mini|Kuppel mit Laterne und der Turm der Stiftskirche mini|Bronzeportal, mit Königskerze und hängender Sonnenblume mini|Trichterportal mini|Langhaus Die Stiftskirche St. Peter ist die Abteikirche der Benediktiner-Erzabtei St. Peter inmitten des St.-Peter-Bezirkes am Felsen des Mönchsberges in der Stadt Salzburg. Sie ist dem hl. Apostelfürsten Simon Petrus geweiht, das Titelfest wird am 29. Juni gefeiert.
Die Gesamtanlage des Stiftes St. Peter steht unter Denkmalschutz (). Nach einjährigen umfassenden Renovierungsarbeiten ist die Stiftskirche am 22. September 2019 mit der Weihe eines neuen Altares durch den Salzburger Erzbischof und den Erzabt von St. Peter wiedereröffnet worden.
Geschichte Das Kirchengebäude wurde von Abt Balderich in den Jahren 1130 bis 1143 an der Stelle einer zerstörten ersten Klosterkirche der Zeit um 1000 bzw. noch älterer Vorläuferbauten vermutlich unter Verwendung eines karolingischen Kirchturmunterbaues aus dem 9. Jahrhundert errichtet. Die Kirche ist eine im Kern romanische Basilika, welche im Zuge von barocken Umgestaltungen ein Querschiff, einen Chor und eine Kuppel erhielt.
Außenbau In der Nord- und Südmauer befanden sich ursprünglich offene Arkaden aus vermutlich spätrömischer Zeit.
Der Turm, im Kern vermutlich aus dem 9. Jahrhundert stammend, wurde unter Abt Otto II. (1375–1414) romanisierend erhöht und 1754–1756 unter Abt Beda Seeauer mit Eckpilastern, rundbogigen Schallfenstern und einem stadtbildprägenden hohen Zwiebelturm ausgestaltet. An der Westseite des Turmes finden sich die marmornen Wappen des Stiftes St. Peter und des Abtes Beda Seeauer mit der Jahreszahl 1756.
Über der Vorhalle thront auf einer Attikamauer mit Rundbogen als Sieger über alles Böse Christus (als Knabe dargestellt) zwischen den hl. Petrus und Paulus, gestaltet von Franz Hitzl 1781–1783. In einer Wandnische über dem Eingang steht die Statue des hl. Rupert, die vermutlich von Josef Anton Pfaffinger gestaltet wurde. Das Bronzeportal, eingebaut im Jahr 2025, entwarf Wilhelm Scherübl.
Die Vorhalle westlich des Turmes samt der Kapelle der Turmsüdseite wurde im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts errichtet. Die Kapelle der Turmnordseite stammt aus dem Jahr 1424. Ab dem Jahr 1431 bis um 1750 entstanden schrittweise die Kapellen im Süden des Kirchenschiffes.
In den Jahren 1605 und 1606 wurden im Auftrag von Abt Martin Hattinger die drei Apsiden im Osten der Kirche abgerissen und der Innenraum neu gestaltet. Unter Abt Joachim Buchauer wurde 1619–1620 die Kirche neu eingewölbt und 1622 die frühbarocke Vierungskuppel errichtet. Diese hohe achteckige Tambourkuppel ließ Abt Beda Seeauer 1757 durch Eckpilaster gliedern und mit Tambourfenstern sowie mit einer Turmhaube versehen.
Vorhalle Die romanische Vorhalle besitzt ein Kreuzrippengewölbe. Das Hauptportal zum Turmerdgeschoß stammt aus der Zeit um 1250 und weist starke Ähnlichkeit mit dem etwa hundert Jahre eher entstandenen Portal der Kirche St. Zeno in wenige Kilometer entfernten Bad Reichenhall auf. Es ist stufig mit drei umlaufenden Säulchen mit zwischenliegenden Hohlkehlen gegliedert und mit Knollen- und Akanthus-Kapitellen geschmückt. Das Tympanon über dem Tor stammt aus der Zeit um 1160 und zeigt über einem Weinrankenfries ein Relief mit dem auf einem Regenbogen thronenden Christus als Retter und Richter der Welt zwischen den hl. Petrus und Paulus. Die beiden Bäume mit den darauf sitzenden Tauben sind Friedenszeichen. Der lateinische Text über dem Tympanon lautet übersetzt: „Ich bin die Pforte des Lebens. Kommt, ihr Bedürftigen des Heils und gehet durch mich. Kein anderer Weg führt zum Leben.“Janua sum vitae, salvandi quique venite, per me transite. Via non est altera vitae. Die Tür selbst besitzt geschnitzte barocke Holzfüllungen, die Lorenz Härmbler geschaffen hat. Das Oberlichtengitter wurde 1765–1766 vom bekannten Salzburger Kunstschmied Philipp Hinterseer gefertigt. Die beiden Aschentröge stammen aus römischer Zeit.
