Die Frauenfußballabteilung des FC Bayern München besteht seit dem 7. Juni 1970.Die erste Frauenmannschaft des FC Bayern München auf der Homepage des FC Bayern München In den Anfangsjahren des modernen deutschen Frauenfußballs spielte die Mannschaft um die oberen Ränge und gewann 1976 die Deutsche Meisterschaft. Nach wechselhafter Geschichte spielt das Team seit 2000 wieder in der Bundesliga, der es bereits als Gründungsmitglied (1990) angehörte. 2012, 2025 und 2026 gewann die Mannschaft den DFB-Pokal sowie 2015, 2016, 2021, 2023, 2024, 2025 und 2026 die Deutsche Meisterschaft.
Geschichte Anfangszeiten bis zur ersten deutschen Meisterschaft 1976 Die Gründung der Frauenfußball-Abteilung des FC Bayern München fand am 7. Juni 1970 mit der Notiz „Start im Damenfußball beim FC Bayern München eV“ statt. Dies geschah drei Monate vor der Aufhebung des seit 1955 geltenden Verbots des DFB zur Gründung von Frauenfußball-Abteilungen. Schon 1967 soll es aber laut Vereinszeitschrift des FC Bayern München 74 Frauen gegeben haben, welche eine Frauenabteilung innerhalb des Vereins gegründet hatten.
Nach der offiziellen Gründung im Juni 1970 wurde eine Spielerinnensichtung an der Säbener Straße durchgeführt und eine erste Mannschaft zusammengestellt. Bis zu den ersten offiziellen Spielen dauerte es allerdings noch bis Mitte 1972. Schon gleich die erste Saison wurde mit der Meisterschaft des Großraums München gefeiert. Die Bilanz: 28:0 Punkte, 114:2 Tore. Den oberbayerischen Meistertitel sicherte sich die Mannschaft am 6. November 1971 auf dem Platz des BC Aichach vor 1200 Zuschauern mit dem 7:0-Sieg über den FC Ehekirchen. Neben den Meisterschaftsspielen wurden Trainingslager abgehalten und internationale Freundschaftsspiele organisiert, so unter anderem ein Spiel gegen die Italienische Fußballnationalmannschaft der Frauen, welches mit 2:1 gewonnen wurde.Frauenfußball beim FC Bayern – eine lange Tradition fcbayern.com
In der Folgesaison errangen die Frauen des FC Bayern erstmals die Bayerische Meisterschaft. Es war der erste von insgesamt 19 Titeln in Folge. Das Finale gegen die SpVgg Landshut wurde im neuerbauten Olympiastadion ausgetragen und endete mit 4:2. Trainer der Mannschaft war Fritz Bank und die Spielführerin Olga Schütz. Neben Schütz war auch Maria Meissner Teil des Teams. Meissner war maßgeblich an der Gründung der Frauenabteilung beteiligt und sollte später als die „Mutter der Pokale“ bekannt werden. Im Finale um den Goldpokal – ein ohne die Zustimmung des DFB organisiertes Turnier der Landesverbandsmeister um die Deutsche Meisterschaft, und daher inoffiziell – unterlag der FC Bayern München dem TuS Wörrstadt am 29. September 1973 in Rüsselsheim mit 1:3.
In der 1974 erstmals offiziell ausgetragenen Deutschen Meisterschaft der Frauen scheiterten die Bayern bereits in der Gruppenphase und wurden dort nur Zweiter hinter dem SV Bubach-Calmesweiler. Ein Jahr später machten sie es besser und erreichten erstmals das Finale. In Bad Godesberg trafen sie auf den Bonner SC, der damals mit Spielerinnen wie Beverly Ranger, Anne Trabant-Haarbach und Christa Nüsser auf dem Höhepunkt seiner Zeit war. Vor 2337 Zuschauern ging das Endspiel mit 2:4 verloren.
Auf dem Weg zur ersten Deutschen Meisterschaft, nur ein Jahr nach der Finalniederlage gegen den Bonner SC, nahm man an eben jenem Revanche. In der Gruppenphase 1976 bezwang man die Bonnerinnen in den entscheidenden Spielen um den Einzug in das Halbfinale mit 4:3 nach Hin- und Rückspiel. Im Finale hieß der Gegner Tennis Borussia Berlin. 3700 Zuschauer sahen im Siegener Leimbachstadion eine Partie, die nach 60 Minuten in die Verlängerung ging. Die Frauen des FC Bayern, die bis auf Jutta Lehner und Cornelia Doll mit der gleichen Elf wie im Finale 1975 antraten, gingen zweimal in Führung, ehe jeweils Rita Cygon für die Borussia ausglich. In der Verlängerung waren es Inge Mayerhofer und Doris Niederlöhner, die für den 4:2-Endstand und damit den ersten großen Titel in der Geschichte der FC-Bayern-Frauen sorgten. Aus der Meistermannschaft ging die spätere Trainerin Sissy Raith hervor. 1977 stieß die heutige Managerin Karin Danner als Spielerin zur Mannschaft.
