mini|Choreografie der Fans Der Club Atlético Boca Juniors (kurz CABJ), bekannt als Boca Juniors, ist ein argentinischer Sportverein aus dem Stadtteil La Boca in Buenos Aires.

Bekannt ist er vor allem für seine Fußballabteilung. Die erste Mannschaft zählt zu den erfolgreichsten im Land und spielt seit Gründung des modernen argentinischen Ligensystems in der Primera División. Heimspiele werden im Estádio Alberto J. Armando – im Volksmund La Bombonera genannt – ausgetragen. Die Duelle mit Bocas größtem Rivalen River Plate – im selben Stadtteil gegründet – werden Superclásicos genannt und versetzen das ganze Land in den Ausnahmezustand.

Professionell werden im Verein auch Basketball und Volleyball betrieben. Daneben gibt es Abteilungen in zahlreichen Amateursportarten.

Geschichte mini|links|Die Vereinsfarben sollen aufgrund eines gerade im Hafen liegenden schwedischen Schiffes gewählt worden sein. mini|Fan-Graffito der Mannschaft im Stadtteil La Boca Der Klub wurde am 3. April 1905 von vorwiegend italienischen Einwanderern aus Genua im Hafenort La Boca, einem Armenviertel in Buenos Aires, zunächst als reiner Fußballverein gegründet. Bedeutende Unterstützung erhielten sie dabei von dem Iren Patrick MacCarthey. Der erste Teil des Klubnamens ist gleichzeitig der Name des Stadtteils La Boca, wo auch heute noch das Estadio Alberto Jacinto Armando, genannt „La Bombonera“ () steht. Der zweite Teil (Juniors) wurde gewählt, um dem Klub einen englischen Einschlag zu geben.

Im Jahr 1907 wurden die Klubfarben Blau und Gelb festgelegt. Zuvor soll es zwischen Boca und dem Stadtrivalen River Plate zu einem Entscheidungsspiel um die Farben Rot und Weiß gekommen sein, da beide diese Farben für sich beanspruchten. Boca verlor das Spiel und soll danach die heutigen Farben aufgrund eines schwedischen Schiffes, welches zu dieser Zeit in La Boca vor Anker lag, gewählt haben. Jedoch lässt sich dies nicht mit Quellen belegen.

Ab 1923 wurde der Verein um neue Sportarten erweitert, zunächst um Boxen, Balón, Boccia und Basketball. Die dominierende Abteilung blieb aber weiterhin die Fußballabteilung, auch wenn Boca heute auch in Basket- und Volleyball zu den Sportgroßmächten Argentiniens gehört.

Alberto José Armando war langjähriger Präsident des Vereins von 1954 bis 1955 sowie 1960 bis 1980. Präsident und zugleich Manager des Klubs war von 1995 bis 2007 der Industrielle Mauricio Macri, der seit Dezember 2007 Bürgermeister von Buenos Aires und von 2015 bis 2019 Präsident von Argentinien war. Ihm folgten 2008 Pedro Pompilio und 2008 bis 2011 Jorge Amor Ameal. Seit 4. Dezember 2011 ist Daniel Angelici Präsident.

Rivalität mit River Plate Die Rivalität zwischen den Boca Juniors und River Plate zeichnet sich schon in der Gegensätzlichkeit der Stadtteile ab, in denen die beiden Klubs beheimatet sind und die vor allem im den argentinischen Sportbetrieb dominierenden Fußball zum Tragen kommt. La Boca ist ein Arbeiter-, Emigranten- und Armenviertel von Buenos Aires, während die Stadtteile Belgrano und Núñez, auf deren Grenze sich das Stadion von River Plate befindet, durch die Mittel- und Oberschicht geprägt ist. 40 % der Argentinier sind Fans der Boca Juniors, während sich 33 % zu River Plate bekennen. Das heißt, 73 % der argentinischen Bevölkerung sind Anhänger von einem der beiden Hauptstadtklubs. Die Anhängerschaft der restlichen Vereine bewegt sich hingegen im einstelligen Prozentbereich.

