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Die römisch-katholische Kirche St. Clemens befindet sich im Dortmunder Stadtteil Hombruch (Stadtbezirk Hombruch). Sie ist die Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei St. Clemens im Pastoralen Raum „Pastoralverbund im Dortmunder Süden“. Sie trägt das Patrozinium Clemens von Rom.
Geschichte Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kamen mit dem beginnenden Tiefbau der Zeche Glückauf-Tiefbau viele katholische Arbeiter nach Dortmund-Hombruch.
Nachdem 1863 die Gründung einer eigenen Missionsgemeinde beschlossen und die Gemeinde am 19. Oktober 1864 gegründet worden war, stellte der protestantische Industrielle Clemens Freiherr von Romberg am 15. Oktober 1866 den Katholiken ein Grundstück zur Verfügung, mit der Auflage, darauf ein Missionshaus mit Schule und später eine Kirche zu errichten. Durch Spenden und Anleihen finanziert, konnte in den Jahren 1870/71 für die schnell wachsende Gemeinde an dieser Stelle ein Kirchbau nach den Plänen des Paderborner Dombaumeisters Arnold Güldenpfennig verwirklicht werden.
Am 22. Juni 1870 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt, die nach Entwurf des Architekten Arnold Güldenpfennig errichtet wurde. Bischof Konrad Martin von Paderborn nahm die feierliche Konsekration der Pfarrkirche am 14. September 1871 vor. Es wurde allerdings festgelegt, dass Kirchweih am letzten Sonntag im September gefeiert wird.Amtliches Kirchenblatt für die Diöcese Paderborn, Jg. 20, Nr. 15 (1871), S. 124
1873 wurde die Kirche zum ersten Mal ausgemalt.
mini|Außenansicht ca. 1875 (Postkarte)
Schon 1892 gab es Pläne die Kirche zu erweitern, damit ca. 850–900 Gläubige Platz finden könnten. Erste Zeichnungen des projektierten Anbaus entstanden 1895. Die Ausführung der Arbeiten wurden 1896 durchgeführt. Hierbei wurde das Portal um 10 Meter in Richtung Westen versetzt und die fünfjochige Kirche durch 2 Joche ergänzt. Der vorhandene Kirchvorplatz wurde auf 4 Meter verringert.
1907 wurde die Kirche an die Wasserversorgung angeschlossen.
In den 1920er Jahren wurden zahlreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen durchgeführt: 1921 erfolgte eine neue Ausmalung der Kirche. 1922 wurde elektrisches Licht installiert. 1923 wurden die im Ersten Weltkrieg beschlagnahmten Glocken ersetzt. 1924 wurde die Orgelbühne erweitert und eine Heizung eingebaut. 1926/1927 wurden neue farbige Fußbodenplatten verlegt und die Wandfliesen bis in Fensterhöhe hochgezogen. 1927: elektrisches Läutewerk und Orgelgebläse; Ersatz der einfachen Verglasung durch Farbverglasungen mit Heiligen-Darstellungen. 1928 wurde die Ausmalung ausgebessert und ergänzt.
mini|Außenansicht nach dem 1. Weltkrieg
Am 10. März 1945 wurde die Pfarrkirche durch einen alliierten Bombenangriff auf Dortmund in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs teilweise zerstört. Kurze Zeit darauf am 23. April 1945 begannen die ersten Aufräumarbeiten. 1947 wurde das neue Gewölbe erstellt. Die endgültige Wiederherstellung (u. a. mit dem Einbau der neuen Chorfenster) wurde mit der Konsekration durch den Generalvikar Dr. Friedrich Maria Rintelen am 27. Juni 1948 abgeschlossen. 1948 wurde auch das vierstimmige Gussstahl-Geläut mit den Tönen d′, f′, g′ und a′ geweiht.
Die aufgrund des Zweiten Vatikanischen Konzils notwendigen Veränderungen wurden 1973 mit der Umgestaltung des Chors und dem Neubau der Eingänge auf der Südseite vorläufig abgeschlossen.
Ab 1982 wurde der Altarraum neu gestaltet. Am 2. Juni 1984 weihte Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt den neuen neoromanischen Altar.
Im Jahr 1991 erhielt die Kirche eine neue Farbfassung und die Industriedecke, die nach dem Zweiten Weltkrieg eingebaut worden war, wurde durch eine Holzdecke ersetzt. Zudem begann der Einbau neuer Fenster. Das letzte Fenster mit einfacher Verglasung wurde im Jahr 2005 ersetzt.
