mini|Ganzmeilensäule beim Neubaugebiet mini|Ganzmeilensäule mit falscher Jahreszahl Die denkmalgeschützte Ganzmeilensäule Johanngeorgenstadt gehört zu den kursächsischen Postmeilensäulen, die im Auftrag des Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen durch den Land- und Grenzkommissar Adam Friedrich Zürner in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts im Kurfürstentum Sachsen errichtet worden sind. Sie befindet sich auf einem kleinen Schmuckplatz in unmittelbarer Nähe des Pulverturmes und des DDR-Neubaugebietes an der Eibenstocker Straße in der westerzgebirgischen Stadt Johanngeorgenstadt im Erzgebirgskreis.

Geschichte Johanngeorgenstadt erhielt als eine der ersten Städte im Kurfürstentum Sachsen 1725 eine Ganz-, eine Halbmeilensäule und einen Viertelmeilenstein. Die Standorte dafür hatte Zürner im November 1722 persönlich festgelegt.

Die Ganzmeilensäule Nr. 56 befand sich 14 Meilen von Leipzig entfernt und sollte ihren Standort gleich nach Ausgang des Adolphus Zechen Bergkwerks von J.-G.-Stadt erhalten. Die Säule stand vermutlich unterhalb des Pulverturms an der Straße nach Eibenstock. Den Auftrag für die Fertigung dieses Säule übernahm der Steinmetzmeister Geilsdorff aus Zwickau. Die Bezahlung erfolgte aus der städtischen Ratskasse.

Die Ganzmeilensäule verschwand nach der Einführung des neuen Meilenmaßes nach 1840. Reststücke der Säule wurden vermutlich beim Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1867 in einem Gebäude der Altstadt verbaut. Hier wurden ab 1953 beim Abbruch der Altstadt wegen des Uranbergbaus der SDAG Wismut zwei Teilstücke der Ganzmeilensäule geborgen.

Nach Ergänzung der fehlenden Teile wurde die Ganzmeilensäule 1960 provisorisch auf dem ehemaligen Markt der Altstadt aufgestellt. 1978 wurde die Säule grundlegend restauriert. Sie trägt heute die Jahreszahl 1723, obwohl deutlich die richtige Jahreszahl 1725 an der Säule zu erkennen ist. In den 1990er Jahren wurde die Säule vom Marktplatz an den ursprünglichen Standort beim Pulverturm versetzt. Allerdings wurde die Säule seitenverkehrt errichtet. Die Reihennummer 56 hätte zur Straße zeigen müssen, was derzeit nicht der Fall ist.

Literatur Friedrich H. Hofmann: Postgeschichte von Johanngeorgenstadt mit kurzer Darstellung der Stadtgeschichte. Schwarzenberg 1983, S. 22–25. Christian Teller: Ganzmeilensäule in Johanngeorgenstadt wieder aufgestellt. in: Erzgebirgische Heimatblätter Heft 2/1979, S. 38–39

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