Die Anhänger Bocas werden von den Fans des rivalisierenden Clubs River Plate „Bosteros“ genannt, nach den städtischen Bediensteten, die früher in dem Stadtteil die Straßen von Pferdekot gereinigt haben. Die Boca-Fans selbst nennen sich „Xeneizes“, was in etwa soviel bedeutet wie „Bewohner Genuas“. Dies kommt daher, dass sich in Boca vor allem Hafenarbeiter italienischer Herkunft angesiedelt hatten. Im Gegenzug nennen die „Xeneizes“ die Anhänger von River Plate „Gallinas“, zu deutsch „Hühnchen“, im übertragenen Sinne „Feiglinge“. Dies für seinen Teil leitet sich vom Maskottchen von River, einem Huhn, ab.

Fußballabteilung Erfolge Als Amateurmannschaft gewann Boca Juniors sieben Meisterschaften (1919, 1920, 1923, 1924, 1926, 1930), 1919 die Copa Competencia Chevallier Boutell sowie 1925 die Copa de Honor.

mini|links|Das Stadion „Bombonera“, 2006 Als Profimannschaft gewann Boca Juniors seit 1931 insgesamt 35 Mal die argentinische Meisterschaft (Stand 2022). Außerdem im Jahre 1969 die Copa Argentina (Argentinien-Pokal) und den Campeonato Nacional (nationale Meisterschaft), 1970 die Nacional, 1976 den Campeonato Metropolitano (Stadtmeisterschaft) und die Nacional, und 1981 die Metropolitano.

Die Copa Libertadores (das südamerikanische Gegenstück der UEFA Champions League) gewannen die Boca Juniors bisher sechsmal (1977, 1978, 2000, 2001, 2003 und 2007); außerdem waren sie dreimal im Weltpokal siegreich (1977, 2000 und 2003). Weitere internationale Titel waren die Supercopa Sudamericana (1989), die Recopa Sudamericana (1990, 2005, 2006 und 2008), die Copa Master de Supercopa (1992) Copa de Oro Nicolás Leoz (1993) und die Copa Sudamericana 2004 und 2005.

Durch den Sieg in der Copa Libertadores 2007 war der Verein bis Dezember 2007 zusammen mit der AC Mailand weltweiter Rekordhalter bei Siegen in internationalen Wettbewerben. Boca fuhr 17 internationale Titel ein. Am 16. Dezember 2007 trafen die beiden Klubs im Finale der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2007 aufeinander. Milan gewann und fuhr den 18. Titel ein. Real Madrid stellte den Rekord von 18 internationalen Titeln mit dem Gewinn der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2014 ein und übertraf ihn später.

Nationale Titel Argentinischer Meister: (35×) AAF 1919, AAF 1920, AAF 1923, AAF 1924, AAF 1926M, 1930, 1931, 1934, 1935, 1940, 1943, 1944, 1954, 1962, 1964, 1965, 1969 (Nacional), 1970 (Nacional), 1976 (Nacional), 1976 (Metropolitana), 1981 (Metropolitana), 1992 (Apertura), 1998 (Apertura), 1999 (Clausura), 2003 (Apertura), 2003 (Apertura), 2005 (Apertura), 2006 (Clausura), 2008 (Apertura), 2011 (Apertura), 2015, 2016/17, 2017/18, 2019/20, 2022 Copa Argentina: 1969, 2012, 2015, 2021 Supercopa Argentina: 2018, 2022 Copa de la Liga Profesional: 2020, 2022 Copa de Competencia Jockey Club: 1919, 1925 Copa Dr. Carlos Ibarguren: 1919, 1923, 1924, 1940, 1944 Copa Estímulo: 1926 Copa de Competencia Británica George VI: 1946

Internationale Titel Weltpokal: 1977, 2000, 2003 Copa Libertadores: 1977, 1978, 2000, 2001, 2003, 2007 Copa Sudamericana: 2004, 2005 Recopa Sudamericana: 1990, 2005, 2006, 2008 Supercopa Sudamericana: 1989 Copa Master de Supercopa: 1992 Copa de Oro: 1993 Maradona Cup: 2021