Seit dem 14. September 1993 ist das Kirchengebäude unter der Nummer A 0657 als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.
Da die alte Lautsprecheranlage nicht mehr den Anforderungen entsprach, wurde am 23. November 2011 mit dem Einbau einer neuen, modernen Lautsprecheranlage der Steffen Systems begonnen.
2014 stellten sich Schäden an der Glockenanlage heraus. Die große Christus-Glocke wurde stillgelegt, die Josef-Glocke war nur eingeschränkt in Betrieb. Daher wurde beschlossen, einen Guss von neun neuen Bronzeglocken bei der Glocken- und Kunstgießerei Rincker zu beauftragen, die zusammen mit einer vorhandenen alten Clara-Glocke in fis″ ein zehnstimmiges Geläut ergeben. Das neue Geläut wurde 2016 eingebaut und ist nach der Glockenzahl das größte Geläut in Dortmund.
2020 beschloss der Kirchenvorstand den Kauf einer gebrauchten Orgel. Die „neue“ Klais-Orgel wird nach dem Aufstellen restauriert.
2021 wurde das 150-jährige Kirchweihjubiläum begangen. Auf Anfragen des Pfarrers überließ Erzbischof Hans-Josef Becker der Pfarrei in Erinnerung an die Kirchweihe am 14. September 1871 eine Kreuzreliquie. Diese wurde anschließend in ein Kreuzreliquiar von Markus Engert aus Würzburg gefasst und kann auch die Funktion eines Altarkreuzes übernehmen. Weiterhin wurde ein neuer Kirchweihornat des Künstlers Claus Kilian angeschafft mit der Thematik des Himmlischen Jerusalems und eine Festschrift zur Entstehung der Pfarrkirche herausgegeben. Am letzten Sonntag im September hielt Weihbischof Berenbrinker aus Paderborn ein Pontifikalamt zur Erinnerung an die Kirchweihe.
Architektur mini|Grundriss, oben Osten
Es handelt sich um eine dreischiffige Kirche im Stil der Neugotik.
Der polygonale ⅝-Chor hat ein Rippengewölbe, die Seitenschiffe Kreuzrippengewölbe in Backsteinstruktur. Das Maßwerk der Fenster und der Fensterrose in der Westfront ist schlicht. Die eckigen Pfeiler zeigen mit gefassten Kanten und schlichtem Kapitellprofil eher eine sparsame klassizistische Form, allerdings ohne Basis. Der gesamte Raum wirkt längsbetont und findet hinter dem Triumphbogen im Chor seinen Abschluss.
Kirchenfenster Nord- und Südseite Die St.-Clemens-Kirche in Hombruch birgt als besonderen Schatz die dreizehn (Seiten-)Fenster nach Entwürfen des Künstlers Egon Stratmann. Folgende Motive finden sich auf den Fenstern der Pfarrkirche:
Fenster an der Nordseite Fenster Motiv Einbaujahr Beschreibung 1. Nordfenster Christus „Omega“ 1991 Das Fenster muss von unten nach oben betrachtet werden; denn in der Rundung ist der Christus der Endzeit abgebildet, auf den die ganze Schöpfung sich hin entwickelt. Unten rechts im Fenster deuten Jahreszahlen auf die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus vor 500 Jahren hin. Die christlichen Eroberer richteten in den entdeckten Ländern das Kreuz auf. Aber es erwächst aus einem blutigen Rot, in das die ganze Szene getaucht ist: ein Symbol für das Blutbad, das die Eroberer unter den Indios anrichteten. Die vornehmen Spanier „zertreten“ die vermeintlich tief unter ihnen stehenden Eingeborenen. Auf der linken Seite steht der Mönch Las Casas vor Karl V. und fordert eine christliche Behandlung der Indios. Darüber ist eine Indiozeichnung in das Fenster eingefügt: ein Mayapriester tötet einen Indio im Glauben, er könne seinen Gott durch ein Menschenopfer versöhnen. Daneben ragt rechts das Kreuz auf – auch Christus opfert sich, um Gott zu versöhnen. Aus dem Blutrot erhebt sich das Kreuz in immer lichtere Höhen. Über der Szene mit einem Menschenopfer steht Franziskus Xaverius. Auf sein Missionsgebiet Asien weist der indische Elefantengott hin, dem Franziskus das Kreuz entgegenhält.
