Das Hannoverhaus ist eine Schutzhütte der Kategorie II des Deutschen Alpenvereins. Sie ist neben dem DAV-Haus Obertauern, der Neuen Prager Hütte und der Klostertaler Umwelthütte die vierte eigene Alpenvereinshütte des Deutschen Alpenvereins und ist somit keiner Sektion zugehörig. Es liegt auf Höhe oberhalb von Mallnitz auf dem Etschlsattel im Gebiet der Ankogelgruppe der Hohen Tauern. Die Hütte ist ein wichtiger Stützpunkt auf dem Alpenhauptkamm und für den Tauernhöhenweg. Von der Terrasse der Hütte können Geier, Steinböcke und Schneehühner beobachtet werden.
Geschichte mini|links|Das zweite, mittlerweile abgetragene Hannoverhaus (2008) Eine erste Hütte (Alte Hannoverhütte) wurde 1888 auf dem von der Arnoldhöhe südwärts ziehenden Kamm unterhalb des Elschesattels (auch Etschlsattel) auf einer Höhe von errichtet ().
Die zweite Hütte (Altes Hannoverhaus) wurde weiter oben auf Höhe auf der Arnoldhöhe mit weitem Ausblick zum Großglockner, in die Dolomiten und zum Karwendel erbaut (). Sie wurde nach dreijähriger Bauzeit am 18. August 1911 eingeweiht. Die erste Hütte stellte den regelmäßigen Betrieb ein und wurde 1915 zugunsten der knapp darüber auf neu errichteten Hannoverhütte () abgebrochen, die noch als Selbstversorgerhütte betrieben wird, und zwar seit 2024 von der DAV-Sektion Göttingen.Hannoverhütte auf davgoettingen.de, abgerufen am 12. November 2025. Förderer des Hüttenbaus und langjähriger Vorsitzender der Sektion Hannover des DuOeAV war der Chemiker, Veterinärmediziner und Professor an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Johann Karl Moritz Arnold (1853–1929), zu dessen Ehre spätestens 1889 der Berg in Arnoldhöhe umbenannt wurde. Neben der zweiten Hütte wurde ein Mausoleum mit seiner Asche errichtet.
Aufgrund dringend notwendiger Sanierungen wurde aus Gründen der Wirtschaftlichkeit entschieden, ein drittes Hannoverhaus etwa 500 m entfernt davon zu errichten. Das zweite Hannoverhaus hätte nach Inbetriebnahme des dritten abgetragen und entsorgt werden sollen, jedoch brannte es in der Nacht zum 2. August 2014 vermutlich nach einem Blitzschlag vollkommen nieder.ORF-Online: Almhaus brannte völlig nieder; abgerufen am 2. August 2014
Am 7. September 2012 wurde der Grundstein zum dritten Haus gelegt, und zwar zwischen erster und zweiter Hütte, knapp über dem Etschlsattel, in Höhe.Alpenverein.de: Grundsteinlegung für den Ersatzbau des Hannoverhauses, abgerufen am 27. Juli 2014. Die dritte Hütte hat im Dezember 2013 den Betrieb aufgenommen und wurde am 16. August 2014 feierlich eröffnet.Alpenverein.de: Neues Hannoverhaus pünktlich zum Start der Wintersaison eröffnet, abgerufen am 27. Juli 2014.
2019 wurde von der Mitgliederversammlung der Sektion Hannover beschlossen, die dritte Hütte zu verkaufen.Alpenverein-Hannover.de: Im Juli 2020 stimmte der Verbandsrat einer Übernahme durch den Bundesverband des Deutschen Alpenvereins zu.Alpenverein-Hannover.de: Rechtskräftig wurde der Kaufvertrag am 18. Dezember 2020 abgeschlossen.
Zugänge Der Zugang von Mallnitz erfolgt am bequemsten mit der Ankogelbahn (rund ½ Stunde) und einem Abstieg von ca. 70 Höhenmetern zur Hütte. Eine Wanderung von Mallnitz (Kärnten), an der Tal- und Mittelstation der Ankogelseilbahn vorbei, Gehzeit: ca. 4 bis 5 Stunden. Alternativ bietet sich der Aufstieg durch das Naturschutzgebiet Seebachtal und über die Celler Hütte an, Gehzeit: ca. 6 bis 7 Stunden. Von Böckstein (Land Salzburg) erreicht man das Hannoverhaus auf zum Teil historischen Römersteigen über den Korntauern und dem Göttinger Weg, Gehzeit: 6 Stunden.
Übergänge Mindener Hütte (, Selbstversorgerhütte) über den Göttinger Weg, Gehzeit: ca. 3 Stunden Hagener Hütte () auf dem Tauernhöhenweg über die Mindener Hütte, Gehzeit: ca. 6 Stunden Niedersachsenhaus (, Sektion Hannover) über die Hagener Hütte und das Nassfeld (Sportgastein), Gehzeit: ca. 11 Stunden Celler Hütte (, Selbstversorgerhütte) auf den AV-Wegen 502 und 519, Gehzeit: ca. 3 Stunden Gießener Hütte () über die Celler Hütte und die Lassacher Winkelscharte, Gehzeit: ca. 7 Stunden Osnabrücker Hütte () am Tauernhöhenweg über den Goslarer Weg und die Großelendscharte (), Gehzeit: ca. 4 Stunden
Die Hütte ist ein Etappenziel des Zentralalpenwegs sowie des Tauernhöhenweges.
Gipfelbesteigungen Ankogel () über den AV-Weg 502, Gehzeit: 3 Stunden Gamskarlspitze () über den Tauernhöhenweg in Richtung Mindener Hütte, Gehzeit: ca. 4 Stunden Hochalmspitze () über die AV-Wege 502 und 519 in Richtung Celler Hütte und Lassacher Winkelscharte, dann Gipfelaufstieg über Detmolder Grat oder über Osnabrücker Hütte, Gehzeit: ca. 7 bis 8 Stunden Grauleitenspitze () über Steinerkreuz und zur Arnoldhöhe zurück, Gehzeit: ca. 1 bis 2 Stunden
Literatur und Karte Liselotte Buchenauer, Peter Holl: Alpenvereinsführer Ankogel- und Goldberggruppe. Bergverlag Rother, München 1986. ISBN 3-7633-1247-1 Manfred Bütefisch (Red.) et al.: Hannover hochalpin. 125 Jahre DAV Sektion Hannover, hrsg. vom DAV, Deutscher Alpenverein Sektion Hannover, DAV, Hannover: Deutscher Alpenverein Sektion Hannover, [2010?], Inhaltsverzeichnis
Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt 44, Hochalmspitze - Ankogel
Weblinks
Website der Hütte Sektion Hannover im Deutschen Alpenverein Karl-Arnold-Platz. In: So geht’s lang … Straßen, Plätze, Wege und Tore der TiHo Hannover (PDF; 5,4 MB), Hannover, 2007, S. 28–32 Hannoverhaus – Geschichte (mit alten und neuen Photos aller 5 Gebäude) auf tauernhoehenwege.org
Einzelnachweise
Schutzhütte Kategorie:Alpenhütte in Kärnten Kategorie:Bauwerk in Mallnitz Kategorie:Erbaut 1888