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mini|hochkant=1.5|Stadtteile von Coburg

Denkmäler sind gemäß dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz in Baudenkmäler und Bodendenkmäler eingeteilt, wobei die Baudenkmäler auch Flurdenkmäler und Gartendenkmäler umfassen. Weiter können Baudenkmäler Einzelbaudenkmäler oder Ensembles sein.

Ergänzend zu den Denkmälern ist eine Liste der für das historische Stadtbild Coburgs maßgeblichen Architekten und Baumeister angefügt.

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Details Historisch beruhen die Denkmallisten in Bayern auf Verordnungen aus den Jahren 1882, 1904 und 1908 und dem 1973 in Kraft getretenen Denkmalschutzgesetz. Grundlage der Aufstellung ist die Bayerische Denkmalliste, die nach dem Denkmalschutzgesetz vom 1. Oktober 1973 vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erstmals 1978 im Entwurf abgeschlossen und seitdem laufend ergänzt wurde, sowie der vom Landesamt 2006 herausgegebene Band IV.48 Stadt Coburg der Reihe Denkmäler in Bayern. Diese Reihe ist ein Beitrag des Freistaates Bayern zum deutschlandweiten Projekt Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, in dessen Rahmen der Bestand aller Kulturdenkmale Deutschlands erfasst, bewertet und dargestellt werden soll.

In der Stadt Coburg und ihren Stadtteilen waren im Jahr 2013 insgesamt 864 Baudenkmäler und 45 Bodendenkmäler in der Denkmalliste erfasst. Das sind einzelne Objekte mit Denkmaleigenschaft und Ensembles, die als Ganzes geschützt sind, auch wenn viele oder alle Gebäude des Ensembles für sich allein keinen Denkmalcharakter haben. Das Haus Mühlgasse 1 wurde im August 2008, das Haus Leopoldstraße 39 im Dezember 2009, das Haus Weichengereuth 25 im April 2010, das Haus Judengasse 51, das Haus Goethestraße 9 im Jahr 2012 und das Haus Zinkenwehr 20 im Jahr 2013 abgebrochen.

Ensembles Ein Ensemble ist eine Gruppe von Gebäuden, die zusammen ein historisches Orts-, Platz-und/oder Straßenbild darstellen. Die Denkmalliste enthält für Coburg acht Ensembles, die als Ganzes als erhaltungswürdig eingestuft werden.

Ensemble Altstadt Coburg mini|Marktplatz mini|Schlossplatz mini|hochkant|Ketschengasse mini|Steingasse mini|Spitalgasse mini|hochkant|Judengasse

Das größte Ensemble ist das Ensemble Altstadt mit Vorstädten. Seine Umgrenzung wird zum größten Teil von der ehemaligen äußeren Stadtbefestigung bestimmt und entspricht etwa der mittelalterlichen Ausdehnung der Stadt. Zugehörig ist auch der Grüngürtel, der im 19. Jahrhundert anstelle der Wallgräben angelegt worden ist, im Osten einschließlich der jenseits des ehemaligen Grabens unmittelbar anschließenden Bebauung.

An den südlichen Ausläufern des Thüringer Waldes an der Itz, auf einer hochwasserfreien westlichen Niederterrasse des Festungsberges, liegt die Altstadt Coburgs. Ein Vorgängerort „Trufalistat“, 1075 erstmals urkundlich erwähnt, ist etwa in diesem Bereich zu lokalisieren. Die Kernstadt weist einen klaren planmäßigen Stadtgrundriss auf und entwickelte sich an einer nord-südlich verlaufenden Handelsstraße, deren Übergang über die Itz nördlich der heutigen Altstadt lag. Mit einer ostwestlich verlaufenden Straße von nur lokaler Bedeutung entstand das für den Stadtgrundriss charakteristische Straßenkreuz. Dadurch erhält die regelmäßige Viertoranlage mit kreisförmiger Ummauerung und dem zentral gelegenen Markt als Hauptplatz und Schnittpunkt des Straßenkreuzes eine besondere Prägnanz. Der Bering basiert auf einer Ummauerung wohl Anfang des 13. Jahrhunderts. Bereits am Ende jenes Jahrhunderts war die Stadt über den Mauergürtel hinausgewachsen. Vor jedem Tor bildeten sich Vorstädte, im Süden die Ketschenvorstadt, im Westen die Judenvorstadt, im Norden die Steinweg- oder Spitalvorstadt und im Osten die Steintor- und Stetzenbachvorstadt.

