mini|HP 2133 Mini-Note PC (2008) Als Netbook wird eine Klasse von Notebooks bezeichnet, die besonders auf Mobilität und einen niedrigen Preis ausgelegt sind, und die dafür bei der Leistungsfähigkeit und Ausstattung deutliche Kompromisse eingehen; obwohl sie insbesondere als mobile Internet-Clients konzipiert sind, verfügen nur wenige Modelle über ein integriertes Mobilfunk-Modem. Netbooks waren von 2007 bis ungefähr 2011 populär, Tablets und Convertibles lösten die Netbooks weitgehend ab.
Konzept mini|Größenveranschaulichung (klein nach groß, vorne nach hinten):Nintendo DS Lite, Asus Eee PC undApple MacBook (13″-Notebook) (Modelljahre um 2007) mini|Übliches 17″-Breitbild-Notebook (HP Pavilion DV9769eg, 2008) im Vergleich zum „Mini-Notebook“ Toshiba Libretto 100CT von 1997 Netbooks wurden entworfen, um mit Browserfunktionen im Intranet oder im Web zu surfen oder Webapplikationen zu verwenden. Sie sind leistungsschwächer als konventionelle Notebooks, z. B. mit kleinen Festplatten und schwächeren Prozessoren. Dadurch konnten Preisvorteile gegenüber seinerzeit teureren kompakten Notebooks mit ähnlicher Displaygröße erzielt werden.
Das Display von Netbooks hat in der Regel eine Bilddiagonale von 18 bis 30 cm (7 bis 11,6″), ein optisches Laufwerk ist grundsätzlich nicht integriert. Netbooks haben nur selten einen Touchscreen. Hingegen haben sie eine vollwertige PC-Tastatur mit Funktionstastenreihe (aber ohne separaten Cursortasten- und Ziffernblock) und ein Touchpad.
Als Betriebssystem kamen ursprünglich verschiedene Linux-Distributionen und später Microsoft Windows XP zum Einsatz, denn die Rechenleistung war bei den meisten Netbooks für Windows Vista nicht ausreichend. Mit dem Verkaufsstopp von Windows XP am 22. Oktober 2010 In: gulli.com war auch die Auslieferung von neuen Netbooks mit XP nicht mehr möglich, sodass fortan Netbooks überwiegend mit dem verhältnismäßig ressourcenschonenden Windows 7 Starter ausgestattet waren.
Da jedoch das Netbook von den meisten Kunden einfach nur als günstiges Notebook wahrgenommen und verwendet wurde, existierte schon 2009 ein Trend zu stärkeren Komponenten, um den Kundenerwartungen entgegenzukommen. Mit dieser neuen Geräteklasse verschwamm die Grenze zu den seinerzeit so benannten Subnotebooks.„Die Abgrenzung der Netbooks von Subnotebooks ist nicht eindeutig, Context zählt alle Notebooks bis 12,1 Zoll zu den Netbooks.“ heise c’t 1/2009, Seite 26 Mit neueren, leistungsstärkeren Modellen mit mehr als 2 GB RAM und einem hochauflösenden 12,1″-Display wurde zu jener Zeit auch Windows 7 Home Premium verwendet.
Geschichte mini|links|Sony-VAIO mit externem DVD-Laufwerk, 2002 mini|links|Das erste Gerät mit der Bezeichnung „Netbook“ von Psion (rechts) neben einem OLPC XO-1 (links), 2007 mini|links|Größenvergleich zwischen dem Asus Eee PC 701 und einem Päckchen Taschentücher, 2008
In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wurden Notebooks unterhalb der seinerzeitigen Standardgröße (13″ bis 17″) als „Mini-Notebooks“ bezeichnet (siehe z. B. c’t 15/1998: „Bewegung im Mini-Notebook-Markt“Kurzmeldungen). Der erste in Deutschland bekanntere Typ war das Libretto von Toshiba, das bei Markteinführung über 5000 DM kostete. In Ostasien gab es 1998/99 einen Trend zu Mini-Notebooks; diese konnten sich in Europa nicht durchsetzen. Die Kategorie verschwand daraufhin – mit Ausnahme einiger Acer-, Toshiba- und Sony-Modelle – für einige Jahre vom Markt. Diese Gerätekategorie, nach der damaligen Preis- und Leistungsdefinition weiterhin teuer und leistungsfähig, wurde seinerzeit als „Subnotebooks“ vermarktet.
Die Idee, ein sehr kleines und mit nur begrenzter Leistung ausgestattetes Notebook anzubieten, gab es bereits lange vor den Netbooks, derartige Geräte spielten aber am Markt nur eine untergeordnete Rolle. Ein Beispiel hierfür ist ein Gerät des Herstellers Psion aus dem Jahr 2000, das erstmals die Bezeichnung „Netbook“ verwendete.