Das innere Kirchenschiff Das Kirchenschiff ist mit einem kunstvollen Rokokogitter, geschmiedet 1768 von Philipp Hinterseer, abgeschlossen. Es stellt mit seinen Blättern, Blüten und Bortenornamenten den Höhepunkt des reichhaltigen Schaffens des Künstlers dar.
Hinter dem zarten Rokokostuck des Kirchenschiffes, den 1760–1766 Benedikt Zöpf in grün auf weiß gestaltete, bleibt die ursprüngliche romanische Baustruktur der Kirche gut erkennbar. Sockelteile von Säulen und Pfeilern zeigen sogar noch die romanische Gestalt. Mehrere Stufen führen zu den erhöhten Seitenschiffen.
Das Orgelgehäuse wurde von Lorenz Härmbler 1772–63 umgestaltet. Die Aufsatzfiguren des hl. Petrus (ursprünglich Gottvater) sowie der hl. Rupert und Vitalis stammen vom ehemaligen Hochaltar Hans Waldburgers. Die Reste romanischer Wandmalereien Im Jahr 1885 wurden in der Kirche Reste romanischer und gotischer Wandmalereien entdeckt und freigelegt.
Das östlichste Joch der Südwand (Mittelschiff) zeigt Fragmente des Stundengebetes (tertia hora) aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Das südliche Seitenschiff im Osten stellt Maria Magdalena mit dem Erzbischof Eberhard II. von Regensberg (?) als Stifter der Arbeiten dar. Dazu kommen Darstellungen eines Baumes und ein ornamental bemaltes Bogenfries aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Im nördlichen Seitenschiff finden sich im östlichen Arkadennischen mit ornamentaler Bemalung. Die fünfte Stütze der Nordseite zeigt aus der Zeit um 1400 stammend eine Marmorierung des Säulenschaftes, die fünfte Stütze der Südseite zwei einander umklammernde Fabelwesen.
Die barocken Wand- und Deckenbilder alt=|mini|Deckengemälde Schlüsselübergabe an den hl. Petrus Das Deckengewölbe des Langhauses und des Altarraumes ist mittig in vier Feldern mit Fresken bemalt. Sie wurden von Johann Weiß 1764 geschaffen und stellen folgende Szenen dar: Die Berufung Petri, Jesus wandelt auf dem See Genezareth, die Schlüsselübergabe an den hl. Petrus und die Befreiung Petri aus dem Kerker. In die Wölbung der Kuppel malte Weiß musizierende Engel und Putten.
Die Seitenwände des Langhauses zeigen große rechteckige Leinwandbilder: Im Norden von Ignazio Solari 1632 gemalt, die Kreuzaufrichtung, im Süden von Kaspar Memberger (1591) die Kreuztragung Christi. Neben diesen Bildern sind von Thiemo Sing wurden um 1660 im Norden die Segnung des Königs Totila durch den hl. Benedikt dargestellt und im Süden ein Bild des Baiernherzogs Theodo, dem der Heilige Rupert das Stift St. Peter zeigt.
Darüber sind in je zehn Bildern im Norden des Mittelschiffs das Leben des hl. Benedikt, im Süden desselben das Leben des hl. Rupert samt der Geschichte des Stiftes St. Peter dargestellt, die Franz Xaver König um 1760 malte.
Im Tambour der Kuppel wurden von Franz Xaver König die acht Seligkeiten in alttestamentlichen Szenen dargestellt, in den Kuppelpendentifen die vier frühen Kirchenväter.
Im nördlichen Querarmgewölbe wird von Franz Xaver König die Auffindung des Grabes des hl. Amands dargestellt, im südlichen Querarmgewölbe die Predigt des hl. Vitalis. Die Stirnwände zeigen ebenfalls von Franz Xaver König im Norden die Geburt Christi, im Süden die Anbetung des Jesuskindes durch die heiligen drei Könige.
Die Bilder im Turmerdgeschoß stellen von Thiemo Sing gemalt im Norden den Tod des hl. Benedikt, im Süden die Taufe des Baiernherzogs Theodo dar.
Hauptaltar Der Altar wurde von Lorenz Härmbler entworfen. Die Steinmetzarbeiten für den 1777 bis 1780 errichteten Hochaltar stammen von Johann Nepomuk Högerl, die Bildhauerarbeiten großteils von Lorenz Härmbler, die zugehörigen Fassungen von Franz Xaver König. Der Altar besitzt seitliche hohe Marmorsäulen und Aufbauten mit geschwungenen Gebälkstücken. Das Altarblatt von Martin Johann Schmidt zeigt die hl. Petrus, Paulus und Benedikt samt umgebenden Engeln, welche die Jungfrau mit dem Kind verehren. Das Altaroberbild stellt Gottvater mit der Taube des Heiligen Geistes dar. Als Rest eines früheren Hochaltars von Hans Waldburger hat sich der Tabernakel aus dem Jahr 1625 erhalten. Die seitlichen Statuen von Franz Hitzl zeigen die in Salzburg bekannten hl. Rupert, Vitalis, Virgil, Amandus von Worms bzw. Amand von Maastricht.
