Hans-Dieter Betz (* 29. September 1940 in Mannheim) ist deutscher Experimentalphysiker und emeritierter Universitätsprofessor.
Forschungs- und Lehrtätigkeit Betz studierte Physik an der Universität Heidelberg und promovierte 1967 in Lasertechnik.H.-D. Betz: An Asymmetry Method for High Precision Alignment with Laser Light. In: Applied Optics, 1969, Vol. 8, S. 1007–1013. Er lehrte und forschte von 1967 bis 1972 als Research Associate und Assistant Professor auf dem Gebiet der Atomphysik am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge,Betz Artikel: Charge States and Charge-Changing Cross Sections of Fast Heavy Ions Penetrating Through Gaseous and Solid Media, veröffentlicht durch die American Physical Society, belegt seine Forschungstätigkeit am MIT. dann im Beschleuniger-Labor der Ludwig-Maximilians-Universität München, habilitierte 1974 und unterrichtete als Privatdozent ab 1980 bis zu seiner Emeritierung als Professor. Ab 1994 erweiterte er seine Forschungen auf Atmosphärenphysik.
Forschungsgebiete Den Schwerpunkt an der Ludwig-Maximilians-Universität bildete Grundlagenforschung und internationale Kooperation in Atom- und Kernphysik speziell für hochenergetische atomare Stöße. Später initiierte Betz die Gruppe „Atmosphärische Elektrizität der Atmosphäre“. Daraus entstand 2002 als spin-off die nowcast GmbH, in welcher Betz das Blitzortungssystem LINET entwickelte und erstellte. Das System wird seitdem professionell betrieben und stellt Wetterdiensten und Industriekunden weltweit Echtzeit- und historische Blitzdaten zur Verfügung.Betz et al.: „LINET – An International VLF/LF Lightning Detection Network in Europe”, in: “Lightning: Principles, Instruments and Applications”, Eds. Betz et al., ch. 5, Dordrecht (NL), Springer 2008.Betz and Möhrlein: All 3D Technology – Recognition of severe thunderstorms. In: Meteorological – Technology International, April 2014, 80–82. Zusammen mit dem DLR und der NASA untersuchte Betz aktuelle Fragen zur Blitzforschung.
Betz war außerdem auf wissenschaftlichen Grenzgebieten tätig und untersuchte unkonventionelle Wasserprospektion mit Wünschelruten im Auftrag der deutschen Bundesregierung und der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit). Dieses größte aller je durchgeführten wissenschaftlichen Projekte zu diesem Thema fand von 1981 bis 1997 statt.H.-D. Betz: Unkonventionelle Wasserfindung – Felderprobung der Rutengänger-Methodik in Trockenzonen mit kristallinem Untergrund. In: Schriftenreihe der GTZ, Eschborn 1991; Unconventional Water Detection – Field Test of the Dowsing Technique in Dry Zones, 1995, J. Sci. Exploration. Vol. 9, No. 9, 1-43, and No. 2, 159-189. Es wirkten 15 wissenschaftliche Institutionen und über 30 Fachexperten mit. Populärwissenschaftliche Darstellungen sind verfügbar.8. H.-D. Betz: Geheimnis Wünschelrute – Aberglaube und Wahrheit über Rutengänger und Erdstrahlen: Umschau, 1990. Neuausgabe: Phänomen Wünschelrute – Was Rutengänger wirklich können. Eine Bestandsaufnahme. Drachen, 2008. Kritische Beurteilungen wurden vorgebracht9. J. T. Enright: Water dowsing: The Scheunen experiments. In: Naturwissenschaften 82 (1995), 360-369., jedoch widerlegt.H.-D. Betz et al.: Dowsing reviewed . The effect persits. In Naturwissenschaften 83 (1996), 272-275. Allerdings konnten trotz Einsatz modernster Messmethoden keine stichhaltigen Erklärungen der erfolgreichen Wasserprospektionen gefunden werden.
Einzelnachweise
Weblinks
Homepage der von Betz geleiteten Nowcast GmbH im Journal of Scientific Exploration 9 (1995) (in Englisch)
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