Weitere in Bezug auf ihre geringe Größe und eingeschränkte Leistung mit heutigen Netbooks vergleichbare Geräte waren der OLPC XO-1 (2005) und Intels Classmate PC (2007). Beide Geräte waren zunächst als günstige und robuste Notebooks für den Einsatz durch Schüler in Schwellenländern gedacht; ein Verkauf an private Kunden war zunächst nicht vorgesehen. Die Geräte waren jedoch einige Zeit später auch in Europa und den USA erhältlich; zum Teil jedoch nur unter der Bedingung, ein weiteres zu spenden.
Auf einer sehr ähnlichen Basis, jedoch für erwachsene Privatkunden gedacht, entstanden schließlich die Ende der 2000er-Jahre als Netbook bezeichneten Geräte. Das erste Netbook dieser Art war der Asus Eee PC 700, der im Oktober 2007 in Taiwan eingeführt wurde und seit Januar 2008 in Europa erhältlich war. Der Hersteller hatte anfangs aufgrund hoher Nachfrage mit Verfügbarkeitsproblemen zu kämpfen.Asus Eee PC 4G vorerst ausverkauft. In: ComputerBase, 6. Februar 2008 Anschließend stellten diverse Anbietern ähnliche Geräte vor. Im ersten Halbjahr 2009 wurden weltweit etwa 13,5 Millionen Geräte verkauft.
Rechtsstreit zwischen Intel und Psion Die Bezeichnung Netbook wurde von Chip-Hersteller Intel im Februar 2008 benutzt, obwohl Psion sein „Psion netBook“ bereits seit dem Jahr 2000 vermarktete. Außerdem wurde eine deutsche Wortmarke am 2. Oktober 2008 für die Markenklassen 09, 35 und 42 zur Eintragung angemeldet,Psion netBook Besprechung im Mai 2000IDF: Intel zeigt Classmate-PCs mit 9-Zoll-Bildschirm. In: ZDNet, 3. April 2008Netbook ist ein Warenzeichen – angeblich droht Abmahnwelle. In: Spiegel Online, 26. Dezember 2008 die jedoch letztendlich zurückgewiesen wurde. Psion Teklogix beanspruchte die Bezeichnung „Netbook“ für sich. In einem Brief an Webseiten und Portale, die den Begriff in ihrer Berichterstattung verwenden, wies das Unternehmen an, dies künftig zu unterlassen – das Recht an der Marke läge bei ihnen.Psion will Verwendung des Begriffs „Netbook“ unterbinden. In: DerStandard.at, 25. Dezember 2008 Anfang Februar 2009 erwirkte Psion die Sperrung des Begriffes bei Google AdWords.Google to Psion – “netbook” is indeed a protected trademark. In: jkontherun.com, 6. Februar 2009 (engl.) Dell und Intel hatten eine Klage zur Löschung des Begriffs Netbook als Marke erhoben, da es sich ihrer Meinung nach um einen Gattungsbegriff handelt. Am 1. Juni 2009 gab Psion auf seiner Website bekannt, dass es jedem Unternehmen erlaubt sei, den Begriff Netbook zu verwenden. Das Unternehmen habe sich im Rechtsstreit mit Intel „friedlich geeinigt“, heißt es in der Erklärung. In: futurezone.orf.at, 1. Juni 2009
Marktentwicklung Nach einer Studie des Marktforschungsanbieters Gartner machten Netbooks bereits im zweiten Quartal 2008 3 % des weltweiten PC-Marktes aus, bevor viele der großen Anbieter überhaupt derartige Geräte anboten.http://www.eeepcnews.de/2008/07/17/Netbooks-machen-ca-3-aller-pc-verkaeufe-aus Im dritten Quartal 2008 stieg dieser Anteil im Wirtschaftsraum Europa, Nahost und Afrika (EMEA) zusammen auf 10 %, in den USA auf 5 %. Eine andere Studie berichtet von 7,7 % für EMEA und nennt mit 2,2 Mio. Geräten erstmals konkrete Zahlen.
Von Analysten wurde das Netbook-Konzept als eine Herausforderung für die marktdominierende Position des Betriebssystem-Herstellers Microsoft gewertet, da durch die Konzentration auf grundlegende Funktionen und Internetnutzung das Betriebssystem unwichtiger werden könnte und somit auch die Weiterentwicklung von benutzerfreundlicheren Linuxsystemen von breiterem kommerziellen Interesse sein könnte. Das zeigte sich beispielsweise in den Bemühungen von Intel um das Moblin-Projekt.„Linux-Kongress: Intel wirbt für intuitiven Zugang zu Linux“ Diese Vision hat sich bis 2012 jedoch nicht bewahrheitet: ursprünglich eine reine Linux-Domäne, erhöhte sich bei den Netbook-Verkäufen mit vorinstalliertem Betriebssystem der Windows-Anteil, mit dem verfügbar werden von Windows XP als Option 2008, bis 2009 auf über 90 %. Netbooks mit vorinstallierten Linux-Distributionen hatten mit überproportionalen Rückgabe- und Umtauschquoten durch die Käufer zu kämpfen.