Von der Stadtbefestigung, die bis ins 18. Jahrhundert umgebaut und repariert wurde, zeugen das Judentor und das Spitaltor des inneren Befestigungsgürtels und das Äußere Ketschentor der südlichen Vorstadtbefestigung; auch mit ihren barocken Hauben sind diese Tore eindrucksvolle Zeugen der mittelalterlichen Stadt, die als kirchlicher und gerichtlicher Mittelpunkt wie als Handelsplatz eine lebhafte Entwicklung genommen hatte, worauf auch das Münzrecht von 1265 hinweist. Das illustrieren auch zahlreiche bürgerliche Bauten, stellvertretend für die erhaltenen Massivbauten sei der Sandsteinquaderbau Markt 15 genannt und als bedeutendstes Fachwerkhaus das stattliche Münzmeisterhaus des 14./18. Jahrhunderts (Ketschengasse 7). Die meisten Bürgerhäuser des Stadtkerns bewahren nicht nur die mittelalterliche Stadtstruktur, sondern sind selbst im Kern mittelalterliche Bauten.

Im Südosten des Kernbereichs liegt das kirchliche Zentrum der Stadt, ein in sich geschlossener und abgeschiedener Bereich um die Stadtpfarrkirche St. Moriz, wo sich seit 1256 bis zur Reformation eine Benediktinerpropstei befand. Der dominierende Sakralbau St. Moriz, dessen äußere Erscheinung vor allem die Baumaßnahmen des 14.–16. Jahrhundert bestimmen, spielt gleichzeitig eine Rolle für die Stadtsilhouette.

Die Zugehörigkeit zum Hause Wettin seit 1353 hatte zur Folge, dass Coburg zum Schwerpunkt seiner Herrschaft ausgebaut wurde. Die Einführung der Reformation (1524 in St. Moriz) führte zur Auflösung des Franziskanerklosters (1525), das nach Verlegung der Residenz von der Veste in die Stadt ab 1544 unter Herzog Johann Ernst zum Stadtschloss umgebaut wurde. Die Monumentalbauten, die der Stadt das Gepräge einer Renaissance-Residenzstadt verleihen, entstanden während der glanzvollen Regierungszeit Herzog Johann Casimirs. Die bedeutenden stattlichen Satteldachbauten, das Regierungs- oder Kanzleigebäude am Markt (1597/99), das Gymnasium Casimirianum (1601/05) bei St. Moriz und das Zeughaus in der Herrngasse (1616/21) sind Werke des Malerarchitekten Peter Sengelaub. An der Residenz und dem Rathaus zeigt sich die Epoche in einem charakteristischen architektonischen Motiv, dem von einer Säulenvorlage getragenen runden oder oktogonalen Eckerker über zwei Geschosse, dem Coburger Erker. Diese Erkerform tritt nicht nur bei den großen öffentlichen Bauten auf, sondern z. B. auch bei dem Eckhaus Markt 6.

Mitte des 18. Jahrhunderts setzte eine neue Blüte der Stadt ein, die, mit dem Ausbau als Residenzstadt einhergehend, die Stadt ganz entscheidend architektonisch prägte. Unter Herzog Franz Friedrich Anton und vor allem den Herzögen Ernst I. und Ernst II. wurde die Stadt in eine Residenz des 19. Jahrhunderts umgewandelt. Wichtigste Baumaßnahmen waren die Ehrenburg und der den Altstadtkern umschließende Kranz von Straßen und Anlagen. Anstelle der weitgehend abgetragenen Stadtbefestigung entstand ein Grüngürtel, der die Stadt des Mittelalters und der Renaissance nahezu ringsum einfasst und mit vornehmlich gotisierender Randbebauung ein einmaliges einheitliches Gepräge hervorruft. Veranlasst durch die 1858 eröffnete westlich an der Altstadt vorbeiführende Eisenbahnstrecke wurde die Stadt seit den 1860er Jahren dort erweitert. Von dem zwar nicht nach einheitlichem Plan, doch nach und nach systematisch angelegtem Baugebiet dringen die Bahnhofstraße und die Mohrenstraße in die Altstadt ein, während die Löwenstraße die Altstadt nordöstlich begrenzt (vgl. Ensemble Bahnhofsvorstadt). Die zahlreichen in und um die Stadt entstandenen Bauten der Gründerzeit und des Jugendstils verleihen der Stadt auch außerhalb der Ensembles ein charakteristisches Gepräge.

