mini|Sioni-Kirche in Ateni mini|Vierapsidenkirche von Gursaden mit einem weißen Anbau anstelle der vierten ApsisIon Motzo-Chicideanu: mini|Tetrakonchaler Grundriss des Doms des Heiligen Sava in Belgrad, der in Analogie zur Hagia Sophia gebaut wurde
mini|Die als Tetrakonchos erbaute Kapelle Sainte-Croix
Als Tetrakonchos (auch: Vierkonchenanlage, Vierkonchenchor oder Vierapsidenkirche) wird eine architektonische Bauform mit vier Konchen, also halbrunden Apsiden bezeichnet. Die Apsiden sind beim Tetrakonchos an den vier Seiten des Kirchengebäudes angeordnet, während sie bei Dreiapsidenkirchen oft nebeneinander an einer Gebäudewand liegen.
Bauform und Beispiele Ein Tetrakonchos ist eine Variante des Zentralbaus, wobei die an die Vierung eines Kirchengebäudes anschließenden Arme gleich lang sind und in Apsiden oder in einem Chor enden. Zusätzlich können weitere Nischen und runde Eckräume angebaut sein.
Dieser Kirchentyp ist eine originäre Schöpfung des südlichen Kaukasus und wurde dort während einer relativ kurzen Zeit gebaut.Roman Ivanovič Hildebrandt: Dazu gehören beispielsweise:
Vierapsidenkirche von Cherson, Ukraine, 7. JahrhundertAlla Ilʹinichna Romanchuk und Heinz Heinen: Studien zur Geschichte und Archäologie des byzantinischen Cherson. Seite 75 und 79. Kloster Dschwari bei Mzcheta in Georgien, um 600 Sioni-Kirche von Ateni, Georgien, 7. Jahrhundert Kathedrale von Etschmiadsin, Armenien, um 485 Armenische Zentralbauten vom „Mastara-Typ“: Mastara, Klosterkirche Haritschawank, Sergiuskirche in Artik, alle in Armenien, 7. Jahrhundert; Kathedrale von Kars, Osttürkei, 10. Jahrhundert Armenische Zentralbauten vom „Awan-Hripsime-Typ“: Kathedrale von Awan (Jerewan), Sankt-Hripsime-Kirche in Etschmiadsin, 7. Jahrhundert Orthodoxe Vierapsidenkirche von Gurasada, Rumänien, um 1300Gábor Barta, István Bóna, Béla Köpeczi, László Makkai, Ambrus Miskolczy, András Mócsy, Katalin Péter, Zoltán Szász, Endre Tóth, Zsolt Trócsányi, Ágnes R. Várkonyi, Gábor Vékony: Siebenbürgen im frühen ungarischen Königreich (1003–1172). Kapelle Sainte-Croix in der Nähe der südfranzösischen Stadt Arles, 12. Jahrhundert. Marienkapelle am nördlichen Ortseingang von Straßdorf bei Schwäbisch Gmünd von 1718/1719
Monokonchos bis Oktokonchos Monokonchen sind Kreuzkuppelkirchen mit drei als Rechteck ausgebildeten Armen und einer halbrunden Apsis im Osten (Lmbatavank, Armenien, 7. Jahrhundert). Bei Trikonchenanlagen ist der Westteil zu einer rechteckigen Grundfläche vergrößert (Beispiel: Muttergotteskirche in Talin, Armenien, 7. Jahrhundert). Sechs- und Achtkonchenkirchen kamen in der frühbyzantinischen Architektur und selten in Armenien vor. Als Hexakonchos (sechs Konchen) wurde im 10. Jahrhundert die Kirche des Heiligen Gregor in Ani sowie als Oktokonchos (acht Konchen) die Sorawor-Kirche bei Jeghward aus dem 7. Jahrhundert und die Erlöserkirche in Ani von 1036 errichtet. Die ungewöhnliche Zahl von sieben Konchen (Heptakonchos) besitzt die armenische Kirche von Irind aus dem 7. Jahrhundert. Romanische Rundkirchen mit sechs in die Außenwand eingetieften Konchen entstanden mutmaßlich durch Vorbilder aus Armenien oder Georgien geprägt im 11. Jahrhundert in den ungarischen Gemeinden Kiszombor und Karcsa.
Weblinks
Seite über Dschwari (Mzcheta) des Kunsthistorischen Instituts in Florenz
Einzelnachweise
Kategorie:Bauform !Tetrakonchos Kategorie:Kirchenbautyp Kategorie:Kirche (Architektur)