mini|250px|Franz Christoph von Rothmund, 1878 mini|Deckblatt der Dissertation von Franz Christoph Rothmund, 1824 Franz Christoph Rothmund, ab 1857 Ritter von Rothmund (* 28. Dezember 1801 in Dettelbach; † 30. November 1891 in München)Diskrepanz beim Todesdatum: Das hier genannte Todesdatum und der Artikel zu Franz Christoph von Rothmund in der Allgemeinen Deutschen Bibliographie nennen den 30. November 1891 - die Tafelinschrift am Grab (siehe Abbildung unten) zeigt den 29. Februar 1891, war ein deutscher Chirurg, Gerichtsarzt und Hochschullehrer.
Leben Rothmund begann ein Studium der Philosophie und der Medizin in Würzburg. Hier gehörten Ignaz Döllinger, Cajetan von Textor und Johann Lukas Schönlein zu seinen akademischen Lehrern. In Berlin vollendete er sein Studium bei Karl von Graefe. 1823 wurde er zum Dr. med. promoviert.Dissertatio inauguralis de oscitatione.
Nach seiner Ausbildung bewarb sich von Rothmund beim Herrschaftsgericht Miltenberg. Er wurde Medizinalbeamter in der unterfränkischen Kleinstadt. Am 14. Mai 1829 erhielt er die Stelle des Gerichtsarztes und ging nach Volkach. Hier betrug sein Gehalt 450 fl., außerdem wurde er in Naturalien bezahlt. In den kommenden Jahren trieb Rothmund die Professionalisierung der Medizin im Städtchen voran. Insbesondere während der Choleraepidemie 1835/1836 bemühte er sich um hygienischere Zustände.Feuerbach, Ute: Franz Christoph von Rothmund (1801-1891). S. 252.
Im Jahr 1843 wurde von Rothmund zum Professor und Direktor der I. Chirurgischen Abteilung ans Städtische Krankenhaus München berufen.Feuerbach, Ute: Franz Christoph von Rothmund (1801-1891). S. 253. Hier erprobte er neue Behandlungsmethoden, setzte als einer der ersten Ärzte die 1846 entwickelte Äthernarkose ein. Ab dem Jahr 1848 übernahm er im Rahmen des Obersten Medizinalkomitees die Prüfung junger Ärzte. In den Kriegen der Jahre 1866 und 1870/1871 wirkte von Rothmund als Militärarzt mit. In der Folge wurde er nobilitiert und mit mehreren Orden ausgezeichnet. 1871 wurde er emeritiert. Dennoch veröffentlichte er mehrere Beiträge in Fachzeitschriften und Journalen. Im Jahr 1891 starb von Rothmund im Alter von 89 Jahren.
Nachkommen Der Sohn von Franz Christoph von Rothmund und dessen Ehefrau Babette von Rothmund,Babette Rothmund (* 19. Februar 1804; † 21. April 1883) geborene Seuffert (1804–1883),Reiner Kaltenegger: Gräber des Alten Südfriedhofs München - Inschriften - Biographien. 2019, PDF-Ausgabe, S. 5681. war der Augenarzt und Hochschullehrer August von Rothmund (1830–1906).
Grabstätte mini|Grab von Franz Rothmund auf dem Alten Südlichen Friedhof in München mini|Grabtafel am Grab von Franz Christoph RothmundSchreibweise auf Grabtafel: Nur Christof Rothmund (ohne Franz); interessant auch die Differenz beim Todesdatum: WIKI-Artikel und Allgemeine Deutsche Bibliographie nennen als Todesdatum den 30. November 1891 - die Tafelinschrift zeigt den 29. Februar 1891
Die Grabstätte von Franz Rothmund befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 36 – Reihe 1 – Platz 33/34, ).Schiermeier/Scheungraber, Alter Südlicher Friedhof in München, Übersichtsplan, 2008, ISBN 978-3-9811425-6-3. In dem Grab ist auch Franz Christophs Ehefrau Babette und deren gemeinsamer Sohn August von Rothmund mit seiner Ehefrau Marie von RothmundMarie von Rothmund (* 26. Januar 1842; † 28. März 1916) geborene NeumayrReiner Kaltenegger, Gräber des Alten Südfriedhofs München - Inschriften - Biographien , 1. Auflage 2019, PDF-Ausgabe, S. 5681 bestattet.
Namensgeber für Straße Nach Franz Rothmund wurde 1897 (Erstnennung) in München im Stadtteil Isarvorstadt (Stadtbezirk 2 – Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt) die Rothmundstraße benannt..Rothmundstraße, auf stadtgeschichte-muenchen.de
Ehrungen Ernennung zum Geheimen Medizinalrat Ehrenbürger von Volkach (13. Juli 1873)Egert, Gerhard: Die Ehrenbürger der Stadt Volkach. S. 52. Verleihung des Bandes des Corps Isaria (1847)Kösener Korpslisten 1910, 173, 290.
Schriften Ueber Radical-Operation beweglicher Leistenbrüche, 1853.
Literatur
Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin, Wien 1901, Sp. 1436 (Permalink). Ute Feuerbach: Franz Christoph von Rothmund (1801-1891). Gerichtsarzt in Volkach 1829-1843. Eine biographische Skizze. In: Feuerbach, Ute (Hrsg.): Unsere Mainschleife. Beiträge zu Kunst und Geschichte an der Volkacher Mainschleife. Volkacher Hefte 17. Volkach 2008.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Chirurg Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München) Kategorie:Geheimer Obermedizinalrat Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Bayerischen Krone (Ritter) Kategorie:Ehrenbürger von Volkach Kategorie:Nobilitierter (Bayern) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1801 Kategorie:Gestorben 1891 Kategorie:Mann