Das Zentrum der vier Hauptachsen ist der auffallend große und annähernd quadratische Markt, dessen Form im Wesentlichen schon vom Stadtgründer bestimmt wurde, die aber erst beim Bau des Regierungsgebäudes in den letzten Jahren des 16. Jahrhunderts systematisiert wurde. Darin sammelt sich der Verkehr und mit den dort kreuzenden und einmündenden Straßen werden alle Viertel der Altstadt erschlossen. Die westliche und östliche Platzwand mit recht stattlichen, zumeist traufseitigen Bürgerhäusern verschiedener Jahrhunderte schaffen zusammen mit Monumentalbauten, dem Regierungsgebäude im Norden und dem Rathaus mit Nachbarhaus im Süden eine, seiner Funktion im Stadtgefüge entsprechend, klare und repräsentative Gestaltung. Die von der Nordwestecke des Marktes in leichter Biegung zum Spitaltor führende Spitalgasse ist die wichtigste Geschäftsstraße. Als Fortsetzung jenseits des Tores führt der Steinweg in leichter Biegung nach Nordwesten zur Talniederung und lässt mit seiner dreigeschossigen, traufseitigen und einfacheren Bebauung, obwohl dicht und innerstädtisch, noch immer die ehemalige Vorstadt erkennen. Kurz nach Einmündung des Oberen Bürglaß, wo das 1803 abgebrochene Hahntor stand, setzt die Heiligkreuzstraße den vorstädtischen Bereich fort.

Die nach Süden führende Ketschengasse beginnt als repräsentativer, innerstädtischer Straßenzug zwischen Markt und dem 1791 abgebrochenen Inneren Ketschentor (ehemals etwa bei Ketschengasse 26). Der äußere Bereich entspricht der ehemaligen Ketschenvorstadt und beginnt mit dem heutigen Albertsplatz. Kern der Ketschenvorstadt ist der südlich hinter dem Häuserblock Nr. 28-40 anschließende, marktartige und von einem Brunnen besetzte Bereich. Dieser im Süden spitz zulaufende Platz wird vom Äußeren Ketschentor geschlossen. In der Südostecke der Vorstadt erstreckt sich der, von der ehemaligen Vorstadtummauerung eingefasste, 1856 aufgelassene Salvatorfriedhof mit der Salvatorkirche.

Die Steingasse, vom Markt zum ehemaligen Steintor bergan führend, wird von eng gereihten Bürgerhäusern gesäumt, an der Südseite vorwiegend giebelständig und an der Nordseite traufseitig. Im oberen Teil beherrscht die Stadtfront der Ehrenburg die Straße. Anschließend folgt nach Osten die ehemalige Vorstadt Steintor, deren von der Oberen Anlage steil ansteigender Straßenzug von zahlreichen Zwerchhäusern geprägt wird. Die Gasse Hinterm Marstall schafft eine Verbindung zur Leopoldstraße, der früheren Stetzenbachvorstadt. Die 1618 erstmals erwähnte Vorstadt, die ehemals nicht befestigt war, zeigt an dem leicht gekrümmt verlaufenden Straßenzug eine wechselnde, zumeist traufseitige Bebauung.

Die vom Markt gegenüber der Steingasse nach Westen zur Judenbrücke führende Judengasse beginnt mit einem innerstädtischen Straßenabschnitt, der durch teils repräsentative, zumeist dreigeschossige traufseitige Bürgerhäuser hervorgehoben wird. Von der ehemals rein zweigeschossigen Bebauung sind noch etliche Beispiele erhalten. Die von der Nordostecke des Marktes ausgehende Herrngasse wird von besonders herausragenden Bauten gesäumt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entstand der Schlossplatz, eine Platzanlage, in der jenes Jahrhundert eine seiner charakteristischsten städtebaulichen Situationen geschaffen hat, im Süden der neugotische Prospekt des Residenzschlosses, ihm gegenüber das ehemalige Hoftheater. Westlich sind hinter einer Baumkulisse an der Grafengasse Bürgerhäuser der Stadt verborgen. Nordwestlich öffnet sich der Platz zum Theaterplatz. Seit Abbruch des Spitalhofs 1867 schließt sich der dadurch entstandene Gemüsemarkt an dieses Platzgefüge an.

Auch an der Ostseite setzt sich der Schlossplatz über die in den Hofgarten vermittelnden monumental gestalteten Arkaden und die Terrasse fort. Dort wurde der Fernblick geschaffen, der Stadt und Veste verbindet, flankiert von Bauten, die im weiteren Zusammenhang stehen, der katholischen Kirche am Hangfuß im Norden und dem Marstall und der Reithalle im Süden auf leicht ansteigendem Gelände. Ein um das Standbild Herzog Ernsts I., des Schöpfers dieser Anlage, gärtnerisch angelegtes Rondell gibt dem Platz einen Bezug. Die überragende Rolle des Platzes beruht in seiner bedeutenden künstlerischen Gestaltung und in der Tatsache, dass mit ihn die Stadt direkt in den Hofgarten übergeht und sie mit der Festung verbindet. Zudem stellt der Schlossplatz einen Teil des städtischen Grüngürtels dar.