Aktueller Kader 2026 Stand: 22. August 2026

Ehemalige Spieler Besonders hervorzuheben unter den vielen bekannten Spielern des Clubs ist Diego Maradona, der hier von 1981 bis 1982 und von 1995 bis 1997 spielte. Boca Juniors war und ist „sein“ Fußballklub. Sein Abschiedsspiel fand 2001 in La Bombonera stattAbschiedsspiel Maradonas

mini|Weitgereiste Boca-Fans beim Audi Cup 2009 in der Münchner Allianz Arena Vor 1970

1970er- und 1980er-Jahre

1990er-Jahre

2000er-Jahre

2010er-Jahre

Top 10 nach Toren (Stand: 18. Dezember 2016; angegeben sind alle Pflichtspieltreffer)

Tore 1 Martín Palermo 1997–2000,2004–2011 236 2 Roberto Cherro 1925–1938 221 3 Francisco Varallo 1931–1939 194 4 Domingo Tarasconi 1922–1932 193 5 Jaime Sarlanga 1940–1948 128 6 Mario Boyé 1941–1949, 1955 123 7 Delfín Benítez Cáceres 1932–1938 115 8 Pío Corcuera 1941–1948 98 9 Pedro Calomino 1911–1924 96 10 Sergio Martínez 1992–1997 86 Guillermo Barros Schelotto 1997–2007 86 * = noch bei den die Boca Juniors aktiv

Trainer Ferenc Plattkó (1949–1950) György Orth (1954) Fernando Riera (1971–1972) Juan Carlos Lorenzo (1976–1979, 1987) César Luis Menotti (1987, 1993–1994) Óscar Tabárez (1991–1993, 2002) Carlos Bianchi (1998–2001, 2003–2004, 2013–2014) Miguel Brindisi (2004) Alfio Basile (2005–2006, 2009–2010) Miguel Ángel Russo (2007, 2020–2021, 2025) Guillermo Barros Schelotto (2016–2018)

Juan Carlos Lorenzo gewann fünf Titel mit dem Club. Darunter war auch der zweimalige Gewinn des Copa Libertadores (1977 und 1978). Bianchi fuhr in La Boca neun Titel ein. Viermal gewann er die argentinische Meisterschaft, dreimal die Copa Libertadores und zweimal den Weltpokal.

Basketballabteilung

Auch im Basketball gehören die Boca Juniors zu den erfolgreichsten Vereinen Argentiniens. Der Verein erzielte in dieser folgende Erfolge: Südamerikapokal der Meister: 2004, 2005, 2006 Liga Sudamericana: 1999 Finalist Meister von Argentinien: 1996, 2003, 2007, 2024, 2025 Pokal von Argentinien: 2002, 2003, 2004, 2005, 2006 Top 4-Turnier: 2004 Argentinischer Superpokal: 2024 Super 20 Cup: 2025

Volleyball Die Volleyballabteilung von Boca Juniors ist ebenfalls auf nationalem Level erfolgreich. Die Damen sind Rekordmeisterinnen und spielen derzeit in der höchsten argentinischen Liga. Auch die Herren spielten zwischen 1996 und 2015 insgesamt zehn Saisons in der höchsten argentinischen Liga.

Unter anderem wurden folgende Titel erzielt (Stand Feb. 2019):

Argentinische Meisterschaft (Frauen): 2010/11, 2011/12, 2013/14, 2014/15, 2018.

Weitere Sportarten Daneben ist der Verein in Futsal, Aerobic, Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Gewichtheben, Judo, Karate, Taekwondo, Ringen und Leichtathletik aktiv.

Fans Bocas bekannteste und einflussreichste Fangruppe La 12 verfügt über etwa 2000 Mitglieder.

Panorama

Weblinks

Offizielle Website (spanisch) La Historia de Boca Juniors – Statistiken seit 1905

Einzelnachweise

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