Die sechs Mittelschiffaltäre mini|Benediktusaltar mini|Rupertusaltar Drei an der nördlichen und drei an der südlichen Mittelschiffsseite stehende Altäre wurden in den Jahren 1774–1777 errichtet; die zwei mittleren Altäre sind höher als die vier äußeren. Schutzengelaltar Die Altäre an der Nordseite zeigen im östlichen Altarbild (Schutzengelaltar) Engel in der Anbetung Gottes (Verherrlichung des Namens Gottes) von Carl Reselfeld (1704), mit dem Oberbild des hl. Virgil von Martin Johann Schmidt, die seitlichen Figuren stellen die hl. Thekla und Rosalia dar. Benediktusaltar Das nördliche mittlere Altarblatt (Benediktusaltar) zeigt den Tod des hl. Benedikt, gemalt von Kremser Schmidt, und im Oberbild den hl. Sebastian, von Engeln umgeben. Die seitlichen Heiligenskulpturen zeigen Scholastika und Erntrud. Apostelaltar Der nördliche westliche Altar (Apostelaltar) zeigt im Altarblatt „Jesus lehrt die Apostel“, im Oberbild den hl. König Heinrich. Josefsaltar (Sakramentsaltar) Der an der Südseite östliche Altar (Josefsaltar) zeigt, von Martin Johann Schmidt gemalt, im Altarblatt die heilige Familie von Engeln umgeben, über der Madonna die Taube, welche den Heiligen Geist symbolisiert, im Oberbild den hl. Bonifatius. Die seitlichen Heiligen sind Theresia von Avila und Gertrud von Nivelles. Rupertsaltar Das südliche mittlere Altarblatt (Rupertusaltar) zeigt den Tod des hl. Rupert, Aufsatzbild: Hl. Rochus. Die seitlichen Figuren stellen die hll. Placidus und Maurus dar. Beide Altäre, Benedikt- und Rupertsaltar, wurden von Högler im Jahr 1766 geschaffen. Skapulieraltar Das westliche Altarblatt (Skapulieraltar) zeigt die Verleihung des Skapuliers an den hl. Simon Stock und wurde wiederum von Martin Johann Schmidt gemalt, das Oberbild, von Franz Xaver König geschaffen, die heilige Kunigunde.
Die Altäre im Querschiff Der gen Osten gerichtete Altar im nördlichen Querschiff stellt im Altarblatt die Enthauptung Johannes des Täufers dar, das Martin Johann Schmidt gemalt hat. Die seitlichen Figuren der hl. Georg und Martin sowie die Figuren im oberen Auszug die Heiligen Magdalena und Margareta hat Franz Hitzl geschnitzt. Links davon, gen Norden gerichtet, steht der Maria Säul-Altar. Er stellt, zwischen Maikrügen, Maria mit dem Kind im linken Arm dar, stehend, mit stark ausgebogener Hüfte, in reichem, faltigem Kleid; in der rechten Hand hält sie das Szepter. Neben ihr die Statuen von Cäcilia und Agnes. Die um 1420 zu datierende Marienstatue gilt als Schöne Madonna-Typus; erst im Barock erhielt sie Szepter und Krone.
Im südlichen Querschiff steht der Vitalis-Altar. Das Altarbild von Martin Johann Schmidt zeigt den Klosterpatron als Helfer der Kranken und im Oberbild, den hl. Andreas. Die seitlichen Statuen stellen die hl. Wolfgang und Ulrich dar, die Figuren im Auszug sind die hl. Elisabeth und Barbara.
Kanzel und Fürstenloge mini|Fürstenloge mit hl. Petrus mini|Marienkapelle (Jänner 2026) Kanzel und Loge sind im Langhaus symmetrisch, wobei die Patronats- oder Fürstenloge verglast ist. Der Schalldeckel der Kanzel wird vom hl. Paulus bekrönt, die Loge vom hl. Petrus; die Stukkatur dazu stammt von Benedikt Zöpf.
Kapellen im Süden des Langhauses Diese Kapellen sich sämtlich mit Altären von Martin Johann Schmidt gestaltet. Die östlichste Kapelle mit der Anbetung des Lammes durch die heiligen Jungfrauen wurde 1431 geweiht. Das Oberbild zeigt hier Maria Magdalena. Die Kapelle wurde 1724 von Josef Schmidt mit barockem Gewölbestuck versehen.
Die zweite Kapelle, das Altarblatt zeigt ein erweitertes Vesperbild mit Magdalena und Johannes, weist in der Bogenlaibung Stuckreliefs von den Arma Christi auf. Im Gewölbe der Kapelle ist ein Pelikan mit Jungem dargestellt.