Hüttendorf (fränkisch: HiddndoafD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 158. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „hidṇdọʳf“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern). Der Statistische Bezirk 63 wird ebenfalls Hüttendorf genannt, ebenso gibt es eine Gemarkung Hüttendorf, die in der Fläche deckungsgleich ist mit der ehemaligen Gemeinde Hüttendorf.

Geographie Gemarkung Die Gemarkung Hüttendorf hat eine Fläche von 4,703 km². Sie ist in 881 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 5337,73 m² haben.

Statistischer Bezirk Der Statistischen Bezirk 63 (Hüttendorf) hat eine Fläche von 4,070 km² und umfasst einen Großteil der Gemarkung Hüttendorf.

Geographische Lage Das Dorf liegt auf einer ebenen Fläche, die in Richtung Westen leicht ansteigt, und ist von Acker- und Grünflächen umgeben. Im Osten werden diese vom Main-Donau-Kanal durchschnitten. Die Kreisstraße ER 2/FÜs 1 führt zur Staatsstraße 2263 bei Vach (0,9 km südlich) bzw. nach Kriegenbrunn (1,7 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur St 2263 (1,8 km westlich).

Geschichte Der Ort wurde um 1279 als „Hittendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der althochdeutsche Personenname Hitto.D. Fastnacht: Erlangen, S. 155ff. Die Hüttendorfer Anwesen unterstanden ab dem 13. Jahrhundert je zur Hälfte dem Kloster Heilsbronn und dem Kloster Frauenaurach. Auch das Klarissenkloster St. Klara Nürnberg sowie die Nürnberger Familie Holzschuher gehörten zu den Grundherren. Ab 1331 hatten die Hüttendorfer Bauern das Recht, das Wasser des Regnitz-Zuflusses Gründlach zu nutzen. Die Gerichtsbarkeit lag zunächst beim brandenburg-ansbachischen Stadtvogteiamt Langenzenn. Sie ging aber 1524 an das brandenburg-kulmbachischen Oberamt Baiersdorf über. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Hüttendorf vollständig zerstört.B. v. Haller: Hüttendorf, im: Erlanger Stadtlexikon, S. 377f.

Von 1797 bis 1810 unterstand Hüttendorf dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Hüttendorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Frauenaurach zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt entstand die Ruralgemeinde Hüttendorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (seit 1919 Finanzamt Erlangen).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 149. Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde an das Kreis- und Stadtgericht Erlangen abgetreten.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 140. Ab 1862 gehörte Hüttendorf zum Bezirksamt Erlangen (1938 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 4,752 km². Am 1. Juli 1972 wurde Hüttendorf im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach Erlangen eingemeindet.

Demographie Einwohnerentwicklung Um 1500 gehörten 15 Haushalte zu Hüttendorf. Beim Übergang an Bayern 1810 lebten 238 Menschen in Hüttendorf, 162 Jahre später waren es 270 Hüttendorfer, die nach Erlangen eingemeindet wurden. Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 Einwohner 236 291 277 272 265 248 249 248 247 249 244 243 227 239 231 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 42 45 39 35 40 39 Quelle Jahr 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014 2021 Einwohner 208 222 219 191 359 372 341 246 269 553 635 703 Häuser 41 41 44 135 Quelle , Hrsg.: Stadt Erlangen, Abt. Statistik und Stadtforschung, Stand 31. Dezember 2014

Bevölkerungsstruktur Von den 611 Einwohnern sind 50,0 Prozent männlich. Der Ausländeranteil beträgt 3,8 Prozent. Von 275 Haushalten lebten 2013 in 66 Haushalten mindestens ein minderjähriges Kind, 86 Haushalte waren Ein-Personen-Haushalte. Lediglich zehn Einwohner waren Hartz-IV-Empfänger.

Religion Mit 54,7 % stellen die Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Kirche die größte Religionsgruppe im Ort. Sie gehören zur Kirchengemeinde Kriegenbrunn, die gemeinsam mit Frauenaurach einen Pfarrsprengel bildet. 22,4 % der Einwohner gehörten zur römisch-katholischen Kirche. Die Hüttendorfer Katholiken sind in die Pfarrei St. Xystus in Büchenbach (Filiale St. Albertus Magnus Frauenaurach) eingepfarrt.

Baudenkmäler mini|Das alte Hirtenhaus im Ortszentrum beherbergt die Dorfglocke mini|hochkant|Sandsteinhaus aus dem Jahr 1787 in Hüttendorf, 2011 mini|hochkant|Das von dem Bildhauer Karl May geschaffene Kriegerdenkmal, 2011 In Hüttendorf gibt es sechs Baudenkmäler: Hüttendorfer Straße 3: Bauernhaus Hüttendorfer Straße 7: Ehemaliges Hirtenhaus Laubweg 6: Bauernhaus Vacher Straße 11: Bauernhof Vacher Straße 24: Ehemaliges Schulhaus Kriegerdenkmal

Wirtschaft In Hüttendorf liegt der Schwerpunkt der Erlanger Landwirtschaft.

Politik Hüttendorf hat einen eigenen Ortsbeirat mit fünf Mitgliedern. Vorsitzender ist Georg Menzel, sein Stellvertreter ist Günther Wägner., erlangen.de (22. April 2014)

Persönlichkeiten In Hüttendorf kam 1721 Johann von Kalb zur Welt, der während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges als General unter George Washington diente und 1780 bei der Schlacht von Camden fiel.

Bildergalerie

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Erlangen Kategorie:Ersterwähnung 1279 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erlangen) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Erlangen