Nach der Einführung der Tablet-PCs fiel das Absatzvolumen für Netbooks deutlich hinter die Erwartungen der Hersteller zurück. Microsoft stellte einen 40%igen Rückgang der Netbook-Verkäufe im ersten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahresquartal fest. Große Netbook-Hersteller wie Acer und Asus haben 2015 die Einstellung der Produktion bekanntgegeben.
Ausstattung Software Die Wahl des Betriebssystems für Netbooks unterschied sich deutlich von der für andere PCs, da die Leistung begrenzt ist und Lizenzkosten relativ stärker ins Gewicht fallen.
Zur Markteinführung der Netbooks schied das zu dieser Zeit aktuelle Windows Vista als Betriebssystem aus, da die Leistung typischer Netbooks nur geringfügig über den Minimalanforderungen des Systems lag und vor allem die Lizenzkosten die Geräte deutlich verteuert hätten. In Europa waren die meisten Geräte noch für längere Zeit mit dem eigentlich eingestellten Vorgänger Windows XP ausgestattet, dessen Verfügbarkeit speziell für Ultra Low Cost PCs um zwei Jahre zunächst bis Juni 2010 verlängert worden war. Die Lizenz wurde je nach Leistung des Systems weiter verbilligt und die zulässige Ausstattung allerdings nach oben begrenzt.http://ht4u.net/news/1903_je_schwaecher_der_ulpc_desto_billiger_die_windows_xp_lizenz/ Maximal 1 GB Arbeitsspeicher waren zulässig; darüber sollte nach Microsofts Vorstellungen Windows Vista verwendet werden. De facto wurde diese Begrenzung jedoch entweder ignoriert oder Systeme mit mehr als 1 GB Arbeitsspeicher gar nicht mit Windows angeboten.Wird Microsoft Vista in den ULPC-Sektor drücken? In: HT4U.net, 10. Oktober 2008 Netbooks durften von den OEM-Herstellern nur bis 22. Oktober 2010 mit Windows XP vorinstalliert werden, In: Chip.de, abgerufen am 20. Juni 2010 hiernach wurde die neuere Betriebssystemversion Windows 7 Starter lizenziert.
Viele Netbooks wurden mit verschiedenen Linux-Versionen ausgeliefert; der Eee PC beispielsweise mit einer angepassten Version der Linux-Distribution Xandros,Test: Asus Eee-PC in der Praxis. In: golem.de Des Weiteren wurden auch das Fedora-Derivat Linpus (beim Acer Aspire One) und SUSE Linux Enterprise Desktop 10 von NovellMSI Wind Updates: SUSE Linux, Lieferdatum, Preise. In: eeepcnews.deTechnische Daten HP 2133. In: hp2133.de eingesetzt. Die Geräte von Dell und Toshiba benutzten eine angepasste Ubuntu-Version. Im Zusammenhang mit der Vorstellung des Atom-Prozessors richtete Intel unter dem Namen Moblin ein Entwicklerportal ein und stellte Linux-Kernel-Patches bereit, die über die Stromsparfunktionen der Plattform längere Akkulaufzeiten ermöglichen.Xandros Adopts Moblin for 25 Percent Battery Boost on Netbooks. In: marketwire.com, 3. Juni 2008
Ein weiteres linuxbasiertes Betriebssystem, das zuvor in Mobiltelefonen und Tablet-PCs eingesetzte Google Android, wurde im Februar 2009 von Google für den Einsatz in Netbooks angekündigt. Doch stattdessen lancierte Google Chromebooks.
Hardware Die Hardwareausstattung von verschiedenen Netbooks unterschied sich nur wenig. Ein im Vergleich zu normalen Notebooks sehr langsamer Prozessor wurde mit einem älteren Notebook-Chipsatz mit integrierter Grafikeinheit verbunden. Als Datenspeicher kamen teilweise Solid State Disks, zum größten Teil aber 2,5″-Festplatten zum Einsatz. Die verwendeten Displays haben zumeist eine (eher ungewöhnliche) Auflösung von 1024 × 600 Pixeln; einige Netbooks hatten HD-ready-Displays.
Netbooks, die von Mobilfunkanbietern subventioniert mit Vertrag angeboten worden sind, beinhalteten generell ein eingebautes Mobilfunkmodem mit entsprechender SIM-Karte. Üblich waren weiterhin teilweise Bluetooth und ein integriertes WLAN-Modem.
Prozessor mini|links|In vielen Netbooks fand der Prozessor Intel Atom N270 mit dem 945GSE-Chipsatz Verwendung (2009) mini|Das Skytone Alpha 400 verwendet eine 336-MHz-MIPSel-CPU (2008)