo 15 LEM Abstiegsstufe (Falcon) (NASA)31. Juli 19712.809 http://www.google.com/moon/#lat=26.036942&lon=3.633596&zoom=11&apollo=a15 Hadley-Rille Vierte bemannte Mondlandung. 80px|center Apollo 15 Lunar Roving Vehicle (NASA)2. August 1971262 Hadley-Rille Erstes Mondauto. Als die Crew das Mondauto montierte, musste David Scott feststellen, dass die Vorderlenkung defekt war. 80px|center Apollo 15 LEM Aufstiegsstufe (Falcon) (NASA)3. August 19712.132 Palus Putredinis Aufschlag auf der Mondoberfläche. 80px|center Luna 18 11. September 19715.600 Mare Fecunditatis Verstummte bei der Landung und ist eventuell in unzugänglichem Gelände umgekippt oder bei der Landung beschädigt worden. Luna 20 21. Februar 1972< 5.727 Apollonius-Hochland Landete etwa 1800 m von Luna 18 entfernt und gewann 55 g Bodenproben, da der Bohrer nur 15 cm tief eindringen konnte. Apollo 16 S-IVB (S-IVB-511) (NASA)19. April 197214.002 Mare Insularum Aufschlag auf der Mondoberfläche für seismische Experimente. 80px|center Apollo 16 LEM Abstiegsstufe (Orion) (NASA)20. April 19722.765 http://www.google.com/moon/#lat=-8.959269&lon=15.471300&zoom=11&apollo=a16 Descartes-Hochplateau Fünfte bemannte Landung auf dem Mond. Ziel war das Cayley-Hochland, in der Nähe des Descartes-Kraters. 80px|center Apollo 16 Lunar Roving Vehicle (NASA)24. April 1972462 Descartes-Hochplateau Zweites Mondauto, legte 26,6 Kilometer zurück. 80px|center Apollo 16 LEM Aufstiegsstufe (Orion) (NASA)24. April 19722.138 unbekannt Aufschlag auf der Mondoberfläche. 80px|center Apollo 16 Subsatellit (NASA)29. Mai 197242 unbekannt 80px|center Explorer 49 (RAE-B) (NASA)29. Mai 1972328 unbekannt Wurde in eine Mondumlaufbahn gebracht und untersuchte Radiostrahlung in einem Frequenzbereich von 25 kHz bis 13,1 MHz. 80px|center Luna 19 30. September 19725.600 unbekannt War ein Mondorbiter. Man hatte ein Lunochod ohne Räder in einen Mondorbit gebracht und dieses mit weiteren Experimenten ausgerüstet. Apollo 17 S-IVB (S-IVB-512) (NASA)10. Dezember 197213.960 Aufschlag auf der Mondoberfläche für seismische Experimente. 80px|center Apollo 17 LEM Abstiegsstufe (Challenger) (NASA)11. Dezember 19722.798 http://www.google.com/moon/#lat=20.183683&lon=30.727787&zoom=11&apollo=a17 Taurus-Littrow Sechste und bisher letzte bemannte Mondlandung. 80px|center Apollo 17 Lunar Roving Vehicle (NASA)14. Dezember 1972462 Taurus-Littrow Drittes Mondauto, im Gegensatz zu den früheren Einsätzen keine Defekte an der Lenkung. 80px|center Apollo 17 LEM Aufstiegsstufe (Challenger) (NASA)15. Dezember 19722.150 Taurus-Littrow Aufschlag auf der Mondoberfläche. 80px|center Luna 21 15. Januar 19734.727