Verlorene Finals und Abstieg aus der Bundesliga 1992 1979 und 1982 stand man erneut im Finale um die Meisterschaft, vermochte aber nicht die Vormachtstellung der SSG 09 Bergisch Gladbach, mit Spielerinnen wie Silvia Neid, zu durchbrechen und verlor beide Male. Im Jahr 1985 erreichten die „Bayern“ letztmals ein Finale um die Meisterschaft, blieben aber erneut ohne den erhofften Erfolg. Monika Schmidt bestritt 1985 ihr letztes von fünf Endspielen um die Meisterschaft für die Bayern. Sie ist damit die einzige Spielerin, die in allen fünf Finals im Trikot für die „Roten“ auflief. Von 1985 bis zur Gründung der Frauen-Bundesliga 1990 scheiterten die Frauen auf dem Weg zum Endspiel um die Meisterschaft fast ausschließlich an der SSG 09 Bergisch Gladbach, dem TSV Siegen und dem FSV Frankfurt.
Nach zwei Halbfinals, 1985 und 1986, erreichten die Frauen des FC Bayern 1988 erstmals das DFB-Pokal-Finale. Gegen den TSV Siegen mit der ehemaligen Bayern-Spielerin und zukünftigen Trainern der FCB-Frauen Sissy Raith, hatten sie aber keine Chance. Das Finale ging 0:4 verloren, Silvia Neid erzielte einen Hattrick. Nur zwei Jahre später schafften sie es erneut in das Pokalfinale, diesmal trafen sie auf den FSV Frankfurt. Auch wenn es abermals nicht zu einem Pokalsieg reichte, so fiel die Niederlage mit 0:1 doch deutlich knapper aus als 1988 gegen den TSV Siegen. Es sollte aber noch 22 weitere Jahre dauern, ehe die FC Bayern-Frauen erstmals den Pokal in Empfang nehmen konnten.
Auf dem DFB-Bundestag 1989 wurde die Einführung einer zweigleisigen Bundesliga zur Saison 1990/91 beschlossen. Die jeweils besten Mannschaften der damals 16 DFB-Mitgliedsverbände waren nach Abschluss der Saison 1989/90 automatisch für die neue Bundesliga qualifiziert. So auch die Frauen des FC Bayern, die somit als Gründungsmitglied der Liga gelten. Die Freude darüber währte jedoch nicht lange. Schlossen sie die erste Saison 1990/91 noch auf Platz 4 in der Gruppe Süd ab, waren sie eine Saison später das Schlusslicht und stiegen aus der Bundesliga in die Bayernliga ab. In dieser belegten sie in den folgenden sieben Saisons die Plätze 2 bis 4 und waren ab 1994 nicht mehr für den DFB-Pokal-Wettbewerb qualifiziert.
Rückkehr in die Bundesliga 2000 Nach acht langen Jahren und zum 30-jährigen Jubiläum der Frauenfußball-Abteilung gelang 2000 der Wiederaufstieg in die Bundesliga. Die Mannschaft gewann alle Saisonspiele der Bayernliga und setzte sich in der Aufstiegsrunde im entscheidenden Spiel um den Gruppensieg gegen den SC Freiburg mit 3:2 durch.
Einer der Gründe für die Leistungsexplosion war das erhöhte Budget der FC-Bayern-Frauen. Beeindruckt von der Frauen-WM 1999 in den USA, erhöhte Vereinspräsident Franz Beckenbauer den Etat der Abteilung von 50.000 auf 300.000 Mark. Frauenpower – dank „Kaiser“ und König Anteil am sportlichen Erfolg hatten unter anderem die damals 21-jährige Nadine Angerer, die vom Stadtrivalen FFC Wacker München zu den Bayern gewechselt war, Tanja Wörle, Petra Wimbersky sowie die Routiniers Roswitha Bindl und Bärbel Weimar.