Darüber ist in einem blumigen Medaillon visionär eine christliche Stadt dargestellt. Der Künstler dachte dabei an den Jesuitenstaat in Paraguay im 17. und 18. Jahrhundert, in dem die Indios das Gegenteil von Unterdrückung und Ausbeutung erfahren sollten; aber den Mächtigen der damaligen Zeit, die um ihre Profite bangten, war dieser Staat ein Dorn im Auge, und er wurde – auch mit Billigung der Kirche – verboten. „Diese Welt ist ungeeignet für Gottes Reich“ (Hochwälder). Im oberen Teil des Fensters wechseln die Farben zum Goldton hin, der Farbe für die Göttlichkeit. In der goldenen Kuppel steht der Baum des Lebens, wie ihn Johannes in der Offenbarung beschreibt. Im weichen Blau dahinter ist die Zeichnung der „neuen Stadt“ aus der Offenbarung zu erkennen. Alle Szenen und Visionen aber gipfeln in dem Bild des endzeitlichen Christus in der goldenen Fläche. Fünf purpurrote Farbflecke symbolisieren seine erlösenden Wundmale. 2. Nordfenster Fenster der Frauen 1991 In der Rundung und den beiden Bildern darunter wird Maria dargestellt, an der sich das Frauenbild der Kirche ausrichtet. Das obere Bild ist angelehnt an die Ikone der „Immerwährenden Hilfe“. Darunter sieht man links Maria und Elisabeth, beide schwanger, und rechts die Pieta, Maria mit dein toten Sohn – der Spannungsbogen im Leben der Mutter Gottes. Das obere Bild und die Heimsuchung sind von Gold umflossen, Zeichen göttlicher Begnadung. Die Pieta ist in Violett gehalten, der Farbe der Trauer und des Leidens. Unter diesem Ideal der Frauen werden die Lebenssituationen und Wirklichkeiten der Frauen unserer Zeit dargestellt. Links sehen wir das Bild einer traditionellen Familie, rechts Frauen in Berufen: eine Ordensfrau, eine Ärztin, eine Frau mit dem Doktorhut und eine schlanke, moderne Frau. Darunter stehen rechts eine Frau im Ballkleid, eine Frau im Hosenanzug mit einer Maske in der Hand, eine Sportlerin in Fechtkleidung und eine normale, etwas rundliche Frau, die dein Trend der Zeit, schlank, fit und immer modisch aktuell zu sein, nicht folgen kann. Links steht eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, darunter eine Vincentinerin. Sie soll an eine Ordensfrau dieser Kongregation erinnern, die lange in der Clemens-Gemeinde gewirkt hat und an die man dankbar zurückdenkt. Neben der Nonne erkennt man eine Caritas-Mitarbeiterin, auf deren Einsatz heute jede Gemeinde angewiesen ist. Im linken unteren Feld steht eine Frau vor einer Kirche. Sie ist nachdenklich, zögert. Sie steht für die vielen Frauen, die sich der Kirche gegenüber kritisch distanziert verhalten. Unten rechts ist die leichtlebige Frau dargestellt. Sie fällt auf durch ihr rotes Gewand und den giftgrünen Farbfleck über ihr im Kontrast zu den vorherrschenden Blautönen, und sie gibt sich betont lässig. Hinter ihr zeichnet sich die Silhouette eines Mannes ab. 3. Nordfenster Kinderfenster 1991 In der Rundung sieht man auf goldenem Grund die heilige Dreifaltigkeit: die Schöpferhand Gottes zeigt mit dem Zeigefinger auf die Erde, das Zeichen des Kreuzes ist zu sehen, das für den Sohn steht, und die Form einer Taube umfasst alles. Gott erschuf die Welt, und er sah, dass alles sehr gut war. Diese gute Schöpfung, wie sie vor dem Sündenfall war, wird in den folgenden Szenen vorgestellt. In solch einer Weit sollten Kinder eigentlich leben. „Es werde Licht!“. Das goldene Licht, das die Dreifaltigkeit umfließt, strahlt nach unten und schiebt die Finsternis zur Seite. In der nächsten Szene sieht man, wie sich Himmel und Meer voneinander geschieden haben. Der Himmel zeigt ein helles, das Meer ein dunkles Blau. Rechts ist schon ein Stück braunes Land erkennbar. Darunter scheinen links Sonne, Mond und Sterne, und rechts sprießt das Grün, wachsen leckere Früchte. Im nächsten Sektor wimmelt es von Fischen und anderen Meerestieren, und darüber fliegen Vögel. Dabei ist auch ein bunter Hahn. Daneben tummeln sich die Tiere des Waldes und Feldes; ganz unten sitzen ein Igel und ein Hase mit langen Ohren, im Hintergrund lacht ein Affe. Und daneben steht das erste Menschenpaar.