Mit dem Ziel eines Platzes im Mittelfeld gingen die Bayern die erste Bundesliga-Saison seit 1990/91 an. Der Kader blieb dabei weitestgehend unverändert und nur wenige Neuzugänge kamen zur Mannschaft, so unter anderem Nathalie Bischof (spätere Trainerin der zweiten Mannschaft) und Sandra de Pol. Der Pokalfinalist des Vorjahres, die Sportfreunde Siegen, war der Gegner zum Auftakt und wurde überraschend mit 4:1 bezwungen. Neuzugang Bischof sorgte nach der Pause für den Ausgleich und erzielte somit das erste Tor für die Bayern in der Bundesliga seit 1991. fcbayern-frauenfussball.de Am Ende der Saison wurde mit Platz 6 der anvisierte Mittelfeldplatz erreicht. Petra Wimbersky wurde mit 13 Treffern die mannschaftsinterne Torschützenkönigin. Allerdings verloren die Bayern ihre Stammtorhüterin Nadine Angerer, die überraschend zum Ligakonkurrenten aus Potsdam wechselte. fcbayern-frauenfussball.de
Am 14. Februar 2002 stimmten die Mitglieder des FC Bayern München mehrheitlich für die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung der Herren sowie der Frauenfußball-Abteilung aus dem FC Bayern München e. V. in die knapp zwei Monate zuvor gegründete FC Bayern München AG.FC Bayern AG ist perfekt RP-OnlineFC Bayern AG vor dem Start RP-Online
Nach einem 4. Platz (2001/02) und einem 5. Platz (2002/03) erlebten die Frauen des FC Bayern einen schweren Start in die Saison 2003/04. Bis zum Jahresende standen gerade einmal sieben Punkten aus acht Spielen zu Buche. Im August 2003 kamen sie beim 1. FFC Frankfurt gar mit 1:8 unter die Räder. Infolge des schlechten Saisonstarts wurde Ende des Jahres der langjährige Trainer Peter König entlassen, und Co-Trainerin Sissy Raith übernahm das Amt. fcbayern-frauenfussball.de fcbayern-frauenfussball.de Nach 27 Punkten aus der Rückrunde beendeten die Bayern die Spielzeit auf Platz 5. Wichtig für die Bayern war die Rückkehr von Pavlína Ščasná. Die Tschechin hatte die Bayern in Richtung Vereinigte Staaten verlassen, nachdem sie in der Aufstiegssaison 14 Tore erzielt hatte, und kehrte zur zweiten Saisonhälfte 2003/04 zurück, in der sie zehnmal in 14 Spielen traf. Ihren Platz als Torjägerin übernahm derweil die Österreicherin Nina Aigner die am Ende auf 16 Treffer kam, einer weniger als in der Vorsaison.
In der ersten kompletten Saison unter Trainerin Raith musste die Mannschaft den Abgang von Simone Laudehr verkraften. In der Hinrunde war sie unter Peter König gar nicht zum Einsatz gekommen, während sie in der Rückrunde unter Raith alle Spiele bestritten hatte. Ein Angebot vom FCR 2001 Duisburg bewog sie jedoch zu einem Wechsel. Alle Abgänge wurden fast ausschließlich mit Nachwuchsspielerinnen kompensiert. Dennoch langte es am Ende zu einem 4. Platz in der Liga und man erreichte nach 1990/91 erstmals wieder ein Halbfinale im DFB-Pokal-Wettbewerb, wo man dem späteren Sieger aus Potsdam mit 0:2 unterlag Ein Jahr später kam es an gleicher Stelle zu einem erneuten Aufeinandertreffen der beiden. Wieder behielt Turbine Potsdam die Oberhand und gewann mit 3:1. In der Liga lief es dagegen nicht ganz so gut. Im Auftaktspiel gegen den SC Freiburg traf Neuzugang Julia Šimić im Alter von 17 Jahren zur 1:0-Führung, und die Bayern gewannen mit 3:2. Doch schon im nächsten Spiel unterlag das Team wie schon 2003 deutlich mit 1:8 dem 1. FFC Frankfurt. Diese Niederlage markiert die bis heute höchste Heimniederlage der FC-Bayern-Frauen in der Bundesliga. Obwohl sie mit einem 6:2 gegen den FFC Brauweiler Pulheim und einem 6:0 gegen den FSV Frankfurt auch hohe Heimsiege verbuchen konnten, änderte dies wenig an einer insgesamt holprigen Saison, an deren Ende unter dem Strich nur der 8. Platz stand und damit das bis heute schlechteste Saisonergebnis seit dem Abstieg 1992.
Danach kehrte wieder Stabilität ein: Am Ende der beiden folgenden Spielzeiten belegte man jeweils den 4. Platz in der Liga, 2008 wurde zudem erneut das Halbfinale im Pokal erreicht. Im Sommer 2008 gab Sissy Raith nach viereinhalb Jahren ihren Posten ab und wechselte als Verbandstrainerin zum BFV. Bereits im Winter war mit Günther Wörle vom TSV Crailsheim ihr Nachfolger verpflichtet worden, der damit die „Ära Wörle“ bei den FCB-Frauen begründete., womensoccer.de